Hamburg
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: Netzpolitisches Gutachten für Überwachungszentrum der Bundesländer: Berlin lehnt IFG-Anfrage ab
: Netzpolitisches Gutachten für Überwachungszentrum der Bundesländer: Berlin lehnt IFG-Anfrage ab Zuletzt im Oktober hatten wir hier über den Aufbau eines Überwachungszentrums für die Telekommunikation berichtet, das die Bundesländer Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin in einem gemeinsamen Staatsvertrag verabreden wollen. Dieses „Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum“ (GKDZ) soll die digitalen polizeilichen Überwachungsaufgaben zentralisieren und dadurch Geld sparen. Eine ähnliche Einrichtung entsteht als „TKÜ-Zentrum Nord“ in Hannover, beteiligt sind die Länder Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen.
Das „TKÜ-Zentrum Süd“ wird nicht als polizeiliche Behörde geführt, in Dokumenten wird es als „zentraler Dienstleister“ für alle Formen der operativen Telekommunikationsüberwachung bezeichnet. Hierzu gehören „Speicherfähigkeit im Petabyte-Bereich“ und die „Analyse verschlüsselter Kommunikation und ggf. deren Entschlüsselung“.
Gutachten von Militärdienstleister und netzpolitschem Berater der CSU
Für den Aufbau der Anlagen des GKDZ in Leipzig und Dresden hat das Land Sachsen externe Gutachten eingeholt. Die technische Beratung erfolgte durch den Militärdienstleister ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH sowie durch das „Strategie- und Forschungszentrum Telekommunikation“ (SFZ TK), das vom Bundeskriminalamt, der Bundespolizei und dem Bundesamt für Verfassungsschutz betrieben wird.
Zur administrativen Umsetzung holte sich das Ministerium eine Expertise von Dirk Heckmann. Der Rechtswissenschaftler ist netzpolitscher Berater der CSU und neben zahlreichen weiteren Mitgliedschaften als Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Recht und Informatik tätig. Aus einer Präsentation des Berliner Datenschutzbeauftragten geht hervor, dass Heckmann für die Beratung zum Fünf-Länder-Überwachungszentrum ausgewählt wurde, da er als nebenamtlicher Richter am Bayerischen Verfassungsgerichtshof sowie als Leiter der Forschungsstelle für IT-Recht und Netzpolitik an der Universität Passau tätig ist.
Das von Heckmann erstellte netzpolitische Gutachten für das Überwachungszentrum ist allerdings nicht öffentlich – und so soll es nach dem Willen der fünf Bundesländer auch bleiben. Eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) wurde vom Land Berlin zunächst mit der Zuständigkeit des Sächsischen Staatsministeriums des Innern beantwortet, von wo das entsprechende Gutachten in Auftrag gegeben wurde.
Sachsen sträubt sich gegen Transparenz
Das Land Berlin vertritt mittlerweile die Ansicht, dass es selbst zu den Auftraggebern des Gutachtens gehört. Zwar sei das sächsische Staatsministerium federführend, jedoch seien die übrigen Bundesländer an der Vorbereitung beteiligt. Eigentlich hätte es also möglich sein sollen, das Dokument über den Berliner Datenschutzbeauftragten, der sich selbst auf das Gutachten beruft, zu erhalten.
IFG-Anfragen müssen innerhalb von vier Wochen beantwortet werden. Erst nach weiteren zwei Monaten sah sich das Land Berlin jedoch in der Lage, dem Petenten zu antworten – mit einer Ablehnung. Es bestehe demnach kein Recht auf Akteneinsicht, da Sachsen – im Gegensatz zu Berlin – noch kein IFG erlassen hat. Zwar ist die Umsetzung im sächsischen Koalitionsvertrag von CDU und SPD angekündigt, passiert ist aber noch nichts. Auf diese Weise behält Sachsen das Recht, gegen die Veröffentlichung des gemeinsam beauftragten Gutachtens ein Veto einzulegen.
Das Bundesland hat überdies für eine weitere Firewall gegen die Veröffentlichung gesorgt. Nach Eingang der IFG-Anfrage hatte der Berliner Senat die Regierungen in Brandenburg, Thüringen und Sachsen-Anhalt erst gar nicht wegen der Zustimmung zur Veröffentlichung angeschrieben, denn die drei Bundesländer haben wie Berlin seit einigen Jahren selbst Informationsfreiheitsgesetze erlassen.
An Berlin vorbei hat das sächsische Staatsministerium die übrigen beteiligen Ministerien trotzdem nach ihrer Zustimmung zur Herausgabe des Gutachtens angefragt. Laut dem Bescheid hätten auch diese die Veröffentlichung des netzpolitischen Gutachtens für das gemeinsame Überwachungszentrum abgelehnt. Eine Begründung wurde nicht mitgeteilt.
Der gesamte Verlauf der IFG-Anfrage findet sich hier.
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: #netzrückblick 32C3 – der vierte Tag
<a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0 </a>via <a href="https://www.flickr.com/photos/------------------------------/23912833751/">flickr/t–h–s</a> : #netzrückblick 32C3 – der vierte Tag Der 32c3 schließt seine Pforten. Doch seine Community präsentiert sich am gestrigen, letzten Tag des Hackerkongresses erneut im Öffnungsprozess: Jede Menge Denk- und Rechenleistung floss in diesem Jahr darein, „Gated Communities“, also abgeschottete Sphären der Exklusivität, zu überwinden. Die viertägige Veranstaltung endete mit dem Appell, die erdrückenden Herausforderungen als Teil einer gesamten Gesellschaft anzunehmen und sich ihnen zu stellen, statt sich abzukapseln, zurückzuziehen und die eigene Community gegenüber dem bedrohlichen Äußeren zu verschließen.
Die Herausforderungen sind nicht geringer geworden, zu dem Ergebnis kommen Rop Gonggrijp und Frank Rieger am Ende ihrer Retrospektive „Ten years after ‚We Lost The War’ „. Doch der Abschlusstag hatte auch für solche TeilnehmerInnen etwas zu bieten, die vor zehn Jahren noch nicht auf dem Kongress waren.
In den frühen Morgenstunden fand die szenische Lesung der nsaua-Protokolle statt und ist nun als Video verfügbar. Auf den Punkt gebracht wurden hier die tragischen und komischen Höhepunkte einiger Mitschriften aus dem Geheimdienstuntersuchungsausschuss. In wenigen ausgewählten Dialogen machte dieses dokumentarische Hörspiel die Absurditäten, Grenzen und Chancen bei der Arbeit im NSA-Untersuchungsausschuss erfahrbar – all das, was sonst immer tief in unseren Protokollen schlummert, oder das, was bei den Zeugenvernehmungen eben nicht gesagt wird.
Presseberichte
Zeit-Online greift die Zukunftsvision von Frank und Rop auf: Reparaturarbeiten am Raumschiff Erde:
„Niemandem nützt der Streit, wer der beste Programmierer oder welche die beste Linux-Distribution ist“, sagt Gonggrijp. Die Szene solle stattdessen weiterhin andere gesellschaftliche Akteure integrieren. Eine Möglichkeit sehen die beiden darin, Beweise zu sammeln. Beweise, wie sie Snowden öffentlich machte. Diese müssten korrupten politischen Systemen vorgehalten werden. Dass sich dadurch sehr schnell etwas ändere, glauben die beiden jedoch nicht. Rieger und Gonggrijp betonen, dass es eine Errungenschaft des CCC sei, Hacker, Künstler, Journalisten und Aktivisten zusammengebracht zu haben. Darauf seien sie stolz.
golem.de kritisierte den abschließenden Appell an die Hacker-Community:
Man könne durchaus Dinge verändern, wenn man nicht reinem Wunschdenken verfalle. Das klang sehr nach Zweckoptimismus und Durchhalteparolen. Denn auch den Hackern dürfte inzwischen klar sein: Politische Verhältnisse lassen sich nicht einfach durch eine bessere Technik verändern. Eine bessere Krypto schützt nicht alleine vor mehr Überwachung. Neue Beteiligungstools machen die Welt noch nicht von selbst demokratischer. Wer wie Rieger so tief dem politischen System misstraut, dürfte darin wenig Möglichkeiten für Veränderungen sehen.
Das Hamburger Abendblatt (dpa) stellte unter dem Titel „Hacker – die Typen mit Kapuzenpulli sind die Guten“ fest:
Auf dem Kongress gab es die verbreitete Sorge, dass Terrorangst und Sicherheitsdenken eine freie Entwicklung der digitalen Gesellschaft massiv einschränken. Zum Schluss aber überwog Aufbruchstimmung.
Süddeutsche.de „Diese Frau will Facebook überflüssig machen“:
Ebenfalls bei der Süddeutschen wird überlegt, was die Zukunft für den Congress selbst bringen wird: „Gated Communities“ – ein treffendes Motto. Die Türen im Netz sind geschlossen:
Es gibt deshalb Club-Mitglieder wie den langjährigen CCCler Volker Birk, einen Bürgerrechtler, die das Wachstum kritisch sehen: „Wir sind nicht ausschließlich gut darin, groß zu sein.“ Da wirkt es wie ein Symbol, dass die Clubwebseite unter der Last der Besucher während des Kongresses dauernd zusammenbricht. Funktioniert die intransparente Struktur und das Prinzip der Freiwilligkeit weiterhin? Auch in einem Club mit Tausenden Mitgliedern, Millionen Euro an Kosten und Einnahmen pro Jahr und mit der Verantwortung, für eine demokratische Gesellschaft, für Bürger- und Menschenrechte in einer digitalen Welt einzustehen? Darüber wird auch im Club debattiert. Dringlicher aber ist: Wo soll man im nächsten Jahr tagen? Gesucht wird ein sehr, sehr großes Gebäude.
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: #netzrückblick: 32C3 – der dritte Tag
<a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode“>CC BY 2.0</a> via flickr/<a href=“https://www.flickr.com/photos/------------------------------/23400752393/“>t--h--s</a> : #netzrückblick: 32C3 – der dritte Tag Am dritten Tag des 32. Chaos Communication Congress haben die Berichte über den Kongress abgenommen, dabei ging es hier munter weiter. Der Kongress ist für heute noch nicht vorbei, aber wir fangen schonmal mit der Zusammenfassung an und geben ein paar Tipps für den letzten Tag.
Der Talk von Markus über unseren vermeintlichen Landesverrat ist mittlerweile online. Unsere Hoodies und Shirts kamen gestern übrigens sehr gut an, für die Spenden wollen wir uns hier nochmal bedanken. Leider hatten wir nicht mehr alle Größen ausreichend da, nächstes Mal sind wir hoffentlich besser vorbereitet.
Heute Abend um 00:15 in Halle 2 findet die Lesung aus unseren Protokollen des NSA-Untersuchungsausschusses statt. Die möchten wir euch natürlich wärmstens Empfehlen. Anna und Constanze werden zusammen mit cbass und Felix die schönsten, absurdesten und lustigsten Momente aus dem Ausschuss vorlesen. Felix ist eine Hälfte des Podcasts „Technische Aufklärung“ in dem auch cbass regelmäßig auftritt. Geeignet ist das Ganze natürlich genauso für die, die schon im Ausschuss waren, wie für die, die es noch nicht geschafft haben.
Presseberichte
Spiegel Online: Hacker auf Klassenfahrt:
In dem heutigen Spiegel-Artikel wird der Kongress als Klassenfahrt beschrieben. Eigentlich keine große Sache, würde der Artikel nicht bemängeln, es gäbe zu wenig Politik und Debatte hier auf dem Kongress. Ein bisschen einseitig werden die klassischen Klischees ausgepackt und der Kongress als Selbstbeweihräucherung abgetan. Schade, statt über die Auswahl der genannten Vorträge eine gewisse Irrelevanz des Kongresses zu suggerieren, hätte der Spiegel auch einfach den Fahrplan verlinken können.Man feiert sich selbst, johlt aber auch bei den Seitenhieben auf den Innenminister (dessen Frage, ob er die Krisennummer des CCC bekommt, in ein lustiges Elektrolied gemischt wird), oder den designierten BSI-Chef („Cyberclown“). Das war es dann auch mit dem Polit-Quatsch.
Deutschlandfunk: Liebenswürdig und doch politisch
Der 32. Chaos Communication Congress in Hamburg zeigt: Der Chaos Computer Club ist längst von einem Hackerverein zu einer Nichtregierungsorganisation gewachsen, die die Bürgerrechte in der Digitalen Welt verteidigen will, kommentiert Manfred Kloiber. Dabei erhalte er sich eine unbekümmerte Leichtigkeit.
Heise I: Verschlüsselung gängiger RFID-Schließanlagen geknack:
Schlechte Nachrichten für alle, die ihren klassischen Haus- oder Büroschlüssel durch eine Chipkarte ersetzen wollen oder dies bereits getan haben: Die zugehörigen RFID-Transponder für einschlägige elektronische Schließsysteme könnten teils „trivial einfach“ geklont werden.
Heise II: Innovation Center Vila Nova Esperança – ein Makerspace in der Favela:
Auf dem Chaos Communication Congress in Hamburg hat Miguel Chaves über den Aufbau eines Makerspaces in der Favela Vila Nova Esperança im brasilianischen São Paulo berichtet. Der Space heißt „Innovation Center Vila Nova Esperança“ (ICVNE) und wurde im letzten Jahr aufgebaut.
Heise III: Red Star OS – ein Betriebssystem für eine Diktatur:
Das von der nordkoreanischen Regierung herausgegebene linuxbasierte Betriebssystem Red Star OS hat mit seinem unbeholfenen Versuch, die Oberfläche von Windows und MacOS X nachzuahmen, in den vergangenen Jahren vor allem für Heiterkeit gesorgt. Doch eine nähere Analyse zeigt: Das System ist ein Werkzeug eines totalitären Überwachungsstaates.
Golem: Die Milchmädchenrechnung des Fredy Künzler
Wie hoch sind die wirtschaftlichen Kosten durch lange Ladezeiten im Internet? Der Schweizer Internetunternehmer Fredy Künzler von Init7 hat dazu eine eigene „Milchbüechlirächnig“ aufgestellt.
Vorschau
Für den letzten Tag haben wir bereits in unseren Netzpolitischen Programmempfehlungen einige Tipps verlinkt, zwei davon stellen wir hier nochmal vor:
12:45 Uhr, Saal 1: Crypto Wars Part II – Regierungen wollen immer öfter sicherer und vertraulicher Kommunikation an den Kragen. Die „Bösen“ sollen nicht verschlüsselt kommunizieren dürfen, aber dabei würde sichere Kommunikation für uns alle sterben. Quellenschutz für Journalisten würde bei digitaler Kommunikation unmöglich, und Aktivisten auf aller Welt müssten um ihre Sicherheit fürchten.
17:15 Uhr, Saal 1: Predicting Crime in a Big Data World – Immer mehr Daten werden von Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung von Verbrechen gesammelt. Dabei wird nicht nur die Unschuldsvermutung aufgehoben, sondern die Algorithmen zur Auswertung der Datenhaufen wirken selbstverstärkend auf Klischees und tragen zur Vorverurteilung von Personen bei, die zu sogenannten „Risikogruppen“ gehören.
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: #netzrückblick: 32C3 – der zweite Tag
Das CCH in Hamburg (Foto: <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">CC BY 2.0</a> by t--h--ss via <a href="https://www.flickr.com/photos/------------------------------/23912833751/">flickr</a>) : #netzrückblick: 32C3 – der zweite Tag Der zweite Tag des 32. Chaos Communication Congress ist noch nicht ganz vorüber, aber wir werfen schon mal einen Blick auf die bisherigen Presseberichte und haben ein paar Empfehlungen für den morgigen, dritten Tag zusammengestellt.
Mittlerweile ist der Vortrag von Anna über den NSA-Untersuchungsausschuss vom ersten Congress-Tag als Aufzeichnung verfügbar – wir empfehlen ihn allen, die wissen wollen, wieviele tausende Seiten Akten bisher angelegt wurden und was die wichtigsten Erkenntnisse der letzten eineinhalb Jahre waren.
Heute Nachmittag hat dann unser Chefredakteur Markus Beckedahl in einer knappen halben Stunde die Landesverrat-Ermittlungen vor einem vollen Saal 1 zusammengefasst (Aufzeichnung) und unsere Forderungen vorgestellt: Unter anderem eine Reform des Begriff „Staatsgeheimnis“, ein Whistleblower-Gesetz, das seinen Namen verdient, sowie ein Ende der Massenüberwachung und der Vorratsdatenspeicherung.
Absolut empfehlenswert ist auch die Plakatausstellung im Erdgeschoss bei der Garderobe mit den Zeichnungen von Stella Schiffczyk. Sie zeichnet seit April dieses Jahres die Zeug*innen im NSA-Untersuchungsausschuss, weil dort die Aufnahme von Bild und Ton nicht gestattet ist.
Presseberichte
NDR: Hacker verteilen Lob und Tadel für Regierung
Frank Rieger vom Chaos Computer Club macht sich vor allem Sorgen um die Sicherheit der vielen Vorratsdaten. „Wir wissen eigentlich, dass es gegen einen gezielten Angriff mit staatlichen Ressourcen momentan keine Möglichkeiten gibt, so große Datenbestände die bei so vielen unterschiedlichen Providern liegen, effektiv zu sichern“, sagt er. Man könne davon ausgehen, dass ausländische Geheimdienste hinter diesen Daten her wären.
Golem: Aktivisten geben Netzneutralität noch nicht verloren
In der Debatte um die Netzneutralität haben Netzaktivisten im Oktober eine schwere Niederlage erlitten. Doch sie wollen weiterkämpfen und setzen auf die EU-Regulierungsbehörde und eine öffentliche Konsultation im kommenden Sommer.
Zeit Online: Das Zensurbesteck moderner Autokraten
Es sind keineswegs nur die Regierungen von China, Nordkorea und dem Iran, die Inhalte und Websites vor ihren Bürgern und Besuchern verstecken wollen. So etwas passiert auch mitten in Europa und praktisch allen anderen Ecken der Welt. Zu welchen Mitteln Staaten dabei greifen, wie Zensur sichtbar gemacht und wie sie umgangen werden kann, ist ein wichtiges Thema auf dem 32. Chaos Communication Congress (32C3) in Hamburg.
Spiegel Online: Hacker knackt Onlinebanking-App
Mithilfe von zwei Apps soll man alle Bankgeschäfte auf dem Handy erledigen können, inklusive Berechnung der Transaktionsnummer (TAN). Ein junger Hacker hat das Verfahren nun zum zweiten Mal überlisten können. Auf dem Hacker-Kongress desChaos Computer Clubs zeigt er am Montag, wie leicht das System anzugreifen ist.
Spiegel Online: Sicherheitslücke im Brustkorb
Marie Moe hatte keine Wahl, welches Gerät man ihr einbaut. […] Als sie wieder aufwachte, trug sie einen Herzschrittmacher, wie üblich ein Modell, das die Ärzte ausgesucht haben. Die 37-jährige Norwegerin hat in Informationssicherheit promoviert, sie weiß um Sicherheitslücken in Software und Hardware, die finden sich schließlich fast überall. Und nun fragt sich Moe seit Jahren, wie sicher eigentlich dieses eine Gerät in ihrer Brust ist. […] Sie fand heraus, dass ihr Leben nicht nur von dem Schrittmacher selbst, sondern von mehreren Geräten abhängt und dass ihr Schrittmacher auch von außen ansteuerbar ist.
futurezone: Junghacker als Antwort auf Quantencomputer
Quantencomputer, in Chips versteckte Überwachungstechnik, Netzsperren: An allen Ecken und Enden scheint das Ideal eines selbstbestimmten und freien Lebens in der digitalen Gesellschaft in Gefahr. „Die Stimmung ist schon etwas gedrückt, wir sind in einem Tal“, sagt Frank Rieger, einer der Sprecher des Chaos Computer Clubs (CCC), am Montag in Hamburg.
Sicherheitslücken bei Systemen zur Zugkontrolle
Süddeutsche Zeitung: Wer schützt Züge vor Hackern?
Da die Welt immer vernetzter wird, werden Systeme an Internet oder Mobilfunknetz angeschlossen, die nie dafür gedacht waren. Signale und Weichen etwa, die Züge steuern, wurden früher mechanisch betrieben. Heute werden sie elektronisch gesteuert und damit ein mögliches Einfallstor für Hacker.
Heise: Automatische Zugsicherung und vernetzte Bahntechnik im Hackervisier
Vor Sicherheitslücken in vernetzten Systemen zur automatischen Zugkontrolle (ATC), in computer-basierten Stellwerken sowie anderer im Eisenbahnwesen verstärkt eingesetzter Informations- und Unterhaltungstechnik hat die russische Hackergruppe Scada Strangelove gewarnt, die sich auf Industrieanlagen spezialisiert hat.
Vorschau
Für den dritten Tag haben wir bereits in unseren Netzpolitischen Programmempfehlungen einige Tipps verlinkt:
11:30 Uhr, Saal 1: „Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik – Mahas Vorträge zu sprachlichen Floskeln gehören seit mehreren Jahren zu unserem Pflichtprogramm. Dieses Jahr wird er mit Kai Biermann politischen Redestrategien nachgehen und Zitate zu aktuellen Themen auseinandernehmen. Mit dabei: Vorratsdatenspeicherung, der „Kampf gegen Terror“ und Landesverrat.
18:30 Uhr, Saal 1: 10 years after ‚We Lost The War’ – Vor zehn Jahren haben Rop und Frank auf dem Congress einen Talk gehalten, in dem sie eine düstere Zukunft vorhergesehen haben. In diesem Jahr werden sie darauf eingehen, was sich bewahrheitet hat, was anders gekommen ist und was uns in den nächsten zehn Jahren in Sachen Überwachung und Digital Rights erwarten könnte.
00:15 Uhr, Saal 2: Grundrechte gelten nicht im Weltall! – Die Sitzungen im NSA-Untersuchungsausschuss grenzen nicht selten an Realsatire und des öfteren wünschen wir uns auf der Besuchertribüne Popcorn. Das könnt ihr auf dem 32c3 gerne mitbringen, wenn Constanze, Anna und noch einige andere die denkwürdigsten, witzigsten und gleichzeitig traurigsten Stellen aus den Protokollen auf der Bühne darstellen werden.
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: #32C3: Die Atmosphäre – so fühlt sich der Congress an
<a href=“https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/legalcode“>CC BY 2.0</a> via flickr/<a href=“https://www.flickr.com/photos/------------------------------/23368569303/“>t--h--s</a> : #32C3: Die Atmosphäre – so fühlt sich der Congress an Neben einem Blick auf die großen Themen und Vorträge auf dem #32C3 wollen wir die schöne Atmosphäre hier nicht außen vor lassen. Auch wenn sich das kaum auf einzelne Begebenheiten herunterbrechen lässt, versuchen wir hier einen kleinen Einblick in das Congress-Leben zu geben – wohlwissend, dass die Wahrnehmung durchaus verschieden sein mag.
Die Vorträge
Da die Vorträge mehr Interessenten haben als die Säle Plätze, wird vor Beginn „defragmentiert“: Wer neben einem freien Platz sitzt, hebt die Hand. So finden Suchende auch noch eine Sitzgelegenheit. Nach Vortragsbeginn hören viele konzentriert zu: Durch die hohen Lehnen ist zwar nicht zu sehen, wer einen Laptop auf dem Schoß hat oder mit dem Smartphone beschäftigt ist. Bei einem weiten Blick in das Publikum fällt jedoch auf, dass nur wenige ihre Köpfe gesenkt haben. Unruhig wird es meist erst wieder, wenn der Vortrag zu Ende ist und die Fragerunde beginnt. Dann stehen viele bereits auf und machen sich auf zu ihrem nächsten Ziel. Das ist bei dem großen Angebot verständlich, es sollte aber bedacht werden, dass das immer auf Kosten der Redner geht.
Die Workshops
Die Workshops finden in den Hallen, Fluren und Gängen statt. Viele runde Tische sind belegt mit Hardware jeglicher Art und verschiedensten Schildern, Bannern und Displays, die Auskunft geben über die Gruppe, den Verein oder die Organisation die an dem Tisch sitzt. Dies sind die Assemblies, die ständigen Vertretungen der einzelner Gruppen. An Workshops wird alles angeboten zwischen klassischer Crypto-Party, Nähen, Hardware-Hacking oder politischen und sozialen Debatten.
Die Assemblies
Wesentlicher Bestandteil des Kongresses ist das Netzwerken. In den Assemblies werden Ideen und Projekte vorgestellt, besprochen und weiterentwickelt. Verschiedenste Gruppen mit unterschiedlicher Herkunft treffen sich, teilweise zum ersten, teilweise zum zehnten Mal. Menschen beugen sich zu dritt über Bildschirme, diskutieren Möglichkeiten und Herangehensweisen oder basteln an Hardware, Platinen und deren Steuerung.
An den Rand setzen
Zum Kongress gehört aber auch das Herumirren, Herumsitzen und Quatschen. Gängige Sätze sind: „Wo geht es als Nächstes hin?“, „Ich hol’ noch schnell ’ne Mate!“ oder „Der Vortrag über XY ist in einer halben Stunde in Saal 2.“ Bei der Pause zwischendurch sind die Sitzgelegenheiten und der Fußboden sehr willkommen. Dann wird in Ruhe überlegt was noch ansteht, welcher Vortrag noch besucht wird und welcher doch lieber weggelassen wird. Die Vorträge werden alle aufgezeichnet und können auch später noch angeschaut werden.
Hunger und Durst
Die vielen Stände mit Essen und Trinken lassen keine Wünsche offen. Mögliche Sattmacher sind Hotdogs, Waffeln, Crèpes, Brezeln, Pommes und Burger, Vegetarische Gerichte und vieles weitere. Alternativen zur Mate sind die Kaffeestände, vorzugsweise die mit Siebträgermaschine. Das Gebäude muss also nur zum Schlafen verlassen werden, wobei manche Hartgesottene auch darauf verzichten und sich in den Hallen ein Plätzchen zum Dösen suchen. Doch nicht nur nachts, sonder auch zwischendurch kann es mal gut tun für einen Moment die Augen zu schließen.
Auch mal Stehenbleiben
Empfehlenswert ist ein entspannter Streifzug durch die vielen Hallen und Gänge. Dabei lassen sich prima Dinge entdecken. Etwa die Pantomime-Gruppe, 3D-Drucker, die Rohrpost oder ein unverhofftes Gespräch. Nicht zu vergessen sind die Dekorationen, die vielen bunten Lichter, die Spielereien und die Kuriositäten die hier entdeckt werden können und auch maßgeblich zur Stimmung beitragen.
Entspanntes Miteinander
Die Gänge und Flure atmen mit den Zyklen der Vorträge Menschen ein und aus. Dabei bleibt es aber immer angenehm rücksichtsvoll. Hektik hat wenig Chancen auf dem Kongress. Wer etwas mehr Ruhe braucht ist jedoch gut beraten sich von den Eingängen der Säle zu entfernen oder an einem der „Shared Tables“ Platz zu nehmen. Ist ein Platz gefunden verschwimmen die Geräusche umher zu einem ruhigen Gemurmel, so lässt es sich zur Ruhe kommen, selbst konzentriertes Arbeiten ist dann kein Problem mehr.
Fremde Sprachen
Die meisten Vorträge werden auf Englisch und Deutsch gehalten, auf den Fluren kamen dann noch weitere Sprachen hinzu: Immer mal wieder waren auch spanische und französische Gesprächsfetzen zu hören. Ausbaufähig ist die Zahl internationaler Gäste und Teilnehmer natürlich trotzdem. Sprachprobleme in den Vorträgen sollte es deshalb trotzdem nicht geben: Für alle, die möchten, gibt es Übersetzungen, übertragen auf einer Radiofrequenz. Generell ist die Barrierefreiheit gut ausgebaut. Wer etwa Probleme mit dem Hören hatte kann den Vorträgen trotzdem folgen, denn es gibt Bildschirme auf denen live mitgeschriebene Untertitel angezeigt werden.
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: #netzrückblick: Netzpolitische Programmempfehlungen für den Chaos Communication Congress
campact via <a href="https://www.flickr.com/photos/campact/20015040089/">flickr</a> (<a href="https://creativecommons.org/licenses/by-nc/2.0/">CC BY-NC 2.0</a>) : #netzrückblick: Netzpolitische Programmempfehlungen für den Chaos Communication Congress Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass wir für den Chaos Communication Congress eine netzpolitische Programmauswahl vorstellen – mit Talks, die wir selbst besuchen wollen und die wir euch ans Herz legen. Natürlich ohne Anspruch auf Vollständigkeit.
Die Tickets sind dieses Jahr schon im Voraus ausverkauft gewesen. Aber wer keines der Tickets ergattern oder zwischen den Jahren nicht nach Hamburg kommen kann: Keine Angst, es gibt auch einen Live-Streams und im Nachhinein Recordings.
Statt eines Jahresrückblicks in Buchform gibt es dieses Jahr jeden Tag im Dezember einen Artikel als Rückblick auf die netzpolitischen Ereignisse des Jahres. Das ist der 17. Beitrag in dieser Reihe. netzpolitik.org finanziert sich über Spenden. Wenn euch unsere Berichterstattung in diesem Jahr gefallen hat, freuen wir uns über ein kleines Weihnachtsgeschenk für unseren Blog.
Also: Hier unsere Favoriten in der Reihenfolge aus der derzeitigen Version des Fahrplans:
Tag 1, der 27. Dezember
12:45 Uhr, Saal 1: NSA-Untersuchungsausschuss: Zwischen Aufklärungswillen und Mauern aus Schweigen – Zugegeben, ein bisschen Eigenwerbung muss sein. Aber wir freuen uns natürlich, wenn ihr bei unserem Talk zum NSAUA dabei seid. Es wird um die letzten 22 Monate NSA-Ausschuss gehen – sowohl um die erlangten Erkenntnisse und Inhalte, mögliche Konsequenzen, die der Ausschuss nach sich ziehen könnte, als auch um einen Blick hinter die Kulissen der Ausschussarbeit.
12:45 Uhr, Saal G: Avoiding kernel panic: Europe’s biggest fails in digital policy-making – Ein Talk von Kirsten Fiedler und Walter van Holst über die Arbeit von NGOs, die sich in Brüssel auf EU-Ebene für digitale Bürgerrechte einsetzen.
In this talk, we want to analyse the EU’s biggest fails and explore the following questions: Where and why is the European Union failing? Can the EU learn from its failures? Where and what is the European digital rights movement? How do we make our advocacy more successful?
16:00 Uhr, Saal G: Netzpolitik in der Schweiz 2015/16 – Ein Blick auf die Schweizer Nachbarn in Sachen Netzpolitik und die Probleme, die gerade anstehen: vor allem das „Bundesgesetz betreffend die Überwachung des Post- und Fernmeldeverkehrs“ (BÜPF) und ein neues Nachrichtendienstgesetz, das den Behörden und Diensten mehr Freiheiten und Kapazitäten bei der Überwachung bereitstellen würde. Es wird auch darum gehen, was von Aktiven des CCC-CH und der Digitalen Gesellschaft Schweiz unternommen wurde und wird, um die besorgniserregenden Entwicklungen zu stoppen.
17:15 Uhr, Saal 1: How the Great Firewall discovers hidden circumvention servers – Ein etwas wissenschaftlicherer Talk über die Große Firewall in China:
Several years ago, the Great Firewall of China was silently upgraded to find and block circumvention servers that employ encryption to defeat deep packet inspection. […] In this talk, we will give an overview of how this system works, and how it can be circumvented.
20:30 Uhr, Saal G: Datahavens from HavenCo to Today – 2000 gründete Ryan Lackey mit anderen HavenCo, einen Hosting-Anbieter auf Sealand, einer Mikronation vor der Küste Großbritanniens. Das Projekt scheiterte und Lackey wird davon berichten, wie es dazu kam, wo die technischen und rechtlichen Schwierigkeiten lagen und warum wir dennoch optimistisch sein sollten, dass es in der Zukunft wieder Datenhäfen geben kann.
Tag 2, der 28. Dezember
11:30 Uhr, Saal 1: Jahresrückblick des CCC – Tradition, diesmal am frühen Morgen:
Wir werden einen Überblick über die Themen geben, die den Chaos Computer Club 2015 beschäftigt haben. Neben der Zusammenfassung und der Rückschau auf das vergangene Jahr wollen wir aber auch über zukünftige Projekte reden.
12:45 Uhr, Saal 2: Net Neutrality in Europe – Unser regelmäßiger Autor und der wohl beste europäische Netzneutralitätsexperte Thomas Lohninger wird über den Stand der Netzneutralität in der EU berichten. Auch wenn es nicht so gut gelaufen ist mit den Netzneutralitätsgesetzen, der Kampf wird weitergehen: gegen Spezialdienste, Drosselung und Co. und für ein freies und gerechtes Internet für alle.
14:00 Uhr, Saal 2: Jugend hackt 2015 – „Mit Code die Welt verbessern“, das ist das Motto von Jugend hackt. Auf dem Congress werden noch einmal schöne Projekte der Veranstaltung vorgestellt, die zeigen, wie viel Potential in den Junghackern steckt.
16:00 Uhr, Saal 1: Ein Abgrund von Landesverrat – Die Landesverrat-Affäre hat uns im Sommer ziemlich beschäftigt, aber Markus wird in diesem Talk nicht nur zurückblicken, sondern auch „die Learnings vorstellen, inklusive einer dringend notwendigen Debatte, wie wir ein Update der Pressefreiheit in Deutschland hinbekommen könnten“.
16:45 Uhr, Saal 2: Lessons learned: Freifunk für Geflüchtete – Internetzugang für Geflüchtete ist essentiell, einerseits, um Kontakt mit Familie und Freunden in ihrer alten Heimat aufrecht zu erhalten, andererseits, um sich informieren zu können, damit sie sich leichter in ihrer neuen, fremden Umgebung zurechtfinden können. Leider ist von offizieller Seite erst wenig passiert, aber vielerorts haben Freifunker und Co. begonnen, sich zu engagieren und die Geflüchteten zu unterstützen.
19:00 Uhr, Saal 2: Ecuador: how an authoritarian government is fooling the entire world – Was außerhalb Europas und der USA in Sachen Überwachung passiert, bekommen wir kaum mit. Die Journalistin Bethany Horne und Pedro Noel von Associated Whistleblower Press werden auf die Situation in Ecuador eingehen und zeigen, wie Journalisten von Repression betroffen und zusammen mit Aktivisten der Überwachung durch die Regierung ausgesetzt sind.
Tag 3, der 29. Dezember
11:30 Uhr, Saal 1: „Nach bestem Wissen und Gewissen“ – Floskeln in der Politik – Mahas Vorträge zu sprachlichen Floskeln gehören seit mehreren Jahren zu unserem Pflichtprogramm. Dieses Jahr wird er mit Kai Biermann politischen Redestrategien nachgehen und Zitate zu aktuellen Themen auseinandernehmen. Mit dabei: Vorratsdatenspeicherung, der „Kampf gegen Terror“ und Landesverrat.
11:30 Uhr, Saal G: Collect It All: Open Source Intelligence (OSINT) for Everyone
Intelligence analysts regularly use Open Source Intelligence (OSINT) in their work. With ICWatch, we showed that it’s possible to use open data online to watch the intelligence community too. Now, Transparency Toolkit has built free software anyone can use to collect OSINT without coding. This talk discusses techniques for collecting OSINT on surveillance and human rights issues. It also explores pathways for using this data in journalism, litigation, and policy change.
17:15 Uhr, Saal 1: Safe Harbor – Das Urteil zur Ungültigkeit der Safe-Harbor-Entscheidung hat einige Wochen die Berichterstattung dominiert. Max Schrems, der Beschwerdeführer, wird auf dem 32c3 über den Prozess und die Folgen berichten.
18:30 Uhr, Saal 1: 10 years after ‚We Lost The War’ – Vor zehn Jahren haben Rop und Frank auf dem Congress einen Talk gehalten, in dem sie eine düstere Zukunft vorhergesehen haben. In diesem Jahr werden sie darauf eingehen, was sich bewahrheitet hat, was anders gekommen ist und was uns in den nächsten zehn Jahren in Sachen Überwachung und Digital Rights erwarten könnte.
18:30 Uhr, Saal G: The architecture of a street level panopticon – Überwachung gibt es nicht nur online, sondern auch auf der Straße. IMSI-Catcher, Drohnen und Videoüberwachung schneiden mit, wo wir uns wann mit wem aufhalten.
20:30 Uhr, Saal 6: Media Coverage and the Public in the Surveillance Society
How have the media reported the Snowden revelations? Does the public care about surveillance, and how do people react? Do we need a ‚data justice’ movement?
This talk will present results from the research project „Digital Citizenship and Surveillance Society: State-Media-Citizen Relations After the Snowden Leaks“. We will discuss why media coverage has been biased and investigate public knowledge of, as well as public reactions to, surveillance.
21:15 Uhr, Saal 1: Intelexit – Das Peng! Collective hat mit seiner Ausstiegskampagne für Geheimdienstler für Aufsehen gesorgt. In ihrem Vortrag werden sie über die Menschen in der Geheimdienstmaschinerie reden, sowie über Strategien, sie dazu zu bewegen, kritisch über ihre Arbeit nachzudenken.
22:00 Uhr, Saal 1: Crypto ist Abwehr, IFG ist Angriff – Informationsfreiheitsanfragen sind ein wichtiges Werkzeug, um an Informationen aus Behörden und politischen Institutionen zu kommen. Doch es wird noch viel zu wenig genutzt und es ist nicht immer leicht, an die gewünschten Informationen zu gelangen, oft werden Anfragen abgelehnt und blockiert. Arne Semsrott von fragdenstaat.de wird über die Arbeit der Plattform und einen Medienhype um Abituraufgaben berichten.
22:45 Uhr, Saal 2: Österreich: Der Kampf gegen unkontrollierte Massenüberwachung – Thomas Lohninger kennt sich nicht nur mit Netzneutralität aus, sondern auch mit der Überwachungssituation in Österreich. In diesem Talk wird er über das anstehende „Polizeiliche Staatsschutzgesetz“ reden und eine Kampagne gegen den Ausbau der Überwachung präsentieren.
22:45 Uhr, Saal 6: On Computing Numbers, with Applications to Problems of our Society – Journalisten und Informatik, eine noch viel zu seltene Kombination. Was jetzt schon auf dem Gebiet passiert, wird Stefan Wehrmeyer erzählen, der bei Correct!v als Software-Ingenieur an neuen Methoden arbeitet, Informationen verständlich aufzubereiten.
00:15 Uhr, Saal 2: Grundrechte gelten nicht im Weltall! – Die Sitzungen im NSA-Untersuchungsausschuss grenzen nicht selten an Realsatire und des öfteren wünschen wir uns auf der Besuchertribüne Popcorn. Das könnt ihr auf dem 32c3 gerne mitbringen, wenn Constanze, ich und noch einige andere die denkwürdigsten, witzigsten und gleichzeitig traurigsten Stellen aus den Protokollen auf der Bühne darstellen werden.
Tag 4, der 30. Dezember
11:30 Uhr, Saal 1: „I feel like a criminal and I have to be god at the same time“
News reports and political speeches are currently replete with references to hacking and hacktivism, i. e., politically motivated hacking. They often portray hackers and hacktivists negatively and put them onto the same level with, for example, terrorists. [This talk] investigates how hackers and hacktivists understand themselves and their activities, explores how they articulate the effects of this (in)securitisation, and outlines the ways they resist these processes.
12:45 Uhr, Saal 1: Crypto Wars Part II – Regierungen wollen immer öfter sicherer und vertraulicher Kommunikation an den Kragen. Die „Bösen“ sollen nicht verschlüsselt kommunizieren dürfen, aber dabei würde sichere Kommunikation für uns alle sterben. Quellenschutz für Journalisten würde bei digitaler Kommunikation unmöglich, und Aktivisten auf aller Welt müssten um ihre Sicherheit fürchten.
12:45 Uhr, Saal 6: A New Kid on the Block
The leading social networks are the powerful new gatekeepers of the digital age. Proprietary de facto standards of the dominant companies have lead to the emergence of virtual „information silos“ that can barely communicate with one another. Has Diaspora really lost the war? Or is there still a chance to succeed?
17:15 Uhr, Saal 1: Predicting Crime in a Big Data World – Immer mehr Daten werden von Strafverfolgungsbehörden zur Bekämpfung von Verbrechen gesammelt. Dabei wird nicht nur die Unschuldsvermutung aufgehoben, sondern die Algorithmen zur Auswertung der Datenhaufen wirken selbstverstärkend auf Klischees und tragen zur Vorverurteilung von Personen bei, die zu sogenannten „Risikogruppen“ gehören.
17:15 Uhr, Saal G: Microsofts Windows 10 Botnet – Rüdiger Weis, Kryptoprofessor der Herzen, bringt uns auf den neuesten Stand in Sachen Microsoft und erklärt uns, warum sich Windows 10 auch nicht besser verhält als ein gewöhnliches Botnetz.
18:00 Uhr, Saal 1: Security Nightmares 0x10 – Damit die Stimmung am Ende des 32c3 auch bloß nicht zu überschwänglich wird, erfreuen uns Frank und Ron mit ihren alljährlichen Rück- und Ausblick auf die schlimmsten IT-Sicherheitskatastrophen:
Was kriecht, krabbelt und fliegt in Zukunft auf uns zu und in unseren digitalen Implants herum?
Im Zuge von noch mehr Transparenz, Kritik & Selbstkritik und kontinuierlicher nachhaltiger Optimierung aller Prozesse werden wir außerdem frühere Voraussagen hinsichtlich des Eintreffens unserer Weissagungen prüfen.
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: Der #32c3 – Ticketverkauf ist gestartet
: Der #32c3 – Ticketverkauf ist gestartet Es gibt Tickets für den 32. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club, der wieder vom 27.–30.12. in Hamburg stattfindet. Das Standardticket kostet in diesem Jahr 90 Euro. Da der Congress ohne Sponsoren organisiert wird, die Tickets die Kosten decken müssen und alleine die günstigen Standardtickets nicht ausreichen, gibt es auch Suppporter-Tickets. Diese kosten 110 oder 130 Euro, je nach Lust und Laune. Dazu können auch Businesstickets für 450, 600 oder 750 Euro gekauft werden, wenn die Firma eh bezahlt und dran gewöhnt ist, dass Konferenztickets eben teuer sein müssen.
Mit anderen Worten: Kauft die teuren Tickets, wenn Ihr Euch das leisten könnt. Damit unterstützt Ihr Menschen mit weniger Geld und natürlich die Arbeit des Chaos Computer Club.
Wie in jedem Jahr machen wir wieder Betriebsausflug nach Hamburg und nehmen fast die ganze Redaktion mit.
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: Überwachung aus einer Hand: Planungen für gemeinsame TKÜ-Zentren der Bundesländer werden konkret
Aufträge vielleicht bald aus dem nahen Dresden: Flyer der jährlichen Überwachungsmesse ISS World in Prag. : Überwachung aus einer Hand: Planungen für gemeinsame TKÜ-Zentren der Bundesländer werden konkret Auch das zweite „Gemeinsame Kompetenz- und Dienstleistungszentrum“ (GKDZ) zur Telekommunikationsüberwachung nimmt Gestalt an. Dies geht aus einer Präsentation des sächsischen Innenministeriums hervor, die der Berliner Datenschutzbeauftragte Alexander Dix im Berliner Senat verteilt hat. Demnach haben die beteiligten Bundesländer Brandenburg, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Berlin bereits einen Entwurf für einen Staatsvertrag abgestimmt. Unterzeichnet ist das Dokument allerdings noch nicht.
Ziel ist das „größtmögliche Zentralisieren“ der polizeilichen Überwachungsaufgaben. Jedoch soll es sich beim GKDZ nicht um eine polizeiliche Behörde handeln. Es entsteht als redundante Struktur mit Hauptsitz in Leipzig. Wegen der Ausfallsicherheit wird ein weiteres Zentrum in Dresden errichtet. Beide Anlagen werden als Cluster zusammengefasst. Zu den Aufgaben des Zentrums gehören außerdem Unterstützungsaufgaben wie die Beratung und Ausbildung von MitarbeiterInnen beteiligter Behörden.
Alle Formen der operativen Telekommunikationsüberwachung
Das GKDZ soll als „zentraler Dienstleister“ alle Formen der operativen Telekommunikationsüberwachung ausführen. Benannt werden diese nur vage. Aus der Präsentation geht hervor, dass Server zur Ausleitung von Daten abgehörter Telekommunikation von den Netzanbietern betrieben werden. Vermutlich übernehmen die Zentren aber auch Einsätze von Stillen SMS oder Trojaner-Programmen.
Das Überwachungsarsenal der GKDZ kann von den SachbearbeiterInnen vom PC-Arbeitsplatz angesteuert werden. Über Schnittstellen sind die Polizeibehörden der beteiligten Bundesländer angeschlossen. Auf diese Weise können Überwachungsaufträge bequem von der digitalen Vorgangsbearbeitung der Polizeidirektionen beauftragt und die Ergebnisse entgegengenommen werden. Dies betrifft sowohl Aufgaben zur Strafverfolgung als auch zur Gefahrenabwehr.
Die anfallenden Daten werden in den GKDZ als Kopie aufgehoben. Hierfür werden Server mit einer „Speicherfähigkeit im Petabyte-Bereich“ eingekauft. Sofern technisch möglich, sollen die Zentren auch die „Analyse verschlüsselter Kommunikation und ggf. deren Entschlüsselung“ besorgen. Welche technischen Werkzeuge hierfür genutzt werden, bleibt offen.
Beratung durch „Gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum“
Zuerst hatte die Innenministerkonferenz von Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen 2008 die Initiative zur Errichtung eines „TKÜ-Zentrums Nord“ beschlossen. Ziel der „gemeinsamen Überwachungszentren“ ist das Einsparen von Kosten. In der Präsentation des GKDZ in Leipzig und Dresden ist von erheblichen Einsparungen bei Bau- und Investitionskosten die Rede. Auch die Betriebskosten seien deutlich niedriger, wenn sich die Länder zusammentun. Die Finanzierung erfolgt anteilig nach dem Königsteiner Schlüssel. Im sächsischen Haushalt sind hierfür derzeit 4,2 Millionen Euro vorgesehen.
Der Aufbau des GKDZ erfolgte mithilfe von externer Beratung durch die ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, die auch im Militärbereich regelmäßig Aufträge der Bundesregierung übernimmt. Ebenfalls beteiligt war das „Strategie- und Forschungszentrum Telekommunikation“ (SFZ TK), in dem das Bundeskriminalamt, die Bundespolizei und das Bundesamt für Verfassungsschutz in einer „Kooperationsplattform“ organisiert sind.
Das SFZ TK residiert im „Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum” in Berlin-Treptow und beschäftigt sich mit zukünftigen Anforderungen an die Telekommunikationsüberwachung. Derzeit forschen die beteiligten Behörden zum Datensammeln in Sozialen Netzwerken und zum Abhören von Cloud-Computing.
Nach „Feinplanungen“ kommt der Probebetrieb
Die rechtliche Grundlage des Zentrums bildet der Staatsvertrag zwischen den beteiligten Bundesländern, der Betrieb erfolgt nach sächsischem Landesrecht. Ein Verwaltungsrat entscheidet über die grundsätzliche Ausrichtung, die fünf Bundesländer entsenden hierzu je eineN VertreterIn. In Grundsatzfragen müssen einstimmige Beschlüsse gefasst werden.
Als nächster Schritt steht die „Kabinetts- und Parlamentsbefassung“ der beteiligten Bundesländer an. Ein gemeinsamer Aufbaustab bereitet derweil die Umsetzung vor. Hierzu gehört auch die Ausarbeitung einer Satzung und Geschäftsordnung sowie der Abschluss von Verträgen zur Datenverarbeitung mit den Netzanbietern. Nach einigen „Feinplanungen“ soll das GKDZ ab August 2017 in den Probebetrieb gehen, der Wirkbetrieb wird für April 2018 angekündigt.
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: Call for Papers für den 32c3 läuft bis 30.9.
: Call for Papers für den 32c3 läuft bis 30.9. Zwischen Weihnachten und Neujahr findet in Hamburg der 32. Chaos Communication Congress des Chaos Computer Club statt. Bis Ende September kann man noch beim Call for Papers teilnehmen. Weiterführende Infos gibts im Events-Blog des CCC.
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: Gespräch mit ehemaligen CIA-Analysten am 14.9. in Hamburg
: Gespräch mit ehemaligen CIA-Analysten am 14.9. in Hamburg Ray McGovern und Elizabeth Murray haben jahrzehntelang als hochrangige Analysten bei der CIA und anderen US-amerikanischen Sicherheitsdiensten gearbeitet. Heute engagieren sich beide als Friedensaktivisten gegen den Krieg und für den Schutz der Bürgerrechte.
Am Montag, den 14.09. um 18:00 Uhr werden beide in der Universität Hamburg (Raum 221, ESA 1 West, Edmund-Siemers-Allee 1) über die Rolle von Geheimdiensten in der Außenpolitik sprechen. Die Veranstaltung wird auf Englisch stattfinden. Der Eintritt ist frei.
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: Samstag kann man in Hamburg gegen Überwachung und Vorratsdatenspeicherung demonstrieren
: Samstag kann man in Hamburg gegen Überwachung und Vorratsdatenspeicherung demonstrieren Am kommenden Samstag, den 23.5., kann man in Hamburg gegen Überwachung und die drohende Vorratsdatenspeicherung demonstrieren. Dazu ruft ein Bündnis bestehend aus diversen zivilgesellschaftlichen Gruppen wie CCC, Digiges, DJU, etc. sowie Parteien auf. Start ist um 14 Uhr auf dem Rathausplatz.
Aus dem Aufruf:
Liebe Mitbürger,
demonstriert am Samstag, dem 23. Mai, mit uns für den Schutz unser aller Bürgerrechte. Wir wollen keine Vorratsdatenspeicherung, keine Überwachung des Autoverkehrs durch die PKW-Maut, keine Aufweichung des Datenschutzes in TTIP und keine Massenüberwachung aller Menschen durch Geheimdienste. Wir alle sind freie Bürger und keine verdächtigen Kriminellen!Wir treffen uns auf dem Rathausmarkt. Die Demoroute geht um die Binnenalster. Guy Fawkes Masken sind mit der Polizei abgesprochen und erlaubt als Kunstaktion. Lasst uns eine bunte Demo sein. Verkleidet euch, entstaubt die Halloween-Kostüme. Bringt Schilder und Banner mit. Zeigt eure Kreativität. Lasst uns auffallen! Informiert bitte eure Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen. Gebt ihnen die Gelegenheit sich zu entscheiden, ob sie für ihre Privatsphäre demonstrieren wollen.
Die Demonstration ist eine überparteiliche Aktion und es geht allen Beteiligten um die Sache. Wer mithelfen will im Vorweg, einfach bei uns melden. Es gibt viel zu tun. Wir freuen uns auf euch. Kommt mit, lasst uns für unsere Rechte eintreten.
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: Hamburger Senat erklärt das neue „Kompetenz- und Dienstleistungszentrum“ zur Telekommunikationsüberwachung
Telekommunikationsüberwachung am Gerät (Bild: Polizei Sachsen). : Hamburger Senat erklärt das neue „Kompetenz- und Dienstleistungszentrum“ zur Telekommunikationsüberwachung Vor einem Monat hatten wir hier zu zwei geplanten „Gemeinsamen Kompetenz- und Dienstleistungszentren“ zur Telekommunikationsüberwachung berichtet. Zusammen mit Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt plant Berlin eine solche Überwachungsanlage. Bereits 2008 hatte die Innenministerkonferenz von Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Bremen (die sogenannte Nord-IMK) die Errichtung eines „TKÜ-Zentrums Nord“ beschlossen.
Nun hat der Hamburger Senat auf Nachfrage der Linksfraktion Einzelheiten zu den Planungen mitgeteilt. Demnach handele es sich um eine „geeignete Maßnahme zur Erzielung von fachlichen und technischen Vorteilen sowie von Synergieeffekten“. 2008 wurde von der Nord-IMK geprüft, auch die Landesämter für Verfassungsschutz mitmachen dürfen. Aus „rechtlichen Gründen“ sei dies aber nicht weiterverfolgt worden, das nun geplante „TKÜ-Zentrum“ bleibt also der Polizei vorbehalten.
Auch Versand von „Stillen SMS“ und Einbringen von Trojanern?
Schon 2012 wurden die vorhandenen ländereigenen TKÜ-Anlagen miteinander verschaltet, in einer zweiten Phase war die „Zentralisierung“ in einem „redundant ausgelegten Rechen- und Dienstleistungszentrum“ geplant. Dieses Zentrum mit dem Kürzel RDZ wird laut der Antwort bereits beim Landeskriminalamt Niedersachsen in Hannover eingerichtet. Es bildet dort eine „eigenständige und organisatorisch direkt bei der Leitung angebundene Einheit“.
Die Inbetriebnahme des RDZ soll laut einem Beschluss der Nord-Innenministerien aber erst im Jahr 2020 erfolgen. Welche konkreten Überwachungsmaßnahmen dann übernommen werden, bleibt weiter unklar. Möglich sind neben dem klassischen Abhören von Telekommunikation auch der Versand von „Stillen SMS“ oder der Einsatz von Staatstrojanern.
Die Einrichtung und der Betrieb des RDZ wird im Rahmen eines Staatsvertrages geregelt, das „förmliche Verhandlungsverfahren“ sei laut dem Hamburger Senat aber noch nicht abgeschlossen. Unklar ist, inwiefern es dabei um die Klärung strittiger Punkte geht. In dem Länderabkommen soll auch eine Obergrenze für die benötigten Investitionen festgelegt werden. Laut einem Entwurf des Verwaltungsabkommens zur Finanzierung des RDZ könnten diese bis zu 2,75 Millionen Euro betragen. Der größere Anteil entfällt dann auf Niedersachsen. Weitere 1,2 Millionen Euro fielen für „externe Dienstleistungen“ an.
Außer der technischen Durchführung von Überwachungsmaßnahmen soll das RDZ eine „einschlägige fachliche Beratung für TKÜ-Maßnahmen“ der beteiligten Polizeibehörden vornehmen. Außerdem sollen dort „Marktanalysen“ vorgenommen werden. Gemeint ist wohl die Erhebung neuer Überwachungsmethoden und die Einführung derselben. Mit der Beteiligung an entsprechenden Forschungsprojekten soll das RDZ den Blick auf die „Fortentwicklung des Telekommunikationsmarktes“ richten. So wollen die Innenministerien „Handlungserfordernisse frühzeitig erkennen und umsetzen“. Bundes- und Landesbehörden tauschen ihre Erkenntnisse und Vorhaben zu neuen Abhörmaßnahmen in der „Kommission Grundlagen der Überwachungstechnik“ (KomGÜT) aus. Sie fungiert als eine Art Frühwarnsystem und bereitet notwendige „Anpassungsprozesse“ für die beteiligten Behörden vor.
„Konzept zum Datenschutz“ fehlt noch
Zur technischen Zusammenarbeit mit dem als „Dienstleister“ bezeichneten RDZ sollen die beteiligten Länder eine polizeiliche Zentralstelle schaffen. In Hamburg (und vermutlich auch in den anderen Bundesländern) wird diese im LKA eingerichtet. Zur „Sicherstellung der Berücksichtigung fachlicher Belange und Interessen“ bilden die fünf Beteiligten einen Beirat aus den LeiterInnen der LKÄ.
Ein „Konzept zum Datenschutz“ für das geplante RDZ werde laut der Antwort von den Behörden derzeit noch erarbeitet. Die Landesdatenschutzbeauftragten (LfD) der fünf am Projekt beteiligten Länder haben beschlossen, die Federführung zur Aufsicht des „TKÜ-Zentrums Nord“ dem LfD des Landes Schleswig-Holstein zu übertragen. Grundsätzliche Probleme mit dem Überwachungszentrum hat dessen Leiter Thilo Weichert laut einem Zeitungsbericht nicht.
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: Hamburger Koalitionsvertrag verspricht 3‑D-Druck-Strategie
Symbolfoto von <a href="https://twitter.com/wortfeld/status/585906139088429057/">@wortfeld</a> : Hamburger Koalitionsvertrag verspricht 3‑D-Druck-Strategie In Hamburg haben SPD und Bündnis 90/Die Grünen gestern nach erfolgreichen Verhandlungen einen gemeinsamen Koalitionsvertrag für ein rot-grünes-Bündnis präsentiert. Dieser liest sich klar wie der Koalitionsvertrag eines kleinen Stadtstaates. Der Schwerpunkt liegt eher im Bereich Wirtschaftsförderung, frühere Koalitionsverträge wie der von Schleswig-Holstein oder Thüringen waren deutlich ambitionierter in der konkreten Formulierung von netzpolitischen Forderungen (über schwammiges Datenschutz stärken oder Urheberrecht reformieren hinaus), die man auch über den Bundesrat auf die nationale Ebene einbringen könnte.
Hier ist ein Best-of der Forderungen:
- Eine politikfeldübergreifende 3‑D‑Druck-Strategie.
- Ein Ende der Depublizierungsüpflicht von 7 Tagen für öffentlich-rechtliche Mediatheken.
- Das übliche BlaBla eines „fairen Ausgleich“ im Urheberrecht, was in keinem Koalitionsvertrag fehlen darf.
- Eine HVV-App, die „zukünftig weitere Carsharing-Anbieter, Taxis sowie das StadtRad als alternative Angebote aufführen“ soll.
- Eine Open-Access-Strategie entwickeln und „die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung frei zugänglich gemacht werden können“.
- Die Prüfung einer No-Spy-Klausel für Auftragnehmer der Stadt
- Der Senat sieht „auch im Open Source-Bereich ein großes wirtschaftliches Potential, das gefördert werden soll. Deshalb wird der Senat auch in der Verwaltung zunehmend Open Source Lösungen erproben.“
- Der Senat verpflichtet sich, mit öffentlichen Geldern erwirtschaftete Dokumente, Analysen, Gutachten und Statistiken unter Beachtung von Persönlichkeitsrechten der Öffentlichkeit nach den Prinzipien der Open Data zur Verfügung zu stellen.
- Die Koalitionspartner wollen die Unabhängigkeit des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) weiter stärken.
Und hier sind mal alle Teile, die wir im Koalitionsvertrag zum Thema Netzpolitik gefunden haben. Wenn wir einzelne Punkte übersehen haben sollten, freuen wir uns über einen Hinweis.
3‑D‑Print-Initiative
Digitalisierung und das Internet sind technologische Treiber der nächsten „industriellen Revolution“. 3‑D‑Druck als Querschnittstechnologie beschleunigt den Prozess der Veränderung von ganzen Wertschöpfungsstufen in Medizintechnik, Luftfahrtindustrie, Handel und Logistik. Dienstleistungen rund um den 3‑D‑Druck verändern den Bedarf an Arbeitsplätzen und Qualifikationen und haben Einfluss auf die städtische Infrastruktur und die Umwelt. Nur Standorte, die Rahmenbedingungen aktiv gestalten, können die Chancen und Potenziale aus diesem Strukturwandel realisieren. Hamburg besitzt mit Kompetenzzentren wie dem Laserzentrum Nord, dem Hamburger Logistik-Institut und dem Forschungscluster Digitale Dienste der Universität Hamburg bereits eine starke institutionelle Basis für eine politikfeldübergreifende 3‑D‑Druck-Strategie des Senats. Mit den Instrumenten der Cluster- und Innovationspolitik können wir diesen Prozess aktiv gestalten und die Region als Technologieführer profilieren, zukunftsfähige Arbeitsplätze schaffen sowie nachhaltige Stadtentwicklung ermöglichen.
Medien
Im Länderkreis wird sich Hamburg auch künftig für eine Weiterentwicklung unserer Medienordnung einsetzen. Der Senat will, dass die Bund-Länder-Kommission zur digitalen Medienordnung ein Erfolg wird. Er unterstützt die Bemühungen, das Urheber- oder Datenschutzrecht in Deutschland und in Europa so auszugestalten, dass klassische an Inhalten ausgerichtete Geschäftsmodelle auch künftig aussichtsreich bleiben und dass neue digitale Vertriebsformen erprobt werden können.
An der Diskussion über die zukünftige Ausgestaltung des Urheberrechts wird sich der Senat mit dem Ziel beteiligen, einen fairen Ausgleich zwischen den unterschiedlichen Interessen von Urheberinnen und Urhebern, Werkmittlerinnen und Werkmittlern und Nutzerinnen und Nutzern zu erreichen.
Hamburg setzt sich für eine Medienordnung ein, in der öffentlich-rechtliche und privatwirtschaftliche Angebote gemeinsam journalistische Berichterstattung und demokratische Öffentlichkeit sichern. Der Senat sieht im öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine unverzichtbare Säule unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung, Der Senat spricht sich dafür aus, dass die Angebote für hör- und sehbehinderte Menschen weiter ausgebaut werden. Zudem soll sich die kulturelle Vielfalt unserer Gesellschaft auch im öffentlich-rechtlichen Programm widerspiegeln. Der Senat wird sich dafür einsetzen, dass die Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks unter Wahrung der Interessen von Urheberinnen und Urhebern im Netz über sieben Tage hinaus abrufbar sind. Der Senat wird sich im Länderkreis dafür einsetzen, dass auch künftig die Rechtsgrundlagen dafür gewährleistet sind, dass der öffentlich-rechtlichen Rundfunk sich im Rahmen seines Auftrags und unter Berücksichtigung der Interessen privater Anbieterinnen und Anbieter am wandelnden Medienverhalten der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler ausrichten kann.
Der Senat strebt die Aufnahme des Hans-Bredow-Instituts in die Leibniz-Gemeinschaft an und wird die dafür notwendigen Mittel bereitstellen. Mit der Medien- und Digitalstandortinitiative nextMedia. Hamburg wird der Senat auch in den kommenden Jahren Angebote machen, um die digitale Transformation der hiesigen Medienunternehmen zu unterstützen.
Gemeinsam mit der Investitions- und Förderbank wird der Senat wirksame Finanzierungsangebote für StartUps entwickeln. Hamburg hat in den letzten Jahren mit betahaus, SocialMediaWeek Hamburg oder HamburgStartups wichtige Kristallisationspunkte unterstützt. Der Senat will alle relevanten Stakeholder in Hamburg zusammenbringen und ein StartUp Ökosystem aufbauen. Wir werden die Filmförderung Hamburg/Schleswig-Holstein finanziell weiterhin genauso umfänglich unterstützen, wie wir dies bisher getan haben. Der Senat wird die Hamburg Media School als einen wichtigen Bestandteil einer vielfältigen wissenschaftlichen Medienausbildungslandschaft weiter unterstützen.
Elektroschrott
Wir wollen zusammen mit der Grundstoffindustrie in Hamburg Maßnahmen entwickeln, den illegalen Export von Elektroschrott über den Hamburg zu unterbinden.
E‑Ticketing
Die Einführung von elektronischen Tickets im Hamburger Verkehrsverbund (HVV) werden wir weiter vorantreiben. Das E‑Ticketing beinhaltet eine grundlegende Modernisierung des HVV-Vertriebssystems. Ziel ist ein wesentlich höheres Serviceniveau für die Kundinnen und Kunden als heute. Bis zum Ende der Legislaturperiode wird der Senat das E‑Ticketing für den gesamten HVV-Verbundraum der Metropolregion einführen. Herzstück ist dabei die HVV-App. Sie soll zukünftig weitere Carsharing-Anbieter, Taxis sowie das StadtRad als alternative Angebote aufführen. Dieses Tool soll zudem so weiterentwickelt werden, dass es live verschiedene Informationen transportiert. Damit erhöhen sich Komfort und Barrierefreiheit maßgeblich.
Digitalisierung in Lehre und Forschung
Die Digitalisierung eröffnet auch im Bereich der Lehre die Perspektive zu tiefgreifenden Veränderungen. Mit der Hamburg Open Online University sollen die vielfältigen Chancen, die der Einsatz digitaler Technologien im Bereich der Hochschulbildung für die Hochschulen selbst, für die Gesellschaft und letztlich damit auch für die Stadt Hamburg bietet, genutzt werden. Wir wollen die Rahmenbedingungen dafür schaffen, dass die Ergebnisse aus öffentlich finanzierter Forschung frei zugänglich gemacht werden können. Dazu werden wir gemeinsam mit den Hochschulen, der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky und der Deutschen Zentralbibliothek für Wirtschaftswissenschaften eine Open-Access-Strategie entwickeln.
In Kooperation zwischen der HafenCity Universität Hamburg (HCU) und einer in diesem Feld ausgewiesenen internationalen Universität oder Forschungseinrichtung wie dem Media Lab des Massachusetts Institute of Technology (MIT) soll ein Digital City Science Lab eingerichtet werden. Dafür hat der Senat eine Anschubfinanzierung in Höhe von 1,19 Mio. Euro bis Ende 2018 vorgesehen.
Digitalisierung der großen Stadt
Der Senat strebt in Hamburg ein Innovationsklima an, das die Entwicklung moderner digitaler Anwendungen und Applikationen befördert und die Vernetzung zwischen den daran beteiligten Unternehmen und Institutionen fördert. Eine Strategie Digitale Stadt umfasst mehr als die bisherige E‑Government- und IT-Strategie, die sich auf die Effizienzsteigerung der Verwaltung und die Schnittstelle zu bestimmten Gruppen von Verwaltungskunden konzentriert hat. Da sich Wertschöpfungsprozesse in der Wirtschaft ebenso digitalisieren wie der Alltag der Bürgerinnen und Bürger, ist die Stadt gefordert, diese Entwicklung zu gestalten und zur Steigerung von Lebensqualität und Wirtschaftskraft zu nutzen.
Deshalb wird der Senat in allen geeigneten, von ihm getragenen bzw. unterstützten Initiativen und Projekten die Chancen der Digitalisierung zum Thema machen. Dabei sieht der Senat auch im Open Source-Bereich ein großes wirtschaftliches Potential, das gefördert werden soll. Deshalb wird der Senat auch in der Verwaltung zunehmend Open Source Lösungen erproben. Hamburg ist bereits auf dem Weg zur Digitalen Stadt. Verwaltungsangebote werden zunehmend niedrigschwellig und kundenfreundlich digital zur Verfügung gestellt. Einrichtungen der Stadt setzen digitale Angebote um. Dabei werden IT-Verfahren, die als Werkzeuge die Verwaltungsarbeit unterstützt haben, durch komplexe und vernetzte Verfahren abgelöst, die den Produktionsprozess weitgehend strukturieren (z.B. ePers/KoPers). Damit ist die Digitalisierung nicht allein ein Thema von IT-Expertinnen und- Experten, sondern rückt in den Kernbereich des Verwaltungsmanagements auf.
Der Senat wird die Angebote der städtischen Verwaltung im Internet ausbauen und auch Apps und mobile Anwendungen anbieten, mit Hilfe derer Bürgerinnen und Bürger Handlungsnotwendigkeiten melden können. Zudem soll geprüft werden, welche Behördendienstleistung ohne das persönliche Erscheinen möglich ist und daher auch über das Internet angeboten werden kann. Gleichzeitig werden wir sicherstellen, dass Online-Angebote nicht den persönlichen Zugang zu Verwaltungsdienstleistungen verhindern. Eine möglichst umfassende Barrierefreiheit und Usability muss aselbstverständliches Designkriterium für öffentliche, privatwirtschaftliche und private Angebote im Internet sein. Die stadteigenen Angebote sollen in dieser Hinsicht eine Vorbildfunktion haben. Insbesondere wollen wir prüfen, inwiefern bedienungsfreundliche Schnittstellen zwischen den verschiedenen Informationsangeboten der Stadt (wie z.B. hamburg.de, Transparenzdatenbank, Parlamentsdatenbank, Allris) ermöglicht werden können.
In der Zusammenarbeit mit externen IT-Anbietern besteht beim Senat Einigkeit hinsichtlich des größtmöglichen Datenschutzes. Wir werden prüfen, inwiefern wir Auftragnehmer der Stadt gegenüber zu einer besonderen Vertraulichkeit, Geheimhaltung und Datenschutz verpflichten können („No-Spy-Klausel“). Bei der Beschaffung von IT-Hardware werden die Energie- und Ressourceneffizienz sowie faire Arbeitsbedingungen bei der Herstellung berücksichtigt. Wir werden langfristig den Recycling-Anteil solcher Geräte auf 100% steigern. Zudem streben wir eine stetig verbesserte-CO₂-Bilanz der von Hamburg genutzten Rechenzentren an.
Mit seiner sehr kompakten Stadt-Struktur, seinen guten Verkehrsnetzen ist Hamburg für die neuen, zumeist digital unterstützten Vertriebskonzepte attraktiv. Damit bietet Hamburg ein attraktives Entwicklungs-
und Anwendungsumfeld im Bereich Verkehr und bei zugehörigen Smart Technologies. Dies nutzt nicht nur den ortsansässigen Unternehmen, die Spitzentechnologie produzieren, sondern zieht auch neue Anbieter nach Hamburg. Hamburg wird Strukturen schaffen bzw. Strukturveränderungen einleiten, damit sich der Kulturbetrieb auf die digitale kulturelle Vermittlung einstellen kann.Mit der Idee smartPORT forciert die Hamburg Port Authority (HPA) als intelligenter Hamburger Hafen nachhaltiges wirtschaftliches Wachstum und den bestmöglichen Nutzen für seine Kunden unter Minimierung der Umwelteinflüsse. Durch Intelligente Bildungsnetze sollen die Zugänge zu Bildungsangeboten für allgemeinbildende Schulen verbessert und erweitert werden. Mit den ersten Umsetzungsschritten wurde über das Projekt „Start in die nächste Generation“ 2014 begonnen. Hierbei erfolgte in sechs Pilotschulen eine flächendeckende WLAN-Anbindung, um im Internet frei verfügbare Lernressourcen im Unterricht nutzen zu können. Öffentliche WLAN-Angebote sind Teil der digitalen Infrastruktur großer Städte. Der Senat hat daher ein großes Interesse daran, öffentliche und öffentlich geteilte Netze auszubauen. Es ist selbstverständlich, dass dabei der Datenschutz stets gewährleistet bleiben muss. Gleichzeitig werden wir uns auch weiterhin auf Bundesebene dafür einsetzen, dass im Hinblick auf die sogenannte Störerhaftung bei der Nutzung von gewerblichen und privaten öffentlichen WLAN-Angeboten und Freifunk Rechtsklarheit herrscht.
Der Senat verpflichtet sich, mit öffentlichen Geldern erwirtschaftete Dokumente, Analysen, Gutachten und Statistiken unter Beachtung von Persönlichkeitsrechten der Öffentlichkeit nach den Prinzipien der Open Data zur Verfügung zu stellen. Dabei werden wir sicherstellen, dass die Auswertung der Informationen durch die Verwendung von maschinenlesbaren und freien Formaten sowie einer Auswahl von Lizenzen für private und kommerzielle Nutzungen ermöglicht wird. Der Senat wird die politischen Rahmenbedingungen so ändern, dass auch Wissenschaft und Forschung von den Chancen der Digitalisierung noch mehr profitieren können. Hierfür wollen wir die derzeitigen urheberrechtlichen Regelungen den Anforderungen und der Praxis des wissenschaftlichen Arbeitens, des akademischen Diskurses und der Weiterverbreitung von Wissen in Forschung und Lehre anpassen.
Datenschutz
Hamburg ist eine weltoffene, internationale Wirtschaftsmetropole und schöpft daraus ihre hohe Lebensqualität. Die Digitalisierung eröffnet viele neue Chancen, diese Attraktivität weiter zu steigern,
die wir nutzen wollen. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in einen unabhängigen Datenschutz ist dafür unabdingbar. Daher setzen sich die Koalitionspartner für ein Datenschutzrecht ein, das effektiv die persönlichen Daten schützt.Dazu gehört auch, dass die Koalitionspartner die Unabhängigkeit des Hamburgischen Beauftragten für Datenschutz und Informationsfreiheit (HmbBfDI) weiter stärken wollen. Daher streben wir an, den HmbBfDI vollständig vom Senat loszulösen. Die konkrete rechtliche Ausgestaltung wird zwischen den Koalitionspartnern in enger Abstimmung mit der Hamburgischen Bürgerschaft geklärt. Bei digitalen Anwendungen seitens der Stadt in Kooperation mit Dritten wird der Senat stets darauf achten, dass besonders hohe Datenschutzanforderungen eingehalten werden.
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: Bundesländer verschweigen Details zu gemeinsamen Abhörzentren
Telekommunikationsüberwachung am Gerät (Bild: Polizei Sachsen). : Bundesländer verschweigen Details zu gemeinsamen Abhörzentren Auch der Berliner Innensenat hält sich mit Details zum geplanten Fünfländerzentrum zur Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) zurück. Dies geht aus einer noch unveröffentlichten Antwort auf eine Anfrage des Ex-
PiratenChristopher Lauer zurück (hier als PDF).Zwar wird bestätigt, dass sich Berlin mit Brandenburg, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt bereits vor fünf Jahren einer „Arbeitsgruppe Telekommunikationsüberwachung“ angeschlossen hat. Inwiefern diese Kooperation in ein gemeinsames Abhörzentrum münden soll, bleibt jedoch unklar. Auch ob das Zentrum für Abhörmaßnahmen von Polizei und Verfassungsschutz gleichermaßen zuständig sein soll, ist nicht bekannt.
Anfang Februar hatte die dpa berichtet, die fünf Bundesländer würden die Einrichtung eines „Gemeinsamen Kompetenz- und Dienstleistungszentrums“ zur Telekommunikationsüberwachung beraten. Der Prozess sei aber laut einem Sprecher von Innensenator Frank Henkel (CDU) noch nicht abgeschlossen. Für den Fall, dass Henkel nicht diese Woche weitere Auskünfte nachliefert, droht Lauer eine Klage an.
Die Federführung der Initiative liege laut Henkel beim sächsischen Innenministerium. Dort hatte bereits der Grünen-Abgeordnete Valentin Lippmann Genaueres wissen wollen, war aber ebenfalls am wenig auskunftsfreudigen Innenministerium gescheitert. Antworten wurden laut Lippmann verweigert, da der Willensbildungsprozess der Staatsregierung noch nicht abgeschlossen wäre. Trotzdem sind bereits rund 4,2 Millionen Euro an Haushaltsmitteln für ein TKÜ-Zentrum angesetzt worden. Der Abgeordnete war erst über den Entwurf des Haushaltsplanes auf die Pläne aufmerksam geworden.
Wettlauf der „hockspezialisierten technischen Systeme“
Es ist unklar, was ein solches Zentrum überhaupt leisten soll. Denkbar wäre es als Standort für die Ausleitung von TKÜ-Daten der Telekommunikationsanbieter. Möglich wäre auch der Versand von „Stillen SMS“, um Mobiltelefone heimlich zu orten und deren BesitzerInnen zu verfolgen. Schließlich ist auch die Bündelung von Ressourcen zum Einsatz von Trojaner-Software denkbar.
Berlin begründet die Notwendigkeit einer Kooperation mit dem „rasanten technologischen Fortschritt der Telekommunikation“. So seien in den nächsten Jahren „erhebliche Anstrengungen“ erforderlich, um die „hockspezialisierten technischen Systeme“ den neuen Technologien anzupassen. Eine weitere Aufrüstung wird bereits vorweggenommen: Denn dieses „Erfordernis der technischen Erneuerung“ werde sich laut dem Berliner Innensenat in den nächsten Jahren „weiter beschleunigen“.Die „Arbeitsgruppe Telekommunikationsüberwachung“ war auf Ebene der Staatssekretäre vereinbart worden und ist Teil einer breiter angelegten „Sicherheitskooperation“. Berlin hatte sich allerdings erst einen Monat später angeschlossen. Im Oktober 2010 nahm die AG schließlich ihre Arbeit auf. Treffen finden drei bis vier Mal im Jahr statt.
Bedarfsweise würden laut dem Berliner Senat die TKÜ-Stellen in den Landeskriminalämtern hinzugezogen. Allerdings sei bereits „externer Sachverstand“ einbezogen worden, um etwaige Kooperationsmöglichkeiten zu eruieren. Um welche Personen, Firmen oder Institute es sich handelt, bleibt aber offen. Floskelhaft wird lediglich mitgeteilt, es seien „rechtliche Möglichkeiten, wirtschaftliche Effekte, technische Machbarkeiten und zulässige Kooperationsformen“ geprüft worden.
„TKÜ-Zentrum Nord“ ab 2016
Das TKÜ-Zentrum Ost kommt offensichtlich deutlich langsamer voran als sein Pendant im Norden. Schon 2008 hatte die Konferenz der Innenminister der norddeutschen Küstenländer (Hamburg, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Bremen) den Bericht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur „Prüfung der Möglichkeit einer Bildung eines regionalen TKÜ-Zentrums“ zur Kenntnis genommen. Die Innenminister beschlossen die weitere Prüfung von „Kooperations- bzw. Zentralisierungsmöglichkeiten“. Auch Sachsen-Anhalt war mit im Boot.
Ende 2011 hatten die Bundesländer schließlich die Einrichtung von gemeinsamen „Rechen- und Dienstleistungszentren“ in Hannover und Hamburg verabredet. Die Inbetriebnahme ist für 2016 geplant. Eine „erste Phase“ hat jedoch bereits begonnen: Laut dem Unabhängigen Datenschutzbeauftragten (ULD) des Landes Schleswig-Holstein würden sich die Bundesländer bei einem Ausfall oder Überlastung ihrer TKÜ-Anlagen gegenseitig in Überwachungsmaßnahmen unterstützen.
Der ULD hat gegen ein gemeinsames Zentrum übrigens grundsätzlich nichts einzuwenden, außer dass dessen rechtliche Konstruktion und Verantwortlichkeit für die Datenverarbeitung durch einen Staatsvertrag geregelt werden möge. Im Tätigkeitsbericht 2013 hieß es außerdem, die „erforderliche und vertraglich zugesicherte Datensicherheit“ sei nicht gewährleistet. Dem Landeskriminalamt Schleswig-Holstein sei deshalb geraten worden, zunächst keine Einzelaufträge für TKÜ-Maßnahmen an die Kooperationspartner zu erteilen.
Anfangs sollen die beiden zentralisierten Einrichtungen in Hannover und Hamburg nach polizeilichen und geheimdienstlichen Auftraggebern getrennt operieren. Die Innenminister der norddeutschen Küstenländer wünschten sich aber bereits 2011 ein später „einheitliches TKÜ Zentrum Verfassungsschutz / Polizei“.
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Funkzellenabfrage: Ob Betroffene benachrichtigt werden wollen, entscheidet die Staatsanwaltschaft, nicht Betroffene
Bei einer Funkzellenabfrage werden sämtliche Handy-Verbindungen innerhalb einer oder mehrerer dieser Funkzellen an die Polizei gegeben. Funkzellenabfrage: Ob Betroffene benachrichtigt werden wollen, entscheidet die Staatsanwaltschaft, nicht Betroffene Ob von Funkzellenabfragen betroffene Personen Interesse an einer Benachrichtigung haben, entscheiden nicht diese Personen, sondern Staatsanwaltschaften „objektiv im Interesse der Betroffenen“. Mit dieser abenteuerlichen Begründung weigert sich die Hamburger Staatsanwaltschaft, einen unserer Leser zu informieren, der eine Benachrichtigung explizit erbeten hat. Das Gesetz ist jedoch eindeutig: eine Benachrichtigung ist vorgeschrieben.
Jeden Tag werden in Deutschland mehrere Dutzend Funkzellenabfragen durchgeführt, der Berliner Datenschutzbeauftragte bezeichnete diese Handy-Rasterfahndung als Routinemaßnahme, die regelmäßig Gesetze verletzt. Dabei sind jedes einzelne Mal zehntausende oder sogar mehrere Millionen Menschen betroffen, deren Kommunikationsdaten bei der Polizei landen. Laut Gesetz müssen diese Betroffenen darüber informiert werden:
Von den […] genannten Maßnahmen sind […] die Beteiligten der betroffenen Telekommunikation […] zu benachrichtigen.
Ausnahmen einer Benachrichtigung sind laut Gesetz nur in engen Grenzen zulässig:
Die Benachrichtigung unterbleibt, wenn ihr überwiegende schutzwürdige Belange einer betroffenen Person entgegenstehen. Zudem kann die Benachrichtigung einer […] Person, gegen die sich die Maßnahme nicht gerichtet hat, unterbleiben, wenn diese von der Maßnahme nur unerheblich betroffen wurde und anzunehmen ist, dass sie kein Interesse an einer Benachrichtigung hat.
Seit Jahren weigern sich Staatsanwaltschaften jedoch, die Millionen und Abermillionen Menschen über ihre Überwachung zu informieren, weil sie „kein Interesse“ an einer Benachrichtigung erkennen können. Einer unserer Leser hat daraufhin die Initiative ergriffen und die Hamburger Polizei angeschrieben, Betreff: „Wünsche Benachrichtigung bei Funkzellenabfrage“. Die Antwort der Polizei Hamburg (September):
Sie bieten ihre persönlichen Daten und Telefonnummer zur Hinterlegung bei der Polizei an – um im Falle einer Verkehrsdatenerhebung, von der sie als Unverdächtiger oder Nichtstörer betroffen sein könnten, von dieser Maßnahme benachrichtigt zu werden.
Die Benachrichtigung von Personen im Zusammenhang mit der Erhebung von Verkehrsdaten richtet sich nach dem § 101 StPO und dem § 10e PolDVG mit den jeweiligen Ausnahmetatbeständen, unter deren Voraussetzungen von einer Benachrichtigung abgesehen werden kann.
Eine Rechtsgrundlage, aus der sich der Anspruch einer vorsorglichen Speicherung von Telefonnummern und persönlichen Daten eines Einzelnen in der von Ihnen benannten Form ergibt, existiert nicht.
Auf Deutsch: „Nein, die Polizei macht das nicht.“ Also nochmal die zuständige Staatsanwaltschaft angeschrieben (November). Die Antwort vom Behördlichen Datenschutzbeauftragten der Staatsanwaltschaft Hamburg (Dezember):
Die Vorschrift des § 101 Strafprozessordnung, welche insbesondere die verfassungsrechtlichen Vorgaben auf effektiven Rechtsschutz konkretisiert, wird von der Staatsanwaltschaft in jedem Fall sorgfältig geprüft und anschließend über eine Pflicht zur Benachrichtigung entschieden. „Im Zweifel“ ist zu benachrichtigen.
Die Staatsanwaltschaft ist nach meinem Verständnis allerdings weder verpflichtet noch praktisch überhaupt in der Lage, ein Register zu führen, in welches potentiell Betroffene aufgenommen werden, die im Vorwege bekundet haben, stets ein Interesse an der Benachrichtigung im Falle einer Funkzellenabfrage zu haben. Letztlich kann deshalb nur im Einzelfall entschieden werden, ob jeweils unter Berücksichtigung der besonderen Bedeutung der Grundrechte die Benachrichtigung objektiv im Interesse eines Betroffenen liegt.
Auf Deutsch: „Nein, wir entscheiden, ob du Interesse hast, nicht du.“
Thomas Stadler, Fachanwalt für IT- Recht, kommentiert gegenüber netzpolitik.org:
Es entspricht nicht dem Sinn und Zweck der Vorschrift, wenn der Staatsanwalt gegen den erklärten Willen des Betroffenen unterstellt, der Betroffene hätte kein Interesse an einer Benachrichtigung. Das Ermessen, das die Vorschrift der Staatsanwaltschaft einräumt, wird auf diese Weise nicht korrekt ausgeübt.
Damit ist klar: Polizeien und Staatsanwaltschaften nutzen jede noch so abenteuerliche Begründung, Menschen nicht über die routinemäßige Massenrasterfahndung zu informieren. Den wahren Grund hat uns ein Sprecher des Polizeipräsidium Münchens mal recht deutlich gesagt: Man will „auf Funkzellenabfragen nicht zu genau eingehen, weil wir nicht auch noch den Letzten darauf hinweisen wollen, sein Handy auszumachen.“
Dass es auch anders geht, zeigt ein Beschluss des Berliner Abgeordnetenhauses. Demnach sollen Handys, die in Berlin von einer Funkzellenabfrage betroffen sind, in Zukunft per SMS darüber benachrichtigt werden, wenn sie wollen. Bis Ende Juni sollen die Abgeordneten über die Umsetzung des SMS-Informationssystems benachrichtigt werden.
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: Transparenzgesetz in Hamburg: Chaos Computer Club klagt gegen Handelskammer
Verwaltungsgebäude der Handelskammer Hamburg. Bild: El Gran Dee. Lizenz: Creative Commons <a href="https://creativecommons.org/licenses/by/2.0/">BY 2.0</a>. : Transparenzgesetz in Hamburg: Chaos Computer Club klagt gegen Handelskammer Der Chaos Computer Club klagt in Hamburg beim Verwaltungsgericht auf Durchsetzung des Transparenzgesetzes gegen die dortige Handelskammer. Im Kern geht es darum, ob die Handelskammer dem Transparenzgesetz unterliegt und das dazugehörige Informationsregister selbstständig mit Informationen wie Verträgen, Gutachten und Vorstandsgehälter befüllen muss. Die Handelskammer macht dies bisher nicht.
Aus der PM: Transparenzgesetz: CCC setzt sich für Veröffentlichungspflicht ein.
Michael Hirdes vom CCC, der bereits seit 2012 an der Entstehung des Transparenzgesetzes durch die Volksinitiative „Tranzparenz schafft Vertrauen“ beteiligt war, sagt: „Es war von vornherein vorgesehen und klar formuliert, daß auch die Handelskammer und andere Körperschaften des öffentlichen Rechts vollständig dem Transparenzgesetz unterfallen sollen. Die Handelskammer hat durch politische Einflußnahme nach Erlaß des Gesetzes versucht, sich der öffentlichen Kontrolle zu entziehen. Wir wollen durchsetzen, daß hier wirklich Transparenz herrscht und jeder auch diesen Teil staatlicher Tätigkeit genau unter die Lupe nehmen kann. Die Geheimniskrämerei der Handelskammer muß ein Ende haben.“
Rechtsanwalt Dr. Till Steffen sagt: „Das Transparenzgesetz definiert den Begriff ‚Behörde‘ in Anlehnung an den bewährten funktionalen Behördenbegriff aus dem Verwaltungsverfahrensgesetz. Danach sind öffentlich-rechtliche Körperschaften wie Kammern, Hochschulen und ähnliches ohne Zweifel umfaßt. Im Gesetzgebungsverfahren gab es hierzu nie eine streitige Debatte. Sämtliche Entwürfe bezogen sich ausdrücklich auf den funktionalen Behördenbegriff. Klärungsbedürftig war nur, inwieweit auch Unternehmen wie GmbHs oder Aktiengesellschaften, die in städtischer Hand sind, dem Transparenzgesetz unterliegen.“
Wir wünschen viel Erfolg und sind gespannt.
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: Informationsfreiheitsgesetz in Baden-Württemberg: Eckpunktpapier von Grün-Rot enttäuscht
Wechsel angekündigt, aber nicht eingehalten: <a href="https://www.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/dateien/PDF/Koalitionsvertrag-web.pdf">Koalitionsvertrag in BaWü</a>. : Informationsfreiheitsgesetz in Baden-Württemberg: Eckpunktpapier von Grün-Rot enttäuscht Nach mehr als drei Jahren im Amt legt die rot-grüne Landesregierung in Baden-Württemberg endlich ein erstes Eckpunktpapier zum Informationsfreiheitsgesetz vor. Leider ist das mehr als dürftig, es zeigt sich ein grundsätzliches Misstrauen gegenüber der Informationsfreiheit. Das Hamburger Transparenzgesetz macht vor, wie es besser gehen kann.
Dieser Gastbeitrag von Arne Semsrott erscheint zeitgleich auf dem Blog von FragDenStaat.de.
Lange mussten wir auf einen ersten Entwurf für ein Informationsfreiheitsgesetz (IFG) in Baden-Württemberg warten. Jetzt haben sich die grün-roten Regierungsfraktionen endlich auf ein Eckpunktpapier geeinigt – und das ist mehr als dürftig.
Denn anscheinend hat großer Widerstand aus dem SPD-geführten Innenministerium dazu geführt, dass sich Baden-Württemberg am acht Jahre alten Bundes-IFG orientiert – obwohl der Zug der Informationsfreiheit seitdem schon längst weiter gerollt ist. Das zeigt etwa das Transparenzgesetz der Parteikollegen aus dem Norden.
Stattdessen fällt Baden-Württemberg sogar teils hinter das Bundes-IFG zurück: So wird das IFG eine „Missbrauchsregelung“ enthalten, die „die Funktionsfähigkeit der Verwaltung“ erhalten soll. Ein klares Einfallstor für Missbrauch – durch die Verwaltung.
Das grundsätzliche Misstrauen gegenüber der Informationsfreiheit zeigt sich auch an der Gebührenregelung. Zwar schreiben die Fraktionen, dass eine Abschreckung durch Gebühren vermieden werden sollen. Gleichzeitig aber wird es eine Abschreckung durch Gebühren geben, weil Kommunen die Möglichkeit zur „vollen Kostendeckung“ über Auslagen erhalten. Kostenlose Anfragen soll es nur in „besonderen Einzelfällen“ geben. Alle anderen IFG-Länder sind fortschrittlicher: Da sind einfache Anfragen nämlich grundsätzlich kostenlos.
Zwar sollen löblicherweise, wie im Hamburger Transparenzgesetz vorgesehen, auch Unternehmen der öffentlichen Hand wie die Flughafen Stuttgart GmbH unter das IFG fallen. Gleichzeitig gibt es aber keine Abwägungsklausel bei Betriebs- und Geschäftsgeheimnissen – um eine „Verschlechterung der Standortbedingungen für Wirtschaftsunternehmen in Baden-Württemberg“ zu vermeiden. Eine weitere Einladung zum Mauern bei IFG-Anfragen.
Schließlich schlägt das Eckpunktepapier vor, dass alle Kommunen zu einer proaktiven Informationspolitik verpflichtet werden sollen. Es darf aber bezweifelt werden, ob Kommunen glaubhaft zur Informationsfreiheit animiert werden können, wenn die Regierungsfraktionen selbst so skeptisch sind.
Für das Eckpunktepapier hat Grün-Rot nach der Wahl ganze drei Jahre gebraucht. Bleibt abzuwarten, ob das finale Gesetz noch vor der nächsten Landtagswahl 2016 das Licht der Welt erblickt.
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: Hamburg: CCC sucht Sofas für den #31c3 – Congress
: Hamburg: CCC sucht Sofas für den #31c3 – Congress Du willst Nerds mal arbeiten sehen? Bei Dir zuhause? Zwischen Weihnachten und Neujahr findet in Hamburg der 31. Chaos Communications Congress statt. Wie in jedem Jahr sucht der CCC Hamburg wieder Sofas, die am Wochenende abgeholt werden, um sie dann vor Ort einzusetzen, damit alle bequemer sitzen können. Wer ein Sofa abzugeben hat und vielleicht bisher nur faul war, das selber auf die Straße zu stellen, meldet sich am Besten beim CCC Hamburg oder @zuendelkind auf Twitter.
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: Nationaler IT-Gipfel auch 2014 weitgehend unter Ausschluß der Zivilgesellschaft
: Nationaler IT-Gipfel auch 2014 weitgehend unter Ausschluß der Zivilgesellschaft Am 21. Oktober 2014 findet der Nationale IT-Gipfel 2014 der Bundesregierung featuring Bitkom in Hamburg statt. Das Motto ist diesmal kreativ: „Arbeiten und Leben im digitalen Wandel – gemeinsam.innovativ.selbstbestimmt“.
In der Digitalen Agenda der Bundesregierung wurde versprochen:
„Wir werden den Nationalen IT-Gipfel als Plattform für die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft für einen breiten gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Dialogprozess öffnen. Dazu werden wir den IT-Gipfel auf die Handlungsfelder der Digitalen Agenda ausrichten.“
Im Programm findet man dieses ambitionierte Vorhaben für dieses Jahr leider noch nicht wieder. Fast alle gesellschaftlichen Vertreter sind von Beruf Politiker, einzig ein Vertreter der IG Metall kann als Zivilgesellschaft durchgehen. Wie immer sind zahlreiche Unternehmensvertreter dabei.
Also business as usual. Muss man nicht hin.
