Öffentlichkeit

Quoten, Klicks & Kohle zum herunterladen

Wenn man es will, geht es wohl schon: Der SWR hat die Dokumentation „Quoten, Klicks & Kohle“ als MP4, MP3 und Stream online gestellt.


netzpolitik.org - unabhängig & kritisch dank Euch.

12 Kommentare
  1. On second guess, bevor mein Kommentar hier als zu harsch erscheint: Ich finde die ÖR haben mit dieser Doku nicht gerade das seriöseste Geschütz ausgefahren und nach gründlicher Diskussion mit zwei Freunden gestern muß ich doch sagen, das die ÖR zweifelsfrei Wettbewerbsverzerrung betrieben, zum Guten wie zum Schlechten….

  2. Tom: Ich würde das eher als letztes Gefecht sehen, bevor der ÖR aus dem Internet rausgeklagt wird. Da ist ein etwas tendentiöser Standpunkt schon verständlich imo.

    Und im grossen und ganzen werden die Themen schon ziemlich realistisch dargestellt. Bei den Landesmedienanstalten z.B. habe ich eigene Erfahrungen: Bevor da dem Auftrag nachgekommen wird, ist es viel wichtiger den Privaten keine Steine in den Weg zu legen. Die Folge: Nachts ist jetzt alles mit Call-in „Quiz“-Shows voll.

  3. Auf jedem Fall ist jetzt auch klar, warum die Sendung so spät ausgestrahlt wurde: Die wollten einfach nicht den selben Deal mit der LMA machen müssen wie Sat.1 wegen den „blutigen Bildern“ von Criminal Minds.

  4. Das Dilemma ist aus meiner Sicht: Mit z.B. tagesschau.de und der ZDF Mediathek habe ich das erste Mal das Gefühl, das mit meinen GEZ Gebühren etwas wirklich sinnvolles finanziert wird.
    Gleichzeitig ist es für die Privaten sicherlich kaum möglich mit der Qualität dieser steuerfinanzierten Millionen-Euro Institution mitzuhalten.

    @Supergrobi: „Tendentiöse“ Standpunkte sind immer etwas schmutzig und bieten dem Gegner nur wieder neue Angriffsfläche, siehe Tibet-Berichterstattung deutscher Medien oder die schwarz-weiß Malerei von Michael Moore.
    Lieber kühlen Kopf bewahren bei den Fakten bleiben – und dieser Thomas Leif aus der Doku wirkt mir einfach etwas zu selbstverliebt und kamerageil.

    Aber nix für ungut, wenn ich zwischen ÖR und Privaten entscheiden müsste haben die ÖR die Nase weit vorn, das ist schonmal klar…

  5. Allerdings muss man selber den Titel „Quoten, Klicks & Kohle“ mit „Ziel speichern unter“ selber hinzufügen.
    Dafür einen Minuspunkt.

  6. Wenn man sich mal ansieht, wofür die Privaten ihre Millionen verschleudern und welchen Murks die im Netz stehen haben, kann ich nur sagen: selbst schuld, wenn die ÖRs es besser machen. Die Privaten haben sich selbst ein Bein gestellt. Wer es nicht gebacken bekommt in Deutschland einen vernünftigen Kabelmarkt zu etablieren, der braucht sich nicht wundern, wenn immer mehr Leute (leider immernoch viel zu wenige) ihre Inhalte aus dem Netz ziehen.

    Ich bin bestimmt kein Freund des Musikantenstadls, aber die Webauftritte, besonders der Tagesschau sind seit Jahren top und wer jede Information ungeprüft schluckt, der macht eh was falsch :)

  7. Muss ich erst Artikel in der Welt, FAZ und der Süddeutschen verfasst haben, um hier antworten zu können? Ich glaube mal, Sie haben das System mit dem Web 2.0 noch nicht so verstanden.

    Wenn sich unsere Politiker rausnehmen, über meine Onlinesicherheit zu entscheiden und noch nichtmal wissen, was ein Browser ist, dann frage ich mich, wie weit DIE denn Profis sind. Ach ja, die haben ja Experten und so – merkt man leider nicht viel davon…

    Solange (Internet-)Amateure über die neuen Medien urteilen wollen, werde ich als Kommentar-Amateur das quittieren. Mal sehen, wer am Ende mehr gelernt hat.

  8. Interessant sind vor allem die Reaktionen der „freien Presse“ auf diesen Film.

    FAZ.NET-Fernsehkritik „Infiltration von Meinung“ (http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~EC4ED5B165D0F485983314E2507C8D7C2~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed)

    Mein Kommentar:
    Dieser Film muss der „FAZ“ ziemlich an die Nieren gegangen sein.
    „Denn nach einem solch peinlichen Stück der Selbstbeweihräucherung und einem solchen Ausmaß manipulativer Techniken muss man lange suchen.“
    „Allerdings ist es schon etwas absurd, sich ein mit Gebühren finanziertes Stück ansehen zu müssen, das ein derartiges Zerrbild der Lage zeichnet und die Kritiker der Sender monströs karikiert.“
    „Eine Lachnummer.“
    „Lächerlich aber wirkte er nur selbst.“

    Wer hier der ARD „Selbstbeweihräucherung“ unterstellt, muss sich natürlich fragen lassen, für wen er denn selbst Lobbyismus betreibt. Dass hier einem Reporter der „FAZ“ (natürlich) die ÖR-Konkurrenz im Internet stört, ist sogar verständlich. Aber mit welchen „Argumenten“ (s. o.) hier der öffentlich-rechtliche Rundfunk kritisiert wird, liegt schon auf „BILD“-Niveau. Und damit ist Michael Hanfeld nicht allein. Wenn man beispielsweise die Kritiken seiner Kollegen von „Focus“ (http://www.focus.de/kultur/kino_tv/focus-fernsehclub/quoten-klicks-und-kohle-dreiste-dauerwerbesendung_aid_298517.html), „Kölner Stadtanzeiger“ (http://www.ksta.de/html/artikel/1209625375456.shtml) oder „Handelsblatt“ (http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1776) liest, bekommt man in etwa einen Eindruck, wieviel Angst man schon in den Verlegerhäusern vor den „Inseln der Qualität“ haben muss.
    So wird beispielsweise im „Focus“ das angebliche „Niveau“ von „Bully sucht die starken Männer“ und Champions-League gegenüber „Schmidt & Pocher“ gelobt. Und das sagt eigentlich schon alles, wenn man bedenkt, dass der öffentlich-rechtlicher Rundfunk noch ein klein wenig mehr als nur „Schmidt & Pocher“ ist.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.