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Willkommen im iKapitalismus

Die Süddeutsche Zeitung beschäftigt sich im Kultur-Teil mit den Marketingstrategien von Apple anhand des iPhones und wie die globalen Medien und die Jünger-Gemeinde begeistert mitmachen: Die Apple-Lüge.

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Dieser ist eine gegenaufklärerische Bewegung, denn die Wahnvorstellung, Apple-Produkte seien etwas Besonderes, hat sich in den Köpfen fest gesetzt: Das haben die Marketingabteilungen und ihre journalistischen Helfer – hier passt der Schüttelreim – wirklich gefickt eingeschädelt. Es geht keinesfalls darum, Apple-Produkte abzuwerten, sondern um die Klarstellung, dass es nur Elektrogeräte sind – wie die aller anderen Hersteller.

[…]

Dieser Mechanismus zeigt, wie virtuos Apple die Klaviatur der Konsumentenmanipulation bedient. Die Zeitspanne zwischen der Ankündigung des iPhone und seiner Verfügbarkeit erzeugt eine Periode der Erwartung und Vorfreude, die bekanntlich die größte Sehnsucht auslöst. Ein adventlich-nervöser Glanz kehrt in die Augen der Apple-Jünger zurück, den man noch aus der Kindheit kennt: An den Weihnachtsmann glauben sie zwar nicht mehr, dafür haben sie jetzt Steve Jobs! Für Apple ist es noch nicht einmal von Nachteil, dass die Produkte nachweislich eine schlechte Ökobilanz haben, denn darüber wird nur am Rande berichtet, obwohl Greenpeace dies schon seit langem anprangert.

Sehr amüsant geschrieben.

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10 Kommentare
  1. Nichts wirklich Neues, aber meiner Meinung nach sprachlich wunderbar be- und geschrieben!
    Inzwischen allerdings fast noch lesenswerter sind die zahlreichen Kommentare die beweisen, dass da wohl jemand mit seinen Thesen einen ziemlichen Volltreffer gelandet hat, denn bekanntlich bellen ja nur die getroffenen Hunde…

  2. Tjanun, wenn der Autor sagen will, Apple-Produkte seien nichts besonderes, dann sollte er erstmal definieren, was etwas „besonderes“ ist. Ich definiere es mal als „etwas, das anders ist als 90% der anderen Produkte in der vergleichbaren Kategorie“. Demnach wäre ein iPod wohl eher nichts besonderes. Der interessiert mich auch nicht wirklich.

    Ein Mac schon, schließlich rennen über 90% Windows-Lemminge durch die Gegend und auf den Abgrund zu, sofern sie nicht schon längst heruntergefallen sind.

    Ein Mac muss einem ja nicht gefallen — aber dann den Mac-Nutzern Quasi-Dummheit vorzuwerfen ist schon etwas albern. Mac-Benutzer sind ja diejenigen, die sich Gedanken um die Wahl ihres Systemes machen und sich bewusst gegen das entscheiden was alle haben — und dabei dank günstiger Hardware Geld sparen. Sind sie deswegen alle vom Ober-Guru Jobs betört?

    Umgekehrt sollte man sich doch die Frage stellen, warum Millionen von Menschen die überteuerten Produkte von Microsoft kaufen und sich da Gängelei, Unfreiheit und Sicherheitslücken gefallen lassen.

  3. Da ist zum Teil was wahres dran, Marketing beherrscht Apple perfekt. Es stimmt das Apple nur Elektrogeräte herstellt wie andere auch. Es stimmt auch das Produkte von Apple nicht mehr können als die anderer Firmen, im Falle des iPod können andere Player meistens mehr, nicht selten auch für weniger Geld.

    Die Frage ist bei technischen Produkten wie ich sie denn benutzen kann und da kommt Apples Stärke zum tragen, die Usability. Die Kombination iPod/iTunes funktioniert einfach und macht genau das was sie soll, ohne den Anwender mit 750 Konfigurationseinstellungen zu bewerfen. Ich habe auf einer Website Bilder der Installation der ZUNE Software gesehen, einfach grauenhaft. Man hat das Gefühl man installiert ein komplettes Betriebssystem und nicht die Software für einen MP3 Player. Sowas würde man bei Apple niemals finden, ebensowenig wie einen START Knopf den ich drücken muss um meinen Rechner auszuschalten !

    Und genau das ist es was das iPhone so reizvoll macht, nicht die technischen Fähigkeiten, sondern das WIE man sie benutzt!!. In einem Interview lobte selbst ein Entwickler von Nokia die Bedienung des iPhone.

    Genaus dies kommt mir in dem Artikel zu kurz.

  4. nett geschrieben, schön.
    Aber wenn das ganze Geheimnis von Apple nur Marketing ist verstehe ich den Erfolg immer weniger?!
    Bzw. den Misserfolg von Microsoft bei der iPod Alternative Zune, die verpasste Chance von Sony den Walkman-Nachfolger zu stellen oder das deutsche Siemens Desaster bei Handys?

    So richtig lustig kann ich die Jammerei über Erfolge bei genauerem Lesen dann doch nicht lange finden. Wenn Apple dann demnächst auch noch den Videomarkt umkrempelt, ist für die verpassten Chancen sicherlich auch nur wieder das Marketing schuld.

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