Demokratie

Jetzt abstimmen: Worst EU Lobbying – Awards 2007

Lobbycontrol verweist auf die Internet-Abstimmung für die “Worst EU Lobbying” Awards 2007, die heute gestartet ist.

Wir finanzieren uns fast vollständig aus Spenden von Leserinnen und Lesern. Unterstütze unsere Arbeit mit einer Spende oder einem Dauerauftrag.

Und eine Entscheidung ist bei dieser Vielfalt echt eine Herausforderung. Ich kann mich gerade nicht entscheiden und muss nochmal nachdenken:

In der “Worst Lobbyist”-Kategorie stehen folgende Kandidaten zur Wahl, ausgewählt aus 27 eingereichten Vorschlägen:

* BMW, Daimler und Porsche für ihre massive Lobby-Offensive, um verbindliche Reduktionsziele für CO2- Emissionen von Autos zu verwässern und verzögern;
* die Lobby-Agentur Cabinet Stewart für den Betrieb des International Council for Capital Formation (ICCF) – eines einzigartigen europäischen Schwindel-Think Tanks, der als Tarnorganisation für Gegner des Kyoto-Protokolls dient;
* Viscount Etienne Davignon für seine Interessenkonflikte als Berater des EU-Entwicklungskommissars Louis Michel in Entwicklungsfragen für Afrika – während er zugleich im Aufsichtsrat von Suez sitzt, eines multinationalen Konzerns, der seine Energie- und Wassergeschäfte in Afrika ausweiten möchte;
* Die European Public Affairs Consultancies Association (EPACA) für ihre high-profile Kampagne gegen die Pläne der EU-Kommission für ein Lobbyisten-Transparenz-Register;
* Repsol für die Verzerrung des EU-Forschungsprogramms zu „Agrokraftstoffen“ (Biokraftstoffen), so dass die Ergebnisse sich an kommerziellen Interessen orientieren, auf Kosten echter Maßnahmen gegen den Klimawandel.

In der “Worst Greenwash”-Kategorie stehen folgende Kandidaten zur Wahl:

* Airbus für eine Anzeigenserie, in denen Flugzeug-Silhouetten mit schönen Landschaften ausgefüllt wurden, um Airbus-Flugzeuge grün und sauber erscheinen zu lassen;
* BAE Systems, weil sie tödliche Waffen als umweltfreundlich bewerben;
* ExxonMobil für die Behauptung, es würde seine Treibhausgase reduzieren, während die Emissionen in Wirklichkeit anstiegen;
* das Deutsche Atomforum für den Missbrauch der öffentlichen Besorgnis um den Klimawandel zur Imagepflege für die Atomenergie;
* Shell, weil es den Eindruck erweckt, dass seine Ölraffinerien Blumen statt Rauch ausstoßen.

Ich denke mal, dass ich in der „Worst Greenwash“-Kategorie auf jeden Fall für das Deutsche Atomforum stimmen werden. Denn die grossen Kampagnenanzeigen der AKWs Brunsbüttel und Krümmel inmitten von Feldern, Tieren und Blumen fand ich nach den Unfällen etwas deplatziert.

Weitersagen und Unterstützen. Danke!
Ein Kommentar
  1. Es ist wirklich nicht leicht, sich hier zu entscheiden.

    Ich denke aber, dass in der Worst Lobbyist”-Kategorie entweder Repsol, oder die Automultis die Stimme verdienen. Für all das, was sie für uns/die Umwelt tun und für das, was sie nur zu gerne noch für uns tun würden.

    In der Worst Greenwash”-Kategorie stimme ich Dir zu; die Atomlobby war schon immer gut darin, die schlimmsten Ängste der Menschen zum eigenen Vorteil zu nutzen. Was der Preis für die „saubere“ Atomenergie ist, bzw. wäre, wird tunlichst nicht erwähnt.

    Grüße,
    Segontia

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.