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Na hoppla, die Geschichte über das Wardriving der Googlemobile hat es sogar bis in die 20Uhr-Tagesschau geschafft ,)


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# Datenschützer fordern sofortigen Ausbau der WLAN-Scanner aus Google-Street-View Fahrzeugen (Peter Schaar)
# Streit um Datenschutz bei Google Street View (Tagesschau)
# Datenschützer: Street-View-Autos scannen private Funknetze [Update] (Heise Online)
# Datenschützer kritisieren W-Lan-Kartografie (Konrad Lischka, SpOn)
# Udo Vetter: Street View will viel mehr wissen (Lawblog)

# US-Lobbyisten: Klinken putzen bei EU-Abgeordneten (Handesblatt)
# S. Blumenthal (FDP): Freier Markt soll für Netzneutralität sorgen (Zeit)
# John F. Nebel: ver.di – Mein Austrittsschreiben (Metronaut)

19 Kommentare
  1. Na super. Da wird hier eine absolute Detailfrage mit höchstens hypothetischer Persönlichkeitsrechtsverletzung hochgepusht, so dass die Datenschutzdiskussion insgesamt an Glaubwürdigkeit verliert :(

  2. Die ganze Diskussion ( weltweit ) um die Datensicherheit und den Austausch von personenbezogenen Daten erinnert mich an die Keyhole Spionage Sateliten. Deren Datenmenge war so enorm, das nicht genug Mitarbeiter der Geheimdienste vorhanden waren, um alles zu analysieren. Dem ist nicht hinzuzufügen.

    In Sachen Verdi…den Gedanken habe ich nicht nur seit dem Beitrag hier, da ich nicht verstehen kann, wie ich eine Organisation unterstützen soll, die sich „einem Lobbyverband“ sowas von unterwirft. Austrittsschreiben habe ich kopiert. Aber auch, weil Verdi selbst Leiharbeiter beschäftigt, obwohl die selbst gegen die Ausbeutung sind.

    Alles andere…16 nach 12

  3. @Georg: Was bitte ist „Boden_GPS“? Hier geht zwar auch um Triangulation im weitesten Sinne, mit GPS hat das Verfahren aber nix zu tun. Man könnte zum Beispiel auch (Mobil-)Funkzellen nehmen: http://de.wikipedia.org/wiki/Cell-ID

    Ok, der iPod Touch nicht. Der arbeitet mit tatsächlich mit WPS (Wi-Fi Positioning System). Laut Wikipedia basiert das zu Grunde liegende Netz tatsächlich aus beim Wardriving gesammelten Daten (um gleich noch den Hinweis im Einleitungsatz zu erklären):
    http://en.wikipedia.org/wiki/Skyhook_Wireless

    Und was sind noch gleich die eigentlichen Probleme? Für einen Bundesdatenschutzbeauftragten ist so eine flächendeckende WLAN-Kartierung durchaus ein „eigentliches Thema“.

    @ke: Der Datenschutzbauftragte stört sich an der flächendeckenden Erfassung _privat_ betriebenener WLAN-Netze und stellt auf personenbezogene Daten ab. Mmja.

    Die Erfassung/Nutzung bekannter Standortdaten kommerzieller Anbieter sieht er möglicherweise anders.

    Persönlich kann ich die Argumentation allerdings auch nicht nachvollziehen. Ebenso wie z.B. das Anbieten eines freien Netzzugangs via WLAN, geschieht das Senden der SSID schließlich auf freiwilliger Basis. Will ich nicht, dass meine SSID erfasst wird, broadcaste ich sie nicht.

  4. Was für ein kompletter Irrsinn.
    Da kommt ein Auto alle paar Jahre und macht Fotos von öffentlichen Straßen aus und merkt sich SSIDs.
    Was daran schlimm sein soll, das verstehen wohl mal wieder nur Internetausdrucker.
    Die Google Leute tun mir manchmal wirklich Leid mit welchem groben Schwachsinn die sich auseinandersetzen müssen.

  5. @Sebastian: Nun, ein Vorwurf an Street View ist ja, dass eben nicht nur öffentliche Straßen, sondern auch Gebäude und Gärten abgefilmt werden. Und das aus einer erhöhten Position und damit aus einem Blickwinkel, der die Privatsphäre tatsächlich verletzen kann.

  6. Also manchmal geht mir das Google-Bashing auch zu weit … in dem Fall sammelt Google, wie viele anderen Unternehmen auch, die Sendestärken und Standorte von WLans um damit (quasi ohne GPS) navigieren zu können, und das seit fast 2 1/2 Jahren. Jetzt plötzlich, da Google-Bashing in der Mode ist, ist das böse? Laut dem SpOn-Artikel wurde das ja Anfang 2008 auch schon von Google selbst öffentlich gemacht.
    Ich will jetzt das Datensammeln insg. nicht in den Schutz nehmen, aber DIESER Fakt stört mich wirklich überhaupt nicht, im Gegenteil, hat er doch genau dadurch den Vorteil auch ohne GPS navigieren zu können (z.B. mal in Zukunft mit dem iPod touch mit gespeicherten Karten).

  7. Ach es ist ja so einfach den großen bekannten Namen zu bashen, als sich mit Datenschutzbelangen zu beschäftigen, die die Mehrheit der Leute wirklich umtreibt: Abmahnanwälte, Abofallen, ColdCalls … Da gibt es keine großen Namen und es ist mühseelige Arbeit. Da ist es natürlich einfacher, einfach ’ne Pressemitteilung mit dem großen Namen rauszuhauen und sich den Rest des Tages freizunehmen.

  8. Dieses von bestimmten Medien und Politikern wie Ilse Aigner in letzter Zeit vorangetriebene Google-Bashing dürfte wohl ein Astroturfing-Versuch sein, der von Kräften gesteuert wird, die sich herzlich wenig für Datenschutz interessieren (eher im Gegenteil). Bedrohlich ist, dass sogar vermeintlich echte Datenschützer darauf hereinfallen und fröhlich mit einstimmen.

  9. Die FDP-Position ist peinlich. Die Netzneutralität wird schon verletzt, und zwar am laufenden Band. Oder ist mit einer gelben Brille das Sperren von Diensten (Skype, IM) auf Smartphones keine Verletzung der Netzneutralität?

  10. Ich denke auch, dass das Google Bashing Teil einer Strategie ist. Google ist bekannt, sogar seltene Internetbenutzer kennen Google. So kann man wenigstens sagen, dass man etwas für den Datenschutz tut. Dass der deutsche Mittelstand das schon ewig macht, wird unter den Tisch gekehrt. Solange man mit dem Finger auf Google zeigt, kann man wenigstens hoffen, dass niemand auf einen selbst aufmerksam macht.

  11. @Sebastian: schonmal wardriving gemacht? also mir fallen eine menge dinge ein die man mit den gesammelten datensätzen also ssid, bssid (macadresse bzw hersteller des ap), offen, wep oder wpa, feldstärke, gps-koordinaten, zeitpunkt, bei offenen netzen verfügbare interne ip-adressen, gerade in aktion oder nicht etc. machen kann. besonders wenn diese mit anderen datensätzen abgeglichen werden.
    es kommt dann nur noch auf die frage an, welche man an diese datensätze stellt, ob etwas gutes oder böses das endergebnis ist.

  12. Google? Wer ist das?

    Ok, eine Datenkrake, mehr nicht.

    Ich nutze Google gar nicht, auch nicht als Suchmaschine. Google ist das, was Leute vor zehn Jahren an Microsoft so gehasst haben, ein Großunternehmen mit zuviel Macht. Was kann ich mich noch erinnern, wie sehr die Post abging, von wegen Microsoft „funkt“ nach Hause und dergleichen Käse. Microsoft ist ein kleiner Rauschgoldengel.

    Google dagegen ist eine echte Gefahr für die Persönlichkeitsrechte, für den Datenschutz, für höchst sensible Daten.

    Und Gefahren meidet ein Mensch mit Verstand.

    Wer Google nutzt, egal wie, hat nicht mehr alle Tassen im Schrank. Punkt.

    Gruß

  13. Selbst wenn die WLAN-Daten nur für Geolokation verwendet würden (was wir nicht wissen) wäre es wieder eine unautorisierte Nutzung von privaten Daten (oder bestenfalls Gütern der Allmende) für Profitzwecke. google ist meines Wissens aus gutem Grund auch noch nicht als gemeinnützig anerkannt. Auch wenn gelegentlich Glasperlen für die Indianer dabei abfallen, sollten wir schon kritisch bleiben.

  14. Google One und Latitude
    Google Maps
    Google Blogs
    Google News
    Google Chrome
    Google Social Search
    Google Docs
    Google Produktsuche
    Google Street View
    Google Health
    Google Mail
    Google Picasa
    Google Maps Navigation

    etc. etc.

    Eine Hölle der Datensammelei.

    Google kennt von einigen Deppen bereits die Bremsspur in der Unterhose.

    Google muß weg. Aber ganz schnell.

    Gruß

  15. Ps.
    Ich habe jüngst schon im Internet gelesen, daß sich in Deutschland einige Gemeinden kein Google-View wie auch immer bieten lassen werden. Da wollen ehrenwerte und handfeste Landwirte bei Sichtung des Fahrzeuges den Fahrer auf dem Marktplatz an den Pranger binden und das Fahrzeug vor Ort schrotten.

    Landwirtschaft ist eine feine Sache.
    Da weiß man noch, wo die Sense hängt.

    Gruß

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