Technologie

ARTE-Dokumentation: Kaufen für die Müllhalde

Diese Dokumentation über Elektroschrott gibt es noch die kommenden Tage in der ARTE-Mediathek zu sehen, bis sie depubliziert wird: Kaufen für die Müllhalde.

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Aus der Beschreibung:

Glühbirnen, Nylonstrümpfe, Drucker, Mobiltelefone – bei den meisten dieser Produkte ist das Abnutzungsdatum bereits geplant. Die Verbraucher sollen veranlasst werden, lieber einen neuen Artikel zu kaufen, als den defekten reparieren zu lassen. Die bewusste Verkürzung der Lebensdauer eines Industrieerzeugnisses, um die Wirtschaft in Schwung zu halten, nennt man „geplante Obsoleszenz“. Bereits 1928 schrieb eine Werbezeitschrift unumwunden: „Ein Artikel, der sich nicht abnutzt, ist eine Tragödie fürs Geschäft“. Gestützt auf mehr als drei Jahre dauernde Recherchen, erzählt die Dokumentation die Geschichte der geplanten Obsoleszenz. Sie beginnt in den 20er Jahren mit der Schaffung eines Kartells, das die Lebensdauer von Glühbirnen begrenzt, und gewinnt in den 50er Jahren mit der Entstehung der Konsumgesellschaft weiter an Boden. Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Und Intellektuelle mahnen an, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, auf die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten.

Immer noch online ist bei ARTE auch diese Reportage aus dem Jahre 2009: Der digitale Friedhof in Ghana.

Millionen Tonnen ausgedienter Computer, Kühlschränke oder Fernseher sollen in Ghana zu günstigen afrikanischen Löhnen recycelt werden. Doch auf der Mülldeponie Agbogbloshie wird der „E-Waste“ zum giftigen Risiko für Mensch und Umwelt.

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43 Kommentare
    1. Im Moment werden 75% des Elektronschrotts NICHT korrekt recycled, sondern landen in der Dritten Welt. Die Ironie dabei ist, dass wir als Verbraucher beim Kauf des Produkts schon eine Abgabe fürs Recycling zahlen, und die landet natürlich nicht mit im Container, der dann nach Ghana geht… In Europa werden etwas 9 Millionen Tonnen Elektronschrott im Jahr produziert. In Ghana kommen zur Zeit etwa 500 Container davon an pro Monat. Weitere Zahlen: Basel Action Network, http://www.ban.org

  1. 1.) iPhone entsperren
    2.) Entertain Programm Manager öffnen
    3.) Suche nach „Müllhalde“
    4.) Arte HD „Kaufen für die Müllhalde“ auswählen
    5.) Aufnahme programmieren
    6.) Film ansehen, wenn man wieder zuhause ist und Zeit hat.

    Danke für den Tipp :-)

    1. @ Benni
      Eine gespiegelte Seite kenne ich nicht, aber vielleicht war das hier gemeint:
      http://zdfmediathk.sourceforge.net/
      (Da fehlt mit Absicht das „e“)
      Gibt’s fuer WIN und linux in einem zip. Auspacken, starten, Filme laden, fertig.

      —–
      Die meisten Dokus liegen laenger als die 1-Woche-erlaubt-Frist auf den Servern, sie sind nur nicht mehr auffindbar. Mit den „alten“ Mediathk-Filme-laden zips sieht man aber die deep-links und kann sie dann mit rtmpdump / flvstreamer (das ist das linux pendant) immer noch laden.
      ——
      Variante 2 hat Lalla schon beschrieben, aber die (Flash)Filme bringen meinen FF immer so in die Knie ….
      ——
      Variante 3 fuer mms://
      Auf den Seiten mal nach Barrierefrei schauen, dann den link kopieren, VLC, Konvertieren/Speichern, link einfuegen, RAW-dump anklicken, DATEINAME, fertig.

  2. Sehr schöne Doku.
    Bei dem immer wiederkehrenden Begriff: „geplante Obsoleszenz“ wird einem die Ironie dieses Beitrags bewusst – weil auch er absichtlich mit einem Verfallsdatum versehen wurde und schon in wenigen Tagen gelöscht wird. Tja dann muss sich wohl wieder ein neues Filmteam auf die energieintensive Reise begeben und einen neuen Beitrag zum gleichen Thema machen – der dann wieder nur 2 Wochen in der Mediathek zu sehen sein wird.

    Mit dem SScserve Programm habe ich das Leben meines Epson-Druckers auch schon verlängert. Wäre interessant ob man das flattern kann.

    Für mehr zum Thema kann ich übrigens folgendes empfehlen: http://www.storyofstuff.com/

    Und auch den Beitrag von Quarks und co zum Thema recycling – naja lohnt sich eigentlich nicht den zu erwähnen – bestimmt schon gelöscht: http://www.wdr.de/themen/global/webmedia/webtv/getwebtv.phtml?ref=70085

    Wird Zeit dass mal jemand ein Video über Depublikation macht…

  3. Mit rtmpdump 2.3 funktioniert der Download, wenn man den Parameter swfVfy korrekt setzt. Dies ist der Fall, wenn der Download nach rund 22 % oder 106 MB weiterläuft. Hab mir die Doku bereits gestern gesaugt, dummerweise hab ich unter Windows aber keine History über meine Konsolen-Eingaben :(

  4. Für die Ubuntu-User: Einfach das Video fertig laden lassen, den Browser mit dem Tab offenlassen, im Dateibrowser zu Dateisystem wechseln. Dann ist da ein Verzeichis /tmp/. Da liegt jetzt die Filmdatei drin mit nem kryptischen Namen wie „FlashA7x3g“ oder sowas in der Art. Die daann einfach kopieren und an ensprechender Stelle wieder einfügen, richtig benennen (im normalfall .avi) und gut ist. Funktioniert zumindest bei allen Flash-Videoplayern, die ich kenne.

  5. Hat mir auch gefallen, wobei ich bei paar Aussagen dann doch überrascht war, z.B. „Höhepunkt des Kalten Krieges, ende der 50iger Jahre“ oder so.
    Aber ansonsten, schade das der Beitrag einer geplanten Obsoleszenz unterliegt…

  6. Vollbeschäftigung lässt sich nur dann halten wenn immer mehr Produziert wird. Die Produkte lassen sich aber nur noch verkaufen wenn sie nicht lange haltbar sind.

    Der einzige Ausweg ist wenn man endlich über ein Bedingungsloses Grundeinkommen und über eine Abkehr von der Arbeitsgesellschaft nachdenken würde.

  7. Super Doku! Wir Verbraucher müssen endlich unseren Konsum umdenken und Politik und Unternehmen zum Handeln bringen. Einfach nur auf die Unternehmen zu fluchen ist da zu einfach, das stellt der Film m.E. auch wunderbar dar.

    Danke!

  8. Ein Unternehmen aus meinem Heimatort produzierte vor ca. 25 Jahren Aupufftöpfe aus Edelstahl, die nie kaputtgehen würden, in dem Glauben die Autoindustrie würde ihnen das Produkt aus den Händen reissen.
    Wollte aber niemand haben – nachdem die Produktionslinie dann ca. 10 Jahre auf dem Hof rumlag, wurden die Auspufftöpfe verschrottet…

    Nur ein Beispiel dafür, dass haltbare Produkte nicht gewollt sind

  9. Ich komme weder mit dem OrbitDownloader noch mit dem MediaThek-Prog zurecht. Würde mich über ein sinniges Tutorial sehr freuen.
    Damit nicht nur die Gläubigen bekehrt werden ;)

  10. „In Europa werden etwas 9 Millionen Tonnen Elektronschrott im Jahr produziert. In Ghana kommen zur Zeit etwa 500 Container davon an pro Monat.“
    Wenn ein Container 30t fasst, dann sind das 180.000t im Jahr, die nach Ghana gehen. Zahlen sind super…

  11. Ich erinnere mich an mein neues Apple Powerbook 5300, dessen Gehäuse nach einem halben Jahr zerbröselte. Rat vom „Kundendienst“: Ich soll den Rechner einsenden und die Reparatur würde ca. 3 Monate dauern. Da Apple sich weigerte, mir ein Ersatzgehäuse zu senden habe ich mit Glasfasermatte und Kustharz den Schaden selbst repariert. Dasselbe passierte mir auch bei einem preiswerten Gericom- Laptop und einem sauteuren Panasonic Toughbook(!).
    Bei mechanischen Schäden bemühe icj mich schon gar nicht mehr, mich mit sogenanntem Service herumzuschlagen. Ich mache es selbst.

    Dieser Film bestätigt mir nur, dass die Ware mit konstruierten Sollbruchstellen ausgeliefert wird.

    Es gibt die tolle Idee, Computer wieder aufzumotzen auch in Deutschland und ich meine, dass man dies mehr unterstützen sollte:
    http://www.reuse-computer.de/

  12. Hi,

    Sehr schöne Dokumentation. Danke!
    Sie wäre noch besser, wenn man auf die tieferliegenden Ursachen der Wachstumsideologie eingehen würde: Zinsen.
    Dazu pass tauch das Zitat Ghandis am Ende…aber auch so gelungene Doku.

  13. Brillianter Film !
    Das Problem nur wie fast immer: Wie „radikal“ müssen
    Versuche der Lösung aussehen, reicht ein Umsteuern
    im System oder ist das zu wenig ?
    Oder ist das schon die falsche Frage…? :-)

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