Datenschutz

Norwegisches Steueramt schickt Personendaten sämtlicher Steuerzahler an Medien

Data Loss auf norwegisch: Die Steuerbehörde des skandinavischen Landes hat versehentlich die Identifikationsnummern und Einkommen aller Steuerzahler an die zehn führenden Medien des Landes verschickt, wie u.a. die futureZone meldet.


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Die Beschreibung der Personennummer erninnert doch sehr an die nun auch in Deutschland eingeführte einheitliche Steuer-Identifikationsnummer:

Die aus dem Geburtsdatum und einer fünfziffrigen Zahl bestehende Personennummer wird in Norwegen von allen Behörden, Banken, Versicherungen, Krankenhäusern und auch Unternehmen zur Personenidentifizierung benutzt und gilt deshalb als viel wichtiger als Namen.

Die Steuerbehörde fügte diese Nummer irrtümlich an die elektronische Liste aller norwegischen Steuerzahler, die sie alljährlich an Medien schickt. Darin sind üblicherweise Namen, Einkommen und Einkommensteuer als öffentlich zugängliche Daten enthalten, nicht aber die streng vertrauliche Personennummer.

Nun wollen sie die CDs zurück.

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6 Kommentare
  1. nun ja, es ist wahrscheinlich weniger schlimm, wenn man die Daten an einen öffentlich-rechtlichen Sender schickt (der ja sowieso vom Staat abhängig ist) oder an ein global agierendes Unternehmen (das den Staat jederzeit verlassen könnte). Oder sind die Medien in Norwegen privatisiert?

  2. Nun, in Norwegen hat man eine andere Vorstellung von Transparenz. Die Einkünfte des Nachbarn kann dort jeder auf der Website des Finanzamtes einsehen. In diesem Fall ist das Data Loss also lediglich die Zugabe in Form der Steuernummern. Die Weitergabe der eh offen gelegten Einkommen ist — zumindest für Norweger — kein größeres Problem als die aktuelle Situation.

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