Aus der Reihe
-
: Wir suchen wieder EntwicklerInnen
: Wir suchen wieder EntwicklerInnen Ich hatte ja schon vor einiger Zeit mal hier nach zwei neuen Entwicklern für newthinking communications gesucht. Die haben wir tatsächlich auch gefunden. Nur suchen wir gerade wieder zwei neue feste Mitarbeiter zur Entlastung unserer Entwicklungsabteilung.
Kurz zusammengefast haben wir diese beiden offenen Stellen:
* Frontend-Entwickler (Javascript, CSS und HTML)
* PHP-Entwickler mit Kenntnissen in freien Community-Projekten (Am liebsten mit Drupal-Erfahrung und natürlich MySQL)Wir nutzen ausschliesslich Freie Software und entwickeln in einem Geschäftszweig individuelle Kommunikationslösungen und ‑plattformen mit LAMP. Und die Projekte sind durchaus spannend und reizvoll. Einsatzort sollte bei diesen beiden Stellen Berlin sein. Einen Studienabschluss oder Ausbildung kann man haben, muss man aber nicht. Die Stellen können Vollzeit sein oder studentische Jobs. Praktische Erfahrungen mit Freie Software Projekten setzen wir voraus. Arbeitssprachen können Deutsch oder Englisch sein. Frauen werden bei gleicher Qualifikation bevorzugt. Mehr Infos unter jobs at newthinking punkt de.
Wir bieten übrigens auch bezahlte Praktikantenplätze in verschiedenen Bereichen an, die wir mangels kompatibler Bewerber nur selten vergeben. Einen Einblick in unser Arbeitsspektrum bietet z.B. dieses Blog.
-
: Berlin – Dubrovnik?
: Berlin – Dubrovnik? Wenn nichts dazwischen kommt, will ich Mitte Juni nach Dubrovnik in Kroatien zum iCommons Summit 2007 fahren. Aber erstmal stellt die Anfahrt eine gewisse Herausforderung dar. Direktflüge von Berlin gibts nicht, nur umständliches Umsteigen innerhalb Deutschlands, was wiederum die Preise extrem erhöht. Daher mal die Frage an die werten LeserInnen, ob es intelligentere (im Sinne von preiswerteren) Anreisemöglichkeiten gibt? Abflug muss nicht unbedingt Berlin sein, sondern Leipzig, Hamburg und notfalls Frankfurt liegen ja noch mit Bahncard in Reichweite. Gibt es neben Zagreb (Da gibts eine Köln-Zagreb-Verbindung) irgendwelche internationalen Flughäfen in der Nähe von Dubrovnik, die mittels Zug nah erreichbar sind? Über sachdienliche Hinweise freue ich mich in den Kommentaren.
-
: Elfriede Jelineks neuer Roman Neid online
: Elfriede Jelineks neuer Roman Neid online Leider unfrei lizensiert, aber dennoch lesenswert: Paul Jandl liest Elfriede Jelineks neuen, nur online zu habenden Privatroman „Neid“ und berichtet in der NZZ von heute: Mit Tricktinte.
Elfriede Jelineks neue Prosa besteht aus glänzend scharfen Aphorismen, deren Sarkasmus ein Spaß ist, aber kein Witz. Es geht um Leben und Tod in diesem Text. Auch wenn an der Oberfläche vom Verschwinden einer industriellen Landschaft die Rede ist. Dass das Ich in Elfriede Jelineks neuem Roman das eigene Verschwinden zumindest mitbedenkt, wenn nicht gar ersehnt, ist eine der melancholischen Pointen in ‚Neid’… Der Text soll nur im Internet zu lesen sein. Er soll allein dort fortgeschrieben werden – oder auch nicht. Die Delete-Taste ist dem zu Diensten, der die Autorschaft so radikal versteht wie die Wiener Schriftstellerin. Elfriede Jelinek war eine der ersten Autorinnen, die ihre Texte diesem Medium anvertraut haben. Wie privat ist diese Art der Öffentlichkeit? Mit der von ihr so bezeichneten ‚Tricktinte’ des Internets wird Elfriede Jelinek zur virtuellen Figur. Je erfundener, umso wahrer, wie sich zeigt.
[via eurotopics]
-
: VDSL-Rasenmäher
: VDSL-Rasenmäher Die letzten Tage fragte ich mich häufig, wo hier mitten in der Stadt ein komisches und beständiges Rasenmäher-Geräusch herkommt. Mittlerweile ist die Lösung da: Wir haben ja seit letztem Herbst einen neuen VDSL-Verteilerkasten von der Telekom vors Bürofenster gesetzt bekommen. Danke Deutsche Telekom. Gehts auch nochmal leiser?
-
: Metaversum, Yumondo oder Twinity?
: Metaversum, Yumondo oder Twinity? Auf Spreeblick steht ein Artikel über ein ehemals offenes Wiki der Berliner Firma Metaversum und ihren Ideen zur Bekanntmachung ihrer Produkte. Lustigerweise sind wir das erste Mal auf das Wiki aufmerksam geworden, weil die Firma die Teilnehmerliste aus dem re:publica – Wiki auf ihrem (mehr oder weniger) internen Wiki spiegelte. Fanden wir merkwürdig, aber was solls. Sind offen zugängliche Daten. Und nun finde ich meinen Namen mehrmals in deren Strategie. Damit kann ich leben, verwundert bin ich nur über die Glanzleistung, einmal dort als „Webdesigner“ bezeichnet zu werden. Das war mir neu. Mit der Zeit gewöhnt man sich auch daran, als einigermassen gut verlinkter Blogger ständig (vermutlich lustig gemeinte) Werbepost zu erhalten oder im eigenen Xing-Account ständig zu beobachten, wie mir fremde Personen nach meinem Namen suchen. Und nichts passiert danach. Ausser das ständig mehr (lustig gemeinte, aber selten lustig seiende) Werbpost hier ankommt. Aber trotzdem muss man sich erstmal an das (zugegeben merkwürdige) Gefühl gewöhnen, wenn man sich selbst in einer Marketingstrategie wiederfindet. Und sei es nur im Google-Cache. Dort findet man dann u.a. sowas:
Bloggers and other online multipliers will be very important to us in terms of online marketing for Yumondo and later for Twinity as well. This article is supposed to develop into a collection of thoughts how we should deal with these multipliers, contact them and also how we can convince them of our projects instead of just hiring them.
Und als Dank hab ich mir dann gerade mal die Domain twinity.de geholt und ab morgen zeigt sie auf dieses Blog. Daran wird sich dann die Firma gewöhnen müssen, wenn sie nach Yumondo mit Twinity starten wollen.
Update: Der kleine Spass hat dazu geführt, dass ich die Domain nun an die Firma verkauft habe.
-
: Interkontinentale Unterseekabel als „weak spots“
: Interkontinentale Unterseekabel als „weak spots“ Interessanter Artikel beim Inquirer heute, als Nachlauf zum Seebeben vor Taiwans Südküste im Dezember 2006. In Luzon Strait 2006 disaster not an isolated case werden noch weitere „weak spots“ identifiziert, und einige interessate Rechnungen aufgestellt:
According to Asia Netcom CEO, Bill Barney, there are similar weak points in the Adriatic next to Italy and in the seas off both Chile and Japan. In each case cables are sharing the same ocean ‚trenches’ and the location is susceptible to possible earthquakes.
The financial implications of web outages are hard to calculate but Asia Netcom has prepared to give it a go. It says the whole of South Asia basically went off line.
The combined GDP of Taiwan, Hong Kong and China togehter is approximately $7.56 billion dollars per day. Those countries were hardest hit when six out of seven undersea cables snapped during the earthquake, but it also affected communications with Thailand, Malaysia, Vietnam, South Korea and Singapore.
Part of the problem, according to Barney, was that ISPs were operating their networks at something like 80–90 per cent of their full capacity. So there wasn’t much spare capacity to cope.
Asia Netcom reckons it got 100 Gbps of capacity back up and running after a break in service of around 12 hours. But that left the area short of around 500 Gbps.
-
: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.
: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand. Die Nachfolger zur „Stasi 2.0“-Schablone sind da: Die beiden Blogs Dataloo und Fontblog haben grafische Vorlagen von mehr Politikern geschaffen, dazu einen Font wieterentwickelt und alles unter einer Creative Commons Lizenz online gestellt: Parole Font: das Carepaket für den politischen Widerstand.

-
: dotBoom: Lachmuskeltraining
: dotBoom: Lachmuskeltraining Die Serie gibts schon länger, aber ich hab erst heute drüber gelacht: dotBoom, eine Handpuppen-Comedy aus Kanada. Gefährdet die Konzentration am Arbeitsplatz. Warning: Contains strong language.
Leider habe ich keinen expliziten Hinweis gefunden, unter welcher Lizenz das steht.
-
: (Anti-)China Bashing For Dummies, und andere Leseempfehlungen
: (Anti-)China Bashing For Dummies, und andere Leseempfehlungen So launisch wie manche meiner letzten China-bezogenen Beiträge waren, so aufschlussreich ist ein Rant, den das China Law Blog heute verlinkt hat: (Anti-)China Bashing For Dummies: „The Coming China Wars“ (and Other Hysteria) von David Scott Lewis. Wollen wir hoffen, dass sein eigenes Blog so erhellend ist wie die Kommentare im CLB.
Wem also die gängige Berichterstattung zu viel auf $thema abzielt, der möge bitte die hier aufgeführten Blogs und weitere lesen: The Peking Duck, china-in-the-news, virtual-china, EastSouthWestNorth sind meine (unvollständigen) Vorschläge.
-
: Sex ist geil?
: Sex ist geil? Die Junge Union Wittmund (Niedersachsen) hat super Ideen für neue politische Werbung. Man überlegt sich Slogans wie „Schwarz ist geil“ und „Sex am Arbeitsplatz ist geil“, bringt ein paar Blondinnen aufs Plakat und der NDR steht vor der Tür. Und dann erklärt man auch noch sowas von eloquent die Intention, dass das NDR-Team sicherlich einen Heidenspass hatte, diesen Beitrag daraus zu machen:
[Danke an Julia]
-
: Unsere Laserschildkröte ist krank, oder wie?
: Unsere Laserschildkröte ist krank, oder wie? Bei Durchsicht der Unterlagen für unseren schon etwas älteren Drucker fiel mir folgendes Rätsel auf:

Aus der Anleitung für unseren Xerox DruckerInterkulturelle Kommunikation schön und gut, aber was will uns diese Zeichnung sagen? Eine Schildkröte war jedenfalls nicht beigelegt.
-
: PC Professionell am Ende?
: PC Professionell am Ende? Die monatliche Zeitschrift „PC-Professionell“ scheint am Ende zu sein. Eigentlich schade, hatte man doch gerad erst den optischen Relaunch hinter sich. Ich hab sie früher viel gelesen, irgendwie gab es sie schon den späten 80ern. Ab und an kaufte ich mir noch eine für Reisen, um mal zu schauen, was im Hardware-Markt passiert.
Nach einem missglücktem Weiterverkaufsversuch durch die Private Equity Company 3i wird der Verlag Ende Juni geschlossen. 75 Mitarbeitern droht die Kündigung. Am gestrigen Montag hat die Geschäftsführung der ehemaligen VNU Business Publications Deutschland ihren Mitarbeitern die Einstellung ihrer Geschäftstätigkeiten zum 30. Juni 2007 bekannt gegeben. Die renommierten IT-Zeitschriften „PC Professionell“ und „Internet Professionell“ werden jeweils nach der im Mai erscheinenden Ausgabe 6 eingestellt. Für die Online-Auftritte wird derzeit noch verhandelt.
Die Internet Professionell werde ich hingegen nicht vermissen.
-
: Klowände des Internet, in echt
: Klowände des Internet, in echt Nach der Abschlussparty der re:publica bei uns auf dem Klo gefunden:
Vielleicht hätte ich an dem Abend noch mehr Bier trinken sollen um das lustig zu finden. Jetzt müssen wir einfach nur putzen. Aber der allgemeine Eindruck, auch von meiner Seite aus, ist dennoch positiv und entspannt.
-
: re:publica – Nachlese (auch kurz)
: re:publica – Nachlese (auch kurz) Nachdem Johnny am Wochenende auf Spreeblick schon ein kurzes Fazit gebloggt hat, komme ich heute auch dazu. Kurzfassung: Es war schöner, als wir je gehofft haben. Ich hab sowas auch noch nie erlebt: Es kommen doppelt soviele Menschen wie geplant, die Vorbereitung war sehr viel Improvisation, man öffnet die Tür und ab dann war es nur noch entspannt. Abgesehen von Schlafdefiziten bei mir und anderen, die sich regelmässig am frühen Nachmittag bemerkbar machten. Unser Ziel war, einen Ort zu schaffen, wo Menschen zusammenkommen, gemeinsam denken, sich vernetzen, lernen und Spass haben. Das haben wir anscheinend sehr zufriedenstellend geschafft. Wobei wir uns auch beim Wetter bedanken müssen, das war zwar geplant, aber wir hatten eher weniger Einfluss auf den Erfolg.
Schön fand ich, soviele sympathische Menschen mal im realen Leben kennen zu lernen, deren Blogs ich lese. Oder die mir sonstwo im Netz begegnen. Nicht so schön fand ich, dass ich einige Teilnehmer unbedingt mal kennenlernen wollte und das irgendwie nicht klappte. Toll war das Feedback. Und das Gefühl, dass man eine grössere Konferenz organisiert und die Tage der Konferenz fast als Urlaub empfindet. Nicht so toll war, dass ich geplant hatte, auch viel mit Medien rumzuspielen – ich liess aber die meiste Digitaltechnik im Rucksack und kommunizierte lieber mit Menschen. Naja, ist ja irgendwie doch toll. Richtig toll war funktionierendes freies WLAN und als Dank befinden sich jetzt ca. 20 Access-Points im Besitz der Berliner Freifunk-Community, die damit freie Infrastrukturen in Berlin ausbauen.
Wir haben viele Ideen und Feedback für nächstes Jahr bekommen. Und freuen uns schon auf die Organisation, die wir auch offener gestalten wollten. Mit den Teilnehmern, die dieses Jahr dabei waren und anderen, die nächstes Jahr dazu kommen wollen. Beim ersten Mal war dies eher schwierig. Zuwenig Vorbereitungszeit und viele konnten sich nicht vorstellen, welche Vision wir mit der re:publica realisieren wollten. Jetzt wissen viele, wie eine Konferenz aussehen soll, die uns Spass macht. Ab jetzt muss man auch nicht mehr alles neu ausdenken, planen und improvisieren. Jetzt gehts ans Remixen, besser machen und veredeln.
Danke an alle, die mitgeholfen haben! Und danke an alle, die zu den drei schönen und entspannten Tagen beigetragen haben!
-
: Fahndung nach einem Apple-Notebook und Zubehör
: Fahndung nach einem Apple-Notebook und Zubehör Die re:publica war toll. Mehr dazu später, wenn ich ein paar andere Sachen abgearbeitet habe. Das einzige traurige passierte ganz zum Schluss: Tim wurde seine Tasche geklaut. Ich gehe mal davon aus, dass es nicht durch einen Teilnehmer der re:publica passierte, sondern durch einen Menschen, der zufällig bei der offenen Abschlussparty vorbei kam. Und sich den Rucksack einfach mitnahm. Tim fahndet jetzt danach und sammelt für neues Equipment:
Ansonsten soll der Rechner zu seiner Stolperfalle werden: Ich fordere hiermit jeden auf, künftig nach folgenden MAC-Adressen zu fahnden: 00:14:51:86:49:D1 (WLAN) und 00:0a:95:f2:0d:38 (Ethernet). Das Gerät ist ein Apple PowerBook G4 1.67 15″ DLSD/HR (Modellnummer M9969LL/A, letzte Generation der PowerBooks). Die Seriennummer des Geräts lautet W8548G5NSX2. Wenn ich schon meine Daten nicht wiederbekomme dann will ich wenigstens das PowerBook irgendwann wieder auf meinem Tisch sehen und damit eine Spur zum Dieb bekommen. Sachdienliche Hinweise an tim at ccc dot de.
-
: Medienspiegel zur re:publica
: Medienspiegel zur re:publica Einen Medienspiegel zur re:publica sammeln wir im Wiki. Das Blog-Interesse ist riesig. Drei von zehn Top-Suchbegriffen bei Technorati sind re:publica-relevant. Wow.
-
: Gegendarstellung
: Gegendarstellung Manchmal fühlt man sich missverstanden. Da kritisiert man zuviel schädliche gesetzliche Rahmenbedingungen, die das digitale Zeitalter regeln und heraus kommt das im Tagesspiegel: Der Spaß wird ernst
Trotz der erzwungenen Professionalisierung wird auf der „re-publica“ der Traum vom demokratischen Massenmedium weitergeträumt. „Es fehlt lediglich an Rahmenbedingungen“, sagt Markus Beckedahl von netzpolitik.org, der ebenfalls zu den Organisatoren gehört. Für ihn ist die Legislative gefordert: „Im Internet müsste man viel mehr gesetzlich regeln.“ Die Zeit der „alten Massenmedien“, glaubt er, sei vorbei.
Meiner Meinung nach gibt es zuviel falsche Regulation im Netz, die von Politikern geschaffen werden, die das Leben im Netz nicht verstehen.
-
: Der digitale Gesellschafter?
: Der digitale Gesellschafter? Bei Onlinejournalismus.de gibt es seit heute ein kleines Video-Portrait mit mir zu sehen: Der digitale Gesellschafter.
-
: Debatte um Blogger-Ethik?
: Debatte um Blogger-Ethik? Es gibt ja einige Diskussionen rund um eine Art Blogger-Kodex oder dergleichen, die vor allem in den USA geführt wird. Ein Journalist hat mich um ein paar Statements gebeten, die ich mal schnell hingeschrieben habe. Sicherlich nicht vollständig und man kann die Antworten sicherlich auch noch weiterentwickeln.
> > – Ist das eine amerikanische Debatte oder sind das Fragen, über die Blogger in Deutschland reden werden?
Aktuell ist es eine vor allem in den USA geführte Debatte. Losgelöst wurde sie auch von einem Fall in den USA. Aber durch die globale Vernetzung sind solche Debatten nicht mehr auf ein Land beschränkbar. Die Debatte ist übrigens nicht neu, sondern wurde auch von deutschen Blogs schon vor zwei Jahren geführt. Auf der morgen startenden re:publica-Konferenz ist eine Debatte rund um Ethik & Bloggen schon lange geplant.
> > – Und: Aus Ihrer Sicht als Blogger und als Blog-Beobachter: Sollten Blogger darüber diskutieren? Eine gute, überflüssige, uninteressante, schädliche Debatte?
Die Debatte ist notwendig und sinnvoll. Allerdings ist dies keine Debatte, die nur Blogger betrifft sondern alle, die jetzt die Möglichkeiten haben, ins Internet zu publizieren. Diese neue Freiheit des Publizierens bedeutet auch Verantwortung gegenüber den Freiheiten anderer, die zu respektieren sind.
> > – Ist Selbstregulierung ein Zeichen für Professionalisierung? Und ist das etwas Gutes?
Selbstregulierung hat erstmal nichts verpflichtendes. Es ist eher ein Zeichen dafür, dass es Defizite gibt, die man mit einer Art Kodex oder Selbstverpflichtung etwas reduzieren möchte. Eine Debatte darüber hat auf jeden Fall etwas bewusstseinschaffendes für die ethischen Fragestellungen rund ums Publizieren. Und das ist was gutes.
> > – Brauchen Blogger einen kleinsten gemeinsamen Nenner der Regeln für den Umgang miteinander, mit Leser, mit dem Gegenstand ihrer Texte, mit Werbung? Und haben sie den nicht längst? Wäre eine Kodifizierung sinnvoll (Transparenz, Diskussion, Verbindlichkeit?
Den kleinsten gemeinsamen Nenner bilden gesetzliche Rahmenbedingungen. Ansonsten gibt es viele Selbstverständlichkeiten, die auch schon im Pressekodex abgebildet sind und an die man sich auch als Blogger halten sollte. Die Achtung vor der Wahrheit, die Wahrung der Menschenwürde und die wahrhaftige Unterrichtung der Öffentlichkeit sollten auch für Blogger oberste Gebote sein. Gleichzeitig sollten selbstverständlich Nachrichten und Informationen auf ihren Wahrheitsgehalt zu prüfen sein, sofern das von den Ressourcen her möglich ist. Wenn man später feststellt, dass man Unwahrheiten gebloggt hat, sollte man diese transparent korrigieren. Auch die Privat- und Intimssphäre von anderen Menschen sind zu achten, was auche ien Selbstverständlichkeit sein sollte.
> > – Und inwiefern würde / müsste sich eine solche Kodifizerung z.B. vom Pressekodex unterscheiden?
Blogs sind im Allgemeinen subjektiver als die „alte Presse“. Die Regel im Pressekodex, dass bei Konflikten die Positionen beider Seiten
darzustellen sind, werden dem Medium nicht wirklich gerecht. Auch gibt es den kleinen und feinen Unterschied, dass Blogs in der grossen Überzahl von Privatpersonen in der eigenen Freizeit verfasst werden und nicht von Journalisten mit einer profesisonellen Ausbildung und Gehalt. Diesem „Kultur-Unterschied“ müsste eine solche Kodifizierung Rechnung tragen. Es steht aber jedem Blogger offen, sich von den Regeln des Pressekodex inspirieren zu lassen. Leider gehen die „alten Medien“ nicht immer als Vorbild voran und zeigen, dass der Pressekodex von allen Ernst genommen wird und sinnvoll ist.> > – Tiefpunkte der deutschen Blog-Geschichte bislang? Und was hätte eine Selbstregulierung da ändern können?
Die kurze deutsche Blog-Geschichte gibt mir jetzt keine Tiefpunkte her, die eine Selbstregulierung hätte ändern können. Das Bewusstsein für eine Art Blogger-Regeln, bzw. allgemeiner Regeln der Transparenz waren bisher ziemlich hoch. Problematisch waren eher sogenannte „virale Marketingaktionen“, die wahlweise unkontrolliert und unrecherchiert von Bloggern übernommen wurden und die teilweise von Marketingagenturen bewusst gelenkt wurden. Hier ist mehr Bewusstsein und Transparenz sicherlich notwendig in der Zukunft.
> Nur eine Rückfrage: In drei Punkten geht O’Reilly ja sehr weit: – keine anonymen Kommentare mehr
Wer sich an ethische Richtlinien hält, sollte selbstverständlich auch sein Recht auf informationelle Selbstbestimmung wahrnehmen und anonym kommentieren / bloggen dürfen. Man nehme ja nur sogenannte Whistleblower als Beispiele, die oftmals sehr hilfreich sind.
> > – Filterung der Kommentare überhaupt
Kommentare, die die Menschenwürde anderer verletzten, sollten selbstverständlich geächtet werden.
> > – Selbstkennzeichnung der Blogs (eine Art FSK???)
Es ist sicherlich hilfreich, wenn Blogger transparent veröffentlichen, an welche ethischen Regeln und Leitlinien sie sich halten.
> > Was halten Sie von diesen konkreten Forderungen – das ist ja mehr als gutes Benehmen…?
Sehr kritisierungswürdig halte ich die Forderungen von O´ Reilly, dass Blogger Markenrechte und Urheberrechte nicht verletzten dürften. Die ausufernde Urheber- und Markenrechte können das Recht auf freie Meinungsäusserung verletzten und Zensur fördern. Hier sollten Blogger sich an ihr eigenes Gewissen halten. Eine Formulierung wie von O´ Reilly geäussert, kann ich so nicht unterschreiben.
Abschliessend betrachtet: Schön, dass es diese Debatte gibt, man sollte sich aber nichts vormachen. Eine Selbstverpflichtung oder Kodex wird nicht viel bringen. Man sollte trotzdem bemüht sein, soziale Verhaltensweisen auch im Netz zu praktizieren. So wie im realen Leben auch.
Weiterführende Infos:
Golem: Verhaltenskodex für Blogger.
O´ Reilly: Draft Blogger’s Code of Conduct.
New York Times: A Call for Manners in the World of Nasty Blogs
Spreeblick: Zeit für eine Blog Etiquette?
Futurezone: US-Blogger streiten über Moralkodex -
: Heute: Spielsucht bei Panorama
: Heute: Spielsucht bei Panorama Sicherlich total investigativ geht es heute Abend wieder bei Panorama zu, wenn diesmal über „Spiel ohne Grenzen – wenn Computersucht die Kindheit zerstört“ gesprochen wird.
Wenn er nach Hause kommt, hat er nur ein Ziel: in sein Zimmer, vor den Computer. Marc Oliver „zockt“ – jeden Tag bis zu zehn Stunden. Computerspiele wie „Counterstrike“ oder „World of Warcraft“. Familie und Schule sind für ihn Nebensache. Das Gymnasium hat der 16-Jährige aufgegeben und stattdessen gerade noch den Hauptschulabschluss geschafft. Schuld sei der Computer, sagte er selbst. „Ich bin süchtig nach Computerspielen“. Ein Tag ohne PC und er fühle sich wie ein Alkoholiker ohne Flasche. Seine Eltern haben schon alles versucht, um ihn vom Rechner wegzukriegen – ohne Erfolg. Sie fühlen sich hilflos, machtlos.
21:45 in der ersten Reihe. Etwas interessanter dürfte aber der Beitrag „Geheime Akten und Spitzelei – der Skandal beim Focus“ sein.