ep2014
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: Unsere Wahlempfehlung für die EU-Wahl: Wählt digitale Grundrechte
: Unsere Wahlempfehlung für die EU-Wahl: Wählt digitale Grundrechte
Am kommenden Sonntag wird in Deutschland das EU-Parlament gewählt. Wie am Anfang der Woche angekündigt, geben wir erstmals eine Wahlempfehlung ab. Mit wepromise.eu gibt es erstmals eine EU-weite Wahlentscheidungshilfe für digitale Grundrechte. Ein großes Netzwerk an digitalen Bürgerrechtsorganisationen aus ganz Europa hat eine Charta mit zehn Punkten vorgelegt, die EU-Kandidaten als Versprechen unterzeichnen können. Unsere Wahlempfehlung basiert auf den Versprechen deutscher Kandidaten, ein kleiner Zusatzfaktor sind die Wahlprogramme.Das werden die Themen der kommenden EU-Legislaturperiode:
- Die Debatte um Netzneutralität ist noch nicht vorbei. Das EU-Parlament hat erst in erster Lesung entschieden, nun ist der EU-Rat dran und danach womöglich nochmal das Parlament in zweiter Lesung.
- Auch ACTA ist nicht tot. Die Ideen werden über das US-EU-Handelsabkommen TTIP neu aufgelegt. Mit dabei sind viele andere strittige Punkte, die wir erstmal gesellschaftlich diskutieren sollten, bevor die EU-Kommission im Geheimen das Abkommen verhandelt und die Abgeordneten nur noch zustimmend abnicken sollen.
- Seit Jahren traut sich die Politik nicht an eine dringend notwendige Reform des Urheberrechtes. Die wird sicherlich kommen und die Frage wird sein, ob diese im Interesse der Allgemeinheit oder im Interesse mächtiger Rechteinhaber und ihrer Lobbys beschlossen wird. Kommt Netzzensur im Rahmen der Urheberrechtsdurchsetzung oder bekommen wir endlich ein Recht auf Remix, damit legitime Nutzungspraktiken nicht weiter kriminalisiert werden? Schaffen wir die Abmahnindustrie ab oder vergrößern wir sie?
- Aber auch Antworten auf die Snowden-Enthüllungen und damit gegen massive anlasslose Überwachung unserer digitalen Kommunikation sind gefragt. Die EU-Datenschutzreform hängt im EU-Rat fest, auch weil Deutschland diese bremst. Alle Datenaustauschprogramme mit den USA müssen sofort gestoppt und neu verhandelt werden, denn offensichtlich werden unsere Grundrechte nicht ausreichend geschützt, wie uns versprochen wurde. Dazu gehört vor allem: Keine Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung.
And the winner are:
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: WePromise #11: Die Piratenpartei
: WePromise #11: Die Piratenpartei Heute gibt es noch ein Europawahlpaket mit vier Piraten aus Deutschland. Im Moment liegen die Kandidaten der Piratenpartei laut Wahlrecht.de in einigen Bundesländern zwischen 2% und 3%. Mit der Aufhebung der Sperrklausel hätten sie demnach also gute Chancen auf mindestens einen Sitz in Brüssel. Die Piraten sind allerdings mit sieben Unterzeichnern der digitalen Grundrechtecharta nicht Spitzenreiter bei WePromise.EU – die Grünen führt derzeit die Liste der TOP-netzpolitischen Kandidaten an, dicht gefolgt von die Linke und der SPD. Warum sie sich für unsere Grundrechte im digitalen Zeitalter einsetzen möchten, erklären sie in vier kurzen Videos.
Den Anfang macht die Spitzenkandidatin für das Europaparlament Julia Reda, die gerade ihr Studium der Politikwissenschaft und Publizistik beendet hat, Vorsitzende der Young Pirates of Europe ist und fleissig unter @senficon twittert.
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: WePromise #10: Was sagen EU-Spitzenkandidaten zu netzpolitischen Themen?
: WePromise #10: Was sagen EU-Spitzenkandidaten zu netzpolitischen Themen? In dieser Woche werden wir hier im Blog einen Endspurt zur Europwahl hinlegen. Wenn ihr nachschauen wollt, welche deutschen EU-KandidatInnen sich für die Netzneutralität, strengere Datenschutzregeln, Transparenz, eine Modernisierung des Urheberrechts usw. einsetzen, könnt ihr dies hier tun: https://www.wepromise.eu/de/country/11 und über die WePromise-Petition versprechen, diese Kandidaten zu wählen.
Zum ersten Mal bei einer Europawahl durften die europäischen Parteien eine Top-Kandidatin oder einen Kandidaten für die Präsidentschaft der EU-Kommission aufstellen. Für die Sozialdemokraten wurde es Martin Schulz, die Konservativen schickten Jean-Claude Juncker ins Rennen, die Liberalen entschieden sich für den Föderalisten Guy Verhofstadt, die Grünen nominierten José Bové und Ska Keller und für die Linke kandidiert der griechische Eurokritiker Alexis Tsipras.
Von den Spitzenkandidierenden unterstützen jedoch (bisher) erst zwei Kandidaten die digitale Grundrechtecharta des europäischen Netzwerks EDRi: Ska Keller und Guy Verhofstadt. Hier erklären sie warum:
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: Unsere Wahlempfehlung zur EU-Wahl
: Unsere Wahlempfehlung zur EU-Wahl Kommende Woche Sonntag wählen wir das nächste EU-Parlament. Netzpolitik wird weitgehend auf EU-Ebene gemacht und das kommende EU-Parlament wird entscheidender an Regelsetzungen für das digitale Zeitalter mitwirken als es unser Bundestag tut. Wir haben uns in diesem Jahr entschieden, eine Wahlempfehlung zu machen. Diese werden wir kommende Woche veröffentlichen.
Die Basis dafür wird nicht eine Lektüre der Wahlprogramme sein. Aus unserer Erfahrung heraus sind diese häufig temporäre Politik-Prosa und die entscheidenen Positionen stehen da auch nicht drin. Wir werden aber trotzdem kommende Woche einen Überblick geben, was wir in den Wahlprogrammen finden konnten.
Unsere Wahlempfehlung wird auf Basis von WePromise.eu erfolgen. Auf der Plattform stehen zehn Grundsätze in einer Charta der digitalen Grundrechte zur Abstimmung und Kandidaten können ein Versprechen abgeben, sich für diese auch in der nächsten Legislaturperiode einzusetzen. Diese Charta wurde innerhalb des Netzwerkes von European Digital Rights (EDRi) entwickelt und zahlreiche EU-Bürgerrechtsorganisationen stehen dahinter.
Aus Deutschland haben bisher 47 EU-Kandidaten mitgezeichnet. Dabei ist bisher kein Kandidat der CDU/CSU und von der FDP auch nur ein chancenloser Kandidat (Update: Die chancenreiche Nadja Hirsch von der FDP hatten wir übersehen). Wird das so bleiben oder kommt da noch was? Die SPD-Kandidaten könnten auch noch etwas motiviert werden, damit nicht nur Grüne, Linke und Piraten da zahlenmäßig überproportional vorkommen (und jemand hat wohl die gesamte ÖDP-Liste mit angemeldet). Da geht in den kommenden Tagen noch mehr. Wenn Ihr Euch für die EU-Wahl und für digitale Grundrechte interessiert, dann fragt doch mal bei allen interessanten Kandidaten an, ob diese die Charta auch unterzeichnen wollen.
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: Wahlplakate from Hell: Wahlkampf 2014
: Wahlplakate from Hell: Wahlkampf 2014
Jeder Wahlkampf bietet skurrile neue Einblicke in politische Kommunikation, vor allem auf lokaler Ebene. Martin Fuchs vom Blog Hamburger Wahlbeobachter hat eine Auflistung der bizarrsten Wahlplakate des diesjährigen Europawahlkampfes zusammen gestellt und freut sich noch über weitere Einsendungen: Wahlplakate from Hell: Wahlkampf 2014. Die bisherigen Kandidaten reichten aber schon, die Bürostimmung gut zu heben.