Digital Rights
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: BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006
: BigBrotherAwards: „Datenkraken“ nominieren bis zum 31. Juli 2006 Bis zum 31. Juli kann man noch „Datenkraken“ für diesjährgen BigBrotherAwards nominieren. Die Verleihung findet dann am Freitag, den 20. Oktober 2006, in Bielefeld statt.
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: Flash-Animation: Die NSA singt
: Flash-Animation: Die NSA singt Sehr lustige Flash-Animation: Die NSA singt nach dem Vorbild von Stevie Wonder „You just called and we were listening“.
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: Hackers on Planet Earth in New York
: Hackers on Planet Earth in New York In New York findet gerade die sechste Hackers on Planet Earth (HOPE) statt. Computerworld (Throngs gather to restore HOPE) und Wired (Hackers Fight Authority in NYC) berichten darüber.
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: 95 Theses of Geek Activism
: 95 Theses of Geek Activism „95 Theses of Geek Activism“ ist eine ganz nette US-zentrierte Thesensammlung, die noch etwas ausbaufähig ist.
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: Die Piratenparteien kommen
: Die Piratenparteien kommen Janko Röttgers hat über den Trend geschrieben, auf einmal überall nach schwedischem Vorbild Piratenparteien zu gründen: Piraten auf dem Weg ins Parlament?
Als schwedische Tauschbörsen-Nutzer Anfang des Jahres eine Piratenpartei gründeten, klang es noch nach Humor aus dem Lande der seltsamen Möbel-Namen. Jetzt macht sich das Phänomen auch in anderen Ländern breit. Doch was wollen die Piraten im Parlament erreichen?
Jedes Land bietet etwas anderes. Lustig sind die USA, wo man zu vielen Themen Positionen entwickelt, nur nicht zum Urheberrecht. Oder in Österreich meldet sich die KPÖ und meint, schon die richtige Piratenpartei mit den notwendigen Positionen zu sein. In Deutschland gibts schonmal ein Wiki und ein Forum unter piratenpartei.de.
Ich bin ja kein Fan von Parteineugründungen und erinnere gerne an die fast unereichbare 5% Hürde in Deutschland und den bürokratischen Aufwand für sowas. Schweden ist schon etwas anders im parlamentarischen Umfeld. Insgesamt dürfte es wesentlich einfacher sein, in einem „Marsch durch die Institutionen“ die gängigen Parteien und Organisationen zu verändern, als eine Piratenpartei über die 5% Hürde zu bringen.
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: SPD-Fraktion antwortet auf Urheberrecht-Protestschreiben
: SPD-Fraktion antwortet auf Urheberrecht-Protestschreiben Die SPD-Fraktion, bzw. das Bundesjustizministerium hat ein kleines Argumentationsproblem, wenn die Abgeordneten auf Briefe von besorgten Bürgern wegen der Urheberrechtsreform antworten. Der ehemalige Juso-Vorsitzende Nils Annen (Warum hat der eigentlich keine eigene Internetseite?) hat seine Mitarbeiter/Praktikanten beauftragt, dem Dockblog eine Antwort auf das Protestschreiben der Verbraucherzentralen geschickt. In dem Protest-Schreiben wird an die Abgeordnten und Minister appeliert, „DRM- und Kopierschutzsysteme zu verbieten, die mit Nachteilen und Risiken für den Nutzer verbunden sind und den Datenschutz aushebeln“.
Und die Antwort darauf sieht dann so aus:
Die Herstellung einer Privatkopie ist aber, weder nach dem geltenden noch nach dem zukünftigen Recht, dann nicht erlaubt, wenn hierfür ein technischer Kopierschutz umgangen werden muss. Das Knacken von Kopierschutz ist also in jedem Fall verboten. In Ihrem Schreiben fordern Sie, DRM- und Kopierschutzsysteme zu verbieten, welche den Datenschutz aushebeln und somit mit Risiken für den Nutzer verboten sind. Die Novelle des Urheberrechts verbietet, wie von Ihnen gewünscht, die Herstellung, den Vertrieb, die Einfuhr und sogar die Bewerbung von Soft- und Hardware, die vornehmlich dazu dient, Kopierschutzmaßnahmen zu umgehen. Der Besitz ist allerdings nur zu gewerblichen Zwecken verboten, nicht aber für Privatpersonen. Wenn Sie also noch alte Software besitzen, welche den Kopierschutz einer CD automatisch umgeht, dann sollten Sie diese Software nur für die private Reproduktion von Audio-CDs verwenden, von denen Sie wissen, dass sie nicht kopiergeschützt sind. Die Hersteller sind verpflichtet, den Kopierschutz auf dem Produkt deutlich zu kennzeichnen.
Da fühlt man sich als Bürger ernst genommen und man nimmt den Politikern auch sofort ab, dass sie verstehen, womit sie sich da beschäftigen. Anders ausgedrückt zeigt diese Mail, dass die keinen blassen Schimmer haben, was sie da beschliessen. Kann mir nicht vorstellen, dass das Büro von Nils Annen, der sich mit Aussenpolitik beschäftigt, diese Antwort selbst verfasst hat. Die kommt entweder von den Fraktionsexperten, die sich mit dem Urheberrecht befassen oder gleich aus dem Bundesjustizministeriums, quasi als Argumentationshilfe.
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: netzpolitikTV – 1: Verbraucherschutz und Urheberrecht
: netzpolitikTV – 1: Verbraucherschutz und Urheberrecht Diese erste Folge von netzpolitikTV wollten wir eigentlich schon letzte Woche online bringen, aber irgendwie verzögerte sich ständig etwas. Nun ist die Folge mit ca. 26 Minuten Länge online und ist als MP4 (60MB) und OGG (80MB) verfügbar.
In der ersten Folge von netzpolitikTV geht es um die Pressekonferenz der Verbraucherzentrale Bundesverband vom Donnerstag letzter Woche zur Vorstellung der Urheberrechtskampagne und den Abmahnungen von iTunes & Co. Mit dabei sind Interviews mit Patrick von Braunmühl von der VZBV und dem Juristen Till Kreutzer, sowie ein Teil-Mitschnitt der Pressekonferenz, wo die Kampagne und die Beweggründe ausführlich vorgestellt wurden.
Uns ist klar, dass die Tonqualität teilweise etwas besser sein könnte, aber wir nennen es einfach eine Betaversion und bei den nächsten Folgen gibts dann hoffentlich konstantere Qualität.
Seit einem Tag wartet der Clip auch bei Google-Video auf eine Freigabe… Ok, nach nur 24 Stunden gibts den Clip jetzt auch bei Google Video. Also mal bei Sevenload eingestellt, die leider überhaupt nicht Linuxkompatible sind. Musste mir gerade per Jabber den Embedded-Code geben lassen, weil deren Service wohl nur auf Windows ausgelegt ist. Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt also nicht empfehlen, da gefiel mit der Google Video Player bisher besser. -
: Breaking News: Hongkonger Pfadfinder als Spitzel
: Breaking News: Hongkonger Pfadfinder als Spitzel Manchmal brauchen News etwas länger, um nochmal die grosse Runde zu machen: Die Regierung von Hongkong möchte 200000 Pfadfinder rekrutieren, als Sptzel Urheberrechtsvergehen zu melden. Stand gestern gross in der New York Times, heute in der Futurezone, morgen sicherlich schon bei Spiegel-Online und am 23. Januar auf netzpolitik.org.
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: ULD ermittelt gegen Banken wegen SWIFT-Datenausspähung
: ULD ermittelt gegen Banken wegen SWIFT-Datenausspähung Nach den Medienberichten, dass die CIA weltweit finanzielle Transaktionen auswertet und über das SWIFT-Programm Zugriff gewährt bekommt, hat jetzt das Unabhängige Landeszentrum für Datenschutz Schleswig-Holstein (ULD) mit einer Datenschutzkontrolle bei den größten 11 Banken des Landes begonnen, um zu klären, inwieweit hier gegen Bankgeheimnis und Datenschutz verstoßen wurde und wird.
In der Pressemitteilung des ULD heisst es u.a.:
Der Leiter des Unabhängigen Landeszentrums für Datenschutz, Dr. Thilo Weichert: „Die ersten Informationen, die uns als staatlicher Aufsichtsbehörde von Bankenvertretern zur Verfügung gestellt wurden, waren nichtssagend und blendeten das Bankgeheimnis vollständig aus. Unseres Wissens findet die Weitergabe der teilweise sensiblen Transaktionsdaten von unverdächtigen Bank-Kundinnen und ‑Kunden an US-Behörden unbeeindruckt von der öffentlichen Kritik weiter statt, ohne dass uns bisher ein Verantwortlicher eine plausible Rechtfertigung hierfür nennen konnte. Für die Wahrung des Bankgeheimnisses sind in erster Linie die Banken selbst verantwortlich. Diese können und müssen dafür sorgen, dass der millionenfache Vertrauensbruch sofort gestoppt wird. Hieran müsste auch die deutsche Wirtschaft größtes Interesse haben, zumal nicht ausgeschlossen werden kann, dass die US-Behörden die erlangten Daten von der europäischen Konkurrenz an die US-Wirtschaft weitergibt. Es kann und darf nicht sein, dass das Bundesverfassungsgericht zu Recht den deutschen Sicherheitsbehörden klare Grenzen bei sog. verdachtsunabhängigen Jedermannkontrollen setzt und dass dann über den Umweg eines belgischen Dienstleisters der US-Regierung erlaubt wird, im Trüben zu fischen und Freiheiten und Bürgerrechte zu ignorieren.“
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: Noch mehr Zugriffsrechte für deutsche Geheimdienste
: Noch mehr Zugriffsrechte für deutsche Geheimdienste Heise berichtet über die Pläne der grossen Koalition zum Terrorismusbekämpfungsergänzungsgesetz, (PDF) nachdem die Geheimdienste zusätzlich zu den Verkehrsdaten der Vorratsdatenspeicherung nun auch noch „Bestands- und Nutzungsdaten von Online-Anbietern ohne große Eingriffshürden abfragen dürfen.“: Die Ausdehnung der Anti-Terrorgesetze und der gläserne Nutzer.
Die Bundesregierung begründet den Vorstoß damit, dass „beispielsweise Vertragsdaten bei Internetauktionshäusern und Tauschbörsen etwa zum Handel und Vertrieb volksverhetzender Propagandamaterialien erhoben“ und derlei Umtriebe besser verhindert werden könnten. Ebenfalls ins Visier der Nachrichtendienste geraten dürften nach Ausstellung der neuen Vollmachten insbesondere viel genutzte Suchmaschinen wie Google und Yahoo oder E‑Commerce-Größen wie Amazon. Die weitgehende Formulierung, die deutlich über die zuvor von der Großen Koalition bekannt gegebenen Eckpunkte der Novelle hinausgeht, findet sich in Paragraph 8a des umstrittenen Gesetzesentwurfs. Er bezieht sich zunächst auf den Verfassungsschutz. Dieser soll laut Absatz 5 bei Telediensteanbietern Auskunft einholen dürfen zu „Merkmalen zur Identifikation des Nutzers“, zu „Angaben über Beginn und Ende sowie über den Umfang der jeweiligen Nutzung“ sowie Informationen „über die vom Nutzer in Anspruch genommenen Teledienste“. Dies entspricht der vollständigen Definition von Nutzungsdaten aus dem Teledienstedatenschutzgesetz und würde komplette Server-Logdateien mit einschließen. Im Folgetext des Entwurfes werden die Befugnisse auch auf den Militärischen Abschirmdienst (MAD) und den Bundesnachrichtendienst (BND) ausgedehnt, die beide im Zuge der Reform hinter dem Verfassungsschutz nicht länger zurückstehen sollen.
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: Populismus mit dem Bitkom
: Populismus mit dem Bitkom Der Bitkom hat sich per Pressemitteilung über den Bundesverband Verbraucherzentrale beschwert: Aus seiner Sicht seien die „Abmahnungen an Musik- und Software-Anbieter durch die Verbraucherzentralen reiner Populismus“. Ich erinnere mich nicht daran, dass der Bitkom auch mal die Musikindustrie wegen ihrer populistischen Klagewellen kritisiert hat. Aber in der „Zuckerbrot und Peitsche Strategie“ der Musikindustrie, mit den Klagewellen als „Peitsche“ und den DRM-Systemen der Bitkom-Mitgliedern als „Zuckerbrote“ ist man selbst nicht gerade unbeteiligt. Da stört natürlich berechtigte Kritik von angesehener Verbraucherschutzseite an Systemen, die nicht mehr so süss verlockend klingen, den Verbraucher in seinem selbstbestimmten Medienkonsum gängeln und kontrollieren wollen, sowie AGBs besitzen, die einfach rechtlich nicht in Ordnung sind.
Gleichzeitig setzt sich der Bitkom massiv auf nationaler und europäischer Ebene gegen Pauschalabgaben ein, und damit explizit gegen Verbraucherrechte wie das Recht auf Privatkopie und gegen gerechte Vergütungen der Urheber.
Etwas belächeln musste ich diese Argumentation in der Pressemitteilung:
Dass Kopierschutz-Techniken nicht umgangen werden dürfen, ist schon seit längerem geltendes Recht – auch darauf weist BITKOM hin. Damit reagiert er auf Forderungen der Verbraucherzentralen, den Kopierschutz bei der anstehenden Reform des Urheberrechts einzuschränken. „Ein zeitgemäßes Urheberrecht muss auch die Interessen der Rechteinhaber berücksichtigen“, betont BITKOM-Hauptgeschäftsführer Rohleder. Der Verband setze sich für faire Bedingungen zwischen Autoren, Technologie-Anbietern und Verbrauchern ein.
Dass Gesetze nicht in Stein gemeisselt sind, dürfte dem Bitkom auch bekannt sein. Nach einem massiven Lobbying bei der ersten Reform des Urheberrechts vor drei Jahren konnte sich der Bitkom durchsetzen und die umstrittenen Absätze zum Thema „Privatkopie theoretisch erlaubt, aber Kopierschutzumgehen ist verboten“ ins Gesetz einbringen. Und auch diesmal scheint es so, dass man sich mit der Vergütungshöhe bei den Pauschalabgaben gegen die Urheberverbände durchsetzen könnte. Immerhin hatte Gerhard Schröder mal auf einer Cebit sein Ehrenwort deswegen gegeben. Ebenso könnte die Politik aber auch sagen, dass die Kritik an den Kopierschutzsystemen gerechtfertigt ist und man als Leitlinie ausnahmsweise mal Verbraucherrechte schützen möchte, um auf diesem Weg die Wirtschaft anzukurbeln. Denn zufriedene Verbraucher konsumieren auch gerne mehr. Macht man aber leider nicht. Ein leichter Hohn springt aus dem letzten Satz heraus, wo man davon spricht, sich für „faire Bedingungen“ einzusetzen. Das Urheberrecht hat schon lange keine faire Balance mehr und Verbände wie der Bitkom sind mit daran schuld.
Was ist jetzt bitte Populismus?
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: Säuberungswelle bei Blogs in China
: Säuberungswelle bei Blogs in China Man liest und staunt über die enorme Zahl von ca. 37 Millionen chinesischer Weblogs. Die sollen alle unpolitisch sein? Etwa so, wie man in Statistiken „alle“ mit „der überwiegenden Mehrheit“ gleichschönrechnet? Etwas verflachte Logik bei der ZEIT, zumindest in der Einleitung. Dabei kennt auch sie die Methoden, die eingesetzt werden: Bei Recherchen festgehalten – China-Korrespondent der „Zeit“ wieder frei.
Wenn also die Subversion von unten pro-KPCh-aktiv und qua Masse mit Texten von der sonnigen Blümchenwiese übertüncht werden soll, dann ist die großangelegte Säuberungsaktion ja gar nicht nötig, von der Kai Raven vom rabenhorst zu berichten weiß. Anlaß ist der 85. Geburtstag der Kommunistischen Partei Chinas:
Der staatlichen Presseagentur Xinhua teilte Wu mit:
„Da immer mehr illegale und ungesunde Informationen über Weblogs und Suchmaschinen verbreitet werden, werden wir effektive Maßnahmen ergreifen, um die BBS, Blogs und Suchmaschinen unter Kontrolle zu bekommen.“Über die Texte wird auch drastisch Kontrolle ausgeübt wie wir ja wissen: Anfang der Woche wurde Journalist Li Yuanlong verhaftet und zu zwei Jahren verurteilt. Ach so, und fragt sich noch jemand, was mit den Kundendaten im Web 2.0‑Rausch so alles böses angestellt werden kann? Heise.de weiß es:
Die Behörden sollen Li Yuanlong über E‑Mails, die von einem Hotmail-Konto verschickt wurden ausfindig gemacht haben. Microsoft hat wiederholt bestritten, an der Weitergabe der Kundendaten aktiv beteiligt gewesen zu sein. Im Fall von Yahoo liegen der Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) hingegen zahlreiche Hinweise und Belege für die Freigabe von Kundendaten gegenüber chinesischen Behörden vor. Anfang Juli hat sich auch das Europäische Parlament eine Resolution zur freien Meinungsäußerung im Internet verabschiedet und Firmen wie Yahoo, Google und Microsoft dafür kritisiert, dass sie der chinesischen Regierung die Zensur ihrer dortigen Dienste erleichterten beziehungsweise ermöglichten.
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: Kinderbuch zu DRM: The pig and the box
: Kinderbuch zu DRM: The pig and the box Endlich hat sich jemand konstruktiv der zweifelhaften kanadischen Kampagne angenommen, Kinder schon pro-DRM zu instruieren, bevor sie die Kreativität unvoreingenommen erfahren können. MCM aus Victoria BC, Kanada schreibt:
The Pig and the Box is about a pig who finds a magic box that can replicate anything you put into it. The pig becomes so protective of it, and so suspicious of anyone that wants to use it, that he makes people take their copied items home in special buckets that act as… well, they’re basically DRM. It’s like a fable, except the moral of the story is very modern in tone.
I made the book after hearing how the entertainment industry in Canada is keen on teaching young kids about how to „respect“ copyright. That was a bit heavy-handed, I thought, and otherwise despicable. Preying on small kids, brainwashing them so they believe what you’re doing is honourable and good… Feh. So I wrote this book partly as a response to that venture, to counter-act the confused ideals that young’ns are being exposed to these days. Also, I wanted to write potty humour.
Das Buch steht komplett unter einer Sampling Plus-Lizenz und kann im englischen Volltext als PDF heruntergeladen werden.
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: Kulturstaatsminister begründet Verbraucherrechtsabbau im Urheberrecht
: Kulturstaatsminister begründet Verbraucherrechtsabbau im Urheberrecht Gerade bei der Bundesregierung gefunden: Zukunft für das Land der Ideen. Ein Interview der neuen Musikzeitung mit unserem Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU). Zum Urheberrecht gibt es dort u.a. diese Aussagen:
Was nicht zulässig ist, muss wahrnehmbar verboten sein. Wir müssen ein Unrechtsbewusstsein dafür schaffen, dass illegales Kopieren Diebstahl geistigen Eigentums ist. Dabei geht es nicht darum, die Nutzung von legalen Privatkopien zu verbieten oder die Schulhöfe zu kriminalisieren. Die Verletzung geistigen Eigentums muss ebenso ernst genommen werden wie die Verletzung gegenständlichen Eigentums durch Diebstahl.
Mir ist es gelungen, so, wie ich es der Musikwirtschaft bei der jüngsten MIDEM in Cannes versprochen hatte, die im ursprünglichen Entwurf der Justizministerin enthaltene sogenannte Bagatellklausel zu entfernen. Diese Bagatellklausel sah vor, illegales Kopieren in beschränktem, kleinem Umfang von vornherein von der Strafverfolgung auszunehmen. Das wäre ein verheerendes Signal gegen den Schutz des geistigen Eigentums gewesen. Die Zukunft Deutschlands liegt darin, dass wir uns als Land der Ideen verstehen. Wir müssen Ideen schützen und die Umsetzung guter Ideen ermöglichen. Das gilt im technischen Bereich genauso wie für künstlerische Werke.
So, und jetzt vergleicht man das mal mit diesem Artikel von heute Morgen: Massive Kritik an Urheberrechtspolitik von den Verbraucherzentralen.
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: Massive Kritik an Urheberrechtspolitik von den Verbraucherzentralen
: Massive Kritik an Urheberrechtspolitik von den Verbraucherzentralen Es ist immer wieder schön, wenn man von etablierter Seite Unterstützung für politische Forderungen bekommt. Wie im Falle der Urheberrechtsregulierung jetzt wieder vom Verbraucherzentrale Bundesverband. Die haben sich eigentlich fast komplett unseren Forderungen angeschlossen und kritisieren mit einer kleinen Kampagne die Bundesregierung und die DRM-Befürworter. Hier ist schonmal ein erster Teil des Berichtes zu der Kritik. Später gibts mehr, wenn ich von der Pressekonferenz zurück bin, die gleich stattfindet.
Die Verbraucherzentrale Bundesverband hat heute in Berlin eine Studie zum Downloadstores & Co vorgestellt. Die von Till Kreutzer erstellte Studie hat u.a. die Lizenzbestimmungen bei Downloadportalen im Hinblick auf Verbraucherrechte untersucht. Diese haben wir uns hier im Blog schon vor fast einem Jahr kritisch angeschaut. „Nutzungsbedingungen, Kopierschutzsysteme und ein löchriges Urheberrecht machen die digitale Medienwelt für Konsumenten zu einem rechtlosen Raum“, kommentierte Patrick von Braunmühl von der VZBV die Studie. „Unsere Studie zeigt, dass bestehende Rechte der Verbraucher von Anbietern ignoriert werden. In der Pressemitteilung wird darauf hingewiesen, dass Nutzer den Vorgaben der Anbieter hilflos ausgeliefert seien. Über das Recht auf Privatkopie entscheide nicht der Gesetzgeber, sondern faktisch durch die Verwendung von DRM die anbietenden Unternehmen. Mit dem zweiten Korb der Urheberrechtsreform drohen sogar noch weitere Verschlechterungen für Konsumenten. Die Verbraucherzentralen schliessen sich unserer Kritik an und warnen vor „einer Klagewut der Anbieter und hohen Anwaltsrechnungen für die Eltern minderjähriger Internetnutzer.“ Die Kriminalisierung harmloser Nutzer unter dem Vorwand der Pirateriebekämpfung müsse endlich aufhören, so die Pressemitteilung weiter.
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: Was man schon immer mal die Musikindustrie fragen sollte
: Was man schon immer mal die Musikindustrie fragen sollte Die Electronic Frontier Foundation hat eine Liste von „Frequently Awkward Questions“ zusammengestellt, Fragen, die man unbedingt mal den Lobbyisten der Musikindustrie stellen sollte, falls man sie mal trifft (beispielsweise auf öffentlichen Diskussionen). Besonders gut gefällt mir die Frage, ob die Einnahmen aus den Klagewellen gegen Tauschbörsennutzern überhaupt die Künstler erreicht haben, bzw. wo das Geld hingegangen ist.
# The RIAA has sued more than 20,000 music fans for file sharing, yet file sharing continues to rapidly increase both online and offline. When will you stop suing music fans?
# The RIAA has sued over 20,000 music fans for file sharing, who have on average paid a $3,750 settlement. That’s over $75,000,000. Has any money collected from your lawsuits gone to pay actual artists? Where’s all that money going?
# DRM has clearly failed to stop songs from getting on file sharing networks, but it does prevent me from moving lawfully purchased music onto my iPod and other portable devices. Unlike the major record labels, many popular indie labels offer mp3 downloads through sites like eMusic. Why won’t you let fans purchase mp3s as well?
# The RIAA said that it only went after individual file sharers because you couldn’t go after P2P system creators. After the Supreme Court’s Grokster decision, shouldn’t you stop going after music fans?
# Sony BMG recently implemented a DRM technology that damaged users’ computers. But for independent researchers’ analyses, this serious flaw may have gone undiscovered. After this scandal, will record labels allow any computer scientist or security expert to examine these products and agree not to sue them under the DMCA?
[via]
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: Provider antwortet auf Medienspin der britischen Phonoindustrie
: Provider antwortet auf Medienspin der britischen Phonoindustrie Gestern ist mal wieder ein Teil der Medien auf einen Spin der britischen Phonoindustrie reingefallen, die lautstark Provider aufgefordert hatte, Filesharing-Nutzer zu sperren. Daraufhin antwortete der Provider Tiscali und wies die Phonoindustrie darauf hin, dass weder sie noch Tiscali Strafverfolgungsbehörden seien und die „Beweise“ eigentlich keine seien.
Bei Gulli gibts diese Teilübersetzung des Tiscali-Schreibens:
„Sie schickten uns eine Liste von 17 IP-Adressen, von denen Sie annehmen, dass sie Tiscali-Kunden gehörten, von denen sie wiederum annehmen, dass diese Urheberrechte von Mitgliedern Ihrer Organisation verletzt hätten, zusammen mit Zeitangaben und Informationen, mit welchen Musikdateien dies geschehen ist. Sie haben uns ebenso Auszüge eines Screenshots geschickt, der den Download-Ordner eines dieser Kunden zeigt. Sie behaupten, diese „Beweise“ seien „überwältigend“. Jedoch haben sie keinerlei Beweismaterial für die anderen 16 Accounts geliefert. Weiter haben sie nicht bewiesen, dass ein Download stattgefunden hat oder dass der Shared Folder zu der genannten IP gehört.“
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: Netzneutralität bei tagesschau.de
: Netzneutralität bei tagesschau.de Die Debatte rund um die Netzneutralität ist jetzt auch bei tagesschau.de angekommen: Debatte um Zweiklassen-Internet – Schöner, schneller, teurer?.
Die Kampagne „Save The Internet“ setzt dafür auf Lobbyarbeit in Washington – genau wie ihre Gegner. Die Mautfreunde wollen die Politiker im US-Kongress überzeugen, dass es ohne Zusatzgebühren keine neuen Webdienste gebe. Fachmann Weitzner hält das für Humbug: „Ein neutrales Internet ist möglich, ohne das Wachstum neuer Internet-Dienste und Breitbandstrukturen zu hemmen“. Der Wirtschaftswissenschaftler Trevor Roycroft zieht in einer Untersuchung im Auftrag von Verbraucherverbänden sogar den gegenteiligen Schluss: Gerade die bisherige Neutralität des Netzes habe zu dessen großen Erfolg beigetragen, weil auch kleine Firmen leicht neue Dienste anbieten können: „Die Frage ist jetzt: Sollen wir die Neutralität aufgeben und riskieren, das Internet zu zerstören?“
Spannend ist vor allem das Interview mit Barbara van Schewick von der TU Berlin: „Das ist das Toni-Soprano-Geschäftsmodell“.
tagesschau.de: Wenn das zu teuer wird, legt Google vermutlich ein paar Milliarden Dollar auf den Tisch und errichtet seine eigene Infrastruktur.
Van Schewick: Das ist genau das, was im Moment passiert. Zum Beispiel will Google in San Francisco ein stadtweites drahtloses Internet aufbauen. Auch Microsoft hätte als Anwendungshersteller etwas zu verlieren, wenn es an die Netzbetreiber zahlen müsste, damit seine Videokonferenz-Software vernünftig läuft. Letztlich hilft es aber nicht: Der Witz ist, dass Google, sobald es ein eigenes Netz betreibt, auch gleich ein Interesse daran hat, dass die eigene Suchmaschine schneller lädt als zum Beispiel die von Microsoft.
Wer sich im Gegensatz zu Microsoft und Google nicht wehren kann, sind die kleinen Inhalte-Anbieter und Anwendungsentwickler, die es sich nicht leisten können, eigene Infrastruktur zu betreiben oder sich den Zugang zu fremden Netzen zu erkaufen. Und diejenigen, die in der Geschichte des Internets die großen Erfolge entwickelt haben, waren keine großen Firmen, sondern Leute, die wenig Geld hatten, als sie angefangen haben. Das ist ein wichtiges Argument für die Netzneutralität.
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: LA Times Kommentar zu aktuellen US-Urheberrechtsinitiativen
: LA Times Kommentar zu aktuellen US-Urheberrechtsinitiativen Absolut lesenswert ist der folgende kritische Kommentar in der LA Times zu verschiedenen aktuellen Gesetzesinitiativen der US-Unterhaltungsindustrie und ihrer gekauften Politiker: We aren’t all pirates.
Clearly, the industry-backed proposals would do more than just defend copyrighted works from pirates. They also would impinge on devices that have legitimate uses and steer the development of technology, cutting off some innovation. As they weigh the entertainment industry’s pleas, lawmakers shouldn’t assume all consumers are bootleggers and every digital device is a hand grenade aimed at Hollywood.
Schön aufgelistet werden auch die unterschiedlichen Interessen der Musik- und Filmindustrie. Tenor des Kommentares ist, dass es nicht mehr ums Urheberrecht geht, sondern lediglich um die Sicherung von Pfründen und alten überkommenen Geschäftsmodellen.
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: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules
: Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules Die erste Pressemitteilung zur kommenden WOS4 ist soeben verschickt worden:
Internationale Konferenz Wizards of OS 4 vom 14.–16. September 2006 in Berlin zu den Themen freie Software und freies Wissen
Berlin, 10. Juli 2006 – Die digitale Revolution hat die medientechnischen und die Eigentumsvoraussetzungen von kulturellen, künstlerischen und allen anderen Wissenspraktiken tief greifend verändert. Information – und zu einem wesentlichen und wachsenden Teil freie Information – kennzeichnet die Informationsgesellschaft. Kreative Individuen, Netzwerke und kleine Gruppen sind die Pioniere bei der Auslotung der neuen Möglichkeiten. Neue Genres wie Filme, die mit so genannten Game-Engines erstellt werden, neue Formen der kooperativen Berichterstattung unter dem Namen Citizens Journalism und neue Verwertungsformen in der Musikindustrie wie die Netlabels entstehen.
Die internationale Konferenz Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules (WOS 4) wird sich vom 14. bis 16. September 2006 den Themenfeldern freie Software, freie Inhalten und freie Infrastrukturen widmen, wichtige Trends und innovative Projekte aus diesen Themenfeldern präsentieren und zur Diskussion stellen. Ort der Konferenz, zu der mehr als 100 namhafte Wissenschaftler, Techniker, Künstler und Aktivisten sowie über 1.000 Besucher aus aller Welt erwartet werden, ist die Berliner Columbiahalle und der benachbarte Columbiaclub. Ab sofort können sich alle Interessenten auf der Website www.wizards-of-os.org für die Konferenzteilnahme anmelden. Der Preis für alle drei Tage der Konferenz liegt bei 60,00 € (erm. 30,00 €) und 25,00 € (erm. 12,00 €) für einen Tag. Die Konferenzsprache ist Englisch.
Den Kern der WOS 4 wird die dreitägige Konferenz in der Columbiahalle Berlin mit Vorträgen, Panels, Workshops und Performances bilden. Eingebettet in die Konferenz in der Columbiahalle präsentiert sich dann am Samstagnachmittag in deutscher Sprache die Publikumsveranstaltung „Die Show des freien Wissens“. In der Show werden populär und allgemeinverständlich die Grundlagen und Inhalte von freiem Wissen und freier Software vermittelt. Die Veranstaltung richtet sich explizit auch an ein Publikum ohne Fachkenntnisse. Im Umfeld gibt es weitere Workshops, Filmpro-gramme, Community Meetings und künstlerische Interventionen. So zeigt das Tesla – Berlins Ort für mediale Künste im Podewil – Filme, die im thematischen Schnittfeld von freiem Wissen und Medienkunst situiert sind. Die internationale Freifunkgemeinde wird sich im Club c‑base zusammenfinden. Am Sonntag, 17. September, finden im Erwin Schrödinger-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin weitere Workshops statt.
Die Schwerpunkte der WOS 4:
· Netlabels: Die Netlabels zeigen eindrücklich wie die mächtige Verbindung von Produktionswerkzeugen auf dem PC mit dem globalen Vertriebskanal Internet kulturelle Praktiken verändert. Darunter versteht man Online-Labels, die Musik meist als kostenlosen Download zur Verfügung stellen. Von Musikern für Musiker gemacht, verbreiten sie sich explosionsartig, während gleichzeitig die großen Plattenfirmen über ihren Niedergang klagen. Wo diese ihre verbliebe- nen Felle mit Schutztechnologie und Massenklagen retten wollen, lassen jene ihre Musik frei – frei von Kosten, frei weitergebbar und oft auch frei veränderbar.
· Brasilien: Als „Open Source Nation“ nimmt Brasilien national und international eine Vorreiterrolle bei der Verwirklichung der freiheitlichen Potentiale der digitalen Kultur ein. Die Partnerschaft mit dem brasilianischen Kultur-ministerium und dem Kulturminister Gilberto Gil ermöglicht es der WOS 4, die eindrucksvollsten Zeugnisse dieser Entwicklung vorzustellen.
· „Die Show des freien Wissens“: Bei früheren WOS-Konferenzen wurde der Wunsch nach Einführungsveranstaltungen und Vermittlung für Neugierige laut. Erstmals wird daher im Rahmen der WOS 4 eine Wissens- Show auf unterhaltsame Weise aufzeigen, wie freies Wissen eigentlich funktioniert, wie es geschaffen und verbreitet wird, wie man es finden und nutzen kann, welche Bedeutung es im Alltag des Einzelnen hat und welche Einstiegsmöglichkeiten es für eine eigene Beteiligung gibt. Die Show richtet sich insbesondere an Schüler und Studenten.
Die Wizards of OS hat sich mit drei Konferenzen (1999, 2001 und 2004) und mehreren Workshops international als Ort etabliert, an dem auf hohem Niveau spartenüber-greifend über die Grundlagen des kulturellen Schaffens im Digitalzeitalter debattiert wird. Aufbauend auf diesem guten Ruf wird die WOS 4 gemeinsam mit der AG Informatik und Gesellschaft der Humboldt-Universität zu Berlin, Tesla und weiteren Partnern erarbeitet und richtet sich gleichermaßen an ein Berliner wie an ein inter-nationales Publikum. WOS 4 steht unter der Schirmherrschaft von Bundesministerin Dr. Annette Schavan und wird im Rahmen des Informatikjahres durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), den Hauptstadtkulturfonds und die Bundeszentrale für politische Bildung gefördert.
*** Wizards of OS 4 – Information Freedom Rules ***
Internationale Konferenz
14. bis 16. September 2006
Columbiahalle und Columbiaclub,
Columbiadamm 13–21, 10965 BerlinMehr Informationen:
www.wizards-of-os.org
