Datenschutz

Nachrichtenüberblick vom 03.12.2007

Golem: Bundesanwaltskammer: Köhler soll Überwachungsgesetz ablehnen.

Wir finanzieren uns zu fast 100 % aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Axel Filges, der Präsident der Bundesrechtsanwaltskammer, hat laut einem Bericht des Focus im Namen der „Deutschen Anwaltschaft“ Bundespräsident Horst Köhler gebeten, „das Gesetz zur Neuregelung der Telekommunikationsüberwachung nicht auszufertigen und zu verkünden, weil dieses Gesetz in Teilen verfassungswidrig ist“.

Tagesschau: Fusion schafft weltgrößten Computerspielhersteller.

Der französische Telekom- und Medienkonzern Vivendi übernimmt den US-Computerspielhersteller Activision. Es entstehe der weltgrößte Anbieter von Computerspielen mit einer Führungsposition in allen Spielekategorien, teilten die Unternehmen mit. Das neue Unternehmen entthrone die bisherige Nummer eins, den US-Konzern Electronic Arts. Der Gesamtwert der Transaktion beträgt den Angaben zufolge knapp 13 Milliarden Euro.

Spyblog: The NO2ID Pledge – What YOU can do to stop ID cards and the database state.

If the Labour government was serious about trying to recover the missing CDs in the ongoing HMRC Child Benefit centralised database insecurity scandal, then why have they not offered a large financial reward and immunity from prosecution for the safe return of the discs ? That would not re-assure us that the data has not been copied, but it might indicate a change in the contemptuous attitude with which the politicians and senior civil servants treat the general public.

Golem: Datenschützer: Sicherheitsmaßnahmen beim ePass unzureichend.

Nachdem Datenschutzbeauftragte Sicherheitsmängel beim ePass festgestellt haben, beschäftigt sich nun das Innnenministerium mit den Problemen. Unsicher sind nach Angaben der Datenschützer das Antragsverfahren und die Datenübertragung. Auch die Speicherung der Passdaten auf einem RFID-Chip wird kritisiert. Selbst prominente Sicherheitsapostel beugen vor.

Futurezone: Der Crack der GSM-Verschlüsselung.

Auf der Sicherheitskonferenz DeepSec in Wien hat ein „A5 Buster“ erläutert, wie ein verschlüsseltes GSM-Telefonat abzufangen und binnen einer Stunde zu knacken ist. Das Projekt steht nach weniger als einem Jahr Laufzeit kurz vor seinem Ziel. Hacker „Steve“ im Gespräch mit ORF.at.

Heise: Informationen zum „chinesischen Trojaner“ unter Verschluss.

Passend zum Kalten Krieg im Internet sind die in der Bundesverwaltung aufgetauchten „chinesischen Trojaner“ zur geheimen Verschlusssache erklärt worden. Alle Anfragen von Journalisten, wie es um das Reverse Engineering der entdeckten Attacken auf das Bundeskanzleramt, das Auswärtige Amt und das Forschungsministerium bestellt ist, werden abgeblockt. Dabei hieß es noch, bevor dies zur geheimen Verschlusssache erklärt wurde, man sei bei der Analyse des Trojaners ein gutes Stück vorangekommen und habe die Sicherheitslücke entdeckt, durch die der Angriff erfolgte. Ob diese Sicherheitslücke inzwischen gepatcht ist und in welcher Software die Sicherheitslücke aufgefunden wurde, darf derzeit nicht der Öffentlichkeit mitgeteilt werden.

Spiegel: EU plant die Mega-Volkszählung.

Der Bundestag hat die Vorbereitung der umstrittenen Volkszählung 2011 beschlossen. In der EU gibt es Pläne, viel persönlichere Fragen zu stellen als bisher üblich – zu Glauben, Einkommen, ethnischer Herkunft.

Heise: Korea will Fluggastdaten, Japan scannt bereits Fingerabdrücke.

Zwei asiatische Staaten rüsten bei der Terrorabwehr auf: Während koreanische Zollbehörden Zugriff auf die Fluggastdaten europäischer Fluglinien verlangen, hat Japan die biometrische Erfassung einreisender Ausländer eingeführt. Seit Anfang der Woche müssen Immigranten in dem fernöstlichen Land zwei Fingerabdrücke abgeben, sich fotografieren und ein kurzes „Interview“ über sich ergehen lassen. Die Regelung nach US-Vorbild gilt nicht nur für Touristen und Geschäftsleute, sondern auch für in Japan wohnhafte Ausländer. Ausgenommen sind nur einige Gruppen mit Sonderstatus, wie koreanische Staatsbürger, die schon seit Jahrzehnten in Japan leben, oder Kinder unter 16 Jahren. Bürgerrechtler und Datenschützer sind besorgt über die in Kraft getretenen beziehungsweise geplanten Verschärfungen. Barry Steinhardt, Direktor der American Civil Liberties Union (ACLU), etwa warnt: „Es gibt,­ angeführt von den USA,­ Bemühungen, die Bewegung von Menschen weltweit zu verfolgen.“

Tagesschau: BND zur Auskunft an Journalisten verpflichtet.

Der Bundesnachrichtendienst (BND) muss einem bespitzelten Journalisten umfassende Einsicht in seine Akten gewähren. Das entschied das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig. Geklagt hatte der Berliner Journalist Andreas Förster. Er war zwischen 2001 und 2005 im Auftrag des BND bespitzelt worden und hatte nach Bekanntwerden der Nachforschungen im Mai 2006 einen Antrag auf Herausgabe seiner personenbezogenen Akten gestellt. Der BND gab ihm jedoch nur über solche Daten Auskunft, die in elektronisch gespeicherter Form vorlagen. Auskünfte über den Inhalt seiner Akten lehnte er dagegen ab. Zu Unrecht, wie die Leipziger Richter urteilten. In Anbetracht des Grundrechts auf informelle Selbstbestimmung dürfe der Geheimdienst nicht zwischen elektronischen Dateien und Papierakten unterscheiden. Der Auskunftsanspruch ist aber nicht grenzenlos: Eine Auskunftserteilung unterbleibt unter anderem dann, wenn ansonsten die Aufgabenerfüllung des BND gefährdet ist.

NewTeeVee: Dozens of Torrent Sites May Be Shut Down.

Dozens of torrent sites, including well-known platforms like BTMON.com, BTJunkie.org and myBittorrent.com, could be forced to shut down by the end of this week, leaving the file-sharing world in turmoil. The expected mass exodus is due to a broad change of policy at the Dutch web hoster LeaseWeb, which used to be a reliable partner for many torrent sites but has recently come under pressure by rights holders.

Heise: Wal-Mart, Pepsi und Amazon.com bringen Major Labels in die Bredouille.

In den USA wächst der Druck auf die großen Plattenfirmen, künftig digitale Musikstücke ohne Digital Rights Management (DRM) anzubieten. Wie das Musikbranchenblatt Billboard berichtet, habe der Einzelhändler Wal-Mart den Major Labels Warner Music Group und Sony BMG ein Ultimatum zugestellt, den Online-Musikladen walmart.com mit DRM-freien MP3-Stücken zu beliefern. In der Zeit von Mitte Dezember bis Mitte Januar wolle Wal-Mart Musikstücke im Format Windows Media Audio aus seinem Musikladen entfernen. So würden Songs der beiden Labels dort verschwinden, wenn sie nicht auf MP3 umsteigen.

Futurezone: Debatte über E-Voting in Wien.

Die Wiener ÖVP drängt auf die Einführung der elektronischen Stimmabgabe auf Kommunalebene. Die Wiener SPÖ winkt ab.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
2 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.