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Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe)

Die Rechteindustrie bietet seit einiger Zeit schon gerne die eigenen und garantiert nicht neutralen Lehrmaterialen für Schüler an. Bisher kamen die Materialien aber in der Regel von der Musikindustrie. Neu sind die Lehrmaterialien von Microsoft, die auch gerne mit Lehrmaterialien jungen Menschen das Weltbild des Konzerns erklären. Bei den aktuellen Urheberrehts-Lehrmaterialien ist aber einiges schief…

  • Markus Beckedahl

Die Rechteindustrie bietet seit einiger Zeit schon gerne die eigenen und garantiert nicht neutralen Lehrmaterialen für Schüler an. Bisher kamen die Materialien aber in der Regel von der Musikindustrie. Neu sind die Lehrmaterialien von Microsoft, die auch gerne mit Lehrmaterialien jungen Menschen das Weltbild des Konzerns erklären. Bei den aktuellen Urheberrehts-Lehrmaterialien ist aber einiges schief gegangen, wie das IRights-Blog berichtet: Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe). Das mit dem „geistigen Eigentum“ ist auch schon schwer: Da bringen selbst die Experten locker flockig das Uhrberrecht und das Markenrecht durcheinander. Ob sich Brigitte Zypries die Materialien vorher angeschaut hat, die sie mit ihrem Grusswort empfiehlt?

Man ist sich in dem Heft auch nicht zu Schade, solche Fragen in einem Kreuzworträtsel zu stellen:

* “Wie nennt man das Echtheitszertifikat, das zu jedem Originalprodukt von Microsoft gehört? (Abkürzung)”
* “Darf ich die Kopie meines originalen Microsoft-Excel-Programms an einen Freund verschenken?”
* “Der Gründer der Firma Microsoft.”

Wäre ja schön, wenn man unser Bildungssystems nicht Industrie-Lobbyisten mit ihren einseitigen Interessen überlässt.

Über die Autor:innen

  • Markus Beckedahl
    Darja Preuss

    Markus Beckedahl hat schon 2003 in der Ur-Form von netzpolitik.org gebloggt und hat zwischen 2004 bis 2022 die Plattform als Chefredakteur entwickelt. Seit 2024 ist er nicht mehr Teil der Redaktion und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Kontakt: Mail: markus (ett) netzpolitik.org, Presseanfragen: +49-177-7503541 Er ist auch auf Mastodon, Facebook, Twitter und Instagram zu finden.


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4 Kommentare zu „Microsoft will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst Nachhilfe)“


  1. Erinnert mich total an den Vattenfall-Bus, der durch die Republik an Schulen tourt, um den Lehrern eine Verschnaufpause bei der Arbeit zu verschaffen und gleichzeitig mal so richtig über Unweltschutz bei Vattenfall aufklärt…


  2. Tarhapoelloe

    ,

    Salve!

    Hier noch zwei Beispiele zum Thema: Der Bock macht sich zum Gärtner.

    Wer könnte das Thema gesunde Ernährung in der Schule besser erklären als eine Fastfoodkette?
    http://www.mcdonalds.de/html.php?t=Schon%20gewusst%3F&c=school_nut

    Wie mensch Werbung richtig versteht, wird hier erklärt:
    http://www.mediasmart.de/
    Ein Artikel dazu auf der Nachdenkenseite.de:
    http://www.nachdenkseiten.de/?p=225

    Diese Liste ließe sich beständig erweitern.…

    Einen schönen Tag noch!


  3. […] Verfasst von Klaus Werner Lobo am 28. April 2008 via netzpolitik.org: […]


  4. […] will Schülern “geistiges Eigentum” beibringen (und braucht selbst […]

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