Netzneutralität

  • : AT&T zu Verizon/Google: Wireless IS different…
    AT&T zu Verizon/Google: Wireless IS different…

    Joan Marsh, seines Zeichens AT&T Vice President of Federal Regulatory nimmt zur Causa Verizon/Google in einem Blogpost Stellung. AT&T ist in den USA Anbieter des iPhones und zweitgrößter Anbieter für Mobiltelefonie und mobiles Internet nach Verizon. Man hätte damit rechnen können, dass ein findiger PR-Berater Joan Marsh ein bisschen impft, aber…
    „Wireless is simply different“

    Marsh lobt die vielen innovativen Dienste, die durch 3G- und 4G-Mobilfunknetze möglich wurden und werden würden.

    ABER:

    Die 90.000 TB monatlichen Traffics, die für AT&T 2009 angefallen seien, würden bis 2014 voraussichtlich auf 3.600.000 TB pro Monat steigen. Kabellose Netzwerke hätten begrenzte Ressourcen, die die Kunden sich eben teilen müssten. Bei Glasfaserkabeln seien hingegen sehr viel höhere Übertragungsraten möglich, so dass bei einem entsprechenden Ausbau des Netzes Ressourcenprobleme eine geringere Bedeutung hätten.

    Deswegen wolle AT&T selbstverständlich für seine Kunden

    1. „billions of dollars“ in den Netzwerk-Ausbau (HSDPA+ & 4G LTE) investieren
    2. komplementäre Strukturen wie WLAN aufbauen (und zu Geld machen)
    3. mehr Mobilfunkzellen und Base Station Controller mit höherer Kapazität errichten

    Politische Entscheidungsträger sollten daher nun (1.) mehr Sendefrequenzen für die kommerzielle Nutzung zur Verfügung stellen und (2.) die Anbieter von kabellosem Internet vor lästigen und erdrückenden (!) neuen Netzneutralitätsregeln bewahren. Insbesondere letzterer Punkt sei wichtig für das weitere Wachstum des Geschäftszweigs.

    Diese Aussage wird leider nicht mit weiteren Argumenten unterfüttert. Der Umkehrschluss, dass Netzneutralität als gesetzliche Maßgabe die Provider noch eher dazu bringen könnte, ihre Netzwerke auf einen der Nachfrage entsprechenden Stand zu bringen, klingt für mich zumindest auf Anhieb einleuchtender, als den mangelnden Ressourcen durch die Priorisierung bestimmter Dienste zu begegnen. Marsh macht zwar das Argument nicht, aber ich gehe davon aus, dass er entgegnen würde, dass mit dem Geld, das Diensteanbieter für ihre bevorzugte Behandlung bezahlen müssten, das Netz schneller ausgebaut werden könnte.

    Die Ausnahme mobiler ISPs von den von Google und Verizon vorgeschlagenen Regulationen war von Befürwortern der bedingungslosen Netzneutralität harsch kritisiert worden, weil gerade der mobile Markt als der in Zukunft wichtigste angesehen wird.

    16. August 2010 9
  • : Internetbrunnen – Frisches WLAN für öffentliche Plätze
    Internetbrunnen Mainz
    Internetbrunnen Mainz
    Internetbrunnen – Frisches WLAN für öffentliche Plätze

    Internetbrunnen MainzGestern wurde im Rahmen von „Peng findet Stadt“ der erste Mainzer Internetbrunnen (zunächst zu Demonstrationszwecken) aufgestellt.  Das Projekt wurde gemeinsam von Freifunk Mainz und dem Szeneverein Peng gestartet und wird im Rahmen der Stadt der Wissenschaft 2011 von der Stadt Mainz unterstützt. Was ein Internetbrunnen ist, wie er aussieht, was mit den Einnahmen passiert, wo weitere Brunnen entstehen sollen und wie man selbst das Projekt unterstützen kann, dokumentieren wir mit den Informationen von der Projekt-Webseite:

    Was ist ein Internetbrunnen?

    15. August 2010 50
  • : Natürlich gehts bei Netzneutralität auch um Innovation (Update)
    Natürlich gehts bei Netzneutralität auch um Innovation (Update)

    Fefe hat ins einem Blog ausführlich, und polemisch wie üblich, argumentiert, warum er die Initiative pro-netzneutraliaet.de nicht unterstützt. Soweit so gut. Einige Punkte kann ich nachvollziehen, wie den deutlichen Schwachpunkt, dass dies eine Initiative aus einem Parteiumfeld ist und das die ganze Sache erstmal schwächt. So parteiübergreifend, wie die Initiatoren das gerne darstellen, ist sie auch wieder nicht, was man klar an der Konstellation Opposition vs. Koalition feststellen kann. Der Text, den man mitzeichnen kann, ist jetzt auch keine Meisterleistung, aber wenn man ursprüngliche Entwürfe kennt, dann kann man froh sein, dass diese nochmal stark überarbeitet wurden und jetzt keine verbrannte Erde entstanden ist. Aber da niemand sonst etwas gemacht hat, auch der CCC nicht (Ausser einer guten Definition von Netzneutralität im Rahmen der 11 Thesen), gibts nunmal derzeit nur diese Initiative, was man aber mittelfristig ändern könnte. Die Diskussion bleibt uns noch lange erhalten.

    Was ich aber nicht verstehe, ist die Kritik von Fefe an einzelnen Argumentationen. Seine Argumentation ist, dass es bei Netzneutralität einzig und alleine um Meinungsfreiheit geht. Es stimmt, das dies ein wichtiger Punkt in der Debatte ist, vielleicht der wichtigste, aber auch nicht der einzige. Anscheinend hat Fefe nicht wirklich verstanden, dass die Netzneutralitäts-Debatte vor allem ökonomisch geführt wird (Nicht nur im Bundestag, wo wahrscheinlich der Wirtschaftsausschuss federführend das Telekommunikationsgesetz diskutieren wird), und wahrscheinlich hat er sich auch noch nicht tiefergehend mit der Debatte beschäftigt, wenn er schreibt:

    14. August 2010 71
  • : Buch: Internet Architecture and Innovation
    Buch: Internet Architecture and Innovation

    Eines der spannendsten Buch-Neuerscheinungen in diesem Jahr im Themenfeld Netzpolitik ist sicherlich „Internet Architecture and Innovation“ von Barbara van Schewick. Sie hat in Berlin Rechtswissenschaften und Informatik studiert und vor ein paar Jahren ihre Dissertation über „Architecture and Innovation: The Role of the End-to-End Arguments in the Original Internet“ geschrieben. Mittlerweile forscht sie als Direktorin am Center for Internet and Society an der Stanford Law School. Auf 574 Seiten (Eigentlich nur 398 Seiten, der Rest sind Fußnoten) beschreibt sie ausführlich und aus verschiedenen Perspektiven wie Technologie, Recht und Wirtschaft, warum die Architektur des offenen Netzes soviel Innovationen hervorgebracht hat, was die Pattern dabei sind und warum wir die offene Architektur verteidigen sollten.

    Das Buch kostet 37 Euro (bei Amazon.com 32 Dollar) und ist bei MIT Press auf englisch erschienen.

    Ich habs erst vor drei Tagen bekommen und noch nicht ganz durchgelesen. Marvin Ammori hat es schon getan und setzt es in eine Reihe mit Lawrence Lessig’s „Code and other laws in cyberspace“, sowie „The wealth of networks“ von Yochai Benkler, zwei Bücher, die man auch definitiv gelesen haben sollte, wenn man sich für Netzpolitik interessiert. Das Buch dürfte zum Standardwerk in der Netzneutralitätsdebatte werden und man sollte es eigentlich jedem Mitglied in der Enquete-Kommission zu Internet und digitale Gesellschaft erstmal zum lesen geben, bevor dort weiter über Netzneutralität diskutiert wird.

    13. August 2010
  • : Googles Gier opfert die Netzneutralität
    Googles Gier opfert die Netzneutralität

    Bei Techcrunch gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über Googles Netzneutralität. Der Artikel bringt keine neuen Informationen – ist aber ein Meisterwerk der emotionalen Schreibweise.

    „Das Internet“ ist sich einig, dass Google es mit seinem Verizon-Vorschlag verkaufen möchte.

    There’s no clear consensus as to why Google is selling us out, but the consensus is that they are.

    Gestern hat Google in seinem Blog seine Position erklärt mit PR zerwaschen und „das Internet“ noch mehr verärgert.

    13. August 2010 7
  • : EFF-Einschätzung zu Verizon/Google
    EFF-Einschätzung zu Verizon/Google

    Zur großen Verizon/Google-Debatte hat sich jetzt die Electronic Frontier Foundation zu Wort gemeldet und den Vorschlag zur Definition der Netzneutralität detailliert bewertet.

    Die Bewertungskategorien gehen von „gut“ über „interessant“ und „besorgniserregend“ zum „Fail“.

    Gut: Begrenzter Einfluss der Federal Communications Commission (FCC)

    11. August 2010 7
  • : Petition pro Netzneutralität
    Petition pro Netzneutralität

    Auf pro-netzneutralitaet.de kann man diesen Aufruf unterzeichnen, der sich für eine gesetzliche Verankerung der Netzneutralität einsetzt. Wie man an den Erstunterzeichnern sehen kann, kommt die Initiative eher aus dem Oppositionsparteienlager, aber da sie jetzt dort unsere Positionen vertreten und diese in dem Aufruf stehen, kann man gerne mitzeichnen. Die Forderung kann man dann den einzelnen Parteien notfalls immer noch unter die Nase reiben, sollten sie sich bei einer zukünftigen Regierungsbeteiligung nicht mehr daran erinnern können/wollen.

    Netzneutralität ist der Schlüssel zur Wahrung des freien Internets!
    Wir wollen ein freies und offenes Internet sicherstellen.

    Ein freies Internet ohne staatliche oder wirtschaftliche Eingriffe ist Garant für freien Meinungsaustausch weltweit und damit die direkte Ableitung des Rechts auf Meinungsfreiheit. Netzneutralität ist elementar für unsere Demokratie.

    Netzneutralität fördert die Entfaltung kreativer und ökonomischer Potentiale und sichert damit das Innovationspotential des Internets. Die Innovationsfähigkeit der Wirtschaft wird gestärkt wenn Entwicklungen frei online verfügbar sind und auch in neuen kollaborativen Ansätzen weiterentwickelt werden können. Innovationen brauchen Offenheit – die Möglichkeiten des Internets auf einige wenige Privileigierte zu beschränken, läuft dem entgegen.

    11. August 2010 41
  • : Room for Debate: Google, Verizon und Netzneutralität
    Room for Debate: Google, Verizon und Netzneutralität

    Unter dem Titel „Room for Debate“ lädt die New York Times regelmäßig Experten zur Diskussion aktueller Fragen. Gestern war diese Frage die Netzneutralität, die heiß diskutiert wird, seit Gerüchte bekannt wurden, dass Google und Verizon planen, diese zu verletzen (Aktueller Stand: Man hätte gerne so eine Art 2. Internet).

    Von der Times zur Diskussion gebeten wurden Tim Wu, Lawrence Lessig, David Gelernter, Edward W. Felten, Jim Harper, Jonathan Zittrain und Gigi B. Sohn.

    Endstand 6:1 für die Netzneutralität und gegen den Gesetzesvorstoß Regulationsvorschlag an die FCC von Google, Verizon & Co.

    10. August 2010 18
  • : Der Google und Verizon – Deal zu Netzneutralität
    Der Google und Verizon – Deal zu Netzneutralität

    Google und Verizon haben heute ihren Deal präsentiert, wie die beiden Unternehmen sich Netzneutralität vorstellen, bzw. wie man eine starke Netzneutralität irgendwie umgehen kann: A joint policy proposal for an open Internet. Die Kurzzusammenfassung ist: Das alte Internet bleibt – zumindest über Kabel und explizit nicht mobil – irgendwie offen, aber man plant einfach ein Neues, was dann einem Kabelfernsehennetz 2.0 vergleichbar sein wird.

    Interessant ist die Einschätzung von Susan Crawford, die in ihrem Blog beschreibt, wie Google und Verizon versuchen, sich mit der Abmachung strengen Regeln zu entziehen, die juristisch einklagbar seien und vollendete Tatsachen zu präsentieren.

    9. August 2010 21
  • : NPP096: Netzpolitische Wochenschau KW 29–31
    NPP096: Netzpolitische Wochenschau KW 29–31

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 096 ist die die Netzpolitische Wochenschau für die letzten drei Wochen. Entgegen der Annahme, dass Sommerpause ist, ist dann doch mehr passiert als wir dachten und so ist wieder eine Stunde Podcast mit dem Überblick über die wichtigsten Meldungen dabei rausgekommen. Wahlweise gibt es die Folge als MP3 oder als OGG.

    Und das sind die Themen:

    Wikileaks

    Liquid-Feedback vor Start bei der Piratenpartei

    Piraten-Vorstand verschiebt Liquid-Democracy-Start

    Gerücht: USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen.

    6. August 2010 14
  • : USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update)
    USA: Google will Verizon Schnellstraßen abkaufen (Update)

    Nochmal Update: Google widerspricht und sagt, New York Times – Story sei falsch, aber die New York Times widerspricht Google und sagt, sie habe sehr gute Quellen. Mehr dazu unten!

    In den USA stehen laut New York Times der Provider Verizon und Google vor einer Einigung darüber, dass Googles IP-Pakete priorisiert durch das Verizon-Netz geroutet werden: Google and Verizon in Talks on Web Priority. In der Diskussion um Netzneutralität nannten die großen Provider immer Google als Bild, warum man unbedingt Netzwerkmanagement machen muss, weil von Seiten Google ja X% des Internetverkehrs kommen würden.

    The prospect of a Google-Verizon agreement infuriates many consumer advocates, who feel that it would concentrate in a few corporations control of what to date has been a free and open Internet system in which consumers decide which companies are successful. “The point of a network neutrality rule is to prevent big companies from dividing the Internet between them,” said Gigi B. Sohn, president and a founder of Public Knowledge, a consumer advocacy group. “The fate of the Internet is too large a matter to be decided by negotiations involving two companies, even companies as big as Verizon and Google.”

    Wenn Google und Verizon sich einigen, dass Google eine Art Internetmaut für die Bevorzugung seiner Dienste zahlt, gibt es ein Problem: Google kann es sich leisten, aber was ist mit kleinen Unternehmen und ihren Services, was ist mit unseren Blogs und Podcasts? Ist das gerecht und sozial, das die Unternehmen die Schnellstraßen im Netz zugeteilt bekommen, die dafür ausreichend zahlen können? Was bedeutet das für Meinungsfreiheit, wenn die Zugangschancen nicht mehr dieselben sind? Was bedeutet es für den Wettbewerb und Innovation, wenn die großen Player eine Priorisierung kaufen können und die kleinen Wettbewerber dafür nicht ausreichend Geld in der Portokasse haben?

    5. August 2010 19
  • : Tagesschau: Till Kreutzer über Netzneutralität
    Tagesschau: Till Kreutzer über Netzneutralität

    In der Tagesschau vom 14.6.2010 war Till Kreutzer von iRights.info zu Gast, um das Thema Netzneutralität vorzustellen. Anlaß war die Sitzung der Enquete-Kommission Netzpolitik und digitale Gesellschaft zu Netzneutralität. Davon gibt es eine MP4 und das Video steht auch auf Youtube:

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    16. Juni 2010 3
  • : Netzneutralität in der Enquete-Kommission
    Netzneutralität in der Enquete-Kommission

    Am Montag fand die dritte Sitzung der Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft statt. Schwerpunkt dieser Sitzung war eine Diskussion um den Begriff Netzneutralität und die Einrichtung von nicht-öffentlichen Arbeitsgruppen zu Datenschutz, Netzneutralität und Urheberrecht.

    Bundestag.de hat eine Zusammenfassung der Diskussion: „Definition für Netzneutralität finden“. Man tut es sich aber immer noch etwas schwer mit dem Begriff „Netzpolitik“, dieses Blog heißt in dem Text netzwerk.org.

    Von dem öffentlichen Teil gibt es ein Video. Die Diskussion um Netzneutralität beginnt nach wenigen Minuten und geht etwas mehr als eine Stunde lang:

    16. Juni 2010 12
  • : Enquete-Kommission tagt heute zu Netzneutralität
    Enquete-Kommission tagt heute zu Netzneutralität

    Die Enquete-Kommission „Netzpolitik und digitale Gesellschaft“ des Deutschen Bundestages tagt heute zwischen 13–16:00 öffentlich. Inhaltlich wird es u.a. um das Thema Netzneutralität gehen, aber es wird sicherlich noch genug Formales dabei sein. Von der Sitzung gibt es einen Stream im Angebot von bundestag.de.

    Die 17 Abgeordneten und 17 Sachverständigen beschäftigen sich unter anderem mit dem Für und Wider einer gesetzlichen Festschreibung der neutralen Übermittlung von Daten im Internet, unabhängig von Absender oder Inhalt.

    Das Kernanliegen der Netzneutralitätsdebatte ist: Sollte man Netzbetreibern die Möglichkeit geben, Technologien wie Deep-Packet-Inspection zum reinschauen in den Datenverkehr zu nutzen? Oder sollen Nutzer bestimmen können, wie sie das Netz nutzen? Brauchen wir Regeln, die Netzbetreibern verbieten, Anwendungen und Services zu blockieren oder auszuschließen? Meiner Meinung nach brauchen wir diese Regeln, um die Offenheit des Netzes zu erhalten und Innovation möglich zu machen.

    Da Netzneutralität für viele etwas schwammig ist, habe ich vergangene Woche mal einen Definitionsvorschlag veröffentlicht, was denn ein neutrales Netz ausmacht.

    14. Juni 2010 8
  • : Eine Definition von Netzneutralität
    Eine Definition von Netzneutralität

    Am kommenden Montag trifft sich wieder die Enquete-Kommission Netzpolitik und digitale Gesellschaft im Deutschen Bundestag. Da die Debatte um Netzneutralität von vielen Sachverständigen als wichtiges Thema angesehen wurde, wird es in der Sitzung um das Thema gehen. Zur Vorbereitung hat Sitzung habe ich hier mal einen Definitionsvorschlag für die Debatte und weitere Hintergrundinformationen rund um die Debatte erstellt.

    Netzneutralität kann man aus zwei Blickwinkeln betrachten, was Teil der Definition sein muss. Da sind zum einen die Nutzer, darunter fallen aber auch Inhalte-/ und Diensteanbieter.

    Nutzer eines neutralen Netzes

  • bekommen einen Internetzugang, der frei von Diskriminierung ist, unabhängig von den verwendeten Anwendungen, Diensten, Inhalten, und ungeachtet des Absenders oder Empfängers
  • erhalten einen Internetzugang
  • * der sie jeden Inhalt ihrer Wahl senden und empfangen lässt
  • * Dienste und Anwendungen ihrer Wahl nutzen lässt
  • * Hardware und Software ihrer Wahl nutzen lässt
  • müssen darüber informiert sein, welche Formen von Netzwerkmanagement durch ihre Provider ausgeübt werden
  • bekommen den Internetzugang mit der Verfügbarkeit und Geschwindigkeit, die ihnen in der Werbung versprochen wurde
  • : Sixtus vs. Lobo Nr. 44 über Netzneutralität
    Sixtus vs. Lobo Nr. 44 über Netzneutralität

    In der Folge 44 der 3sat-Neues-Serie „Sixtus vs. Lobo“ geht es diesmal um Netzneutralität:

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  • : NPP 088: Marvin Ammori über Netzneutralität
    NPP 088: Marvin Ammori über Netzneutralität

    Der Netzpolitik-Podcast Folge 088 ist ein Interview mit Marvin Ammori über Netzneutralität und die Debatte in den USA. Marvon Ammori ist Jura-Professor und war in den letzten Jahren bei Free Press aktiv, einer Organisation, die u.a. die Kampagne savetheinternet.com koordiniert hat. Als rechtlicher Berater hat Marvin auch die Klage gegen den Provider Comcast vor der US-Regulierungsbehörde FCC mitgeführt, als Comcast damit begann, p2p zu drosseln. Die Klage war erfolgreich, wurde aber vor rund einem Monat von einem anderen Gericht zurück genommen, weil laut diesem Gericht die Regulierungsbehörde gar nicht zuständig war.

    Das ca. einstündige Gespräch dreht sich um die US-Debatte rund um die Netzneutralität, welche Erfahrung Marvin und Free Press dort gemacht haben und was wir für die europäische Debatte daraus lernen können. Wir diskutieren auch über den Comcast-Fall und Marvon erklärt viele Einzelheiten, die man in den Presse nicht mitbekommen hat.

    Der Podcast ist als MP3 und OGG erhältlich (Ich habe etwas zu laut aufgenommen und wir haben das dann hinterher etwas leiser gerechnet)

    Marvon Ammori hat auf der re:publica 2010 über „The fight on net neutrality in the USA“ gesprochen. Davon gibt es ein Video:

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  • : US-Astroturfing: Netzneutralität ist wie chinesische Zensur
    US-Astroturfing: Netzneutralität ist wie chinesische Zensur

    In den USA ist die Netzneutralitäts-Debatte wieder entbrannt. Mit dabei sind verschiedene Astroturf-Organisationen, die von Telekommunikationsunternehmen wie AT&T und Comcast finanziert werden und irgendwie so aussehen sollen, als ob damit der Bürgerwille vertreten werden soll. Diese bezeichnen Netzneutralität nun z.B. als „Obamacare for the Internet“, die Anhänger von Netzneutralität seien Kommunisten und Marxisten und überhaupt sei Netzneutralität vergleichbar mit der chinesischen Zensur. Das Blog ThinkProgress hat eine Powerpoint-Präsentation zugeschickt bekommen, wo die Astroturfing-Strategie gut beschrieben wird: Telecoms’ Secret Plan To Attack Net Neutrality: Target Video Gamers And Stoke Fear Of Chinese Censorship. Hier sind einige Ausschnitte:

    – Slides 7–8 calls for the campaign to target “libertarian minded internet users and video gamers” and “social conservative activists” with anti-government messages and a rebranding of net neutrality as “Net Brutality.”
    – Slide 9 calls for a strategy of creating a Chinese blog to compare net neutrality to Chinese government censorship, outreach via social networking platforms like Twitter and Facebook.
    – Slides 10–11 detail how representatives met at Grover Norquist’s infamous “Wednesday morning meeting” to orchestrate the new campaign. Norquist is known to use his Wednesday meetings to plot strategy and conservative coalition building towards lobbying goals.

    Die Handlungsempfehlungen sind sicher auch sinnvoll für die deutsche und europäische Debatte.

    Ein sehr empfehlenswertes Buch über Astroturfing ist übrigens „Giftmüll macht schlank“. Nach dem lesen ist einem zwar etwas schlecht, aber man ist auch etwas besser auf die Realität vorbereitet.

    Update: Nach Angaben von CNet ist die Story eine Ente und basiert auf einem studentischen Planspiel: ‚Secret’ telecom anti-Net neutrality plan isn’t.

  • : Aktionen für ein offenes Netz: Drumbeat Berlin
    Aktionen für ein offenes Netz: Drumbeat Berlin

    Am Samstag, 8. Mai 2010, findet im Betahaus der Drumbeat Berlin statt. Thema ist das offene Internet – Projekte, Perspektiven und Fragen der Bedeutung, Relevanz, Wege dorthin, sowie Vermittelbarkeit des Konzepts. Die Veranstaltung richtet sich explizit an ein breites Publikum – Künstler, Designer, Lehrer, Juristen, Filmemacher, interessierte Internetnutzer, als auch Techniker etc.. Besonders werden noch Leute gesucht, die in offene (openeverything) Projekte zu Themen wie Open Education, Online Privacy, Open Cinema, Internet Art, Online Identity, oder Open Translation und weitere involviert sind und Interesse haben, ihre Perspektiven und Erfahrungen einzubringen.

    Auf der Agenda stehen morgens Gespräche zu Ideen das „open web“ zu realisieren und zu unterstützen, sowie Fragen wie man das Konzept „open web“ am besten erklären kann. Nachmittags geht es um einzelne Projekte – einige sind bereits eingetragen: Open Source Meetups Berlin, Web Made Movie, FLOSSManuals, Peer 2 Peer University, Drumbeat web design clinic, Drumbeat Social Media Strategy Session, Open Translation: What is Real, and What is Possible?. Weitere „speed-geek“ Sessions kann man noch vorschlagen/eintragen.

  • : 5 vor 12 (heute: 4 + 3)
    5 vor 12 (heute: 4 + 3)

    Die kleine netzpolitische Medienschau kurz vor Mitternacht. Heute mit 2x Urheberrecht …

    # TERA Studie zu wirtschaftlichen Folgen von Raubkopien zum Download (Musikindustrie)
    # „Fair use“ generates trillions in the US alone (Nate Anderson, ars technica)

    … sowie Computerspielen und Netzneutralität …

    # Deutscher Computerspielepreis: Lobbyismus und Vorurteile (Thomas Lindemann, Welt)
    # Netzneutralität: Freie Fahrt auf der Datenautobahn (Holger Schmidt, FAZ)

    … und, das wird euch sicher überraschen, 2x Facebook und 1x Social Media:

    # Facebook – Ein Sonderfall im Ökosystem des Internets? (Christoph Kappes, carta)
    # Facebook: So werden 5.000 Fans relevant (w&v)
    # Ein Weltkonzern scheitert an Social Media (Dr. Oliver Hermes)