Kultur

Die anderen besten Artikel der letzten Tage

Die letzten Tage sind eine Menge interessanter Artikel in meinem Browser aufgetaucht, die ich mangels Zeit nicht einzeln bloggen konnte. Deshalb kommt hier jetzt eine Zusammenfassung.

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Zeit-Online hat ein Interview mit dem US-Geheimdienstexperte James Bamford zu den Cyberwar-Aktivitäten der USA: »Passen Sie auf, was Sie tippen!«

Heinrich Wefing von der Print-Zeit hat sich mal wieder zum Internet geäussert: Ein bisschen Staat muss sein. Grund ist die angekündigte Aufhebung der Zensursula-Sperren. Das findet Welfing nicht toll, wo er doch so fleissig im vergangenen Jahr durch seine Artikel für die Einführung einer Netzzensur-Infrastruktur getrommelt hat. In seiner Argumentation taucht wieder Bekanntes auf, wie, dass Kinderpornographie in Afrika gehostet wird – eine Behauptung, die bisher noch nie bewiesen wurde.

Robin Meyer-Lucht hat den aktuellen Rohentwurf des Jugendmedienstaatsvertrages angeschaut und kommt bei Carta zu dem Urteil: JMStV: Keine Netzsperren, keine Entwarnung. Die Provider konnten ein bisschen weniger Haftung rausholen, aber die Kernprobleme bleiben.

In der New York Times kommentiert der Sänger der Band OK Go, Damian Kulash Jr., die Probleme seiner Band mit ihrem Label EMI. OK Go hat sich u.a. durch ihre selbstgedrehten Youtube-Videos und damit verbundener Mundpropaganda eine riesige FanBasis aufgebaut und haben immer auf Video als virales Element ihrer Vermarkungsstrategie gesetzt. Seit einiger Zeit lässt EMI aber bei ihren Videos das Einbinden in Blogs und andere Webseiten nicht mehr zu. Die Folge: Die Videos werden nicht mehr so oft verbreitet, viel weniger angeschaut und die falsche Strategie der vermeintlichen Kontrolle schadet der Band.

In der Washington Post kommentiert Evgeny Morozov die „Mythen der Techno-Utopisten“: The Digital Dictatorship. Seine Kernthese ist, dass es falsch ist, das Internet als Heilsbringer für Demokratie und Freiheit zu verstehen. Denn digitale Technologien können ebenso gut zur Kontrolle eingesetzt werden, wie man im Iran und anderen Staaten sehen kann. Einen Aspekt, den man nicht vergessen sollte. Deswegen freue ich mich auch, dass Evgeny Morozov zur kommenden re:publica´2010 kommt und seine Thesen rund um Internet&Demokratie dort vorstellt.

In der Newsweek steht ein sehr empfehlenswerter Artikel über die Geschäftsmodelle von Google, Facebook & Co: How Well Do You Know Google? Kernaussage ist: Kaum jemand kann verstehen, wie wertvoll unsere Daten sind und die Nutzer werden, mehr oder weniger, durch kostenlose Services verarscht und über den Tisch gezogen.

The genius of Google, Facebook, and others is that they’ve created services that are so useful or entertaining that people will give up some privacy in order to use them. Now the trick is to get people to give up more—in effect, to keep raising the price of the service. These companies will never stop trying to chip away at our information. Their entire business model is based on the notion of „monetizing“ our privacy. To succeed they must slowly change the notion of privacy itself—the „social norm,“ as Facebook puts it—so that what we’re giving up doesn’t seem so valuable.

Martin Haase hat sich in seinem Blog mit Rechtspopulismus aus rhetorischer Sicht auseinander gesetzt. Ein Thema, was man sich auch innerhalb der Piraten immer wieder anschauen sollte. Insofern ist der Blog-Beitrag von Martin Haase sehr gut zur Weiterbildung geeignet.

Kennt Ihr schon die Westerwelle? Miriam Meckel hat diese sehr charmant und prägnant in ihrem Blog untersucht.

Constanze Kurz hat jetzt auch eine Kolumne in der FAZ und beschreibt „im Maschinenraum“ Hacker, was sie sind und wie sie medial aufgenommen werden.

Peter Schaar hat die neuesten Entwicklungen rund um das Zugangserschwerungsgesetz und die weiteren Entwicklungen kommentiert: Kampf gegen Kinderpornographie: Runde zwei.

Jetzt kann ich dann endlich mal den Rechner neustarten und den Browser leeren. Hab ich noch gute Artikel der letzten Tage verpasst?

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Ein Kommentar
  1. Der Artikel von Evgeny Morozov triffts haarscharf! Dazu ist auch das Buch von Alexander Galloway „How control exists after decentralization“ zu empfehlen.

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