Informationstechnologie

  • : Al Jazeera – Activate
    Al Jazeera – Activate

    Al Jazeera möchte mit der Sendung „Activate“ Aktivisten aus aller Welt portraitieren. In der ersten Episode mit dem Titel „iProtest“ dreht es sich um die chinesische Aktivistin Debby Chan, die sich für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Arbeitnehmerrechte von Angestellten einsetzt, die für Unternehmen wie Foxconn / Apple & Co. Hardware produzieren. Das Video gibts auch bei Youtube:

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    22. September 2011 2
  • : „Bitte geben Sie hier Ihre 100 TANs ein…“
    „Bitte geben Sie hier Ihre 100 TANs ein…“

    Wir alle kennen sie: Alarmierende Emails von unserer vermeintlichen Bank, die uns über katastrophale Vorfälle informieren, die unmittelbares Handeln verlangen, sonst könnte unser Geld verloren gehen.

    Die Links darin führen dann zu Seiten, die denen der jeweiligen Bank sehr ähnlich sehen, aber auf anderen Servern liegen. Dort sollen wir dann unser Banking-Passwort und TANs eingeben.

    Wer bis zu diesem Punkt mitmacht, ohne sich zu wundern, woher die Bank denn wohl die Emailadresse hat, oder wie unrealistisch der geschilderte Sachverhalt ist, oder warum die URL auf einmal so komisch ist, muss mit einer baldigen Überweisung eines größeren Geldbetrags von seinem Konto in Richtung Nimmerwiedersehen rechnen – denn natürlich stammen weder Email oder Aufforderung, noch Seite von der Bank, sondern von Kriminellen.

    Das Landgericht Landshut hat am 14.7. über einen Fall geurteilt, bei dem ein Phishing-Opfer nach Aufforderung 100 (in Worten: Einhundert) TAN-Nummern in eine Phishing-Seite getippt hat, ohne diese Aufforderung im Laufe des Eintippens einmal in Frage zu stellen – und daraufhin 6.000€ ärmer war. Die Bank weigerte sich, dafür zu haften – und das Phishing-Opfer klagte.

    Das Gericht entschied, dass die „rudimentären Computerkenntnisse“ des Mannes, sowie seine nichtdeutsche Muttersprache zu berücksichten waren, und er daher nicht fahrlässig gehandelt habe (schließlich tat er, wie ihm geheißen). Die Bank muss die 6.000€ + Zinsen erstatten und die Kosten des Verfahrens tragen.

    Hier das Urteil, gefunden bei der Arbeitsgruppe Identitätsschutz im Internet.

    13. September 2011 42
  • : Berlin – Hauptstadt der Freien-Software-Parteien
    Berlin – Hauptstadt der Freien-Software-Parteien

    Ja zu Offenen Standards. Nein zu Softwarepatenten Die Free Software Foundation Europe veröffentlicht heute ihre Freien-Software-Wahlprüfsteine für die Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin am 18. September. Die Parteien konnten Stellung nehmen zu Fragen über die generelle Förderung von Freier Software, dem Problem der Herstellerabhängigkeit bei unfreier Software, Offenen Standards, dem Einsatz von Freier Software in der Bildung, Werbung für unfreie Software auf Webseiten der öffentlichen Verwaltung sowie zu Softwarepatenten.

    Erfreulich ist die Sachkenntnis der Berliner Parteien. Die Antworten zeigen deutlich, dass Freie Software im Berliner Abgeordnetenhaus schon öfter Thema war (z.B. „Berliner Abgeordnetenhaus votiert für offene IT-Standards“). Insbesondere die Berliner FDP, Grüne und SPD glänzen gegenüber ihren anderen Landesverbänden. Leider enttäuscht die CDU erneut mit einer nichts sagenden Antwort.

    Einige Ergebnisse der Befragung Während ihre anderen Landesverbände nur knapp antworteten, oder sich eher negativ geäußert haben, positioniert sich die FDP in Berlin eindeutig für Freie Software und Offene Standards; und macht diesbezüglich mehrere Versprechen.

    Die Berliner Grünen sind starke Befürworter Freier Software und weisen auf konkrete Maßnahmen hin. Außerhalb der Verwaltung fallen die Antworten jedoch etwas unspezifischer aus. Bedauerlich auch, dass die Berliner Grünen Acrobat-Links auf Behörden-Webseiten berechtigt finden.

    Die SPD spricht sich ebenfalls weitestgehend positiv aus. Es werden konkrete Maßnahmen angesprochen. Allerdings ist die SPD zurückhaltender gegenüber einer schnellen Umstellung der Verwaltung auf Freie Software. Des Weiteren hat sie in der Regierungskoalition vergangene Beschlüsse zum konsequenten Einsatz Freier Software in der Verwaltung blockiert. Jedoch fällt die Antwort der SPD in Berlin im Vergleich zu ihren anderen Landesverbänden erheblich besser aus.

    Die Piraten sprechen sich, wie aus anderen Befragungen gewohnt, durchgehend positiv aus. Gemeinsam mit FDP, Grünen, SPD und Partei Mensch Umwelt Tierschutz sprechen sie sich klar gegen Softwarepatente aus, da diese Innovation behindern. Auch die Partei Mensch Umwelt Tierschutz und die Rentnerinnen und Rentner Partei befürworten Freie Software. Dagegen äußeren sich die Freien Wähler Berlin größtenteils negativ und skeptisch gegenüber Freier Software.

    Die CDU positioniert sich überhaupt nicht zu Freier Software. Sie folgt dem gewohnten Antwort-Muster anderer Landesverbände: Sie verweigern sich den gestellten Fragen. Statt dessen schreiben sie einen langen Absatz, der nichts mit Freier Software zu tun hat. Danach folgen ein paar Sätze, in denen Freie Software grob angeschnitten, jedoch keinerlei Position bezogen wird.

    13. September 2011 11
  • : Jetzt anmelden zum Aktivenkongress Netzgesellschaft 2011 (#AKtiVCongreZ)
    Jetzt anmelden zum Aktivenkongress Netzgesellschaft 2011 (#AKtiVCongreZ)

    Der FoeBud lädt ein zum zweiten Aktivenkongress Netzgesellschaft 2011 vom 7. bis 9. Oktober im DGB Bildungszentrum Hamburg-Sasel (Anreise Freitag 17:00 Uhr, Abreise Sonntag, 15:00 Uhr).

    Aus dem FoeBud-Newsletter:

    Zum Klärung der Verfassungsbeschwerde kam es gar nicht mehr, der elektronische Entgeltnachweis ELENA wurde vom FDP-geführten Wirtschaftsministerium vorher begraben. Vorbereitet wurde die Verfassungsbeschwerde auf dem Aktivenkongress des FoeBuD.

    Wie es nun weitergeht, wird eine Frage auf dem nächsten Kongress im Oktober sein. Denn noch immer wollen politische Kräfte auf Bundes- und EU-Ebene Überwachung und Kontrolle ausweiten. Doch auch Themen wie etwa Netzneutralität, Vorratsdatenspeicherung, Zensur und RFID sind weiter virulent. Daher heißt es, politische Strategien zu entwickeln: Ideen zu Aktionsformen fabrizieren, sammeln und gemeinsam überlegen, wie man diese umsetzen kann.

    Der AKtiVCongreZ / Kreativkongress (Kongress für aktive Bürgerrechtler) ist eine wirklich empfehlenswerte Veranstaltung in lockerer Atmosphäre und bietet Organisationen und Einzelpersonen die Möglichkeit zum Austausch. Auch interessierte Neueinsteiger und Neueinsteigerinnen sind dort herzlich willkommen und können sich direkt mit einbringen. Moderiert wird der Kongress von Wiebke Herding (Brüssel).

    Der Teilnahmebeitrag von 45€ beinhaltet 2 Übernachtungen im Einzelzimmer mit Bad, Fernseher, Telefon, WLan, Frühstücksbuffet, Mittagessen und Abendbuffet, Kaffeepausen, Sauna. Eine frühe Buchung empfiehlt sich, da nur 70 Plätze zur Verfügung stehen.

    5. September 2011 10
  • : Folgen & Konsequenzen des Diginotar-Hacks
    Folgen & Konsequenzen des Diginotar-Hacks

    Vor ein paar Tagen wurde bekannt, dass ein gefälschtes SSL-Zertifikat für *.google.com im Iran zum Einsatz kam. Das Zertifikat war der CA Diginotar signiert, die per default in so gut wie jedem Browser als „vertrauenswürdig“ gilt. Mit dem rogue cert konnte also wunderbar Traffic mitgeschnitten oder manipuliert werden, ohne dass einem ’normalen’ Nutzer etwas auffällt.

    Dazu gekommen war es anscheinend durch einen Hack des Diginotar-Servers im Jahr 2009. Diginotar ist eine niederländische CA, von der zum Beispiel auch die Web-Angebote der Regierung signiert wurden. Wer also aber schon einmal dabei ist, so eine CA zu hacken, der erstellt sich dann natürlich nicht nur ein Zertifikat, sondern direkt auch noch ein paar andere. Zum Beispiel für

    *.windowsupdate.com (womit man wunderbar per Update eine Horde Windows-Rechner mit Trojanern ausstatten könnte)
    *.torproject.org (womit man manipulierte Tor-Clients an seine Dissidenten verteilen könnte, um ihre Aktivitäten auszuspähen) oder für
    secure.logmein.com

    Irgendwann wurde es dem Angreifer wohl zu viel Arbeit, und er hat einfach Zertifikate für
    *.*.org und
    *.*.com
    ausgestellt.

    Im Moment sind 531 falsche Zertifikate identifiziert (zuletzt signiert im Juli 2011), und die Nachforschungen der niederländischen Regierung noch nicht abgeschlossen. Für die Nutzer bedeutet das, dass unter keinen Umständen jemals mehr diesen root-CAs getraut werden sollte:

    5. September 2011 10
  • : Wie der Iran mit Hilfe einer niederländischen Firma GMAIL abhörte
    Wie der Iran mit Hilfe einer niederländischen Firma GMAIL abhörte

    Die in Holland ansässige Firma Diginotar hat der iranischen Regierung offenbar zu einem SSL-Zertifikat verholfen, mit dem verschlüsselte SSL-Verbindungen zu Gmail abgehört werden konnten. (zuletzt in dieser Reihe: Wie Bahrain bei der Überwachung auf deutsche Wertarbeit setzt und Was ist da in Tunesien los?)

    Die Herausforderung bei verschlüsselten Verbindungen ist, dass sichergestellt werden muss, dass man nicht nur verschlüsselt, sondern auch so verschlüsselt, dass niemand anderes mithören kann. Mithören könnte ja zum Beispiel ein man-in-the-middle-Angreifer, indem er sich zwischen die beiden kommunizierenden Rechner (Client & Server) klinkt, eine verschlüsselte Verbindung zum Nutzer mit einem eigenen Zertifikat aufbaut, diese abhört, und dann erst mit dem richtigen Zertifikat verschlüsselt an den richtigen Server weiterleitet. Um das zu verhindern, sollen die zur Verschlüsselung genutzten Zertifikate immer von einer vertrauenswürdigen Instanz signiert sein.

    30. August 2011 29
  • : Prima Idee: Vodafone will Festnetz-DSL abschaffen
    Prima Idee: Vodafone will Festnetz-DSL abschaffen

    Im Handelsblatt lässt Vodafone verlautbaren, dass man in Zukunft seine Telefon- und Internetanschlüsse über den neuen Funkstandard LTE laufen lassen, und „möglichst viele“ DSL-Kunden entsprechend umstellen möchte. LTE (Long Term Evolution) ist der Nachfolger von jetzigen Mobilfunkstandard UMTS, setzt auf ein paar andere Frequenzen, und soll höhere Bandbreiten ermöglichen.

    Die Nachteile eines Funknetzes werden dabei etwas gemindert, können aber natürlich nicht komplett aufgehoben werden: Die Qualität der Verbindung ist standortabhängig (Funklöcher, Netzausbau), je mehr Nutzer sich in der Zelle befinden, desto geringer wird die mögliche Datenübertragungsrate (bis zum Komplettausfall, siehe Demonstrationen, Volksfeste & Neujahr), Energieverbrauch und Strahlenbelastung steigen (zumal LTE Dauerverbindungen vorsieht). Der wohl offensichtlichste Nachteil aber ist: Es gibt klare Kapazitätsgrenzen.

    22. August 2011 60
  • : Richard Stallman: Kämpft gegen die Netz-Moloche!
    Richard Stallman: Kämpft gegen die Netz-Moloche!

    Richard Stallman hat einen Gastbeitrag auf SpOn unter der CC-BY-ND veröffentlicht: Kämpft gegen die Netz-Moloche!

    Web-Konzerne bestimmen, welche Programme Besitzer auf ihre Smartphones laden und welche Bücher sie auf ihren Lesegeräten behalten dürfen. Richard Stallman, Aktivist für freie Software, ruft zum Widerstand auf: Wer Freiheit und Privatsphäre will, muss gegen den Strom schwimmen.

    Tim Berners-Lee hat das World Wide Web ab 1990 für den weltweiten Austausch von Informationen entwickelt, am 6. August 1991 gab er es zur allgemeinen Benutzung frei. Langsam verwandelt es sich aber in ein System der ausgelagerten Datenverarbeitung, ein System des „Remote Computing“. Es speichert Daten von Nutzern und Daten über Nutzer, auf die der Nutzer selbst nicht zugreifen kann – die US-Bundespolizei FBI aber jederzeit. Das Netz übernimmt die Datenverarbeitung, der Nutzer gibt die Kontrolle darüber ab. Dieses neue Web ist voller Verlockungen – doch wir müssen ihnen widerstehen.

    19. Juli 2011 17
  • : Was ist der Sputnik-Moment der Informatik?
    Was ist der Sputnik-Moment der Informatik?

    Die New York Times hat wieder eine interessante Auseinandersetzung in ihrem „Room for Debate“. Thema ist diesmal die Frage, was denn ein Sputnik-Moment für die Informatik sein könnte: Computer Science’s ‚Sputnik Moment’?.

    Computer science is a hot major again. It had been in the doldrums after the dot-com bust a decade ago, but with the social media gold rush and the success of „The Social Network,“ computer science departments are transforming themselves to meet the demand. At Harvard, the size of the introductory computer science class has nearly quadrupled in five years. The spike has raised hopes of a ripple effect throughout the American education system – so much so that Mehran Sahami, the associate chairman for computer science at Stanford, can envision „a national call, a Sputnik moment.“ What would a „Sputnik moment“ entail today? Will the surge of students into computer science last, and could it help raise American educational achievement?

    Hier sind einige interessante Debatten-Beiträge:

    Jonathan Zittrain: Encourage More Hackathons.
    Jeannette M. Wing: Software as Self-Expression.
    Zeynep Tufekci: Change the Cowboy Culture.
    Chris Wiggins: Grass Roots, Not Government.

    16. Juni 2011 1
  • : Meine Playstation gehört mir
    Meine Playstation gehört mir

    Frank Rosengart vom CCC hat im Freitag einen spannenden Gastbeitrag zum Thema Ownership. Hacking und Urheberrecht geschrieben: Meine Playstation gehört mir.

    Doch von Anfang an. Wenn ich ein Mobiltelefon oder eine Spielkonsole kaufe, gehört sie mir. Ich besitze sie und bin ihr Eigentümer – könnte man glauben. Was dem Laien klar erscheint, regeln die Gesetze aber alles andere als eindeutig. Und so hat der Sony-Konzern jüngst einen deutschen Elektrobastler verklagt, der seine Playstation aufgeschraubt und umprogrammiert hat. Das könnte weit reichende Folgen haben: Sollten die Richter die Gesetze zu Gunsten von Sony auslegen, müssten auch all jene Strafen fürchten, die Datenskandale wie jüngst bei Apples iPhone, Googles Android-Handys oder Facebook aufdecken.

    9. Juni 2011 11
  • : Stream der Federated Social Web 2011 Europe
    Stream der Federated Social Web 2011 Europe

    Die FSW2011 des W3C und des EU-Datenschutzprojektes PrimeLife zu dezentralen Social-Networks startet um 16h und wird live gestreamt. Das Programm ist englisch-sprachig und wird bis morgen 16h13h gestreamt, ehe es in einen OpenSpace übergeht.

    Heute ist die Veranstaltung sowie das Podium am Abend auch für nicht-registrierte Teilnehmer besuchbar. Auch die eingereichten Papers sind bereits online, von denen eine Auswahl im W3C-Workshop morgen vorgestellt wird.

    Friday, 3rd of June 2011
    16.00 Welcome and introduction to the conference, Jan Schallaböck – ULD

    16.10 Video address, Tim Berners-Lee – W3C

    16.30 Following Social Advertising in the United States, Aleecia M. McDonald

    17.00 Lessons learned from Social Networking in Egypt, Amr Gharbeia – Technologist and
    actvist

    17.30 Coffee break

    18.00 Keynote: Who needs Facebook anyway? – privacy & sociality in Social Network Sites, Ronald Leenes – Tilt and PrimeLife Project

    18.30 Public Roundtable: From society to technology
    Implementing an interoperable, privacy-aware, and decentralized social network:

    Amelia Andersdotter – Pirate Party Sweden
    Francesca Bria – Imperial Business School
    Ade Oshineye – Google
    Seda Gürses – K.U. Leuven
    Ilya Zhitomirskiy – Diaspora
    Fabrizio Sestini – European Commission
    Moderation: Gerladine de Bastion

    Disclaimer: Der Autor ist organisatorisch in die Veranstaltung involviert.

    3. Juni 2011
  • : Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web
    Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web

    Am vergangenen Freitag gab es in der Konrad-Adenauer-Stiftung eine Veranstaltung mit Vint Cerf über die Zukunft des World Wide Web. Davon gibt es bei der KAS einen Bericht: Glühbirne mit Internet. Und eine MP3 des knapp zweistündigen Vortrages mit anschließender Diskussion.

    30. Mai 2011 3
  • : #servergate: Durchsuchungsbeschluss geleakt
    #servergate: Durchsuchungsbeschluss geleakt

    Zur Durchsuchung des Rechenzentrums in Offenbach vom Freitag den 20. Mai 2011, bei dem ein Großteil der Server der Piratenpartei beschlagnahmt und teilweise durchsucht worden war, wurde heute morgen offenbar der Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Darmstadt vom 19. Mai geleakt. Die betroffene Firma bestätigte auf unsere Anfrage hin die Authentizität des Inhalts.

    Der Beschluss bestätigt auch die bisherigen Berichte nach denen die Behörden versuchten, über die Beschlagnahme an Informationen über Verdächtige zu kommen, die möglicherweise an Angriffen auf die Webseite des französischen Energiekonzerns EDF beteiligt waren. Im Beschluss dagegen nicht genannt wird der von der Piratenpartei verkündete Sachverhalt, es sei nach einem SSH-Schlüssel gesucht worden.

    Fehlendes Rechtshilfeersuchen, mangelhafte Rechtsgüterabwägung

    Die Tatsache, dass es sich beim Betreiber der betroffenen Dienste um eine Partei mit besonderem Schutz nach Art. 21 Grundgesetz handelte, deren gesamte Kommunikationsinfrastruktur durch die Maßnahme für viele Stunden lahmgelegt wurde (und wohl für Wochen durch dauerhafte Server-Beschlagnahme ausgeschaltet worden wäre, wenn sie nicht vor Ort kooperiert hätte), spielte in der Abwägung des Grundrechtseingriffs offenbar keinerlei Rolle. Eigentlich kann dem richterlichen Beschluss attestiert werden, dass überhaupt keine entsprechende Rechtsgüterabwägung stattgefunden hat.

    Rechtsanwalt Thomas Stadler weist in seinem Blog Internet-Law.de noch auf eine andere wichtige Tatsache hin, die in der bisherigen Diskussion ziemlich untergegangen ist: Durchsucht wurden ja nicht Räume der Piratenpartei, sondern ein Rechenzentrum in Offenbach, das lediglich IT-Dienstleistungen erbringt. Da dessen Betreiberfirma nicht Beschuldigte im Verfahren ist, wären für die Durchsuchung ihrer Räumlichkeiten eigentlich noch deutlich höhere Anforderungen an die Verhältnismäßigkeitsprüfung zu stellen gewesen. Stadler kommt insgesamt zu dem Schluss, dass der Beschluss des AG Darmstadt bereits „bei rudimentärer Prüfung evident unverhältnismäßig und rechtswidrig“ sei.

    Entgegen der Aussage der Staatsanwaltschaft Darmstadt, es habe ein „justizielles Rechtshilfeersuchen“ vorgelegen, bestätigt der veröffentlichte Beschluss auch die Version der Piratenpartei, dass die Übermittlung eines solchen Ersuchens lediglich angekündigt worden sei. Nach Ansicht des Richters war die Beschlagnahme vorab dennoch „aufgrund der Flüchtigkeit von Daten im Internet“ zu rechtfertigen. Straftverteidiger Udo Vetter, schätzte den Vorgang auf Twitter spontan als „vorauseilenden Gehorsam deutscher Gerichte gegenüber der französischen Justiz“ ein.

    Piratenpartei: „Beschluss war rechtswidrig“

    Die Piratenpartei hat derweil Beschwerde eingelegt (Beschwerdeschrift, PDF) und beantragt, den Beschluss aufzuheben, sichergestellte „Gegenstände“ herauszugeben, gespeicherte Daten zu löschen und festzustellen, dass der Beschluss rechtswidrig war.  Der Beschluss verstoße „klar gegen das Übermaßverbot“, da er „im wahrsten Sinne des Wortes „maßlos““ und damit echtswidrig sei. Die Sache wird also noch ein interessantes juristisches Nachspiel haben.

    (Der veröffentlichte Text enthält einen Schreibfehler im Wort „Darmstat“ im Seitenkopf und auch die Domain an einer Stelle genannte Domain „piraten-pad.de“ existiert nicht, was einerseits misstrauisch macht, allerdings auch auf OCR-Scan- oder Abtippfehler zurückzuführen sein kann. Das Aktenzeichen stimmt mit dem überein, das gestern bereits auf Twitter die Runde machte. [Update: Die Piratenpartei bestätigt, dass die Schreibfehler so auch im Original zu finden sind.])

    Der veröffentlichte Inhalt des Durchsuchungsbeschlusses

    Update: Da es verschiedene Aussagen gibt, ob die Veröffentlichung des Durchsuchungsbeschlusses jetzt legal (im Sinne der Pressefreiheit) oder illegal (eben nicht im Sinne der Pressefreiheit) ist, verlinken wir der Einfachheit halber auf die Quelle bei pastebin.

    Aixit GmbH NOC, Aixit GmbH
    25. Mai 2011 59
  • : Dradio Wissen: Antifeatures – Funktionen, die wir nicht wollen
    Dradio Wissen: Antifeatures – Funktionen, die wir nicht wollen

    Wer hat sich noch nicht über die nervigen Kopier-Hinweise beim Starten einer DVD geärgert, die mit vielen DVD-Player nicht übersprungen werden können? Oder darüber, dass in den USA gekaufte DVDs bei Freunden hier manchmal nicht abgespielt werden können? Wer freut sich im Urlaub über das SIM-Lock seines Mobiltelefons? Heute wurde ich von Dradio Wissen zu diesen „Anti-Features“, oder im Deutschen „Anti-Funktionen“, interviewt. Weil es bei dem Interview (Audio) etwas schnell ging, hier eine kurze Zusammenfassung (vermutlich hatte ich noch zu viel Schwarztee im Kreislauf ;) ):

    23. Mai 2011 33
  • : #servergate: Piratenpartei wehrt sich gegen Server-Beschlagnahme
    #servergate: Piratenpartei wehrt sich gegen Server-Beschlagnahme

    Nachdem am Freitag in einer fragwürdigen Aktion ein Großteil der Server der Piratenpartei vorrübergehend vom Bundeskriminalamt (BKA) beschlagnahmt und vom Netz genommen wurden (wir berichteten), wehrt sich die Partei nun gegen das Vorgehen. Beim verantwortlichen Amtsgericht Darmstadt sei Beschwerde gegen den Durchsuchungsbeschluss und die Beschlagnahme eingelegt worden, die die PIRATEN als unnötig und unverhältnismäßig kritisieren. Der Umfang der Aktion sei überzogen und der Termin kurz vor der Bremer Bürgerschaftswahl ein absoluter Skandal, erklärte der Bundesvorsitzende Sebastian Nerz. Geklärt werden müsse, ob die erfolgte Durchsuchungs- und Beschlagnahmeanordnung rechtlichen Vorgaben entsprochen hat, insbesondere ob die Grundsätze der Verhältnismäßigkeit gewahrt wurden.

    21. Mai 2011 83
  • : #servergate – Polizei beschlagnahmt Piratenpartei-Server
    #servergate – Polizei beschlagnahmt Piratenpartei-Server

    In einem wohl bislang einmaligen Vorgang wurden am Freitagmorgen die Server der Piratenpartei von der Polizei beschlagnahmt. Studenlang waren die Dienste nicht erreichbar.

    Nach Angaben der Partei hatte die Polizei in Folge eines französischen Ermittlungsersuchens am Freitagmorgen auf Durchsuchungsbefehl der Staatsanwaltschaft Darmstadt das Rechenzentrum der Firma aixit in Offenbach durchsucht und dort einen Großteil der IT-Landschaft der Partei beschlagnahmt. Betroffen waren nicht nur die Webseiten fast aller Parteigliederungen und das Wiki, sondern auch Kommunikationsinfrastrukturen wie Mailinglisten‑, Mail- und Jabber-Server. Inzwischen sind einige Server und zumindest die Webseite wieder online.

    Der Bundesvorstand der Piratenpartei kritisierte und verurteilte die Server-Abschaltung als massiven Eingriff in die Kommunikations- und Infrastruktur der Partei. Angesichts der bevorstehenden Bremer Bürgerschaftswahl sei ein massiver politischer Schaden entstanden. 2 Tage vor der Wahl kam gerade die Downtime der Webserver tatsächlich zu einem äußerst ungelegenen Zeitpunkt. Rechtsanwalt Thomas Stadler weist diesbezüglich in seinem Blog auch auf den eigentlich geltenden Schutz der Partei nach Artikel 21 Grundgesetz hin. Parteien seien vor Repression durch die Exekutive nach Möglichkeit zu verschonen, „weil das der Demokratie schadet“ schreibt auch Strafverteidiger Udo Vetter. Darüber hinaus macht Vetter klar, dass das Verlangen ausländischer Behörden nach Durchsuchung und Beschlagnahme keineswegs einen Automatismus bei den deutschen Behörden auslöst:

    20. Mai 2011 185
  • : Vorratsdatenspeicherung: NRW auf der Überholspur (3. Update)
    Vorratsdatenspeicherung: NRW auf der Überholspur (3. Update)

    Ich glaube, ich habe das schon einmal gefragt, aber: Sagt mal, liebe SPD, was läuft da eigentlich falsch bei Euch?

    Erst fordert Sigmar Gabriel „mit Blick“ auf die Tötung des Qaida-Chefs Osama Bin Laden die Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung, nun legt der nordrhein-westfälische Innenminister Ralf Jäger (SPD) laut einer Vorabmeldung aus dem Spiegel nach.

    Bei der nächsten Innenministerkonferenz im Juni werde Nordrhein-Westfalen einen Vorschlag unterbreiten, wie „künftig eine Mindestdatenspeicherung geregelt werden kann, ohne dass die Menschen Sorge haben müssen, ausgespäht zu werden“, so Jäger. Im Düsseldorfer Innenministerium wird unter anderem darüber nachgedacht, die Telekommunikationsfirmen zu verpflichten, ein halbes Jahr lang wichtige Nutzerdaten wie die sogenannte IP-Adresse, die Portnummer und die Zugangszeit aufzubewahren.

    Als Begründung wurde der Textbaustein „Schwerstkriminalität und Terrorismus“ verwendet.

    7. Mai 2011 84
  • : Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht
    Rheinland-Pfalz: Rot-Grüner Koalitionsvertrag veröffentlicht

    Den rot-grünen Koalitionsvertrag aus Rheinland-Pfalz hatte ich eigentlich erst am Wochenende erwartet. Ganz so, wie von der Tagesschau angekündigt.

    Mein Plan: Vorher kurz bei Pia Schellhammer anfragen, ob sie mir einen Ansprechpartner für Netzpolitik in Rheinland-Pfalz nennen könne, dem ich ein paar Fragen stellen kann. Bei der SPD wollte ich in der Zwischenzeit auch noch fragen.

    Könne sie, lautete die Antwort. Der Ansprechpartner für Netzpolitik bei den Grünen sei sie nämlich selber. Und den Koalitionsvertrag (PDF) hat sie auch gleich mitgeschickt. Ein Statement zu den netzpolitisch relevanten Punkten findet man in ihrem Blog, meine Anmerkungen unten.

    Was steht drin?

    6. Mai 2011 18
  • : Kinderpornographie in Tauschbörsen: Kein Zutritt zur geschlossenen Gesellschaft
    Kinderpornographie in Tauschbörsen: Kein Zutritt zur geschlossenen Gesellschaft

    Als Bitkom am Montag vorpreschte und im Namen des „White IT“ verkündete, „unentgeltliche Tauschbörsen“ seien der „größte Markt“ für kinderpornographische Bilder, war die Verwunderung nicht nur bei uns groß.

    Die Darstellung der Studie des Kriminalwissenschaftlichen Instituts der Uni Hannover in der Bitkom-Pressemeldung warf einfach die ein oder andere Frage auf.  Handelt es sich um frei verfügbares Material? Werden die Inhalte verschleiert?

    Und welche p2p-Plattformen sind überhaupt betroffen? Oder sind vielleicht doch eher geschlossene Tauschzirkel gemeint? Glaubt man einem Artikel bei Silicon.de, reden wir über geschlossene Tauschzirkel:

    4. Mai 2011 15
  • : Hidden Feature in Android: Peilsender
    Hidden Feature in Android: Peilsender

    Tja, da baut Apple so ein schönes Feature ein, und was macht man als Besitzer eines Smartphones mit Googles Android-Betriebssystem? Man ärgert sich, dass das eigene Gerät nicht auch gleich ab Werk eine eingebaute Vorratsdatenspeicherung hat und Bewegungsprofile aufzeichnet!

    Dabei muss man das gar nicht! Google war nämlich so freundlich, und hat Android mit einer ganz ähnliche Funktion ausgestattet. Nur eine schöne Software zur Visualisierung mit Google Maps oder OpenStreetMap, die gibt es wohl (noch) nicht inzwischen auch (Siehe Nachtrag). Ein Python-Script zum Auslesen der beiden Dateien mit den gespeicherten Positionsdaten hingegen gibt es, und zwar bei github:

    Following the latest days internet outrage/overreaction to the revelation that iPhone has a cache for its location service, I decided to have look what my Android devices caches for the same function.

    This is a quick dumper I threw together to parse the files from the Android location provider.

    The files are named cache.cell & cache.wifi and is located in /data/data/com.google.android.location/files on the Android device.

    You will need root access to the device to read this directory. […]

    21. April 2011 99