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: Bericht über Kooperation mit Behörden: Vodafone gibt mehreren Staaten direkten Zugriff auf seine Netze
: Bericht über Kooperation mit Behörden: Vodafone gibt mehreren Staaten direkten Zugriff auf seine Netze In mehreren Staaten haben Behörden direkten Zugriff auf die Kommunikationsnetze von Vodafone. Das bestätigte der britische Mobilfunkkonzern in seinem ersten Transparenzbericht. Damit will man zeigen, wie sehr man sich für seine Kunden einsetzt – auch wenn Beispiele das Gegenteil zeigen.
Seit einigen Jahren veröffentlichen Internet-Firmen Transparenzberichte, seit Snowden haben auch die Telekom und jetzt Vodafone endlich nachgezogen: Law Enforcement Disclosure Report. Darin beschreibt das britische Mobilfunkunternehmen Überwachungsanordnungen in allen 29 Staaten, in denen es tätig ist, im Zeitraum 1. April 2013 bis 30. März 2014.
Direkter Zugang für staatliche Stellen
Eine gern zitierte Kernaussage ist die Bestätigung, dass Vodafone einigen staatlichen Stellen direkten Zugang zu ihren Netzwerken gibt:
In most countries, Vodafone maintains full operational control over the technical infrastructure used to enable lawful interception upon receipt of an agency or authority demand. However, in a small number of countries the law dictates that specific agencies and authorities must have direct access to an operator’s network, bypassing any form of operational control over lawful interception on the part of the operator. In those countries, Vodafone will not receive any form of demand for lawful interception access as the relevant agencies and authorities already have permanent access to customer communications via their own direct link.
Schön, dass auch von den Unternehmen nochmal direkt bestätigt zu bekommen. Welche mit diesen „wenigen Ländern“ gemeint sind, steht aber leider nicht drin. Auch auch Nachfrage von netzpolitik.org will man uns das nicht sagen – nur, dass Deutschland demnach nicht dazu gehört.
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: AT&T spürt erste Auswirkungen des Überwachungsskandals: Zunächst keine Übernahme Vodafones
: AT&T spürt erste Auswirkungen des Überwachungsskandals: Zunächst keine Übernahme Vodafones
Schon seit dem Sommer häufen sich die Gerüchte, dass der amerikanische Telekommunikationsanbieter AT&T in den europäischen Markt einsteigen will. Im Gespräch waren bisher wohl die spanische Telefonica und die beiden britischen Anbieter EE und Vodafone – in den letzten Monaten wurde sich wohl immer stärker auf Vodafone fokussiert. Nun berichtet das Wall Street Journal jedoch, dass AT&T auf starken Widerstand stößt – vor allem wegen des Datenschutzes. AT&T ist eines der Unternehmen, die am engsten mit der NSA zusammenarbeiten. Schon 2006 hatte die Electronic Frontier Foundation gegen die Kooperation von NSA und AT&T geklagt – AT&T leitet mindestens seit 2002 Datenverkehr in ihrem Netzwerk an die NSA weiter. Vor wenigen Monaten kam dann heraus, dass AT&T jegliche Verbindungsdaten seit 1987 für die US amerikanische Drogenfahndung (DEA) abspeichert.Vor diesem Hintergrund ist es nur allzu verständlich, dass sich Bundes-Datenschutzbeauftragter Peter Schaar, Anton Hofreiter der Grünen und Regierungsmitglieder in Interviews mit dem Wall Street Journal sehr skeptisch gegenüber AT&T geäußert haben.
One would need to create transparency ahead of time so that everyone knows what the legal basis is for how AT&T treats German data. The public and the regulators have become much more attentive now that we know, and also in part suspect, how far the surveillance goes. (Peter Schaar)
Die Skepsis ist natürlich zu begrüßen. Gleichzeitig führt es zu Schmunzeln, da Vodafone selbst als „schwarzes Schaf“ bezeichnet werden kann – nicht zuletzt aufgrund der Kooperation mit dem britischen GCHQ.
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: Vodafone Deutschland gehackt: Bestandsdaten von zwei Millionen Kunden erbeutet
: Vodafone Deutschland gehackt: Bestandsdaten von zwei Millionen Kunden erbeutet Vodafone Deutschland ist gehackt worden:
Vodafone Deutschland ist kürzlich Ziel eines kriminellen Datenangriffs auf einen seiner Server geworden. Dieser Angriff war nur mit hoher krimineller Energie sowie Insiderwissen möglich und fand tief versteckt in der IT-Infrastruktur des Unternehmens statt. Dabei erlangte der Täter Zugang zu Stammdaten von 2 Millionen Personen. Er entwendete Angaben zu Name, Adresse, Geburtsdatum, Geschlecht, Bankleitzahl und Kontonummer.
Auf einer eigenen Seite kann man überprüfen, ob man betroffen ist. Leider muss man dafür seine Konto-Verbindung eingeben – und das HTTPS geht nicht ohne die anscheinend gebrochene Stromverschlüsselung RC4.
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: GHCQ: Namen der kooperierenden Telekommunikationsfirmen veröffentlicht
Die neue GCHQ-Zentrale in Cheltenham, Gloucestershire. <a href="https://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/">CC BY-SA 2.0</a>, via flickr/<a href="https://www.flickr.com/photos/defenceimages/7985695591/">UK Ministry of Defence</a> : GHCQ: Namen der kooperierenden Telekommunikationsfirmen veröffentlicht Edward Snowden sagte bereits zur Veröffentlichung des Überwachungsprogramms Tempora des britischen Geheimdienstes GHCQ, dass die Briten „schlimmer seien als die USA“. Was er damit meinte, kommt nun langsam ans Licht. Erst gestern veröffentlichte der Guardian neue Informationen, die belegen, dass der amerikanische Geheimdienste NSA Zahlungen an den GHCQ leistet und sich bestimmte Dienste erkauft. Heute berichten der NDR und die Süddeutsche Zeitung übereinstimmend über die enge Zusammenarbeit zwischen dem GCHQ und privaten Telekommunikationsunternehmen.
Demnach arbeitet der GCHQ mit sieben großen Telekommunikationsunternehmen zusammen, wie aus geheimen Dokumenten hervorgeht, die der NDR und die Süddeutsche Zeitung einsehen konnten. Der NDR schreibt:
Das Dokument, bei dem es sich um eine interne Präsentation aus dem Jahr 2009 handelt, nennt neben den internationalen Telekommunikationsunternehmen British Telecom, Verizon und Vodafone auch die Netzwerkbetreiber Level 3, Global Crossing (inzwischen von Level 3 gekauft), Interoute und Viatel als Schlüsselpartner der GCHQ.
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: Vodafone darf Netzneutralitätsverletzungen nicht als grenzenloses Surfen bewerben
: Vodafone darf Netzneutralitätsverletzungen nicht als grenzenloses Surfen bewerben
Der Digitale Gesellschaft e.V. hatte im vergangenen November mit „Vodafail – Die Freiheit nehm ich Dir“ eine Online-Aktion gegen die Netzneutralitätsverletzungen bei Vodafone gestartet. Damals wurde kritisiert, dass Vodafone Mobilfunkverträge verkauft, die einen Internetanschluß suggerieren, tief im Kleingedruckten aber bestimmte Services verbieten. Besonders absurd ist das Verbot von „Peer-to-Peer-Kommunikation“. Wenn man sich informiert, was das genau bedeutet, erfährt man von Vodafone, dass damit Computer-zu-Computer-Verbindungen gemeint sind. Mit anderen Worten: Vodafone verkauft etwas als Internet, verbietet aber im Kleingedruckten die Internetnutzung.Der Verbraucherzentrale Bundesverband hatte daraufhin Klage vor dem Landgericht Düsseldorf eingereicht. Kritisiert wurde die Bewerbung des Tarifes „RedM“ mit den Worten „ideal zum grenzenlosen Telefonieren und Surfen“. Das Landgericht Düsseldorf hat dem VZBV jetzt Recht gegeben (Urteil des Landgerichts Düsseldorf vom 19.07.2013 – 38 O 45/13): Urteil stoppt Vodafone-Werbung: Kein „grenzenloses“ Surfen.
Der vzbv hatte argumentiert, Verbraucher würden beim Abschluss eines Internetvertrags grundsätzlich davon ausgehen, dass sie den Internetanschluss für alle Produkte und Dienstleistungen nutzen können, also auch für das Instant Messaging oder File-Sharing. Daher seien ausdrückliche und deutliche Hinweise zu dieser Einschränkung erforderlich. Das Landgericht Düsseldorf hat heute die Auffassung des vzbv bestätigt, dass die Werbeaussagen irreführend sind und verurteilte das Unternehmen, diese Werbung zu unterlassen.
Das Urteil ist erfreulich, aber löst das Problem nicht. Wir brauchen eine gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität, um solche Praktiken wirkungsvoll zu verhindern und nicht nur die irreführende Werbung bekämpfen zu können.
Vodafone verletzt dreist die Netzneutralität. Remix ihnen Deine Meinung.
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: Jetzt live aus dem Bundestag: Fachgespräch zu Netzneutralität
: Jetzt live aus dem Bundestag: Fachgespräch zu Netzneutralität Wir sitzen gerade in der letzten Sitzung des Unterausschuss Neue Medien in dieser Legislaturperiode im Deutschen Bundestag. (Und wer weiß, vielleicht der allerletzte Unterausschuss Neue Medien aller Zeiten, wenn nach Bundestagswahl ein Hauptausschuss entstehen sollte. Dann gibt’s vielleicht auch einen größeren Raum. Auf der Tribüne fühlt man sich etwas beengt). In einem öffentliche Fachgespräch zum Thema “Netzneutralität – aktuelle Entwicklungen“ reden Dr. Stephan Korehnke, Vodafone GmbH, Dr. Jan Krancke, Deutsche Telekom AG, Klaus Landefeld, Eco e.V., Verband der deutschen Internetwirtschaft und Dr. Cara Schwarz-Schilling, Bundesnetzagentur.
Einführungs-Statements
Schwarz-Schilling, BNetzA:
$danke. Neue Telekom-Tarife. Zentrales Element: Volumengrenze und Drosselung. Bestimmte Dienste wie Entertain nicht angerechnet. BNetzA hat einen Bericht veröffentlicht. Darin: Rahmenbedingungen, Transparenz und Netzneutralität. Netzneutralität als Gleichbehandlungsprinzip ist Best Effort inhärent. Strikte Netzneutralität wird bisher nicht abgedeckt. Sondern sachlich gerechtfertigte Ungleichbehandlung zulässig. Und marktbeherrschende Stellung notwendig.
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: Abschaffung der Flatrate: Vodafone folgt der Deutschen Telekom (Update)
: Abschaffung der Flatrate: Vodafone folgt der Deutschen Telekom (Update) Heute hat die Deutsche Telekom offiziell die Gerüchte bestätigt, dass ab Mai die Flatrates in den kommenden Verträgen abgeschafft werden. Wir hatten bereits die Information, dass die Deutsche Telekom in Verhandlungen mit anderen Marktteilnehmern steht, um nicht alleine diesen Schritt zu gehen. Wir haben aus einer verlässlichen Quelle die Information erhalten, dass Vodafone demnächst denselben Schritt gehen wird.
Auch das hatten wir schon länger vermutet. Vodafone hat vor einiger Zeit den DSL-Anbieter Arcor aufgekauft und spielte bereits zwischen den Zeilen mit diesem Gedanken. Wir wetten: Vodafone wird einer der nächsten größeren Anbieter sein, der der Deutschen Telekom bei diesem Schritt folgen wird, Deutschland wieder mit Drossel-Verträgen zurück in die 90er Jahre zu bringen. Wer kommt als nächstes?!
Die Netzneutralität ist in Deutschland noch nie so stark in Gefahr gewesen. Die Bundesregierung muss jetzt handeln und ein Echtes Netz sichern.
Update: Der Fairness halber sei auf ein halbherziges Dementi von Vodafone verwiesen. Die Betonung liegt auf „Aktuell“ und sonst klingt das genauso glaubwürdig wie das Dementi der Deutschen Telekom vor wenigen Wochen. Und wir finden unsere Quelle glaubwürdiger.
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: Vodafail Kampagne: Die 10 besten Remixe
: Vodafail Kampagne: Die 10 besten Remixe Gemeinsam mit der Vodafail-Kampagne des Digitale Gesellschaft e.V. wurde vor zwei Wochen auch der Vodafail-Remixer gestartet – fast 1000 Remixe wurden seitdem erstellt: lustige, enttäuschte, wütende.
Die 10 „besten“ gibt es hier, wer sich alle der für das Tumblr ausgewählten Remixe ansehen möchten, hier entlang.
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: Vodafail: Vodafone erklärt das Zweiklassen-Netz
: Vodafail: Vodafone erklärt das Zweiklassen-Netz
Gestern hat der Digitale Gesellschaft e.V. die neue Vodafail- Kampagne „Die Freiheit nehm ich Dir!“ gestartet. Das Ziel ist, anhand des Telekommunikationsanbieter stellvertretend für eine ganze Branche die Praktiken aufzuzeigen, wie heimlich, still und leise im Mobilfunk-Netz die Netzneutralität beerdigt wird. Und die Politik schaut tatenlos zu. Zu der Kampagne gehört die Aktionsseite halbesnetz.de, wo plastisch die Vorteile eines Ramschnetzes erklärt werden. Der Vodafail-Remixer bietet interessierten Verbrauchern die Möglichkeit, ihre eigene Meinung zu den Geschäftspraktiken von Vodafone zu äußern. Und davon wird auch rege Gebrauch gemacht, wie die besten Einsendungen in einem Vodafail-Tumblr dokumentieren. Einreichungen werden immer noch angenommen.Heute gab es dann eine Antwort von Vodafone in Form eines Blogpostings. In den Kommentaren versucht seitdem der hauseigene Social- Media-Manager Kommentare zu beantworten. Den Ball nahmen wir dankbar auf, um nochmal in einem gesonderten Blogbeitrag zu illustrieren, wie Vodafone Verbrauchertäuschung betreibt, indem etwas als Internet verkauft wird, wo nicht wirklich Internet drin ist. Das Kleingedruckte aus den AGB haben wir jeweils dazu geschrieben:
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: Neue Vodafone-Kampagne: Die Freiheit nehm ich Dir!
: Neue Vodafone-Kampagne: Die Freiheit nehm ich Dir!
Die Netzneutralität wird immer mehr verletzt. Die Politik sagt: Der Markt löst schon alle Probleme. Wenn Ihr Netzneutralität und ein offenes Netz wollt, empört Euch! Machen wir nun auch. Machst Du mit?Unter dem Motto „Die Freiheit nehm ich Dir!“ hat der Digitale Gesellschaft e.V. heute Aktionen gegen Vodafone gestartet, um gegen die zunehmende Verletzung der Netzneutralität zu protestieren. Die Kampagnenseite halbesnetz.de informiert über viele Vorteile eines Ramschnetz. Mit einem Vodafail-Remixer kannst Du die Kampagne mit Deinen Slogans bereichern. Auf vodafail.tumblr.com werden die besten Einreichungen gesammelt.
Werde aktiv.
Remix. Rede mit anderen darüber. Sag Vodafone Deine Meinung auf Twitter, bei Facebook oder Google+. Fordere mehr Transparenz und die Einhaltung der Netzneutralität. Gemeinsam können wir viel erreichen.
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: Vodafone: Erste Klage gegen freiwillige Vorratsdatenspeicherung der Mobilfunkanbieter
: Vodafone: Erste Klage gegen freiwillige Vorratsdatenspeicherung der Mobilfunkanbieter Mit Vodafone wird jetzt der erste Mobilfunkanbieter verklagt, weil er auch ohne gesetzliche Verpflichtung eine Vorratsdatenspeicherung betreibt. Rechtsanwalt Meinhard Starostik reichte beim Amtsgericht Düsseldorf Klage im Auftrag einer Handy-Nutzerin Klage ein. Auch gegen die anderen Mobilfunkanbieter sind Klagen angekündigt.
Wie netzpolitik.org bereits öfters berichtete, speichern einige Provider und Mobilfunkanbieter auch ohne gesetzliche Verpflichtung zur Vorratsdatenspeicherung freiwillig weiter. Nach dem Aufruf des Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung haben sich mehrere Menschen gemeldet, dagegen rechtlich vorzugehen. Jetzt ist die erste Klage eingereicht worden, gegen Vodafone.
Der Berliner Anwalt Meinhard Starostik, der auch schon gegen das Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht geklagt hat, wollte zunächst per Unterlassungserklärung die Speicherung nicht-relevanter Daten untersagen. Dazu zählt er die Funkzelle, von der ein Anruf gestartet wurde und die Kennung von Endgerät (IMEI) und SIM-Karte (IMSI). Mobilfunkanbieter dürfen Daten nur speichern, wenn diese zur Abrechnung benötigt werden, das sei bei all diesen Daten nicht der Fall.
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: Mobilfunkanbieter speichern illegal Standortdaten
: Mobilfunkanbieter speichern illegal Standortdaten Der AK-Vorrat hatte bereits letztes Jahr sechs Mobilfunkanbieter wegen ihren Speicherfristen verklagt. Daraufhin befragte die Bundesnetzagentur die einzelnen Unternehmen hinsichtlich ihrer Speicherpraxis. Diese Erhebung der Bundesnetzagentur veröffentlichte der AK-Vorrat heute. Aus ihr geht hervor, dass deutsche Mobilfunkanbieter illegal die Standorte (Funkzellen) der Mobilfunkteilnehmer protokollieren. Vodafone speichert die Ortsdaten bis zu 210 Tage lang, The Phonehouse Telecom 120 Tage, Drillisch/SIMply 92 Tage, E‑Plus 80 Tage, Telekom 30 Tage. Die Telekom verteidigte sich mit der Begründung, dass sie die Bewegungsprotokolle für die Überprüfung von Einwendungen gegen Rechnungen benötige. Die Bundesnetzagentur erklärt diese Argumentation für unzulässig, da die „Speicherung der Cell-ID nur zur Abrechnung bei standortabhängigem Tarif zulässig ist.“
Neben den Ortsdaten speichern die Unternehmen auch die Verbindungsdaten der eingehenden Anrufe, obwohl für diese normalerweise keine Gebühren anfallen und sie somit nicht abrechnungsrelevant sind. Auch bei Flatrates und kostenlosen Rufnummern werden die Verbindungsdaten gespeichert. Die Zeiträume unterscheiden sich nicht wesentlich von der Speicherung der Ortsdaten. Die Telekom bietet eine „sofortige Löschung“ der Verbindungsdaten an – das Sofort dauert 3 – 7 Tage.
Als Reaktion auf die Vorfälle möchte die Bundesnetzagentur nun einen Leitfaden erstellen, in welchem die genauen Umstände unter welchen, welche Kommunikationsdaten wie lange gespeichert werden dürfen, aufgelistet werden soll. Der AK-Vorrat rät möglichst datenschutzfreundliche Kommunikationsanbieter zu verwenden und hat dafür eine Übersicht erstellt.
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: Prima Idee: Vodafone will Festnetz-DSL abschaffen
: Prima Idee: Vodafone will Festnetz-DSL abschaffen Im Handelsblatt lässt Vodafone verlautbaren, dass man in Zukunft seine Telefon- und Internetanschlüsse über den neuen Funkstandard LTE laufen lassen, und „möglichst viele“ DSL-Kunden entsprechend umstellen möchte. LTE (Long Term Evolution) ist der Nachfolger von jetzigen Mobilfunkstandard UMTS, setzt auf ein paar andere Frequenzen, und soll höhere Bandbreiten ermöglichen.
Die Nachteile eines Funknetzes werden dabei etwas gemindert, können aber natürlich nicht komplett aufgehoben werden: Die Qualität der Verbindung ist standortabhängig (Funklöcher, Netzausbau), je mehr Nutzer sich in der Zelle befinden, desto geringer wird die mögliche Datenübertragungsrate (bis zum Komplettausfall, siehe Demonstrationen, Volksfeste & Neujahr), Energieverbrauch und Strahlenbelastung steigen (zumal LTE Dauerverbindungen vorsieht). Der wohl offensichtlichste Nachteil aber ist: Es gibt klare Kapazitätsgrenzen.
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: UK: Traffic-Kürzung bei T‑Mobile,
Deep Packet Inspection bei Vodafone UND T‑Mobile [Update]: UK: Traffic-Kürzung bei T‑Mobile,
Deep Packet Inspection bei Vodafone UND T‑Mobile [Update]T‑Mobile UK hat sich entschieden, bei allen Tarifen das maximale Datenvolumen auf 500MB zu beschränken – und zwar unabhängig vom monatlichen Preis und auch für laufende Verträge. Der teuerste Vertrag beinhaltete bisher 3GB und wird wie alle anderen mit Beginn des nächsten Monat gekürzt. Die Ankündigung liest sich ziemlich zickig und belehrend:
Browsing means looking at websites and checking email, but not watching videos, downloading files or playing games. We’ve got a fair use policy but ours means that you’ll always be able to browse the internet, it’s only when you go over the fair use amount that you won’t be able to download, stream and watch video clips.
Interessant: T‑Mobile hält die Bedingungen seiner eigenen AGBs nicht ein, und kündigt die Änderung mit weniger als 30 Tagen Vorlauf an und öffnet somit Widersprüchen der Kunden Tor und Tür. Während Verbraucheranwälte sich einig sind, dass dies zur Sonderkündigung berechtigt, ist unklar, ob die Kunden dann auch das subventionierte Smartphone behalten dürfen. T‑Mobile kündigte an, bald weitere Erläuterungen folgen zu lassen. Vermutlich wird diesmal ein PR-Team damit betraut werden, das die Pressemitteilung nicht mit
if you want to download, stream and watch video clips, save that stuff for your home broadband.
enden lässt. In der Tat sind die Worte klar gewählt: „Browsen ist Webseiten und Emails lesen. Für alles andere gibt es zu Hause Breitband.“ In den USA beliebte Streaming-Anbieter wie Spotify oder die BBC werden also von T‑Mobile de facto ausgeschlossen. Ein Sprecher gab bekannt, dass der durchschnittliche Nutzer nur 200MB nutzt, und die Begrenzung auf 500MB daher immer noch keine Einschränkung darstellen würde – aber was will er uns damit sagen?
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: Vodafone führt „privilegierten“ Zugang zu seinem 3G-Netz ein
: Vodafone führt „privilegierten“ Zugang zu seinem 3G-Netz ein Vodafone hat angekündigt, in Spanien zukünftig diskriminierend in den Datenverkehr in seinem 3G-Netz einzugreifen. Der Traffic von Kunden, die bereit sind, eine zusätzliche Gebühr zu zahlen, soll in Fällen von Netzwerk-Überlastung (Congestion) bevorzugt behandelt werden, schreibt La Quadrature du Net:
This means that instead of equally sharing the network capacity between all users, Vodafone will discriminate against the subscribers who do not pay the extra fee, and deliberately slow them down. Such a business model based on organizing a scarcity of resource instead of investing in more infrastructure is in total contradiction with the nature of Internet as we know it.
Ohne gesetzliche Festschreibung der Netzneutralität werden solche als „Privileg“ verkauften Diskriminierungen in Zukunft weiter zunehmen, gerade im Mobilfunk-Bereich, wo die Kapazität beschränkter ist als in den Kabelnetzen.
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: Zensursula: Post vom BKA, Vodafone und Kabel Deutschland
: Zensursula: Post vom BKA, Vodafone und Kabel Deutschland Ich habe gestern Abend das Bundeskriminalamt angefragt, ob die Zensursula-Verträge mit den großen Providern morgen wie geplant in Kraft treten. Die Antwort ist mittlerweile da.
1. Wird das BKA im Rahmen der vertraglich zugesicherten Sperren am 17. Oktober mit der Aussendung von Filterlisten starten? Wenn nein, warum nicht?
Nein. Im Lichte des derzeit vor dem Verwaltungsgericht Wiesbaden anhängigen Verfahrens und des durch eine drohende Negativentscheidung zu befürchtenden Schadens sowohl für die betroffenen Provider als auch für das BKA hat das Bundesministerium des Innern entschieden, nicht in den Wirkbetrieb auf vertraglicher Grundlage zu gehen. Das Zugangserschwerungsgesetz liegt dem Bundespräsidenten zur Ausfertigung vor.
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: Netz-Zensur in Deutschland nicht nur für Kinderpornografie
: Netz-Zensur in Deutschland nicht nur für Kinderpornografie Heise hat ein paar Insider-Informationen über die Gespräche zwischen den Prividern und der Bundesregierung zu den Webseiten-Sperren erhalten. Vor allem die Deutsche Telekom und Vodaphone sind offenbar sehr für eine Einigung zur Zensurinfrastruktur, während der Verband der freien ISPs, eco, sich weiterhin dagegen stemmt. Dass es dabei nicht nur um Kinderpornografie geht, war ja in der Bundestagsdebatte schon deutlich geworden . Nun ist es aber auch in die schriftlichen Entwürfe eingeflossen :
In den abschließenden Verhandlungen mit dem Familienministerium in großer Runde ist laut Ansicht von eco-Vertretern ferner klar geworden, dass es den bislang beteiligten Ressorts einschließlich des Wirtschafts- und Innenministeriums nicht nur um die von Experten als wirkungslos erachteten Sperrungen im Bereich Kinderpornographie gehe. Von einer entsprechenden Beschränkung sei nicht mehr die Rede gewesen. Somit stünde die Tür offen für Blockadeforderungen etwa auch von Rechteinhabern im Kampf gegen Copyright-Verstößen im Netz oder von den Betreibern staatlich genehmigter Glücksspieleanbieter gegen die illegale Online-Konkurrenz.
In Australien ist derweil ein Forum-Betreiber von der Regulierungsbehörde ACMA mit Bußgeld in Höhe von 11.000 AUS$ pro Tag (!) bedroht worden, weil dort auf eine Seite gelinkt worden war, die in der Zensurliste enthalten ist. Es handelte sich allerdings nicht um Kinderpornografie oder anderes illegales Material, sondern um eine Anti-Abtreibungs-Seite. Jetzt werden also schon diejenigen verfolgt, die auf die Fehler in den Zensurlisten hinweisen. Die ACMA geht damit erstaunlich dreist um: Sie sagen einfach, der Inhalt der Webseite könnte „möglicherweise verboten“ sein , was ein grelles Licht auf die Rechtsstaatlichkeit dieser Zensurverfahren wirft. Das Gesetz in Australien, das eine Zensur aufgrund der ACMA-Liste erzwingen würde, bekommt aber, wie berichtet , wohl keine Mehrheit.
Dafür haben wir in Deutschland jetzt auch noch eine Zensurdebatte auf Länderebene, nämlich in Nordrhein-Westfalen . Damit sind jetzt drei verschiedene Ansätze parallel im Gespräch: Auf Bundesebene die „freiwilligen“ Verträge zwischen ISPs und BKA, sowie eine gesetzliche Regelung (die auch die SPD NRW fordert), und auf Landesebene eine Lösung über die Sperrverfügungen der Kommission für Jugendmedienschutz (von CDU und FDP in NRW gefordert).
Es gibt ja noch eine vierte Option, nämlich den ganzen Quatsch einfach sein zu lassen, weil es nicht funktioniert, weil es missbraucht werden wird für politische Zensur und die Durchsetzung von wirtschaftlichen Interessen, und weil es in die Grundrechte eingreifen würde. Leider ist hier kaum noch eine der Oppositionsparteien bereit, das offen so zu sagen. Die FDP ist zumindest in NRW auf CDU-Linie eingeschwenkt, und auch die Grünen dort haben bereits im Oktober 2008 in einer Landtagsdebatte gesagt :
Positiv zu vermerken ist, dass sehr viele Länder diese Diskussion führen und auch schon Access-Blocking eingeführt haben.
Welche Wahl habe ich jetzt im Wahljahr 2009? Die Linkspartei ist auch keine glaubwürdige Option, denn die gehen zwar auf Datenschutz-Demos, beschließen aber gleichzeitig als Regierungspartei im Land Berlin einen Ausbau der Kameraüberwachung . Die Piratenpartei ist hier zwar glaubwürdig, aber noch zu klein, um eine ernsthafte Alternative zu sein; außerdem fehlt denen noch ganz viel Substanz in anderen Politikfeldern. Bleibt wohl nur wieder der Gang auf die Straße…

