Netzpolitik

Vodafail: Vodafone erklärt das Zweiklassen-Netz

Gestern hat der Digitale Gesellschaft e.V. die neue Vodafail- Kampagne „Die Freiheit nehm ich Dir!“ gestartet. Das Ziel ist, anhand des Telekommunikationsanbieter stellvertretend für eine ganze Branche die Praktiken aufzuzeigen, wie heimlich, still und leise im Mobilfunk-Netz die Netzneutralität beerdigt wird. Und die Politik schaut tatenlos zu. Zu der Kampagne gehört die Aktionsseite halbesnetz.de, wo plastisch die Vorteile eines Ramschnetzes erklärt werden. Der Vodafail-Remixer bietet interessierten Verbrauchern die Möglichkeit, ihre eigene Meinung zu den Geschäftspraktiken von Vodafone zu äußern. Und davon wird auch rege Gebrauch gemacht, wie die besten Einsendungen in einem Vodafail-Tumblr dokumentieren. Einreichungen werden immer noch angenommen.

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Heute gab es dann eine Antwort von Vodafone in Form eines Blogpostings. In den Kommentaren versucht seitdem der hauseigene Social- Media-Manager Kommentare zu beantworten. Den Ball nahmen wir dankbar auf, um nochmal in einem gesonderten Blogbeitrag zu illustrieren, wie Vodafone Verbrauchertäuschung betreibt, indem etwas als Internet verkauft wird, wo nicht wirklich Internet drin ist. Das Kleingedruckte aus den AGB haben wir jeweils dazu geschrieben:

Vodafone RED L (3 Gigabyte inkl. LTE): “Mit Bestleistung alles bedenkenlos nutzen”
5. Die Nutzung für Peer-to-Peer-Kommunikation ist nicht gestattet.

Vodafone RED Premium (10 Gigabyte inkl. LTE): “Der Alleskönner unter den Tarifen”
5. Die Nutzung für Peer-to-Peer-Kommunikation ist nicht gestattet.

“Aber es gibt nun einmal Menschen, denen Voice over IP, Peer-To-Peer und Tethering egal sind.” – Voice over IP-Nutzer würden Vodafone bares Geld kosten: statt teure Telefonminuten bei Vodafone zu bezahlen, würden günstige VoIP-Anbieter das Geschäftsmodell wohl gefährden.

Besonders gut gefällt uns der Tarif “Vodafone SuperFlat Internet”. Der ist total super in Sachen Verbrauchertäuschung. Man darf viele schöne Services dazu kaufen kann, um einen funktionierenden Internetzugang zu erwerben: Also Voice-over-IP, Peer-to-Peer, Instant Messaging und Tethering.

Die Liste ist beliebig erweiterbar. Was Vodafone als Feature verkauft, ist für uns eine Abschaffung der Netzneutralität. Tief versteckt in den AGB werden bestimmte Services untersagt. Wenn man Services dazuschalten kann, die ein offenes Internet als Grundfeature anbietet, sind wir beim berühmten Zweiklassen-Netz. Das haben wir hier bereits anschaulich visualisiert. Und für die Verbraucher ist es oft nicht nachvollziehbar, dass mit der Formulierung “Instant-Messaging ist untersagt” z.B. die Nutzung des Facebook-Chats verboten wird.

Eine Einladung zu einem runden Tisch gab es auch. Die nehmen wir gerne an, wenn Vodafone seine Hausaufgaben gemacht hat und damit aufhört, etwas als Internet zu verkaufen, wo kein offenes Internet drin enthalten ist.

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39 Kommentare
  1. Tja, Marketing…
    Wäre ja einfacher, wenn Sie es beim richtigen Namen nennen würden. Statt ‚SuperFlat Internet‘ müsste es ‚Small Crippled Internet‘ heißen. Hier wird ja schleichend der Standard verschoben. Ist das als Verbrauchertäuschung eigentlich nicht ein Fall für Frau Aigner?

    Wie wäre es mit der Einführung einer Qualitätsmarke ‚The Real Internet‘ o. ä., die darf dann jeder TK-Anbieter nutzen, der sich der dabei der Netzneutralität verpflichtet und festgelegte Standards einhält: keine Deep Packet Inspection, nur ‚echte‘ Flatrate etc. Quasi das Bio-Siegel.

    Wer organisierts? Faru Aigner? Der TÜV? Digiges?

      1. Fordern ist ja ganz hypsch, aber was tut ihr dafür?

        Das End-to-End Prinzip (so es das überhaupt je gegeben hat) gilt (nach klassischer Ansicht), wenn du dein eigenes AS betreiben kannst.

        Der überwiegende Teil der Bevölkerung will das nicht unbedingt, sondern bestimmte Dienste/Verbindungen.
        Was ist also eure Mindesforderung?

      2. @Markus,

        ich glaube ich vergesse an dieser Stelle immer, das es ja um Politik geht und nicht darum einen Nutzen für den Endkunden zu schaffen.

  2. Ich wundere mich gerade, ob man sowas wirklich über die AGB regeln kann. Ich bin kein Experte für Recht – aber laut Wikipedia: „in AGB dürfen auch grundsätzlich keine von der wesentlichen Erwartung abweichenden Regelungen getroffenen werden“. Wer also einen Internetzugang bewirbt muss diesen auch bereitstellen, und Internetzugang ist per Definition die Kommunikation über das IP Protokoll – und nicht nur (wie oft missverstanden) der Zugang zum WWW (HTTP).

    1. Ich möchte noch Ergänzen: Der Begriff „Peer-to-Peer-Kommunikation“ ist – aufgrund der Art und Weise der Kommunikation in IP-Basierten Netzen – noch nichtmal klar abzugrenzen – und dafür für den Kunden absolut unklar.
      Woher soll ich auch schließlich wissen hinter welchen Adressen sich ein „Peer“ verbirgt? Ähnliches gilt für die Begriffe „Voice over IP“ (ist dort zB Teamspeak erlaubt? Skype?) und „Instant Messaging“ (Wie grenzt sich E-Mail oder IRC von Instant-Messaging ab?).

      Ist eigentlich irgendwo geregelt, welche „Phantasiewörter“ in Rechtstexten (wie AGB) gültig sind?

      1. Da bin ich voll bei dir. Ich vermute, jeder Richter, der nicht in Hamburg sitzt, würde die AGB für nichtig erklären. Problem nur: Da die AGB zur Zeit nicht durchgesetzt werden, gibt es keinen Schaden für Einzelpersonen und daher auch keine Klagen.

        Irgendwann wenn sich die echtes-Internet-muss-zugebucht-werden-Tarife dann etwas etabliert haben werden langsam die AGB forciert. Bis es dann Klagen gibt, die die hohen Instanzen erreichen ist längst eine Realität ohne Netzneutralität geschaffen worden.

        Prinzipiell versteh ich ja, dass die Netzbetreiber kaum noch Einnahmequellen haben. Verdienen tun die Contentanbieter, die Netzbetreiber müssen aber den Netzausbau finanzieren. Und die Kunden wollen eben (in absteigender Priorität):
        1. billig
        2. schnell
        3. keine Leistungseinbrüche
        4. Netzneutralität

    1. @Simon: Einen mussten wir rausziehen. Telekom und Vodafone waren mehr oder weniger gleich auf, die Mehrheit stimmte für Vodafone, u.a. weil im Raum stand, dass die evtl ihre DSL-Kunden Richtung LTE schubsen könnten (Was sie zumindest im Blog jetzt verneint haben).

    2. Möglicherweise, weil T-Mobile in seinen Smartphone-Tarifen die Nutzung von VoIP und Tethering explizit erlaubt und die P2P-Nutzung nicht ausgeschlossen wird.

  3. Digitale Wegelagerei

    Abseits der Dystopie eines 2-Klassennetzes und „Feudalherrschaftsträumen a la lawful content der üblichen Verdächtigen“; weiß eigentlich jemand, was die P2P und Voip Anbieter dazu sagen, daß „explizit“ der Zugang zu ihren Diensten nicht nur erschwert, sondern auch noch ungefragt monetarisiert wird, in dem er pauschal mit einer Paywall verperrt wird ?

  4. Es ist kein Fall für Frau Aigner. Denn Frau Aigner tritt nur für die Themen ein, mit denen sie „groß“ ins Fernsehen kommt. Nur so wird es Ilse Aigner möglich sein, an den Ministerpräsi Titel zukommen

  5. Ich bin leider kein Jurist, aber kommt nicht eine Anzeige wegen Verstoß gegen §5 UWG (irreführende Werbung) in Frage? Auf der Website der IHK Frankfurt z.B. steht:

    Irreführende Werbung ist verboten, § 5 UWG. Das heißt, jede geschäftliche Handlung muss wahr und klar sein. Sie darf weder unwahre Angaben noch sonstige zur Täuschung geeignete Angaben enthalten. Zur Täuschung geeignet sind naturgemäß auch Angaben, die tatsächlich zu einer Täuschung führen.
    http://m.frankfurt-main.ihk.de/recht/themen/wettbewerbsrecht/irrefuehrendewerbung/

  6. Wenn sie Instant Messaging nur untersagen würden, wäre der Ärger nur halb so groß, könnte man ja schließlich getrost ignorieren. Aber nein, Vodafone geht sogar weiter und verfälscht einerseits die Inhalte, die über den Browser kommen, und andererseits trennt es andauernd Messenger-Verbindungen mit Hilfe von Deep Packet Inspection. Die scannen pausenlos alle Pakete. ,,|,,

    Quelle: Ich selbst bin bei Vodafone, weil ich weder Telefon/DSL- noch Kabelanschlüsse habe… Eins sag ich euch: Nie… wieder…

    1. Puh, da bin ich aber froh, dass Vodafone wenigstens seinen Resellern nicht reinpfuscht. Ich bin selbst Mobilkunde bei 1&1 (Vodafone-Reseller), d.h. mein Anschluss läuft zu 100% über Vodafone-Infrastruktur (selbst die Warnung bei der Überschreitung von 75% des monatlichen Traffics kommt von einem Vodafone-Server…). Bei 1&1 ist IM und Co. aber im Vertrag und in den AGB nicht ausgeschlossen (darauf habe ich als intensiver IM-Nutzer natürlich extra geachtet). Bei mir wurde korrekterweise auch noch nie was gekappt oder gedrosselt.

      Was mich allerdings nervt, ist, dass selbst dynamische Seiten wie Foren vom Provider einen Cache-Header hinzugefügt bekommen. Auch Bilder werden ungefragt komprimiert. Es gibt keine Möglichkeit, das abzustellen… man kann sich aber mit dem ModifyHeaders-Addon für Firefox behelfen, indem man die Header Cache-Control: no-cache und Pragma: no-cache hinzufügt.

  7. … mich wundert die Aufregung jetzt doch etwas.
    Hab seit Anbeginn des mobilen Internets über Umts noch NIE einen Mobiltarif gesehen, der P2P und VoIP NICHT ausschließt in den AGBs.

    Sogar Unitymedia tut das in seinen AGBs zum Kabelnetz („nicht unterstützt“, Traffic wird aber nicht geshaped)

    Nicht dass ich das gut finde, aber der Beitrag kommt ein paar Jahre zu spät

    1. @S.Ooker: Mein Vertrag hat nichts dergleichen in den AGB, ich hab auch explizit darauf geachtet. Aber bist Du ansonsten der Meinung, man sollte das so akzeptieren, nur weil einige das schon lange so machen und sonst noch niemand Einspruch dagegen eingelegt hat? So Kopf in den Sand, weil ist halt so?

      1. Hmmm, jein.. Ich bin da zwiegespalten, ehrlich gesagt.
        Ok, Ausschluss von Instant Messaging und VoIP ist ganz klar umsatzmotiviert. Mit P2P ist das so ne Sache… das erzeugt nämlich aufgrund der Vielzahl an offenen Verbindungen einen ganz schönen Load, der das Netz stärker als das „normale Surfen“ in Anspruch nimmt. Nicht P2P-User zahlen dann entweder für den Ausbau den Netzes mit – oder müssen langsamere Verbindungen in Kauf nehmen. Das wäre quasi Internet-„Kommunismus“. Vom Grundansatz – mehr Load = mehr bezahlen wäre das schon ok. Man sollte allerdings nicht P2P selbst ausschließen, sondern die Anzahl der Connections limitieren. Nur das checkt der Standarduser dann wieder nicht, was das heißt..

  8. An dieser Stelle ist es angebracht, zu erwähnen, dass Vodafone bis zu 6 Monate meine Verbindungsdaten speichern wollte (laut Bestätigungsmail) – und das bei vielen Kunden vermutlich auch macht – nachdem ich gefragt hatte, ob sie mich bei neuen Angeboten informieren könnten. Sie bräuchten nämlich die Daten, um mir ein individuelles Angebot machen zu könnnen…
    PRIVATISIERTE VORRATSDATENSPEICHERUNG

    1. Hier was der Alexander sagt, das stimmt so. Auch ich bin Kunde bei Vodafon. Aber Festnetzkunde, kein Mobilfunk. Und bei mir haben die genauso angerufen, wie er schon sagt. Das ist auch noch gar nicht so lange her, vielleicht vor circa einen Monat. Und zwar lief das wiefolgt ab, ich schilder die Sache hier nochmal etwas ausführlicher :

      Einestages schellte mein Telefon und als ich dran ging, war da jemand von der Vodafon-Kundenbetreuung dran. Der wollte zunächst nur einmal wissen, ob ich denn ansonsten so zufrieden wäre mit meinen Festnetzanschluss. Daraufhin habe ich gesagt, dass ich zur Zeit keinen Grund hätte, mich zu beschweren. Kurz danach fragt er, ob es denn in Ordnung sei, wenn sie mich auch über neuere Angebote, die zu meinen persönlichen Anschluss passen würden, informieren könnten ? Da ich wusste, das es nur selten mal was neues für meinen Anschluss gibt, habe ich gesagt, das ich nichts dagegen hätte. Das war’s schon, mehr wollte der auch gar nicht wissen. Es war ein relativ kurzes Gespräch ..

      Kurze Zeit später, ich wieder am PC gewesen und will gerade meine E-Mails abrufen, da seh ich, dass ich auch eine neue Nachricht von der Vodafon-Kundenbetreuung bekommen habe. Ich die E-Mail aufgerufen, um zu gucken, was die geschrieben haben. Da stand da sowas hier ungefähr wiefolgt drin: Vielen Dank, dass sie sich dafür entschieden haben. Ab jetzt werden wir Sie über unsere neueren Anbote informieren. Und dann stand da noch sowas hier sinngemäss drin: Damit das möglich ist, werden wir ab jetzt ihre „VERKEHRSDATEN FÜR DIE NÄCHSTEN SECHS MONATE SPEICHERN“. Und mit freundlichen Grüßen: Ihre Vodafon-Kundenbetreuung ..

      In der Tat, so stand das da ..

      Ich so: Hammer! Davon hat der Typ am Telefon kein Wort gesagt gehabt, von der Sache mit den Verkehrsdaten !! Wenn ich jetzt wieder an die Sache denken muss, komm ich mir voll verarscht hier vor. Aber in der E-Mail stand auch, dass man diesen Auftrag jederzeit widerrufen kann. Das wollte ich auch schon längst machen. Ich hatte das fast schon wieder vergessen gehabt. Werd ich aber noch, und dann in Schriftform, weil am Telefon können die mir viel erzählen.

      Wirklich schade das ich die E-Mail jetzt schon wieder gelöscht habe, ansonsten hätte ich die jetzt hier mal gepostet. Aber ansonsten ist es so, wie der Alaxander schon korrekt drauf hingewiesen hat : Es ist nichts anderes als wie eine privatisierte und sechs monate lange Vorratsdatenspeicherung, ohne das es dafür eine existierende Rechtsgrundlage gibt, wo aber nur eine vermeintliche Einwilligung des Kunden vorliegen würde. Die aber in Wirlichkeit gar nicht existiert. Das ist ja alleine schon der Witz dabei. Alleine aus dem Grund ist die Sache schon rechtswidrig, weil der Kunde ja erst im nachhinein — wenn überhaupt, muss man dazu noch bedenken — über die Sache informiert wird.

      Alleine der Härtefall ist ja auch : Viele Menschen wissen noch nicht einmal, was ‚Verkehrsdaten‘ überhaupt sind. Und können dementsprechend auch nicht ahnen, dass genau wie in dem Fall hier, ab sofort jetzt genauso „heimlich, still und leise“ ihre persönlichen Daten für sechs Monate lang da gespeichert werden. Und wohlmöglich auch noch, von was weiss ich wen, drauf zugegriffen wird, weil ansonsten hätte man sie ja erst gar nicht speichern brauchen, wahrscheinlich auch noch von der versifften Content-Industrie, weil die ja sowieso immer direkt an erster Stelle an Solche Sachen besonders hohe Begehrlichkeiten daran hat ..

      Also echt, insgesamt kann ich nur dazu sagen: Ich bin jetzt schon seit über 10 Jahren Bestandskunde, früher noch bei Arcor, jetzt bei Vodafon. Aber was sich Vodafon hier bei dieser Aktion geleistet hast, dass ist nicht mehr als iilegale Machenschaften sind das, die von Vodafon hier an den Tag gelegt werden. Und hier lassen sich doch auch bestimmt noch mehr Leute finden, bei denen das genauso war. Was ich mich vor allem frage ist, wie Vodafon jetzt zu der Sache stehen würde und welche Meinung sie dazu haben, wenn sie sich mal in der Öffentlichkeit dazu äussern würden, selbst bei Bestandskunden sogar solche hinterlistigen Show’s abzuziehen ..

  9. Das ist nunmal die Folge, wenn man Infrastruktur privatisiert. Dem Unternehmen als solches kann man m.E. gar keinen Vorwurf machen, denn es ist seine originäre Aufgabe innerhalb der Gegebenheiten bzw. gesellschaftlichen/rechtlichen Spielregeln den gewinneffizientesten Weg zu finden. Alles andere wäre „Thema verfehlt.“
    Gerade im Rahmen eines Netzausbaues bzw, der Netzauslastung ist die Aufgabe der Netzneutralität die marktwirtschaftliche Konsequenz, denn eine Investition der nicht ein (aussreichend sicherer) Ertrag gegenübersteht, macht keinen betriebswirtschaftlich keinen Sinn.
    Ebenso macht es keinen Sinn eine Investition zu tätigen, wenn eine Ertragssteigerung durch weniger kostenintensive Maßnahme zu erreichen ist.

    Das einzige, was mir einfällt ist , dass man die Erlaubnis zur Frequenznutzung, der wohl noch einzig verbliebene, gesellschaftliche Hebel an eine freie Nutzung koppelt. Inweit das jedoch (noch) möglich ist, enzieht sich meiner Kenntnis.

    Das sind die Geister, die man rief.

    1. Interessant ist, das langsam das Bewusstsein wächst, das Mobilfunk Infrastruktur Charakter bekommt. Lange Zeit haben sich sehr viele Gruppen darum gekümmert, das das Internet zum Schreibtisch zuverlässig via Kabel kommt, nun stellt man fest, das man gerne auch Funk hätte, nur dann bitte mit Kabeleigenschaften.

  10. Als mehrfach betrogene und bald ehemalige Sch***dafone-Kundin kann ich sagen: Vodafone-Produkte (wie IP-Telefon und IP-TV) funktionieren nicht einmal dann zufriedenstellend, wenn mehr als genug Bandbreite zur Verfügung steht. Wozu müssen andere Dienste dann noch abgebremst oder herausgefiltert werden? ;)

  11. @Markus

    Ich wäre etwas vorsichtig mit der Idee, über Transparenz für Verbraucher im Sinne von „Wenn kein Internet drin ist, darf nicht Internet draufstehen“ Druck auf Netzbetreiber ausüben zu wollen.

    Vor ein paar Jahren haben wir als sipgate T-Mobile bei einstweiliger Verfügung die Auslobung von „unbegrenztem Internetzugang“ im Rahmen einer iPhone-Kampagne untersagt. Mir ist seitdem keine T-Mobile-Werbung für einen Smartphonetarif untergekommen, in der von „Internet“ die Rede gewesen wäre. Vielmehr verspricht die Telekom nunmehr „xxx MB Highspeed-Volumen“, „unbegrenztes Surfen“, „Daten-Flatrates“, etc. Da dies bislang nicht mal in der Szene bzw. der Branche selbst bemerkt wurde, habe ich meine Zweifel, dass dies in der Kundenwahrnehmung einen Unterschied macht. Ich halte den Ansatz daher für wirkungslos.

    Eine alternativer Ansatz könnte wie folgt aussehen: „Wenn immer ein Netzbetreiber Zugang zu einem irgendeinem Teil des Internets bereitstellt, muss er verpflichtet sein, Zugang zum gesamten Internet bereitzustellen.“ Damit stünde es Netzbetreibern frei, Internetzugänge zu verkaufen oder Compuserve auferstehen zu lassen. Es würde aber eine Rosinenpickerei verhindert, mit der Netzbetreiber immer genau dann Internet-Dienste aussperren, wenn Sie einen eigenen Dienst in den Markt drücken wollen.

    Das Argument habe ich etwas ausführlicher bei uns (sipgate) im Blog dargestellt.

    1. Ähm.

      1) Als Alternative zum Dranschreiben, was der Anschluß unterstützt und was nicht habt ihr die Maximalforderung?

      2) Hab ich nicht vor kurzem bei Euch gelesen, das ihr gerne QoS (als Anbieter eines Dienstes) bei der Telekom kaufen wollt, das aber noch garnicht verkauft wird (was im Mobilfunk ein paar technische Gründe hat)?

      1. ad 1. Eine Maximalforderung wäre es, zu fordern, alle Netzanbieter zum ausschliesslichen Angebot ungefilterter Internetzugänge zu verpflichten und Ihnen das Angebot eigener (mittels QoS abgesicherter) Dienste zu untersagen.

        Wir sehen aber kein Problem darin, dass Netzbetreiber eigene Dienste anbieten möchten, und daher sehen keinen Grund, dies zu untersagen. Wir möchten jedoch verhindert wissen, dass Netzbetreiber durch eine Zensur/Filterung von Teilen des Internet – gleich welcher Art – einen kommerziellen Vorteil zu Lasten des Verbrauchers und Wettbewerbs ziehen. Eine Maximalforderung ist das in unseren Augen nicht.

        ad 2. Ja, wir haben in der Tat bei Telekom eine Vorleistung von QoS im Mobilfunknetz angefragt – bereits im Vorfeld wohl wissend, dass T-Mobile diese Dienstleistung technisch nicht erbringen kann. Ziel dieser Nachfrage war es, zu dokumentieren, dass das immer wieder in der Debatte auftauchende Argument, ein Verbraucher wolle auch „Qualität“ kaufen können wollen, nur vorgeschoben ist.

        Keiner der von T-Mobile im Markt angebotenen Dienste wie Mobile-TV, Joyn, Spotify, etc. profitiert auch nur an irgendeiner Stelle an einer gegenüber einem IP-Dienst verbesserten Qualität. T-Mobile ist schlicht nicht einmal technisch in der Lage, diese „besser Qualität“ zu gewährleisten – und unternimmt auch nicht einmal den Versuch es zu behaupten.

        Letztlich handelt es sich bei den angebotenen T-Mobile-Diensten um eine Defacto-Monopolisierung von Diensten im eigenen Netz zum Schaden der Verbraucher und des Wettbewerbs. Dieses Argument haben wir im Falle der Zusammenarbeit von T-Mobile und Spotify sehr ausführlich dargelegt.

      2. @Thilo

        ad1) Stimmt: Die Maximalforderung ist natürlich nicht dem Netzbetreiber ein Geschäftsmodel vorzuschreiben, sondern natürlich dem Netzbetreiber Geschäftsmodelle auch noch zu verbieten…

        ad2) hier fehlt ein ‚derzeit‘. QoS über Mobilfunk ist Stand der Technik (für HSPA und LTE). Das das derzeit nicht für alle Netze gekauft wird oder eingeschaltet wird, ist halt ein Zeichen der Zeit. Denn wem soll man das am Schluß berechnen?

  12. Wie wäre es, wenn Ihr ein Qualitätssiegel (mit Eurem Logo) entwickelt und ein, zwei Anbieter findet, die damit kostenlos werben dürfen?

    Ob dann die anderen nachziehen?

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