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Überraschung: NSA überwacht das Internet

Passend zum Weihnachtsfest wartet die New York Times mit einer bahnbrechenden Entdeckung auf: Die National Security Agency (NSA) soll doch tatsächlich das Internet überwachen.

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Heise berichtet über den Text der New York Times, welcher nur mit Registrierung zu lesen ist: US-Geheimdienst überwachte Internet-Kommunikation.

Der Geheimdienst hat nach Informationen des Blattes in Zusammenarbeit mit einigen der größten Telefon- und Internetfirmen Zugriff auf Verbindungsknoten erhalten, über die amerikanische und internationale Netzwerke miteinander verzahnt sind. Nach Angaben eines ehemaligen Geheimdienstmitarbeiters hat die amerikanische Regierung in den vergangenen Jahren die Internet-Firmen ermutigt, den internationalen Datenfluss über in den USA angesiedelte Knotenpunkte laufen zu lassen. Damit sollten die technischen Möglichkeiten des Geheimdienstes erweitert werden. Die amerikanischen Geheimdienste hätten traditionell sehr gute Beziehungen zu Telefon- und Computerfirmen, heißt es weiter.

Mich verwundert die News, da das Europaparlament dies schon vor fünf Jahren in dem Echelon-Untersuchungsausschuss festgestellt hat. Den Abschlussbericht interessierte aber niemanden mehr, da dieser eine Woche nach dem 11. September 2001 veröffentlicht wurde. Positiver Nebenaspekt des Kampfes gegen den Terror ist ja auch noch, dass man nun in den USA weiter ungeniert Industriespionage betreiben kann, ohne dass sich jemand beschwert.

Bei BoingBoing gibts auch eine Anleitung, wie man selbst überprüfen kann, ob die eMail-Kommunikation überwacht wird: Experiment to see if your mail is being tapped by the gov’t.

1. Set up a Hotmail account.

2. Set up a second email account with a non-U.S. provider. (eg. Rediffmail.com)

3. Send messages between the two accounts which might be interesting to the NSA.

4. In each message, include a unique URL to a Web server that you have access to its server logs. This URL should only be known by you and not linked to from any other Web page. The text of the message should encourage an NSA monitor to visit the URL.

5. If the server log file ever shows this URL being accessed, then you know that you are being snooped on. The IP address of the access can also provide clues about who is doing the snooping.

The trick is to make the link enticing enough for someone or something to want to click on it. As part of a large-scale research project, I would suggest sending out a few hundred thousand messages using various tricks to find one that might work.

Allerdings wird noch der Hinweis gegeben, dass man dies nur ausprobieren sollte, wenn man nicht unbedingt in den nächsten Jahren in die USA einreisen will. Ansonsten dürften einige Probleme an der Grenze zu erwarten sein.

Auch die Futurezone berichtet: NSA überwacht Netz-Verbindungsknoten.

Update: Nun auch Florian Rötzer bei Telepolis: Der Abhörskandal weitet sich aus.

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