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Identitätsdiebstahl

Warum es keine gute Idee ist, in Social-Networks oder Webseiten das richtige Geburtsdatum anzugeben und wie leicht man Opfer von Identitätsdiebstahl werden kann, beschreibt Tina Groll auf Zeit.de. Sie ist selbst Opfer geworden und schildert ihre Geschichte: Meine Identität gehört mir!


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Wie klaut man die Identität eines Menschen? Hätte ich noch vor wenigen Wochen von dieser Geschichte gehört, ich hätte gesagt: Das ist doch nicht möglich. Doch es ist sogar sehr einfach. Es braucht nur einen Namen und das dazugehörige Geburtsdatum. Daten, die man leicht im Internet findet. Hat man dann noch einen weiteren Anhaltspunkt, beispielsweise den Beruf der Person, kann man sich munter bedienen.

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17 Kommentare
  1. Klingt in der Tat nach einem Thriller und leider auch sehr nach überzogener Panikmache.

    Erscheint mir auch ein wenig konstruiert. Wo gibt es denn bitte noch Onlineshops, die Neukunden auf Rechnung zahlen lassen? Inzwischen sind doch alle zu Vorkasse oder Nachnahme übergegangen.

    Vor, sagen wir mal, 5 Jahren hätte ich die Geschichte vielleicht geglaubt. Heute eher nicht. Und selbst wenn das alles stimmen sollte, halte ich es für einen starken Ausnahmefall.

    Natürlich muss man darauf achten, wer die eigenen Daten bekommt und was damit gemacht wird, aber solche Horrorgeschichten halte ich für den falschen Ansatz, da sie nur Angst erzeugen, aber keine Vorsicht.

    Waghalsige Vermutung:
    Ein weiterer Schritt auf dem Kreuzzug der „alten“ Medien gegen das böse Internet, dass ihnen das Wasser abgräbt, vielleicht?

    1. @Leon: Wie Du vielleicht mit einem Klick auf Zeit.de feststellen kannst, ist dies ein Netz-Medium und befürchtet dadurch sicherlich nicht, dass das „böse Internet“ dem Medium das Wasser abgräbt.

  2. unschöne geschichte. Leider habe ich nur die Befürchtung dass so ein Fall wieder für mehr Sicherheit und mehr Rechte für Strafverfolger genutzt wird.

  3. Das eigentliche Problem am Geburtsdatum ist, dass es zusammen mit dem Namen eine Person fast eindeutig identifiziert.

    So kann man z.B. Datenbestände abgleichen und Personen identifizieren (Gleicher Name, Gleiches Geburtsdatum, unterschiedliche Adresse –> umgezogen).

    Ciao!
    Stefan

  4. Der Identitätsdiebstahl im Kleinen ist der Lastschriftmissbrauch fremder Konten durch Verwendung der korrekten Kontodaten einer anderen Person. Die Banken überprüfen vielfach nicht einmal, ob der Name zutrifft und wer nicht regelmäßig sein Konto überprüft, kann nach Ablauf der Sechs Wochen-Frist sehen, wie er sein Geld zurückbekommt.

  5. @Leon: Es gibt in der Tat auch heute noch zahlreiche Online-Shops die Ware auf Rechnung zusenden. Erst kürzlich habe ich so ein Angebot wieder einmal genutzt. Gerade innerhalb Deutschlands sind die Inkassomöglichkeiten für ein Unternehmen völlig ausreichend um Zahlungsunwilligen beizukommen.

  6. Leon (#1) hat einerseits damit recht, dass der Versand per Vorkasse oder Nachnahme zugenommen hat. Andererseits habe ich vor nicht langer Zeit ein IT-Produkt für einen engen Freund, der sich mit „Computersachen“ nicht so gut auskennt, bei einem großen Onlineshop bestellt – das ging so:

    Ich habe das Kundenkonto auf den Namen meines Freundes eröffnet, inklusive Lieferanschrift und Bankverbindung für das Lastschriftverfahren. Wohlgemerkt: wir waren räumlich getrennt. Ich hatte ihn per Skype über den Fortgang der Bestellung auf dem Laufenden gehalten, während er mir alle nötigen Daten durch gab.

    Der Artikel wurde überraschend schnell geliefert, Tage bevor das Geld von seinem Konto abgebucht wurde.

    Natürlich habe ich im vollständigen Einverständnis meines Freundes gehandelt und ihm mittlerweile seine Kundendaten sicher übermittelt und auf meinen Systemen restlos geschreddert. Aber 1. war mir doch komisch zumute und 2. zeigt es ganz klar: Missbrauch ist ohne weiteres möglich.

  7. Auch wenn Inkassounternehmen gerne drohende Briefe schreiben, liegt die Beweislast immer noch bei dem Unternehmen und nicht bei dem vermeintlichen Kunden.
    Wenn man dem gerichtlichen Mahnbescheid widerspricht (und damit sind nicht die vorherigen Mahnungen des Inkassounternehmens gemeint), muss das ganze erst vor Gericht (mit entsprechenden Beweisen des Unternehmens), bevor die Summe vollstreckbar wird.

    Und was die Schufa angeht: Bestrittene Forderungen dürfen nicht einfach so an die Schufa gemeldet werden. Siehe: http://medien-internet-und-recht.de/volltext.php?mir_dok_id=1476

  8. Identitätsklau geht in der Tat sehr einfach. Mir ist das schon mehrmals passiert. das erste Mal in einem Forum, wo irgend ein Troll wohl mein zugegeben schwaches Passwort geknackt hat. Seitdem bin ich in diesem Forum gesperrt.

    Das nächste Mal war e-bay. Da bekam ich eines schönen Tages einen Anruf von einem Herrn aus Berlin, der mich fragte, wo denn die Münzsammlung bliebe. Ich wusste von Nix. Während des Gesprächs stellte sich heraus, dass er auf einen Betrüger aus Griechenland reingefallen war und ein Produkt gekauft und bezahlt hat, das gar nicht existiert. Meinen Namen, Telephonnummer, Anschrift und so weiter hat der Betrüger wahrscheinlich von meiner Webseite, vom Impressum. Gut, wir haben beide Anzeige erstettet.

    Als dicker Klops kam dann hinterher, dass e-bay Geld von mir haben wollte für das verkaufte Produkt.

    Das Gleiche passierte ansatzweise später noch mal. Aber e-bay hat wohl seitdem gelernt. Die Bestätigung für einen neuen Account muss schriftlich per snailmail erfolgen. Damit ist dieser Betrugsversuch natürlich sofort aufgeflogen. Ich habe vorsichtshalber auch wieder Anzeige erstattet. Und e-bay arbeitet da problemlos mit.

    Identitätsklau ist ein Problem, das jederzeit Jeden treffen kann. Und das selbst ohne eigenes Fehlverhalten.

  9. Das mit dem Identitätsdiebstahl wird auch immer größere Ausmaße annehmen. Denn es gibt immer mehr sogenannte „social sites“, die nicht viel von Datenschutz halten.

    Es will wahrscheinlich keiner wahrhaben, aber mit persönliche Daten wie E-mail oder dergleichen, kann man im Web eine Menge Geld verdienen….und einige tun dies bereits.

    Mfg Pilus

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