Generell

G8: Käfighaltung

Das ist die „Gefangenensammelstelle Industriestraße in Rostock-Schmarl“:

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kaefighaltung.jpg
[Quelle: Indymedia]

Die provisorischen Zellen sind ca. 25qm groß und von allen Seiten sowie von Oben einsehbar. Frauen und Männer sind gegenüberliegend, in direkt einsehbaren Zellen untergebracht. Die dort Untergebrachten müssen auf dem Boden schlafen, lediglich eine ca. ein Zentimeter dünne Gummimatte wird ihnen zur Verfügung gestellt. Die Halle ist in der Nacht permanent beleuchtet und wird ununterbrochen per Video überwacht. Zudem beobachten Polizeibeamte die nach oben offenen und mit Netzen überspannten Käfige regelmäßig. Den Festgehaltenen ist es nicht möglich, zu duschen. Sie erhalten lediglich ein Stück Brot, eine Scheibe Wurst und auf Nachfrage Wasser. Die Beamten müssen nicht nur jeden Gang zur Toilette, sondern auch jeden Schluck Wasser protokollieren.

Mehr bei Indymedia: Die Zustände in den Gefangenensammelstellen.

Nach Ansicht des Legal Team/Anwaltsnotdienst verstoßen diese Bedingungen der Freiheitsentziehung gegen elementare Grundrechte und sind mit dem Grundsatz der Verhältnismäßigkeit und des Rechtsstaatsprinzips nicht zu vereinbaren.

[Danke Claudia]

Update: Falls sich jemand fragt, ob dort nur „Steineschmeisser“ undtergebracht werden, wird bei Spiegel-Online fündig:

Die blonde Französin erzählt, sie promoviere als Anthropologin an der Pariser Eliteuniversität Sorbonne. Seit sie am Mittag den Knast verließ, sitzt die junge Frau mit ihren Freundinnen Aurélie und Stephanie inmitten einer Mahnwache zwischen blauen Mülltüten. Mit 14 anderen Gipfelgegnern sei sie am Morgen mit dem Fahrrad auf einem Waldstück in der Nähe des Sperrzauns unterwegs gewesen und von Polizisten kontrolliert worden. Acht aus der Gruppe wurden festgenommen. Der Vorwurf: Einer hatte ein Schweizer Taschenmesser im Rucksack, zwei eine Schnur, mit der angeblich eine selbst gebastelte Sperre in der Nähe errichtet worden war. Ein Freund sitze immer noch in der Gesa.

Für ein Taschenmesser und eine Schnur kommt man in Deutschland in den Käfig?

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13 Kommentare
  1. Also die Bilder erinnern mich extrem stark an Guantanamo …

    Ich weiß ja auch nicht, aber sind diese Zellen zufällig vom amerikanischen Secret Service gebaut worden?

    MfG

  2. An „Guatanamo“ hab ich auch sofort gedacht. Ich hab diese Wortwahl in Zusammenhang mit diesen Käfigen aber bewusst nicht genutzt, weil es meiner Meinung nach noch riesige Unterschiede zu Guantanamo gibt. Und all die Menschenrechtsverstösse, die dort begangen werden, relativieren würde.

  3. Schade, dass es immer wieder Idioten gibt, die das Demonstrationsrecht zu Gewalttatem missbrauchen und damit solche “Gefangenensammelstellen” in den Augen der Sicherheitskräfte erforderlich machen. Ich habe nichts gegen Demonsztationen, Gott bewahre. Aber ich habe etwas gegen Leute, die meinen, dort Ärger zu verbreiten und die friedlichen Demonstranten da mit hereinzuziehen.

  4. Ich dacht, ihr schreibt da was ueber irgendeinen Hinterstadt-Knast aus China o.O

    Sowas in Deutschland?

    Die Demonstranten (nicht die Steine-Schmeißer !) zu verstehen faellt da wohl nicht mehr schwer.

    Die Methoden, die die Polizei einsetzt sind – so wurde auch von irgendso einem Polizeibeobachterbla gesagt, voellig ueberholt, unwirksam und dumm…

  5. »…Ich hab diese Wortwahl in Zusammenhang mit diesen Käfigen aber bewusst nicht genutzt, weil es meiner Meinung nach noch riesige Unterschiede zu Guantanamo gibt…«

    @markus: Deine Zurückhaltung ehrt Dich, und die Bilder sprechen ohnehin für sich. Aber wann IST die Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen?. In Sachsen tut sich gerade ein Sumpf aus Korruption bei Justiz und Polizei auf, bei Heiligendamm wird Käfighaltung zur vorbeugenden Maßnahme, der Bund behindert offensichtlich die Aufklärung der Umstände um die geheimen CIA-Aktionen im Zusammenhang mit Entführungen, geheimen Gefängnissen und Folter. Um nur einmal auszugsweise die aktuellsten Fälle aufzuzählen.
    Politik wird zunehmend zum Spielplatz der Industrie, bürgerliche Proteste (falls zugelassen) werden belächelt wie weiland die Hofnarren, aber wir hüten uns, von einer Bananenrepublik zu sprechen.
    Dagegen haben Wirtschaft und Politik keine Hemmung, Euphemismen wie Sozialabbau, Arbeitsagentur und Humankapital,… zu etablieren. Wem die Bedeutung von Sprache in begriffen, Umdeutungen und Weglassungen nicht klar ist, dem sei Victor Klemerers LTI (Lingua Tertii Imperii) wärmstens empfohlen.

  6. Wenn man sich in Deutschland ordentlich aufführt, wird man auch ordentlich behandelt.
    Wer Steine wirft, Autos in Brand setzt und somit Eigentum beschädigt, die Polizei angreift oder die zivile Bevölkerung gefährdet, hat nichts anderes verdient!
    In anderen Ländern wird man für sowas erschossen!

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