EU

  • : Klarer Vertragsbruch bei Fluggastdatenübermittlung an die USA
    Klarer Vertragsbruch bei Fluggastdatenübermittlung an die USA

    Die EU Kommission hat das EU-USA-Fluggastdatenabkommen evaluiert. Fluggastdaten (PNR) werden von Airlines zu Servicezwecken gespeichert, um Anschlussflüge zu garantieren, das gewünschte Essen zu servieren und Sitzplätze korrekt zuzuweisen. Bis zu 60 Einzeldaten werden von einem einzigen Passagier pro Flug gespeichert. Diese Daten werden seit einigen Jahren an die USA übermittelt und dort für 15 Jahre auf Vorrat gespeichert. Die Datenschutzbestimmungen sind schwach, das Abkommen verletzt das Recht auf Privatsphäre und der Verlust der Reisefreiheit droht. Es widerspricht (.pdf) der der Charta der Grundrechte sowie der Europäischen Menschrechtskonvention. Im Evaluierungbericht findet sich ein klarer Vertragsbruch, die EU-Kommission sieht dennoch keine Probleme bei dem Abkommen.

    Nachdem das EU-Parlament im April 2012 für die umstrittene Übermittlung der PNR-Daten stimmte war der Weg für die Vorratsdatenspeicherung von Reisedaten in den USA frei. Am 1. Juli 2012 trat das Abkommen in Kraft, nun stellt die EU Kommission ihren Evaluierungsbericht (.pdf) vor.

    Klarer Vertragsbruch

    Aus dem Evaluierungsbericht geht klar hervor, dass die USA gegen die Reglungen des Abkommens verstoßen haben. So ist es den Behörden erlaubt, die PNR Daten auch an Drittstaaten weiterzugeben, allerdings nur, wenn sie auch die EU darüber informieren. Wie aus dem Bericht hervorgeht, hat jedoch die amerikanische Zollbehörde die Daten an ein Nicht-EU-Staat weitergeben, ohne die EU darüber in Kenntnis zu setzten. Dennoch verkündet die EU-Kommission in der heutigen Presseaussendung zu dem Bericht:

    27. November 2013 2
  • : USA-Kuscheltour durch Berlin und Brüssel (Update)
    USA-Kuscheltour durch Berlin und Brüssel (Update)

    Eine Delegation aus den USA war auf Versöhnungsreise in Deutschland und Brüssel. Am Montag fanden sich der demokratische Senator Chris Murphy und der republikanische Abgeordnete Gregory Meeks in Berlin ein, um Beziehungsarbeit zu leisten. Zu einem Gespräch mit Kanzlerin und Bundespräsident kam es jedoch nicht, diese hatten schon im Vorfeld ein Treffen abgelehnt.

    Stattdessen traf man sich mit Innenminister Hans-Peter Friedrich, Außenminister Guido Westerwelle und Thomas Oppermann, der dem Parlamentarischen Kontrollgremium vorsitzt. Wie zu erwarten gab es nach außen Verständnis auf amerikanischer Seite, mehrmaliges Betonen der deutsch-amerikanischen Freundschaft und maskierende Mahnungen zu einer raschen Aufklärung der Situation. Da nichts Neues dabei war, nur ein kleiner Auszug an Zitaten aus Berichterstattung, Pressemitteilungen und -konferenz. Ähnlichkeiten zu vorherigen Äußerungen deutscher und amerikanischer Politiker wie immer rein zufällig:

    27. November 2013
  • : TTIP: PR-Strategie der EU-Kommission geleakt
    TTIP: PR-Strategie der EU-Kommission geleakt

    Das Corporate Europe Observatory hat die PR-Strategie der EU-Kommission zum geplanten Transatlantischen Handelsabkommen TTIP (TAFTA) geleakt. Das Papier, das auf einem Rats-Treffen am vergangenen Freitag diskutiert wurde, gibt Vorschläge, wie man die Verhandlungen mit den USA am besten der eigenen Bevölkerung verkaufen sollte. Das geht natürlich am besten mit … Jobs! Auf das Killerargument wird mehrfach hingewiesen. Dabei gibt es berechtigten Zweifel, dass dies auch stimmt.

    Dabei hat man wohl etwas von ACTA gelernt und möchte nun die Kommunikation optimieren, beim PR-Buzzwordbingo gibts dafür den Begriff „holistisch“:

    The overall approach is holistic, uniting media relations, outreach and management of stakeholders, social media and transparency. The approach will need to further localise our communication effort at Member State level in a radically different way to what has been done for past trade initiatives, in addition to deploying efforts in Brussels, in the US and around the world, providing clear, factual and convincing arguments on all aspects of the negotiations.

    Durch das Papier zieht sich immer wieder, dass man doch bitte schön von Anfang an TTIP positiv kommunizieren sollte. Also lieber über Wachstumschancen reden als darüber, dass mit TTIP unsere Datenschutzstandards gesenkt werden.

    Und was unterscheidet jetzt TTIP von ACTA?

    https://twitter.com/guenterhack/status/401372696891490304

    25. November 2013 6
  • : Netzneutraliät in Brüssel: Die Zukunft des Internets steht auf dem Spiel
    Netzneutraliät in Brüssel: Die Zukunft des Internets steht auf dem Spiel

    In den kommenden Monaten entscheidet das Europaparlament über die Zukunft des Internets. Das hört sich dramatisch an, ist aber tatsächlich so. Denn die Abgeordneten werden über einen Gesetzesvorschlag von EU-Kommissarin Neelie Kroes abstimmen und die Netzneutralität entweder EU-weit sichern – oder abschaffen. Im Moment sieht es nicht gut aus, Berichterstatterin Pilar del Castillo Vera (EVP) möchte die Diskriminierung von Inhalten und Diensten im Netz zulassen.

    Die ersten Ausschüsse stimmen im Januar ab, im Februar wird es dann im Industrieausschuss des Parlaments zum Showdown kommen. Warum Netzneutralität wichtig ist, habe ich daher hier für ZAPP aufgeschrieben :

    Seit mehr als vier Jahren fordern Bürgerrechtsorganisationen wie unsere Organisation European Digital Rights den gesetzlichen und europaweiten Schutz der Netzneutralität. Warum aber ist dieser holprige Begriff so wichtig?
    Hierzu muss man vielleicht ein wenig ausholen. Netzneutralität ist das bisher geltende Prinzip, dass jeder Punkt mit jedem andern beliebigen Punkt im Netz kommunizieren kann. Jeder kann – unabhängig von finanzieller und sozialer Situation – global kommunizieren, seien es nun Sportvereine, Schulen, Aktivisten, Politiker oder kleine Unternehmen. Jeder kann Dienste anbieten und Dienste nutzen. Und jeder kann mit eigenen Inhalten eine potentiell unbegrenzte Zahl von Lesern, Zuschauern, Hörern oder Nutzern erreichen. Weiterlesen…

    22. November 2013 7
  • : EU-Parlament: E‑Mails von Abgeordneten und IT-Experten gehackt
    EU-Parlament: E‑Mails von Abgeordneten und IT-Experten gehackt

    Das französische Seite Mediapart berichtet versteckt hinter einer Paywall von einem Hack des EU-Parlaments. Demnach wurden, das berichtet SPON, die E‑Mail Accounts von EU-Abgeordneten und auch IT-Experten gehackt. Das soll wohl auch sehr einfach gewesen sein, mehr weiß man allerdings nicht. Das Thema wurde wohl heute auch in der Plenartagung von einigen Abgeordneten angesprochen. Offensichtlich gibt es schon seit längerem Probleme mit der Sicherheit.

    21. November 2013 4
  • : Europa sucht nach Antworten auf die Spionage-Affäre
    Europa sucht nach Antworten auf die Spionage-Affäre

    Die Sendung „Hintergrund“ auf Deutschlandfunk hat gestern über „Europa sucht nach Antworten auf die Spionage-Affäre“ berichtet.

    Es gibt kein Gesetz, das der EU die Kontrolle geheimdienstlicher Arbeit erlauben würde. Der Datenschutz allerdings zählt zu ihren Aufgaben. Diesen Hebel will das Europaparlament nutzen, um etwas gegen die massenhafte Überwachung europäischer Bürger durch die US-Dienste zu tun.

    Hier ist die MP3.

    19. November 2013
  • : Troikatreffen der Justiz- und Innenminister der EU und USA: Überwachungsskandal ist Nebensache, alles Prima
    Troikatreffen der Justiz- und Innenminister der EU und USA: Überwachungsskandal ist Nebensache, alles Prima

    Gestern Abend haben sich die Justiz- und Innenminister der EU und der USA in Washington getroffen. Zur Reisegruppe gehörten die beiden EU-Kommissare Malmström (Innen) und Reding (Justiz) sowie die Vertreter für Justiz und Inneres der litauischen Ratspräsidentschaft und der kommenden griechischen Ratspräsidentschaft. Die Vertreter der EU freuten sich über ein konstruktives und produktives Treffen, viele Themen wurden angesprochen. Das Top-Thema scheinen nun Missbrauchsdarstellungen von Kindern zu sein, wie in Großbritannien mitlerweile auch. Der Überwachungsskandal spielt nur eine untergeordnet Rolle. Man fragt sich, in welcher Realität die Delegation eigentlich lebt.

    Zur Erinnerung: Die USA überwachen massenhaft mit Hilfe der Briten alle Bürger der EU und zapfen sogar mit Wanzen die EU-Institutionen an. Im EU-Parlament wurde ein Untersuchungsausschuss eingesetzt, der den Skandal aufarbeiten will. Auch die EU Kommission will sich an der Aufklärung beteiligen, allerdings auf eine ganz spezielle Art: Eine transatlantische Arbeitsgruppe wurde eingesetzt, über die rein gar nichts bekannt ist. Es ist noch nicht einmal bekannt, wer in dieser Gruppe an der Aufklärung arbeitet, denn das könnte die internationalen Beziehungen beschädigen.

    Bei dem Treffen am gestrigen Abend hat sich diese Verschleierungstaktik und Verharmlosung der EU Kommission und der Ratspräsidentschaft fortgesetzt. Die wichtigsten Themen, die bei dem Treffen thematisiert wurden waren:

    …the problem of sexual abuse of children online; coordinating work on counter-terrorism and security issues; countering violent extremism; expanding cooperation in criminal matters; joint efforts in the areas of cybercrime and cybersecurity; and mobility, migration and border issues. In addition, we discussed the rights of victims of crime, the rights of persons with disabilities, and the prosecution of hate crimes.

    Das sind sicher alles wichtige Themen, die auch besprochen werden müssen, doch erscheint nicht klar, warum nicht zu Beginn der Überwachungsskandal auf der Agenda stand.

    Erst im dritten Absatz der Pressemitteilung findet sich ein Hinweis auf den Überwachungsskandal. Als man das Thema Datenschutz und Themen bezüglich der Aktivitäten der U.S. Geheimdienste angesprochen hat, ist man wohl auf beiden Seiten das Atlantiks zu der revolutionären Erkenntnis gelangt, dass jene Aktivitäten zu „bedauerlichen Spannungen“ geführt haben. Um das Problemchen zu lösen, so die Erkenntnis, muss nun wieder Vertrauen in die Kooperation hergestellt werden, denn die Bürger gehören geschützt – fragt sich nur vor wem oder was. Um sicher zu gehen, dass auch keine neuen Missverständnisse im spannungsgeladenen Miteinander auftreten wurde auch gleich versichert, dass die EU und die USA Verbündete sind. Das sich Verbündete untereinander so verhalten scheint völlig normal zu sein, den Kritik regnete es keine. Im Gegenteil, die bisherige Praxis wird sogar noch legitimiert:

    Since 9/11 and subsequent terrorist attacks in Europe, the EU and U.S. have stepped up cooperation, including in the areas of police and criminal justice. Sharing relevant information, including personal data, while ensuring a high level of protection, is an essential element of this cooperation, and it must continue.

    Die Äußerung überrascht zwar nicht unbedingt, denn aus Sicht der EU-Kommission ist ja etwa das SWIFT und das Fluggastdaten-Abkommen auch noch immer eine feine Sache. Das jedoch jegliche ernsthafte Kritik an der Datenabsaugung der USA außerhalb dieser Abkommen vollständig fehlt, ist nicht nachvollziehbar.

    Aber: Die EU hat trotzdem eine Lösung parat, wie künftig die Daten der EU Bürger besser geschützt werden sollen: Es braucht ein Rahmenabkommen für den Austausch personenbezogener Daten mit den USA. Chapeau! Seit 2010 versucht die EU-Kommission ein derartiges Abkommen auf den Weg zu bringen, aber die Verbündeten auf der anderen Seite des Atlantiks wollen einfach nicht. Bis Mitte 2014 soll das Abkommen endlich stehen, ähnliche verheißungsvolle Ansagen gab es schon einige.

    Das ganze Drama des Ausfluges der europäischen Reisegruppe zeigt sich in einem letzten massiven Aufbäumen gegen die Praxis der US-Geheimdienste und der frohen Hoffnung, dass sich bald doch endlich hoffentlich vielleicht alles zum Guten wendet:

    The EU welcomes that the U.S. is considering adopting additional safeguards in the intelligence context that also would benefit EU citizens.

    19. November 2013 10
  • : Regierungsanfragen: Facebook-Manager spricht vor EU-Ausschuss von zu niedrigen Zahlen
    Regierungsanfragen: Facebook-Manager spricht vor EU-Ausschuss von zu niedrigen Zahlen

    Facebook erhielt in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres 8500 Anfragen von europäischen Behörden. Eine Zahl, die laut New York Times deutlich zu niedrig sein dürfte. Insgesamt seien von diesen Anfragen rund 10.000 Facebook-Konten betroffen. Das sagte Richard Allan, Public-Policy-Leiter von Facebook für Europa, den Nahen Osten und Afrika am Montag bei einer Anhörung zur NSA-Affäre vor dem Justizausschuss des EU-Parlaments.

    Der Ausschuss hatte sich in seiner neunten und zehnten Sitzung am Montag und Dienstag hauptsächlich mit den Überwachungsprogrammen der US-Regierung beschäftigt und dazu James Sensenbrenner eingeladen. Der Republikaner und Kongressabgeordnete war vor 12 Jahren einer der Initiatoren des Patriot Act.

    Allan sprach vor dem Justizausschuss von bekannten Zahlen.Diese hatte Facebook bereits in seinem ersten „Transparenz-Bericht“ im August dieses Jahres veröffentlicht. Dass, ähnlich wie die Angaben über US-Anfragen an Internetkonzerne, auch die Angaben über die Anfragen von EU-Staaten nur eine vage Größenordnung darstellen könnten, schreibt die New York Times unter Verweis auf die Facebook-Sprecherin Linda Griffin.

    The figures for Europe understate the volume of requests because of the existence of so-called Mutual Legal Assistance Treaties between European countries and the United States. Requests made through those treaties look similar to any other request by American authorities, so Facebook is unable to tell how many of those requests came from European Union governments.

    Die Intransparenz der „Transparenz-Berichte“

    Die von Facebook, Yahoo, Apple und Co. vorgelegten „Transparenz-Berichte“ und alle Aussagen über die Zahl der Informationsanträge von Regierungsseite sind allgemein zu hinterfragen. Besonders wenn es sich um Angaben zur Arbeit der US-Regierung handelt.

    Denn unter dem Foreign Intelligence Surveillance Act (FISA) beziehungsweise dessen Verschärfung im Abschnitt 215 des Patriot Act von 2001 können US-Sicherheitsbehörden völlig geheim an Daten von Verdächtigen gelangen.

    Über diese Art von Anfragen dürfen die Internetunternehmen unter keinen Umständen sprechen.

    Aktuell klagen Facebook, Google und andere gegen diese sogenannte „Gag order“ (Knebelklausel) und das FISA-Gesetz.  Das existiert schon seit 1978 – es wurde damals eigentlich verabschiedet, um Auslandsspionage ohne jeden Gesetzesrahmen zu unterbinden, schreibt die Electronic Frontier Foundation (EFF). 

    Informationen, die unter diesem Gesetz angefragt werden, müssen mit Auslandsspionage oder Terrorismus von Ausländern zusammenhängen. Überwachung von US-Bürgern kann dennoch legal sein, wenn diese dem internationalen Terrorismus verdächtigt werden.

    Da alles im Geheimen passiert, ist es aber kaum möglich, die Gründe der Anfragen transparent zu machen, schriebt die EFF.

    No one really knows what these terms mean other than the FISA court, which won’t release its decisions. And it’s even worse for FISA subpoenas, which can be used to force anyone to hand over anything in complete secrecy, and which were greatly strengthened by Section 215 of the USA PATRIOT Act.

    Nutzer sind Facebook-Entscheidungen ausgeliefert

    Allans Rede vor dem Parlamentsausschuss zielte in erster Linie darauf ab, das öffentliche Ansehen des Konzerns außerhalb der USA zu kitten. Dazu passt etwa, dass der Manager bei allen Erklärungsversuchen zur Kooperation von Facebook mit Regierungen immer die Suche nach Kindern oder deren Schutz ins Feld führt:

    These requests run the gamut of matters – from things like a  local sheriff trying to find a missing child, to a police department investigating an assault, to a national security official investigating a terrorist threat.

    Insgesamt tauchen die Wörter „child” und „children” vier Mal in der Rede auf. Diese redundanten Erklärungsversuche offenbaren das eigentliche Problem. Facebook (und andere) haben das Ausmaß der Regierungsanfragen in sogenannten „Tranzparenz-Berichten” zwar veröffentlicht. Eigentlich zeigen diese Dokumente aber nur, dass völlig unklar ist, wie der Konzern die Regierungsbriefe, ‑faxe oder ‑Mails weiter bearbeitet.

    In den Berichten existieren Quoten, die darstellen, auf wie viele Anfragen hin der Konzern Daten herausgegeben haben will. Das heißt Facebook nimmt nicht nur zur Kenntnis, der Konzern gibt auch vor, die Einzelfälle zu sichten und zu bearbeiten. 8500 – optimistisch geschätzte – Anfragen in einem halben Jahr. Das sind rund 1400 pro Monat, die aus Europa allein die irische Facebook-Filiale erreichten. Ob nun Kidnapping, Terrorismus oder Urheberrechtsverletzung: An allen diesen Gesuchen hängt ein juristischer Komplex. Wer sich bei Facebook den einzelnen Fällen wie genau annimmt und letztlich entscheidet, ob Daten an Behörden weitergegeben werden, hat auch Richard Allan vor dem Parlaments-Ausschuss nicht verraten. In dieser Hinsicht sind die Nutzer der Plattform den internen Entscheidungsprozessen des Konzerns völlig ausgeliefert.

    15. November 2013 1
  • : Überwachung von Reisenden – Fluggastdaten-Übermittlung an Kanada
    Überwachung von Reisenden – Fluggastdaten-Übermittlung an Kanada

    Die EU hat bereits einige Abkommen zur Übermittlung von Fluggastdaten, sogenannten PNR-Daten, mit Drittstaaten abgeschlossen. Nun soll ein weiteres Abkommen folgen, diesmal mit Kanada (.pdf).

    Fluggastdaten werden von Airlines gesammelt, um den Service zu garantieren und zu verbessern. Darunter sind etwa Informationen zu Essenswünschen, Angaben zum Gepäck und Mitreisenden sowie Kreditkartendaten. Insgesamt werden bis zu 60 Einzeldaten bei einem einzigen Passagier pro Flug gesammelt. Diese Daten sollen nun an die kanadischen Behörden übermittelt werden, wenn Passagiere von der EU nach Kanada reisen oder umgekehrt und für fünf Jahre auf Vorrat gespeichert werden.

    Diese neuerliche Vorratsdatenspeicherung beschränkt jedoch nicht nur auf Terrorismus. Die Daten sollen etwa auch bei Straftaten genutzt werden:

    Als grenzübergreifende schwere Kriminalität gilt jede Straftat, die nach kanadischem Recht in Kanada mit einer Freiheitsstrafe im Höchstmaß von mindestens vier Jahren oder mit einer schwereren Strafe geahndet wird, wenn die Straftat grenzübergreifenden Charakter hat.

    Darüber hinaus kann Kanada die Daten auch im Einzelfall verarbeiten, wenn

    damit
    a) die Aufsicht oder Rechenschaftspflicht der öffentlichen Verwaltung
    gewährleistet ist oder
    b) einer Vorladung, einem erlassenen Haftbefehl oder einer gerichtlichen Verfügung Folge geleistet werden kann.

    Doch es gibt noch mehr Ausnahmefälle.

    13. November 2013 2
  • : EU-Lobbyismus: Neue Expertengruppe mit zweifelhafter Besetzung berät EU-Kommission bei Cybersecurity
    EU-Lobbyismus: Neue Expertengruppe mit zweifelhafter Besetzung berät EU-Kommission bei Cybersecurity

    Die EU-Kommission hat eine Expertengruppe ins Leben gerufen, die die Institution bei der Erstellung von Gesetzesvorlagen und Fragen zur Netz- und Informationssicherheit beraten soll. Die Zusammensetzung der Gruppe ist äußerst zweifelhaft: Unternehmen haben die Oberhand, ein Multi-Stakeholder-Ansatz ist nicht erkennbar. Einige Unternehmen sind sogar durch verschiedene Dachorganisationen mehrfach vertreten. Hinzu gesellen sich Rüstungsunternehmen.

    Seit dem 8. November ist die neue Expertengruppe aktiv, ein erstes Kick-off-Meeting fand bereits Ende September statt. Aufgabe der Gruppe wird es sein, sich mit dem Thema Cybersecurity auseinanderzusetzen. Im kommenden Jahr will die EU-Kommission ihre Empfehlungen zur Cybersecurity veröffentlichen und die Expertengruppe soll an der Erstellung des Papiers mitwirken (.pdf).

    Sollte es zu einem Gesetzesvorschlag kommen, sollen die Experten auch daran mitwirken.

    Die Expertengruppe ist aufgeteilt in drei Arbeitsgruppen:

    WG1 on risk management, including information assurance, risks metrics and awareness raising;
    WG2 on information exchange and incident coordination, including incident reporting and risks metrics for the purpose of information exchange;
    WG3 on secure ICT research and innovation.

    Während die beiden ersten Arbeitsgruppen insbesondere an den Gesetzesvorschlägen und Empfehlungen mitwirken sollen, ist die Arbeit der dritten Arbeitsgruppe (.pdf) auf die Festlegung von künftigen Forschungsvorhaben im neuen Forschungsrahmenprogramm Horizon2020, dem Nachfolger des FP7, ausgerichtet:

    12. November 2013 8
  • : Überwachungsskandal: Wird es einen Freedom Act geben, der den NSA-Machenschaften ein Ende bereitet?
    Überwachungsskandal: Wird es einen Freedom Act geben, der den NSA-Machenschaften ein Ende bereitet?

    Im EU-Parlament fand heute erneut eine Sitzung des Untersuchungsausschusses zum Überwachungsskandal statt. Zu Gast war u.a. Jim Sensenbrenner, der Vorsitzender des Unterausschusses „Crime, Terrorism, Homeland Security, and Investigations“ im US-Repräsentantenhaus. Der Abgeordnete wurde eingeladen, da er ein Gesetz vorgeschlagen hat, welches künftige die ausufernde Überwachung der Geheimdienste unterbinden soll: Der Freedom Act. Schon der Name des Gesetzes soll als bewusste Korrektur des Patriot Acts verstanden werden, und versucht, die massenhafte, anlasslose Überwachung zu stoppen. Sensenbrenner war allerdings auch einer der entschiedenen Akteure bei der Verabschiedung des Patriot Acts, der die Überwachung überhaupt erst möglich machte.

    Das Vorhaben, einen Freedom Act zu verabschieden, klingt gut und Sensenbrennener war zunächst auch sehr deutlich in seinen Worten und empörte sich ehrlich: „Die NSA ignoriert täglich das Gesetz“ oder „Die NSA hat ihre Freiheiten missbraucht“. Sensenbrenner möchte nun mit dem Freedom Act das schaffen, was schon der Patriot Act seiner Ansicht nach schaffen sollte: Ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit. „Es war nie die Absicht, der NSA zu erlauben, im Privatleben der ganzen Welt zu schnüffeln.“ , erklärte Sensenbrenner. Ohne eine begründeten Anfangsverdacht sollen keine großen Datenmengen mehr ausgewertet werden. Das klingt nach einem Fortschritt, doch der Teufel steckt im Detail. Zunächst ist gar nicht klar, ob der Freedom Act überhaupt angenommen wird, denn dieser hat zahlreiche Gegner. Das Repräsentantenhaus müsste etwa die Debatte um das Gesetz mit den Budgetverhandlungen um die Geheimdienste verknüpfen, damit der Vorschlag überhaupt eine Chance hat. Darüber hinaus bleibt unklar, was mit EU-Bürgern bzw. Bürgern außerhalb des Gebiets der USA passiert. Wird die Überwachung auch hier eingeschränkt? Sensenbrenner antwortete ausweichend und verwies etwa auf das Treffen der EU-Justizkommissarin Vivianne Reding und dem Justizminister Eric Holder nächste Woche, die sich mit dieser Frage auseinandersetzen sollten. Hoffnungen, dass sich durch diese Gespräche etwas ändert braucht man wohl eher nicht haben. Und auch der Ruf nach mehr Kontrolle klingt zunächst sehr sinnvoll und gut. Allerdings braucht es dafür auch ausreichende Ressourcen. Zudem sind sicher noch einige andere Bugs in dem doch recht umfangreichen Gesetzesvorschlag (.pdf) versteckt. Ihr könnt uns gerne bei der Analyse helfen (z.B. in den Kommentaren).

    11. November 2013 4
  • : INDECT geht in die finale Phase und will Personen überwachen, die über rote Ampeln gehen
    INDECT geht in die finale Phase und will Personen überwachen, die über rote Ampeln gehen

    Das umstrittene EU-Forschungsprojekt INDECT ist auf der Zielgeraden, bis zum 30. Juni 2014 soll das Projekt abgeschlossen sein. Ende September fanden bereits erste Endnutzer-Tests statt. Die Ergebnisse wurden heute auf der INDECT-Website veröffentlicht und zeigen, dass eine völlig unverhältnismäßige Überwachung droht.

    Die zentralen Techniken, die vorgestellt wurden umfassen automatisierte Audio- und Videoüberwachung. Dabei sollen etwa durch verschiedene Techniken Menschen im öffentlichen Raum gezählt werden können, Objekte automatisch getrackt werden und ähnliches. Darüber hinaus sollen konkrete Ereignisse durch die Überwachungsanlagen erkannt werden, die (mögliche) Sicherheitsbedrohungen darstellen. Zu diesen Ereignissen gehören etwa Fußgänger, die eine rote Ampel missachten und trotzdem die Straße überqueren. Diese Überwachung reiht sich damit in die schon zu Beginn des Projekts als völlig absurd kritisierten Kriterien, nach denen die Überwachung arbeiten soll. Denn für die Forscher ist auch „Herumlungern“ eine überaus gefährliche Aktion.

    Die neue Technik soll auch in der Lage sein, neben Schüssen, Schreien, Explosionen und zerbrechendem Glas „Konversationen in sehr lauten Umgebungen“ zu erkennen und mitzuhören.

    An dem Test beteiligten sich die rumänische Polizei, das griechische Ordnungsamt, das spanische Verteidigungsministerium und die polnische Firma Microsystem.

    6. November 2013 38
  • : Konsultation zur Zukunft der Grundrechte in der EU
    Konsultation zur Zukunft der Grundrechte in der EU

    Die Generaldirektion Justiz der Europäische Kommission hat ein Konsultationsverfahren zur Zukunft des Rechts, u.a. zur Zukunft der Grundrechte in der EU (.pdf), gestartet. Das Verfahren ist vollkommen offen gestaltet, bis Ende 2013 kann man seine Vorstellungen und Forderungen an die Kommission schicken. Zu fünf Fragen hat die Kommission Diskussionspapiere mit konkreten Fragen erstellt, die als Hilfe dienen können. Im Bereich Grundrechte möchte die Kommission etwa diese beiden Fragen beantwortet haben:

    1. What actions at EU and national level are required to increase the effectiveness of the rights enshrined in the Charter of Fundamental Rights?
    2. Should the rights guaranteed in the Charter be directly applicable in the Member States in all cases, by abolishing the limitations of Article 51 of the Charter?

    Darüber hinaus gibt es allerdings reichlich Diskussionsbedarf bei anderen Themen, etwa bei internationalen Abkommen. Dort sieht es mit der Wahrung der Grundrechte gar nicht gut aus. Stichwort Fluggastdatenabkommen oder das umstrittene Bankdaten-Abkommen TFTP, die von der Kommission verhandelt wurden.

    Ende des Monats wird eine Konferenz zum Thema (.pdf) stattfinden. Wer seine Diskussionsbeiträge bereits dort eingebracht sehen möchte, sollte seine Forderungen bis zum kommenden Montag eingereicht haben.

    6. November 2013 3
  • : EU-Kommission: Informationen zur NSA-Aufklärung könnten internationale Beziehungen schädigen… und bleiben daher geheim
    EU-Kommission: Informationen zur NSA-Aufklärung könnten internationale Beziehungen schädigen… und bleiben daher geheim

    Während in Deutschland noch Diskussionen über eine Aufklärung des Überwachungsskandals laufen, haben sich zwei Institutionen in Brüssel bereits vor einigen Monaten dazu entschieden, etwas mehr Licht ins Dunkel zu bringen.

    Das Europäische Parlament startete Anfang Juli einen eigenen Untersuchungsausschuss. Die achte Sitzung findet morgen, am 7. November statt (Hashtag #Epinquiry, Programm pdf). Videoaufzeichnungen vergangener Anhörungen kann man sich hier anschauen.

    Auch die EU-Kommission kündigte kurz nach den ersten Leaks an, die Überwachungsprogramme untersuchen zu wollen und rief gemeinsam mit den Mitgliedstaaten und den USA eine Arbeitsgruppe ins Leben. Im Gegensatz zum Untersuchungsausschuss des Europaparlaments übt sich die Kommission jedoch in Intransparenz. Es gibt keine genauen Informationen über die Zusammensetzung dieser Gruppe, weder die Tagesordnung noch Berichte der Treffen wurden veröffentlicht. Daher baten wir die Kommission um Zugang zu diesen Dokumenten. Auf unseren ersten Antrag erhielten wir keine wirklich brauchbaren Informationen. Wir stellten einen zweiten Antrag – die Kommission überzog die rechtliche Frist bis wir mit einer Beschwerde beim Ombudsmann drohten. Daraufhin erhielten wir zensierte Dokumente.

    Laut Antwortschreiben (pdf) ist die von uns angeforderte Teilnehmerliste (pdf) nicht komplett zugänglich, da einige Vertreter der Mitgliedstaaten einer Veröffentlichung widersprachen. Fünf Vertreter wollten nicht auf der Teilnehmerliste erscheinen – verstecken sich da vielleicht die größeren Mitgliedstaaten? Das Protokoll des ersten Treffens und die Tagesordnung des zweiten Treffens (pdf) konnte uns auch nicht übermittelt werden, denn dies, so schreibt die Kommission, würde den Schutz des öffentlichen Interesses im Hinblick die internationalen Beziehungen der Europäischen Union beeinträchtigen(!!1!11).

    Releasing to the public the minutes of the meeting that took place and the agenda for the second meeting would undermine the protection of the public interest as regards international relations. Accordingly, pursuant to Article 4(1)(a), the European Commission is unable to grant access to these documents.

    Dagegen könnten wir bis zum 18.11. Einspruch einlegen – wenn ihr Argumentationsideen habt, bitte tut dies gerne in den Kommentaren.

    Noch vor Ende des Jahres will die Kommission dem Untersuchungsausschuss des EU-Parlaments die Ergebnisse der EU-US-Arbeitsgruppe vorlegen.

    6. November 2013 11
  • : EU-Wahl 2014 – Hackathon
    EU-Wahl 2014 – Hackathon

    Ende Mai 2014 finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Die Wahlbeteiligung wird wohl erneut einen historischen Tiefstand erreichen, da nur wenige wissen, was eigentlich genau in Europa passiert. Um dieser Entwicklung etwas entgegenzusetzen wird am letzten Januar-Wochenende ein Hackathon in Brüssel stattfinden. Ziel der Veranstaltung ist es, die Arbeit des Europäischen Parlaments sichtbarer zu machen.
    Wenn ihr geneigte Coder, Aktivisten, Grafiker oder Journalisten seid, solltet ihr euch diese Möglichkeit nicht entgehen lassen. In kleinen Gruppen sollen Infografiken, Mini-Sites oder was auch immer euch einfällt erstellt werden. Die vollständige Beschreibung um was geht und wie ihr euch einbringen könnt findet ihr hier, anmelden könnt ihr euch hier. Es gibt sogar die Möglichkeit, dass eure Reisekosten teilweise übernommen werden. Für mehr Infos könnt ihr auch @parltrack folgen.

    5. November 2013 7
  • : TI-Bericht über Whistleblowing in Europa
    TI-Bericht über Whistleblowing in Europa

    TI_WhistleblowerEuropeTransparency International hat heute einen Bericht zum Thema Whistleblowing in Europa vorgestellt. In dem Bericht werden die Schutzstandards für Whistleblower in 27 Mitgliedstaaten der Union untersucht. Das wenig überraschende Ergebnis: In den wenigsten Staaten finden sich ausreichende Schutzniveaus. Lediglich in in Luxemburg, Slowenien, Rumänien und Großbritannien, so der Bericht, gibt es einen fortschrittlichen gesetzlichen Schutz für Whistleblower. Sieben Staaten haben dem Bericht zu Folge gar keine oder völlig unzureichende Schutzvorkehrungen getroffen.

    In Deutschland spielt der Whistleblowerschutz nach wie vor keine besonders große Rolle. Bereits 2003 wurde die damalige rot-grüne Regierung von der OECD aufgefordert den Whistlowberschutz zeitgemäß zu gestalten. Seither ist jedoch nichts passiert. Im Gegenteil, im Juni befand die schwarz-gelbe Koalition die bestehenden Regeln für ausreichend und entschied sich, keine spezielle Whistleblowergesetzgebung auf den Weg zu bringen. Auf den Seiten 47 und 48 geht der Bericht auf die Situation in Deutschland ein.

    5. November 2013 2
  • : Bis Morgen: Konsultation zu Netzneutralität für EU-Parlament
    Bis Morgen: Konsultation zu Netzneutralität für EU-Parlament

    Auf der Webseite des Industrieausschuss im EU-Parlament hat die zuständige Berichterstatterin María Pilar del Castillo Vera, eine spanische Politikerin der konservativen Partei PP, eine Konsultation zur Netzneutralitätsverordnung von EU-Kommissarin Neelie Kroes gestartet. Wie diese Konsultation genau abläuft, ist uns etwas unklar. Aber die Deadline ist Morgen und es sind zwei Mailadressen aus dem Ausschuss-Sekretariat angegeben: Peter Traung und Elina Kaartinen. Einzige Herausforderung: Eine englische Mail macht in diesem Fall schon Sinn. Notfalls ein Übersetzungstool nutzen.

    María Pilar del Castillo Vera gilt als Telefonica-nah, d.h. es ist ihr Interesse, eine solche Konsultation eher klein zu halten, damit nur Industrie-Vertreter antworten, die sich regelmäßig aus beruflichen Gründen die Webseiten von Parlamentsausschüssen anschauen. Bis morgen habt Ihr Zeit, eine freundliche Mail zu schreiben und darauf hinzuweisen, dass die Pläne der EU-Kommission die Netzneutralität gefährden.

    Wer noch Argumente sucht wird hier fünfig:

    FAQ zu den Netzneutralitätsplänen der EU-Kommission
    EU-Generaldirektion für Justiz kritisiert Anti-Netzneutralitäts-Verordnung
    EU-Regulierer BEREC kritisiert EU-Pläne gegen Netzneutralität
    Kroes’ Klientelpolitik gefährdet Netzneutralität auf europäischer Ebene.
    Neelie Kroes will keine Netzneutralität sichern, sondern bereitet deren Beerdigung vor.
    EU-Kommission rudert zurück und verspricht weiter Netzneutralität (Update: Doch nicht)

    4. November 2013 2
  • : EU-Studie über Massenüberwachung in den Mitgliedsstaaten
    EU-Studie über Massenüberwachung in den Mitgliedsstaaten

    In der Studie National programmes for mass surveillance of personal data in EU Member States and the compatibility with EU law für das LIBE-Komittee (Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres) des Europaparlaments wird die Präsenz von Massenüberwachung in Großbritannien, Schweden, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden unter die Lupe genommen. Über den Ausschuss hatten wir auch schon im Zusammenhang mit den Anhörungen im Untersuchungsausschuss zum NSA-Skandal und der EU-Datenschutzreform berichtet.

    28. Oktober 2013 2
  • : Etappensieg für „Europe versus Facebook“
    Etappensieg für „Europe versus Facebook“

    Die Gruppe Europe versus Facebook hat heute eine Mitteilung veröffentlicht, die von einem ersten Erfolg in einer Klage gegen die irische Datenschutzbehörde (DPC) berichtet. Die Behörde hatte auf vorherige Anzeigen der Gruppe gegen Facebook und Google nur geantwortet, dass deren Datenübertragungen legal seien und keine weiteren Schritte unternommen. Die Anzeigen bezogen sich darauf, dass die Unternehmen nach Bekanntwerden der Überwachung durch die NSA weiterhin Daten in die USA übermittelten. Das widerspricht laut den Mitgliedern dem „Safe Harbor“-Prinzip, da man annehmen müsse, dass dort kein angemessener Datenschutz mehr gewährleistet ist. Unter dem Vorwand, die Anzeigen seien nicht ernstzunehmen, ist die DPC untätig geblieben, wie wir bereits berichtet haben. Daraufhin klagte Europe versus Facebook die Behörde selbst an, mit ihrer Ignoranz die Verletzung von Bürgerrechten in Kauf zu nehmen.

    Nun hat der irische High Court die Klage zugelassen und sie der DPC zugestellt, die sich nun verantworten muss. Damit ist zwar noch nicht absehbar, wie das Verfahren ausgehen wird, aber zumindest der Anfang wurde gemacht.

    Finanziert wird die Klage gegen die DPC als auch die gegen Facebook über Crowdfunding. Die offiziell angestrebte Summe von 300.000 Euro scheint hoch, ist jedoch für den Fall bestimmt, dass ein Urteil gegen Facebook angefechtet werden muss, was mit horrenden Kosten verbunden wäre.

     

    24. Oktober 2013 1
  • : Glyn Moody über TAFTA/TTIP: ISDS raus, Transparenz rein!
    Glyn Moody über TAFTA/TTIP: ISDS raus, Transparenz rein!

    Glyn Moody hat auf der Abschlussveranstaltung der Initiative „Globalisierung und Internet“ des Internet & Gesellschaft Collaboratory am 10. Oktober 2103 in der Heinrich Böll Stiftung Berlin einen Vortrag über das geplante US-EU-Freihandelsabkommen TAFTA/TTIP gehalten. Davon gibt es einen Audio- und Videomitschnitt, sowie die Folien:

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    21. Oktober 2013