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Sicherheitsbehörden nutzen bis zu 197 Dateien

Das ist sicherlich noch steigerungsfähig: Deutsche Sicherheitsbehörden greifen auf 197 Dateien zu.

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Das Bundesinnenministerium hat nach einer Anfrage der Linksfraktion eine Aufstellung über zentrale Dateien angefertigt, auf die Sicherheitsbehörden heute schon zugreifen können. Nach der Aufstellung gibt es insgesamt 197 Dateien (Datenbanken) mit 60 Millionen Datensätzen, auf die Polizei, Bundespolizei, Bundeskriminalamt und Zollkriminalamt zugreifen können. Dies berichtet die Süddeutsche Zeitung in ihrer heutigen Ausgabe. Eine große Zahl dieser Dateien sind Spezialdateien wie etwa die Datei „Camouflage“, die Informationen über den illegalen Umbau von Waffen oder die DNS-Datei. In ihr sind dem Bericht zufolge allein eine Million Datensätze gespeichert. Sechs Millionen Datensätze enthält die Datei „Erkennungsdienstliche Behandlung“, in der Fingerabdrücke gespeichert werden.

In der Süddeutschen zeitung gibt es auch einen Artikel dazu, der aber wohl noch nicht offen online ist: „Von Deo bis Bella Macchina.“

Die meisten Menschen kennen die Szene aus dem Krimi: Zwei Polizisten stellen einen Verdächtigen und fragen noch aus dem Streifenwagen im Polizeicomputer ab, ob etwas gegen ihn vorliegt. Das praktische System heißt Inpol und umfasst allein schon Millionen Datensätze. Auf Knopfdruck kann der Polizist feststellen, ob die Person vor ihm mit Haftbefehl gesucht wird, ob sein Wagen gestohlen ist oder ob der Verdächtige vielleicht bewaffnet ist. Er bekommt über Inpol Zugang zum Schengen-Informationssystem, das in Kerneuropa nach Auskunft des BKA allein zwölf Millionen Fahndungsersuchen gespeichert hat.

[Danke für die Mail]

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6 Kommentare
  1. gibt es denn eine eine stelle an die ich mich wenden könnte um in erfahrung zu bringen, wer welche daten über mich gespeichert hat? weiß das jemand?

  2. Was ist so schlimm daran festzustellen, ob eine Person mit Haftbefehl gesucht wird oder ob das Auto geklaut ist? Es kommt nicht auf Quantität der Datenbänke an, sondern auf die Qualität ihrer Inhalte und ob die Informationen zu Recht erfaßt worden sind.

  3. Natürlich kommt es auf die Qualität der enthaltenen Daten an. Bei 197 Datenbanken dürfte die Pflege der Daten sehr schwierig sein, da kann man schnell den Überblick verlieren, wo was drin steht und wo was nicht (mehr) drinstehen darf. Je mehr Datenbanken desto schwieriger die Kontrolle, wer wo was über wen und warum gespeichert hat.

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