Öffentlichkeit

Skype hilft China bei Internetzensur

Nart Villeneuve vom Citizen Lab hat in Zusamenarbeit mit dem Gemeinschaftsprojekt Information Warfare Monitor den Skype-Service in China untersucht: „BREACHING TRUST – An analysis of surveillance and security practices on China’s TOM-Skype platform“ . Dieser wird in Kooperation mit der chinesischen Skype-Tochter Tom-Skype angeboten. Allerdings werden Textnachrichten zensiert.

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Heise: Skype in China filtert und speichert politische Mitteilungen

Die Experten fanden heraus, dass Textbotschaften regelmäßig auf Wörter wie etwa „Kommunistische Partei“, den Namen der in China verbotenen Kultbewegung „Falun Gong“, „Demokratie“ oder „Taiwans Unabhängigkeit“ durchsucht werden. Die Überwachung scheine zusätzlich auch nach anderen Kriterien wie möglicherweise Benutzernamen zu erfolgen. TOM-Skype speichere die gefundenen Mitteilungen mit persönlichen Daten, Benutzernamen, IP-Adressen oder Telefonnummern auf mindestens acht Servern. Telefongespräche, die ebenfalls über Skype möglich sind, seien allerdings nicht betroffen. Die Forscher waren in der Lage, Millionen von Daten und die Informationen zu ihrer Entschlüsselung von diesen Servern herunterzuladen, da diese nach außen nicht gesichert waren.

Ausführlich berichtet Kai Raven darüber: Vorratsdatenspeicherung, Überwachung und Zensur mit TOM-Skype (in China).

Mit der Überwachung des Netzwerkverkehrs mit dem Analysetool für Datenpakete Wireshark (das oder ähnliche „Hacktertools“ sollte jeder in seinem Werzeugkasten haben) stellten die Forscher fest, dass die Nachrichten nicht immer unterdrückt wurden, sondern auch mal durchgingen. Dann aber wurde zugleich eine HTTP Verbindung zu einem der acht „TOM-Skype“ Server in China aufgebaut, denn die chinesische Skype-Version braucht keinen per Online-Durchsuchung und heimlicher Wohnungsbetretung applizierten „Bundestrojaner“ für die Quellen-Telekommunikationsüberwachung, sie hat ihn schon eingebaut.

5 Kommentare
  1. wer hätte denn auch anderes erwartet ?

    Software deren Quellcode nicht unter einer freien Lizenz zur Verfügung steht kann man schlicht und einfach nichtmehr vertrauen.
    Wenn Skype mit der Chinseischen Diktatur zusammenarbeitet dann haben die sicherlich auch keine Hemnisse Daten an beliebige Sicherheitsdienste weiterzugeben.

    Da hilft meiner Ansicht nach nur die förderung von freier Software wie z.B. WengoPhone.
    http://www.wengophone.com/index.php

    vieleicht könnte man ja hier im Blog ein par freie Videotelefonieprogramme vorstellen um sie bekannter zu machen ?

  2. huu, wow ich bin so überrascht.
    jetzt mal ehrlich: was habt ihr erwartet leute? auch google.ch zensiert und hilft dem regime und who cares…

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