Informationstechnologie

  • : Aus für Internetsperren: Ein Schritt vor, zwei zurück?
    Aus für Internetsperren: Ein Schritt vor, zwei zurück?

    Ich finde den Nachrichtenwert der Meldung, das Kabinett in Berlin habe das „Aus für Internetsperren“ beschlossen, persönlich ja eher gering, den ein oder anderen Leser wird es aber sicher interessieren, was z.B. Heise Online schreibt:

    Die Bundesregierung will die umstrittenen Internet-Sperren gegen Kinderpornos kippen. Das Kabinett brachte am Mittwoch in Berlin laut dpa Eckpunkte für ein Gesetz auf den Weg, mit dem das bisherige Zungangserschwerungsgesetz aufgehoben werden soll. Künftig sollen Kinderpornos gelöscht werden. Zudem beschloss das Kabinett Eckpunkte für eine Visa-Warndatei, mit der künftig Visa-Missbrauch bekämpft werden soll. Auf beides hatten sich die Spitzen von Union und FDP in der vergangenen Woche bei einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel verständigt. […]

    D.h. das „Aus für Internetsperren“ ist zunächst einmal nur ein Regierungsbeschluss, bzw. eine mehr oder weniger formelle Absichtserklärung, ein Gesetz zur Aufhebung des „Zugangserschwerungsgesetzes“ zu formulieren und im Parlament (Bundestag) einzubringen. Erst, wenn dieses (Aufhebungs-)Gesetz das Parlament durchlaufen hat, können wir wirklich von einem „Aus für Internetsperren“ sprechen.

    Wobei, nein, können wir leider nicht! Netzsperren drohen derzeit bekanntlich ja noch an anderen Fronten. Während es auf EU-Ebene derzeit gar nicht schlecht aussieht (Der aktuelle Verhandlungstext fordert keine verpflichtenden Netzsperren, auch wenn im Rahmen des CIRCAMP-Projektes parallel und mit deutscher Beteiligung entsprechende Datenbanken aufgebaut werden), zeichnet sich mit dem Glücksspielstaatsvertrag („GlüStV“, bitte merken! ‚) ein neues Problemfeld auf Länderebene ab.

    Beim Glücksspielstaatsvertrag ist es im Grunde wie beim JMStV im letzten Jahr. Im Gegensatz zum Zugangserschwerungsgesetz, das eine übergreifende technische Infrastruktur inkl. zentraler Sperrliste (DNS-Sperren, evtl. auch ein Zonenmodell, wie es Paul Vixie vorgeschlagen hat) etabliert hätte, handelt es sich bei Sperren nach dem GlüStV bzw. JMStV um ordnungsrechtliche Einzelfallentscheidungen (bzw. Verwaltungsakte). Oder eben um eine „ultima ratio“, also die letzte aller denkbaren Optionen, falls jemand die Neusprechvariante bevorzugt.

    Oder, noch anders gesagt, ich glaube nicht so recht, dass sich über Sperrverfügungen das halbe Internet wegsperren lässt, wie es offenbar selbst Protagonisten des Entwurfs hoffen:

    Man werde dafür sorgen, dass die Internetdienste unerlaubte Angebote sperrten, und man werde den elektronischen Zahlungsverkehr zu den betreffenden Firmen unterbrechen. „Das Geschäft der von uns zugelassenen Gesellschaften wird geschützt“, verspricht Robra. Auf diese Weise könne man 90 Prozent des Schwarzmarktes austrocknen, glaubt der Staatskanzleichef. (Quelle: Printausgabe der SZ, 8.4.2011, via „Digitale Linke“)

    Sollten die Ordnungsbehörden tatsächlich versuchen, das Angebot großflächig mit Sperrverfügungen zur regulieren, hätten wir eine – wohl auch verfassungsrechtlich – spannende Debatte. Bei der werden sicher auch wieder die Zugangsprovider mitspielen, die beim (bzw. vor dem) Zugangserschwerungsgesetz eingeknickt sind. Es dürfte fraglich sein, ob die Politik diese Debatte – gerade nach den Erfahrungen mit dem JMStV (die Möglichkeit, im Zuge des Medienschutzes Sperrverfügungen auszusprechen, besteht unabhängig von der gescheiterten Novellierung!) – führen möchte.

    Bevor Missverständnisse aufkommen: Das macht Netzsperren bzw. eine „Zensur“ im Einzelfall natürlich nicht besser. Sperrverfügungen sind als ordnungsrechtliche Maßnahme aber schlicht eine andere Qualität bzw. ein anderer Level als das Zugangserschwerungsgesetz.

    Wie auch immer, es gibt es dieses Jahr noch einiges zu tun.

    Update, 13.04.: Siehe auch Torsten Kleinz bei Hyperland:* „Netzsperren noch nicht vom Tisch“

    *Disclosure: „Hyperland“ wird von Blinkenlichten für das ZDF produziert. Während ich hier bei Netzpolitik mehr oder weniger als Gast schreiben darf (von mir aus auch als Ehrengast oder der Typ, der nicht nach Hause gehen wollte, als die Party vorbei war), verdiene ich dort einen Teil meiner Miete.

    Nur falls sich jemand über das Interview mit Markus zur „Digitalen Gesellschaft“ wundert. Die „Digitale Gesellschaft“ ist – ebenso wie Netzpolitik.org – ein Projekt von Newthinking Communications von Markus, mit dem ich ansonsten aber nichts zu tun habe. Bis Freitag/zur Anfrage, ob ich für Hyperland etwas schreiben wolle, wusste ich über die „dg“ nicht viel mehr als den Projektnamen.

    Im Interview selber findet man ein Antworten auf Fragen, die die geschätzten Kollegen bis zu meiner Deadline am Dienstag schlicht nicht gestellt hatten. „PR“ geht anders, das ist auch nicht mein Ding.

    13. April 2011 33
  • : Google Street View: Deutschland droht kein Blackout!
    Google Street View: Deutschland droht kein Blackout!

    Ok, ich mache es kurz: Google hat uns weiterhin lieb. Also, vielleicht nicht gerade uns hier bei Netzpolitik.org (obwohl wir fraglos Deutschlands liebenswertestes Netzpolitik-Blog sind!), sondern mehr so im Allgemeinen. Allerdings gibt es ein paar Missverständnisse aufzuklären.

    Worum geht es überhaupt? Gestern machte ein Blogeintrag von „Search Engine Land“ die Runde, dass Google die Aufnahmen für Street View in Deutschland gestoppt habe:

    Google Has Stopped Street View Photography In Germany
    Apr 10, 2011 at 10:15am ET by Matt McGee

    In most locations, Google sends its Street View cars out on a repeated basis “to make sure the information is accurate and kept up to date,” as the Street View website explains.

    But that’s not happening in Germany.

    11. April 2011 17
  • : Netzneutralität: Die Laune der Freiheit oder die Neutralität und ihr Preis
    Netzneutralität: Die Laune der Freiheit oder die Neutralität und ihr Preis

    In der Netzneutralitätsdebatte ist ein beliebtes Argument von Industrie-Lobbyisten , dass um einen großen Ausbau von Netzwerkmanagement und tollen neuen Ideen wie Diensteklassen kein Weg dran vorbei führe, weil sonst die Netze zusammenbrechen würden. Das Argument wird immer mit der Behauptung verknüpft, dass man bereits massiv in den Ausbau investiert habe und es echt nicht anders gehen würde. Diese Linie wird dann von Politikern der Koalition gerne nachgeplappert. Kritisches Nachfragen wird dann mit dem Killerarument abgetan, dass man keine Ahnung vom Geschäft hätte, wenn man das in Frage stellen würde.

    Eine andere Meinung dazu vertritt Theo Weirich, Geschäftsführer des City-Carriers wilhelm.tel und Vorstandsmitglied der Stadtwerke Norderstedt und Technik-Vorstand im Bundesverband Glasfaser e.V. (Buglas). Die ct hat jetzt einen Meinungsbeitrag von Weirich veröffentlicht, der die Netzbetreiber mit dem Sozialismus vergleicht: Beide hätten „die vorhandene Infrastruktur herunter gewirtschaftet und vernachlässigt“ und nur deshalb würde jetzt an der Netzneutralität gekratzt, was unserer Freiheit schade..

    Denn allein es fehlt die Bandbreite. Diese aufzubauen wurde lange verschlafen. Hätten die Netzbetreiber ihre Netze mit der notwendigen Voraussicht rechtzeitig geplant und aufgebaut, hätten sie also ihre eigentliche Aufgabe wahrgenommen, gäbe es keine nennenswerte Diskussion um Netzneutralität. Stattdessen will man ein Mautsystem für Internetautobahnen einführen. Wer zahlt, bekommt schnellen Zugang, wer nicht, holpert über Schlaglöcher. Das Fatale an dieser Entwicklung ist, dass der Netzaufbau mit schnellen Glasfaseranschlüssen jetzt erst recht auf die lange Bank geschoben wird, weil man die alten Leitungen länger nutzen kann.

    Er plädiert für einen Systemwechsel zur Glasfaser:

    Das Internet ist eine Laune der Freiheit, es ist die kultivierte Anarchie gegen jede Obrigkeit und Bevormundung, sei es durch Regierungen oder Konzerne. Es beheimatet die Avantgarde der Informationsgesellschaft ebenso wie die widerspenstigen Quertreiber aus Hackerkreisen. Diese Freiheit ist ein Stück Menschenrecht, auf das wir pochen müssen. Es wird Zeit, dass einige Leute das tun, was sie schon immer hätten tun sollen, nämlich sich auf ihren Job konzentrieren und Netze bauen. Die Kupferzeit ist am Ende, doch Mangel und Mangelverwaltung sind kein Naturgesetz. Jetzt muss der Systemwechsel zur Glasfaser vollzogen werden.

    21. März 2011 10
  • : Wie Facebook eure Freunde vor euch versteckt – und wie ihr das ändern könnt
    Wie Facebook eure Freunde vor euch versteckt – und wie ihr das ändern könnt

    Wundert ihr euch auch, wieso ihr auf Facebook immer nur mit den selben Menschen interagiert, wieso immer nur dieselben Personen eure Beiträge kommentieren und nur die selben Menschen immer in eurer Timeline auftauchen? Werdet ihr auch von Freunden angesprochen, ob ihr dies oder jenes Posting oder dies oder jenen Link denn nicht gesehen habt, jenen wichtigen Artikel nicht gelesen habt? Fragt ihr euch auch, wie ich, woran das eigentlich liegt oder fällt euch spätestens jetzt auf, dass ihr die letzte Zeit auf Facebook tatsächlich in einer sozialen Blase verbracht habt?

    Keine Sorge, eure Freunde sind euch natürlich immer noch treu, sie blocken euch nicht, aber Facebook versteckt eure Freunde vor euch und euch vor ihnen. Mit einer Standardeinstellung werden euch seit geraumer Zeit in eurem Newsfeed offenbar nicht mehr alle, sondern nur noch Postings von bestimmen, ausgewählten Freunden angezeigt. Dies sind natürlich keineswegs die wichtigsten oder eure Liebsten. Es sind schlicht die, mit denen ihr am häufigsten agiert.

    Das lässt sich ändern: Scrollt bis zum Ende eures Newsfeeds/eurer Timeline und klickt auf „Optionen bearbeiten“. Ändert die Einstellung für „Zeige Beiträge von:“ von „Freunde und Seiten, mit denen du am häufigsten interagierst“ zu „Alle deine Freunden und Seiten.“ Diese Einstellung kann man auch ändern, indem man auf der Startseite auf „Neueste Meldungen“ klickt und dann den kleinen Pfeil, der rechts daneben erscheint.

    14. März 2011 45
  • : Nur kurz: Das Internet ist böse, Bild.de gesperrt, Perspektive ZugErschwG
    Nur kurz: Das Internet ist böse, Bild.de gesperrt, Perspektive ZugErschwG

    Ich will gar nicht lange ablenken, schließlich schaue ich auch gespannt, wie sich die Situation in Japan entwickelt. 3 Links fürs Wochenende habe ich aber trotzdem, vielleicht schlicht zur Ablenkung:

    # Gestern Abend wurde im Ersten die Doku „Angriff aus dem Internet – Wie Online-Täter uns bedrohen“ wiederholt. 45 Minuten Feinkost nicht nur für Verschwörungstheoretiker.

    Die Reportage von ARD-Korrespondent und Grimme-Preisträger Klaus Scherer beginnt recht lebensnah, um ein Licht auf neue, alltägliche Risiken einer vernetzten Welt zu werfen. Er besucht US-Bürger, die von Hackern erst ihrer kompletten Identität und dann ihres Vermögens beraubt wurden. Er trifft FBI-Agenten, die jahrelang verdeckt in Cyber-Gangs ermittelten. Diese verschieben gefälschte Kreditkarten zu Spottpreisen und dabei binnen Stunden Banken um Millionen prellen.

    Noch einmal anschauen kann man sich den vielleicht besten Werbefilm, der je für die Vorratsdatenspeicherung gedreht wurde, in der Mediathek des Ersten oder auf Plattformen, vor denen im Film gewarnt wurde.

    # Aber gut, das Böse lauert bekanntlich immer und überall.

    11. März 2011 29
  • : SPD Rheinland-Pfalz: Internetsperren, da wo es um Jugendschutz geht?
    SPD Rheinland-Pfalz: Internetsperren, da wo es um Jugendschutz geht?

    Sagt mal, liebe SPD, was läuft da eigentlich falsch bei Euch?

    Ich weiß, das mit JMStV war echt ärgerlich. Also, vor allem für Kurt Beck und seine Staatskanzlei, die maßgeblich für das gescheiterte Werk verantwortlich war. Da sitzt man Tage und Wochen im Hinterzimmer und denkt sich einen schönen Staatsvertrag aus – und plötzlich meutert ausgerechnet die CDU.

    Gut, Becks unmittelbare Reaktion auf das Scheitern war unsouverän …

    „Falls die Novellierung scheitert, wird der Weg der koregulierten Selbstregulierung nicht weiter beschritten, so dass die staatliche Regulierung von oben Platz greifen wird. Basierend auf den derzeitigen rechtlichen Grundlagen werden die Jugendschutzbehörden Sperrverfügungen erlassen. Wenn das das ausgemachte Ziel der CDU in Nordrhein-Westfalen ist, sollten sie an ihrer Linie festhalten“, erklärte der Vorsitzende der Rundfunkkommission

    … eigentlich aber sollte man meinen, dass Ihr inzwischen dazugelernt habt. Dem ist offenbar nicht so. Oder wie ist es zu erklären, dass sich ausgerechnet die rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretärin Heike Raab weiterhin für Sperren stark macht?

    Auf eine weitere Frage zu dem Thema, ob sie [Anmerkung des Bloggers: Julia Klöckner, Kandidatin der CDU] gegen die Sperren ist, äußerte sie „Bedenken, dass das wirklich zum Ziel führt“ und fragte zurück „Was meint ihr?“ Die rheinland-pfälzische SPD-Generalsekretärin Heike Raab, die anstelle von Ministerpräsident Kurt Beck an dem Chat der Spitzenkandidaten teilgenommen hatte, antwortete auf die Frage: „Internetsperren, da wo es um Jugendschutz geht: JA.“  (Quelle: Rhein-Zeitung, 28.02.2011)

    Ich dachte, wir wären weiter.

    28. Februar 2011 41
  • : Sony geht weiter gegen Playstation 3 – Hacker vor
    Sony geht weiter gegen Playstation 3 – Hacker vor

    Sony geht weiter gegen Hacker vor, die mit der Playstation3 rumspielen und sich darüber austauschen. Nachdem der US-Hacker Geohot bereits seine Festplatten an Sony ausliefern sollte, hat es jetzt den deutschen Hacker Graf_Chokolo erwischt. Dieser wurde vergangene Woche Opfer einer Hausdurchsuchung und seine Hardware wurde dabei beschlagnahmt. Ihm wird vorgeworfen, dass er Erkenntnisse aus seiner wissenschaftlichen Diplomarbeit über die Sicherheitsmechanismen der Playstation 3 ins Netz gestellt habe. Mit diesen Informationen war es wohl möglich, auf einer Playstation 3 Linux zu starten, was Sony gerne verhindern will. Mit anderen Worten, es wurde ermöglicht, die eigene Software auf dem eigenen Gerät zu installieren. Sowas möchte Sony gerne mit allen Mitteln verhindern.

    Bei Golem.de gibt es eine gute Zusammenfassung zur aktuellen Lage: Sony droht Blogs und Foren mit Strafen.

    Zur Einordnung der Geschichte sei auch dieser lange Artikel im Make-Magazine empfohlen: Sony’s War on Makers, Hackers, and Innovators.

    Wir arbeiten daran, mehr über den Fall um Graf_Chokolo herauszufinden und berichten weiter.

    27. Februar 2011 37
  • : Das Political Memory neubauen
    Das Political Memory neubauen

    Mit dem kleinen Tool Political Memory hat La Quadrature du Net in den vergangenen Jahren immer viele Netzpolitik-relevante Abstimmungen im Europaparlament gesammelt und visualisiert. Damit konnte man dann schauen, welche Europaabgeordneten Bürgerrechtsfreundlich abgestimmt haben – und welche nicht. Das Tool soll jetzt von Grund auf renoviert werden. Das ursprüngliche Political Memory wurde aus Mediawiki und Perl zusammen gebastelt, Version 2.0 soll aus Python/Django neu geschrieben werden. Dazu gibt es zwischen Donnerstag und Samstag einen Hack-a-thon in Paris. Nun wird nicht jeder Interessierte in der Lage sein, zu Croissants und Wein dort vorbei zu laufen. Deshalb gibt es auch Remote-Partizipationsmöglichkeiten über IRC.

    22. Februar 2011
  • : Proof-of-Concept-Hack des digitalen Radiergummis
    Proof-of-Concept-Hack des digitalen Radiergummis

    Mit diesem absoluten Unsinn X‑pire!, dem digitalen Radiergummi „bekannt aus TV, Rundfunk, Printmedien und zahlreichen Webseiten“ habe ich mich damals überhaupt nicht beschäftigt. Zu offensichtlich war die Unwirksamkeit: Bild entschlüssen, speichern, und der Radiergummi ist erledigt.

    Erst heute erfahre ich in einer Email, dass der einzige Sicherheitsmechanismus der Sicherheitsexperten aus Saarbrücken ist, dass sie irgendwann den Entschlüsselungs-Key von ihrem X‑pire!-Server löschen, so dass Nutzer mit Ablauf dieses „Verfallsdatums“ diesen nicht mehr geliefert bekommen.

    Der Lehrstuhl von Johannes Federrath in Regensburg hat sich jetzt mal den Nachmittag Zeit genommen, um das X‑pire-Plugin um ein paar Zeilen zu erweitern: Der Schlüssel wird nicht nur vom X‑Pire!-Server geholt, und das Bild entschlüsselt, sondern zusätzlich der Schlüssel und das Bild auf einen anderen Server geladen.

    Das „Streusand“ getaufte Plugin ermöglicht dann also für unbegrenzte Zeit den Zugriff auf die mit dem Verfallsdatum ausgestatteten Bilder, indem es sowohl Schlüssel als auch Datei unbegrenzt vorhält. Aus den Bildern macht man dort dann auch noch direkt eine nette Bildergalerie. Streusand heißt das Plugin, dass sie nicht veröffentlichen wollen. Aber warum auch, es sind ja nur 3 Zeilen, um die das X‑pire!-Plugin erweitert werden muss.

    Dadurch wird nicht nur die Schutzfunktion von X‑pire! ausgehebelt, sondern es werden zudem gerade die besonders schützenswerten Bilder in einer öffentlichen Bildergalerie unbegrenzt zugänglich gemacht

    Den Regensburger Saarbrückener Vollprofis bleibt nun nur noch eine Möglichkeit, ihr X‑Pire!-Projekt zu retten: Sie müssen die X‑Pire!-Schlüssel mit digitalen Radiergummis versehen. :-)

    An die Tasten, fertig los!

    22. Februar 2011 44
  • : ARTE-Dokumentation: Kaufen für die Müllhalde
    ARTE-Dokumentation: Kaufen für die Müllhalde

    Diese data-epi-spacing Dokumentation data-epi-spacing über data-epi-spacing Elektroschrott data-epi-spacing gibt data-epi-spacing es data-epi-spacing noch data-epi-spacing die data-epi-spacing kommenden data-epi-spacing Tage data-epi-spacing in data-epi-spacing der data-epi-spacing ARTE-Mediathek data-epi-spacing zu data-epi-spacing sehen, data-epi-spacing bis data-epi-spacing sie data-epi-spacing depubliziert data-epi-spacing wird: data-epi-spacing Kaufen data-epi-spacing für data-epi-spacing die data-epi-spacing Müllhalde.

    Hier klicken, um den Inhalt von videos.arte.tv anzuzeigen.

    Aus data-epi-spacing der data-epi-spacing Beschreibung:

    17. Februar 2011 43
  • : Im Gadgetrausch: Elektronische Spielzeuge als Vehikel der Popkultur
    Im Gadgetrausch: Elektronische Spielzeuge als Vehikel der Popkultur

    Vergangene Woche sendete Deutschlandradio Kultur eine Reportage von Moritz Metz in der Sendung Zeitreisen über das Thema „Im Gadgetrausch – Elektronische Spielzeuge als Vehikel der Popkultur“.

    USB-Sticks mit Feuerzeug, Mini-Hubschrauber, Lesezeichen mit eingebauter Taschenlampe. Vor allem aber: MP3-Player, Handys, Tablet-Computer. All diese technischen Gegenstände sind „Gadgets“. Im vergangenen Jahrzehnt hat sich um diese kleinen, technischen Geräte ein regelrechter Kult gebildet. Unzählige Gadget-Weblogs berichten täglich über die neuesten Entwicklungen, Fans hinterlassen begeisterte Kommentare oder machen sich zum verlängerten Marketing-Arm der Hersteller. Gadgets gehören längst zur Popkultur des 21. Jahrhunderts. Auf der anderen Seite stehen Millionen von jungen Landbewohnerinnen in Asien, die für Hungerlöhne in chinesischen Sonderwirtschaftszonen arbeiten und in Fließband-Arbeit die Geräte herstellen. Sie sind Bestandteil einer sich immer schneller drehenden Spirale aus technischer Innovation, Konsum und Billigproduktion.

    Hier ist ein Transcript. Die Sendung ist leider nicht offiziell online verfügbar, aber hier gibt es eine Downloadmöglichkeit.

    15. Februar 2011 7
  • : Etappensieg bei Netzsperren in der EU
    Etappensieg bei Netzsperren in der EU

    Der Innenausschuss des Europaparlaments hat vor einer Stunde seine erste Abstimmung über die Richtlinie zum Schutz von Kindern vor sexueller Ausbeutung beendet. Dabei ging es auch um die heftig umstrittenen Internetsperren.

    Das Ergebnis, das mit breiter Mehrheit und in Anwesenheit des ungarischen Ratsvorsitzes angenommen wurde, dient nun als Mandat für die Verhandlungen mit Rat und Kommission. Es war also nur der erste wichtige Zwischenschritt. Aber eben wichtig, weil er den Korridor definiert, in dem es jetzt weiter geht.

    Im Vergleich zum Vorschlag von Innenkommissarin Cecilia „Censilia“ Malmström und den anfänglichen Stimmungen im EP für EU-weit verpflichtende Sperren ist das Ergebnis nicht perfekt, aber ein recht fetter Etappensieg.

    • Websperren sind in der EU nicht verpflichtend.
    • Alle Bezüge zu „Selbstregulierung“ und damit privater Zensur sind draußen.
    • Alle Bezüge zu „nicht-gesetzgeberischen Maßnahmen“ oder anderen rechtsfreien Räumen sind draußen.
    • Wenn EU-Mitgliedsstaaten dennoch sperren wollen (und einige tun das ja bereits), dann nur auf gesetzlicher Grundlage, mit Rechtsweg für Betroffene und nur das absolut Nötigste.
    • Gesperrt werden darf nur noch, wenn das Löschen sich als „unmöglich“ erwiesen hat. Damit ist es de jure vorbei damit.

    Der Richtervorbehalt ist leider nicht drin gelandet, weil Konservative und ein Teil der Liberalen die Abstimmung über einen mündlichen Änderungsantrag dazu verhindert haben. Der Text kann aber so gelesen werden, dass es ohnehin einen Richter braucht.

    Wer ein wenig von der Party nach der Abstimmung mitbekommen will, sollte mal auf Twitter nach „#Censilia“ suchen.

    Ich werde die Tage mal eine Auswertung schreiben, was gut und weniger gut gelaufen ist hierbei. Aber ich möchte jetzt schon mal inständig darum bitten, an MOGiS zu spenden und Christian Bahls zu danken wegen der ganzen Brüsselreisen im letzten Jahr. Und an EDRi zu spenden und Joe McNamee zu danken, weil er sich in Brüssel echt ein Bein ausreisst wegen dieser Richtlinie.

    Der angenommene Text lautet folgendermaßen (das Fettgedruckte sind die Änderungen im Vergleich zum Vorschlag der Kommission):

    14. Februar 2011 34
  • : Live@edu: Schöner studieren mit Microsoft?
    Live@edu: Schöner studieren mit Microsoft?

    Vor nicht einmal 2 Wochen hat sich Linus schon einmal mit subventionierten Microsoft-Lizenzen und einen mutmaßlichen Fall von Astroturfing an deutschen Universitäten beschäftigt. Bereits damals wurde klar: Wer in deutschen Landen studiert, muss zumindest an Software aus Redmond keinen Mangel leiden.

    Damit nicht genug, in Zusammenarbeit mit der Universität Paderborn setzt Microsoft nun noch einen drauf:

    Ab heute steht allen Studierenden der Universität Paderborn das Angebot Live@edu zur Verfügung. Die Universität Paderborn führt als erste große deutsche Universität Live@edu ein und bietet ihren Studierenden somit die Möglichkeit, kostenlos auf alle Leistungen des Paketes von Microsoft in der Cloud zuzugreifen. Zur Verfügung stehen zum Beispiel ein freier Exchange-Server zur vollständigen Synchronisation Ihres PIMs, Skydrive als Online-Speicherplatz, Office Web Apps zum gemeinsamen Arbeiten mit Excel, Word, PowerPoint und OneNote und einiges mehr.

    PS: Unter den ersten 1000 (Paderborner!) Studenten, die sich anmelden, verlost Microsoft 3 Xbox 360 4 GB Konsolen mit Kinect und 50 ARC Touch Mouses. Großartig, oder? ‚)

    3. Februar 2011 57
  • : Soziales Hacken: Mit „Face 2 Facebook“ den Traumpartner finden!
    Soziales Hacken: Mit „Face 2 Facebook“ den Traumpartner finden!

    Da prokastiniert prokrastiniert man so vor sich hin, will eigentlich nur schauen, wie es inzwischen nebenan bei Nerdcore/Crackajack ausschaut und ob es vielleicht Neuigkeiten gibt, … und dann findet man eine Geschichte, die noch viel viel schöner ist. Nun, ausser für die Zwangsbeteiligten, natürlich:

    Niklas schreibt mir: „Face 2 Facebook und Lovely Faces von Poalo Cirio und Alessandro Ludovico, die auch schon Google will eat itself und Amazon Noir gemacht haben, ging gestern online. Aus ihrer Mail: ‘Stealing 1 million Facebook profiles, filtering them with face-recognition software, and then posting them on a custom-made dating website, sorted by their facial expressions characteristics.’“ Die haben eine Million Datensätze aus Facebook über eine Datenbank in eine Datingwebsite verwandelt, alles im Namen der Kunst.

    Na, wenn das nicht mal ein Mehrwert ist! Video & mehr bei René, oder gleich bei „Face 2 Facebook“ und „Lovely Faces“. Und nein, ich habe mich nicht schon wieder heimlich auf Dating-Seiten rumgetrieben.

    3. Februar 2011 10
  • : Neues vom Internetführerschein: Zeitungsverleger erklären das Internet
    Neues vom Internetführerschein: Zeitungsverleger erklären das Internet

    Erinnert sich noch jemand, wie wir uns letzten Herbst über den abgestuften „Medienkompetenzführerschein“ in Nordrhein-Westfalen lustig gemacht haben? Zugegeben, das war billig. Tatsächlich sind in der Debatte, wie wir den Sprung über den digitalen Graben schaffen, bisher noch viele Fragen unbeanwortet. Und ja, die Zeit drängt durchaus.

    Diskussionen zum Internetführerschein oder vergleichbare Qualifikationsnachweise drehen sich in der Regel um zwei scheinbar gegensätzliche Pole: Auf der einen Seite die – nicht nur für die digitale Gesellschaft – essenstielle Fähigkeit zu Abstraktion bei der Problemlösung. Auf der anderen Seite das vgl. stumpfe Abprüfen normierten Faktenwissens zwecks besserer Vergleichbarkeit der Prüflinge.

    Nun ist das Abprüfen normierten Faktenwissens nicht pauschal schlecht.

    1. Februar 2011 17
  • : Twitter-Revolution in Ägypten?
    Twitter-Revolution in Ägypten?

    Seit ca. 13:00h heute Nachmittag (deutsche Zeit) tut sich auf Twitter einiges unter dem Hashtag #jan25. In Ägypten finden große Demonstrationen statt. Die Associated Press (AP) meldete um 15:43h dass tausende regierungskritische Demonstranten – inspiriert von den Demonstrationen in Tunesein der letzten Wochen – das Ende der Herrschaft von Hosni Mubarak’s Zeit an der Macht (lockere 30 Jahre) fordern. Die Polizei ginge mit Tränengas und Wasserwerfern gegen die Demonstranten vor.

    Organisiert wurden auch die Proteste ursprünglich über Facebook und Twitter, die AP meldete, 90.000 Personen hätten ihre Teilnahme angekündigt.

    Kurze Zeit nach der Meldgung, um 15:58h, Kamen die ersten Vorwürfe auf, dass Telecom Egypt Twitter blockiere. Ahram Online berichtete, Twitter-Service sei „down.“ Der Guardian erhielt Bestätigungen, dass Twitter auch beim Provider Etisalat nicht mehr funktioniere. Gegen 16:40h meldete der Reporter Jack Shenker, dass „Internet, Twitter, und Telefonanrufe“ blockiert würden, langsam aber wieder möglich würden (Hinsichtlich der Daten- und Telefonverbindungen ein auch bei Massenveranstaltungen in Deutschland nicht unübliches Phänomen, um das sich viele Gerüchte ranken, das am wenigsten haarsträubende davon lautet „Netzüberlastung“) UPDATE: VodafoneEgypt gab gegen 17:00h bekannt „We didn’t block twitter – it’s a problem all over Egypt and we are waiting for a solution.“ Bei Herdict.org, einer Crowdsourcing-Plattform für Blockade-Infos, ergibt sich kein klares Bild, über die Erreichbarkeit von Twitter oder Facebook (das in Ägypten sehr verbreitet ist). Global Voices wiederum zitiert eine Menge Tweets über den Ausfall von Twitter, und schließt auf eine Blockade. /UPDATE

    @saudkw beschreibt die Situation:

    25. Januar 2011 37
  • : Bundestag debattiert über Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes
    Bundestag debattiert über Aufhebung des Zugangserschwerungsgesetzes

    Am heutigen Donnerstag debattiert der Bundestag um 16 Uhr 16:30 Uhr (Verschiebung) über die Aufhebung des mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit verfassungswidrigen Zugangserschwerungsgesetzes (Tagesordnung). Das so genannte „Zensursula“-Gesetz war 2009 trotz massiver öffentlicher Kritik und entgegen aller fachlichen Einwände von der SPD zusammen mit CDU und CSU verabschiedet worden. Dem Gesetz nach soll das BKA eine geheime Liste mit Webseiten führen, die Dokumentation sexuellen Missbrauchs von Kindern beinhalten. DNS-Provider sollen die auf dieser Liste befindlichen Webseiten dann „sperren“.

    Aktuell ist das Gesetz allerdings mittels einer verfassungsrechtlich hoch fragwürdigen Konstruktion „ausgesetzt“: Das BKA, das eigentlich per Gesetz angewiesen ist, jene geheime Sperrliste zu betreiben, ist per „Nichtanwendungserlasses“ des Bundesinnenministeriums angehalten, eben dies gerade nicht zu tun, sondern sich auf das Löschenlassen dieser Webseiten zu konzentrieren. Kritiker wie der Arbeitskreis gegen Internetsperren und Zensur fordern die umgehende Aufhebung des Gesetzes. Nach Informationen der Rheinzeitung hat sogar Bundestagspräsident Norbert Lammert in der Unionsfraktion die Regierung dazu aufgefordert diesen „offensichtlich verfassungsrechtlich fragwürdigen Zustand schnellstmöglich zu beenden“.

    20. Januar 2011 26
  • : US-Militär: Tödliche Multitasking-Fehler
    US-Militär: Tödliche Multitasking-Fehler

    Im Februar 2010 fielen 23 afghanische Zivilisten einer amerikanischen Hubschrauber-Attacke zum Opfer. Erste Untersuchungen ergaben, dass ein Soldat, der eine Aufklärungsdrohne gesteuert hatte, seine Vorgesetzten nicht darüber informiert hatte, dass sich in dem von ihm überwachten Gebiet einige Dorfbewohner zu einem Treffen aufmachten.

    Jetzt stellt sich heraus, wie es zu dem ‚tragischen Fehler’ kommen konnte: Das im sicheren Nevada sitzende Drohnen-Team hatte einfach zu viel um die Ohren: Während das Video-Bild der Drohne beobachtet werden musste, prasselten Dutzende Instant-Messages auf sie ein und Funkkontakt zu Strategen und Truppen musste aufrechterhalten werden. Im Eifer des Gefechts ging wohl die Information unter, dass sich Kinder in der Gruppe befanden.

    Weil das Team unter dem enormen Druck stand, die in der Nähe befindlichen Truppen zu schützen, wurde fälschlicherweise der Convoy als Bedrohung definiert, und konsequent vernichtet.

    17. Januar 2011 21
  • : Sendung mit der Maus erklärt den Touchscreen
    Sendung mit der Maus erklärt den Touchscreen

    Die Sendung mit der Maus erklärt den Touchscreen. Schön gemacht:

    In diesem Fenster soll ein YouTube-Video wiedergegeben werden. Hierbei fließen personenbezogene Daten von Dir an YouTube. Wir verhindern mit dem WordPress-Plugin „Embed Privacy“ einen Datenabfluss an YouTube solange, bis ein aktiver Klick auf diesen Hinweis erfolgt. Technisch gesehen wird das Video von YouTube erst nach dem Klick eingebunden. YouTube betrachtet Deinen Klick als Einwilligung, dass das Unternehmen auf dem von Dir verwendeten Endgerät Cookies setzt und andere Tracking-Technologien anwendet, die auch einer Analyse des Nutzungsverhaltens zu Marktforschungs- und Marketing-Zwecken dienen.

    Zur Datenschutzerklärung von YouTube/Google

    Zur Datenschutzerklärung von netzpolitik.org

    (Danke an @sebjabbusch)

    22. Dezember 2010 11
  • : Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität
    Telkos-Traum: Zukunftsszenario ohne Netzneutralität

    Die Debatte um Netzneutralität spielt oft in der Zukunft. Debattiert wird, welche technischen Szenarien möglich sein werden, und wie man regulativ darauf reagiert. Die beiden Technikzulieferer Allot Communications und Openet, beide beliefern u.a. Verizon und AT&T in den USA (Keine Ahnung, ob die auch Technik für deutsche Telkos liefern?), haben in einem Web Seminar ein neues Produkt präsentiert, was ein technisches Szenario für die Zukunft sein kann. Wired wurde eine Powerpint-Päsentation mit dem Titel „Managing the unmanageable: monetizing and controlling OTT applications“ (PDF) zugeschickt. Hier ist der dazu gehörige Artikel: Mobile Carriers Dream of Charging per Page.

    Die Idee dahinter ist recht simple: Einfach mal mit Deep-Packet-Inspections den kompletten Datenverkehr abhören und für einzelne Services Geld verlangen. Ist doch viel „gerechter“, wenn jeder nur das zahlt, was man tatsächlich nutzt, ist wohl die Argumentation. In der Grafik sieht man ein mögliches Bezahlmodellszenario. Nach diesem Modell zahlt ein Nutzer 2 Cent für jedes MB Facebook-Traffic, Skype kostet 3 Euro / MOnat extra, ein bandbreitenlimitierter Zugang zu Youtube kostet 50 Cent, wer schneller Videos haben möchte, kann sicherlich noch mehr Geld bezahlen, damit die Videos nicht mehr ruckeln. Eine tolle Idee ist auch die Einführung einer Happy-Hour, die quasi im Produkt eingebaut ist. Damit könne man die Internetnutzung aus Peak-Zeiten in Nebenzeiten verteilen. Nachts kostet alles nur die Hälfte!

    19. Dezember 2010 16