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Urheberrecht, Creative Commons, freie Software, freies Wissen, Bildung, Informationsfreiheit.
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: Wie kam der Begriff „Geistiges Eigentum“ in die deutsche Politik?
: Wie kam der Begriff „Geistiges Eigentum“ in die deutsche Politik? Die Neue Musikzeitung hat ein Interview mit dem ehemaligen GEMA-Vorstandsvorsitzender Prof. Dr. Reinhold Kreile, was ein paar interessante Punkte aufweist, wie beispielsweise:
Geißler: Als Sie noch kräftig in die Tasten des politischen Klavieres griffen, gelang es Ihnen, den Begriff „Geistiges Eigentum“ in einen Gesetzestext, sogar an prominenter Stelle, einzubringen.
Kreile: Ja, dies ist mir gelungen. Allerdings, wie es immer in der Politik ist, gelingt einem so etwas nicht allein. Hier braucht man Mitstreiter, und der damalige Mitstreiter Ludwig Stiegler auf Seiten der SPD – ich war ja auf der Seite der CSU – begriff, dass das Wort „Urheberrecht“ allein noch nicht jenen Impuls bringt, der die Menschen aufmerken lässt. Kann man es aber mit dem schönen Begriff des Eigentums und zwar mit dem des geistigen Eigentums verbinden und wird dieser dann als Rechtsbegriff in einem Gesetz lebendig, dann ändert sich die Wahrnehmung. So trägt die Urheberrechtsnovelle von 1985 jenen wunderbaren Untertitel, dass dies ein Gesetz zur Förderung des geistigen Eigentums ist. Dies ist ein Begriff, der Bewusstsein schafft.
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: Berlin:Net-Lag Party ist heute
: Berlin:Net-Lag Party ist heute Wer in Berlin ist undheute Abend noch nichts vor hat, sollte die Net-Lag Party im RAW-Tempel nicht verpassen. Es wird nur freie elektronische Musik von Netlabels gespielt.
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: Filesharing: Was passierte?
: Filesharing: Was passierte? Die Meldungen über die (Il-)Legalisierung von privaten Musikkopien mittels neuer Medien überschlagen sich in den letzten Wochen. Zeit für einen kleinen Heiseüberblick über das, was in Frankreich und Deutschland legislativ passiert. In Kanada gibts auch ne kleine judikative Überraschung …
Frankreich: Villa Kunterbunt.
Kurz vor Weihnachten sorgte eine unterbesetzte Sitzung des französischen Parlamentes für Aufsehen. In ihr wurde ein Gesetzesentwurf zur stärkeren Kriminalisierung von FilesharingnutzerInnen dahingehend geändert, dass sie fortan legal handeln würden, indem sie eine Pauschalabgabe auf Internetzugänge (Kulturflatrate) zahlen. Die Endabstimmung wurde vertagt. Der Gesetzesentwurf wurde zuvor stark kritisiert: Änderungsanträge der Industrie sahen vor, dass Software, die keine DRM-Unterstützung besitzt, verboten sei. Diese hätte weiten Teilen der Freien Software Szene arg geschadet.
Nun möchte der französische Kulturminister Filesharing nicht mehr generell verbieten. Derweil einigte sich der französische Innenminister mit Vertretern aus Industrie und Zivilgesellschaft auf sieben Kompromissprinzipien: So soll trotz DRM der Zugang zu legal erworbenen Werken zu privaten Zwecken garantiert sein. DRM-Systeme müssen untereinander kompatibel sein. Ferner soll eine Vereinbarkeit von Creative Commons-Lizenzen nutzenden MusikerInnen und ihrer Verwertungsgesellschaft hergestellt werden.
Deutschland: Keine Gedanken an VerbraucherInnen
Am Donnerstag fand die Anhörung zum Entwurf des zweiten Korbs (PDF) der Novelle des deutschen Urheberrechts statt. Die Meinungen in der großen Koalition gehen in Sachen Filesharing weit auseinander:
Justizministerin Brigitte Zypries (SPD) will Privatkopien vom Original, wie von einer Kopie erlauben, solange das Original nicht kopiergeschützt ist. Ihre Bagatellklausel schließt strafrechtliche Schritte aus, wenn die „Werke nur in geringer Zahl und ausschließlich zum eigenen privaten Gebrauch oder zum Gebrauch von mit dem Täter persönlich verbundenen Personen vervielfältigt“ werden.
Hingegen will Günter Krings, CDU-Rechtspolitiker, maximal Privatkopien vom Original und nur in beschränkter Zahl erlauben. Der neue Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) lehnte auf dem Neujahrsempfang der deutschen Musikindustrie die Bagatellklausel ab.
Als der mögliche Wegfall der Bagatellgrenze auf der Anhörung zum 2. Korb Urheberrecht erwähnt wurde, gab es Beifall von Seiten der industriellen Vertreter der Rechteinhaber.
Kanada: Geldspritze für Rechtsabteilung der VerbraucherInnen
Die kanadische Musikfirma Nettwerk unterstützt den von dem US-amerikanischen Interessensverband der Musikindustrie RIAA beschuldigten Kanadier David Greubel. Auf Greubel aufmerksam wurde die RIAA durch einen Song von Avril Lavigne, nach dem sie in Tauschbörsen ausschau hielt. Greubels Tochter lud sich einen Song von dem Interpret herunter, der zwar bei Sony BMG (USA) erscheint, aber von der kanadischen Musikfirma betreut wird.
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: Doch eine Kriminalisierung der Schulhöfe?
: Doch eine Kriminalisierung der Schulhöfe? Hab ich irgendwas verpasst? Die Linkspartei ist auf FDP/CDU-Trip und findet die Bagatellklausel nicht gut. Also lieber Millionen Bürger kriminalisieren, die zu unkommerziellen und privaten Zwecken Musik kopieren?
„Mit einem kommen wir auf keinen Fall weiter: mit der Einführung einer Bagatellklausel“, erklärte Luc Jochimsen von der Linken.PDS. Die frühere Chefredakteurin des Hessischen Rundfunks betonte, dass das entsprechende Vorhaben des Bundesjustizministeriums „genau das schwäche, was unsere Gesellschaft dringend braucht: das Rechtsbewusstsein, welches geistiges Eigentum respektiert und es nicht zu einem x‑beliebigen Schnäppchen degradiert, welches man sich jederzeit zum Nulltarif besorgen kann“. Sollte die Bagatellklausel kommen, „könnten wir auch gleich ‚Ladendiebstahl unter 20 Euro’ legalisieren“.
In der heutigen Bundestags-Debatte setzten sich wohl nur die Grünen für Nutzerinteressen beim Urheberrecht ein. Heise zitiert Jerzy Montag, den rechtspolitischen Sprecher: Geplante P2P-Bagatellklausel im Urheberrecht steht vor dem Aus.
Den Liberalen und den Rednern der anderen Fraktion warf er vor, „bei der Gestaltung des Urheberrechts den Nutzer von geistigem Eigentum überhaupt nicht im Blick haben“. Dieser sei nicht „Bittsteller auf dem Markt, sondern muss in einer modernen Wissensgesellschaft auch eine Rechtsposition haben“. Als einen der Kernpunkte der Novelle bezeichnete es der Grüne daher, die Durchsetzung der Privatkopie auch gegen technische Kopierschutzmaßnahmen zu gestatten. Sonst verkomme die von allen Parteien im Prinzip hoch gehaltene Erlaubnis zu einem „nur auf dem Papier“ stehenden Recht. Die vorgeschlagene Straffreiheit für geringfügige Privatkopien aus dem Netz bezieht sich laut Montag wiederum nicht auf die massenhafte Raubkopiererei, sondern auf „die Herstellung von Kopien durch Kinder, Jugendliche und junge Menschen, die eine andere Beziehung zu CDs haben. Die Grünen würden es nicht wollen, „dass die Polizei und die Staatsanwaltschaften auf die Schulhöfe gehen und dort mit dem Mittel des Strafrechts agieren.“
Update: Katja Husen, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen, argumentiert im Blog der Grünen auch für Nutzerinteressen bei der Urhebererchtsgesetzgebung und hat dazu einen längeren Text auf ihre Webseite gestellt.
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: Ein vergifteter Apfel?
: Ein vergifteter Apfel? Eine der grossen Schlagzeilen von gestern war das „Entgegenkommen“ von Microsoft auf die Forderungen der EU-Kommission. Diese möchte nämlich, dass Microsoft seine Schnittstellen offenlegt, damit Wettbewerber besser mit der Windows-Monopolinfrastruktur interagieren können. Microsoft überraschte gestern mti der Ankündigung, anstatt die Schnittstellen offen zu legen, den Quellcode für den Windows Server lizenzieren zu wollen. Auf den ersten Blick klingt das für technisch nicht gerade versierte Menschen gut. Allerdings meldet jetzt die Free Software Foundation Europe in einer Pressemitteilung, dass dieser „Apfel“ vergiftet sein könnte. Denn ein Blick auf den Quellcode bringt wenig, wenn die Schnittstelleninformationen weiterhin gesichert sind und Microsoft über das Urheberrecht und Softwarepatente weiterhin kontrollieren kann, wer wie mit der Windows-Infrastruktur interagiert.
According to FSFE this would not be of any help, but would cause additional troubles. Carlo Piana, FSFE’s lawyer explains: „This ‚commitment’ is poisoned – they do it in a way that worsens the situation for Free Software: Because that source code is under Microsoft copyright, developers who have seen the source code cannot reimplement it in Free Software for fear of copyright violation.“
Even worse, „Microsoft might try to shut down competition by making claims of copyright infringement based on the argument that the developer ‚could’ have looked at the source code“, Piana forecasts.
Update:
In der TAZ gibt es auch zwei Artikel zum Thema:
TAZ: Nur ein neuer Köder von Microsoft
TAZ: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit -
: Copyright kills music
: Copyright kills music Buchmarkt berichtet darüber, wie mittels Urheberrecht einer umstrittenen Aufführung der Boden entzogen wurde.
Hintergrund ist wie bereits bei der Inszenierung „Die Weber“ ein Streit um Aufführungsrechte. In der Inszenierung, die am 13. Januar Premiere hatte, werden Melodien aus bekannten Musicals wie „Das Phantom der Oper“, „West Side Story“ oder „Hair“ gesungen, und für einige beansprucht der Verlag die Rechte. Sollte es zu keiner Einigung kommen, will das Theater die Inszenierung ab März in einer veränderten Fassung auf die Bühne bringen.
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: Live-Stream von Urheberrechtsanhörung
: Live-Stream von Urheberrechtsanhörung Gerade ist die Anhörung der Bundesregierung zum „2.Korb“ der Urheberrechtsreform gestartet. Und glücklicherweise gibts hier im Gebäude des Presse- und Informationsamts der Bundesregierung“ ein freies WLAN, was aber kaum genutzt wird. Mir ist gerade ein Link zu einem Live-Stream zugespielt worden.
Bitte gebt mal von aussen Feedback, ob der klappt.Danke, scheint zu klappen.Für die Nebengeräusche kann ich leider nichts. Und ab und an fällt hier im Raum das Mikrophon aus. Der Raum ist fast voll, schätzungsweise 150 Menschen sind hier. Ich fühl mich trotz Sakko etwas „underdressed“, dafür senken wir den Altersdurchschnitt enorm. Notebooks gibts übrigens ganze vier Stück im Raum und die befinden sich alle in unserer Reihe.Die Gastgeber von Seiten der Bundesregierung sind Herr Weis, Leiter der Abteilung Handels und Wirtschafstrecht im BMJ, dann sitzt hier noch Herr Dr. Hucko, Vorgänger von Herr Weis, steht dem BMJ mit Rat und Tat zur Verfügung und stellt seine Erfahrung zur Verfügung (Ähm, ist der jetzt Rentner und hilft hier aus?) und Frau Dr. Pakuscher, Leiterin des Referates Urheberrecht im BMJ.
Bisher gehts um Geräteabgaben und Phrasen wie „kalt enteignet“ und „strikt verfassungswidrig“ hört man von den Rechteinhabern und Geräteherstellern. Der Herr von SHARP, hier auch im Auftrag von Bitkom, bringt Arbeitsplätzeabbau ins Spiel. Als ob SHARP in Deutschland noch viele Arbeitsplätze in der Produktion hätte, mit deren Abbau man drohen könnte. Aber das Wort des Tages ist bisher „Verordnungsermächtigung“, was immer wieder in Zusammenhang mit der Neuregelung der Geräteabgaben fällt.
Für einen Lacher sorgte gerade ein Vertreter der Business Software Alliance, nach eigenen Worten die mächtigste Lobby im Raum: „Wir vertreten nicht nur die grössten Rechteinhaber weltweit,sondern auch die grössten Hardwarehersteller.“ Und zwar begrässt die BSA zwar den Entwurf, lehnt aber das ganze Gesetz ab, weil es noch zu sehr analog angelegt sei. Stattdessen fordern sie viel mehr DRM, weil das ja funktionieren würde, wie sie festgestellt haben. Abschliessend von der BSA: „Wir können leider so dem Gesetz nicht zustimmen.“
Jetzt gehts schon eine Zeit lang um „unbekannte Nutzungsarten“. Der Börsenverein hat grosse Angst vor Google und sehnt sich nach Abwehransprüchen und seit bald zwanzig Minuten prasseln Paragraphen auf mich ein. Muss mir gleich erstmal Kaffee organisieren, bevor es spannend wird. „Unbekannte Nutzungsarten“ ermüden doch sehr.
So, jetzt gehts endlich mal um den letzten Punkt, den sogenannten „Schrankenregelungen“, weshalb die meisten vermutlich hier sind. Die bekannteste Schrankenregelung ist sicherlich die Privatkopie.
Jetzt spricht Professor Rainer Kuhlen vom Aktionsbündnis „Urheberrecht und Wissenschaft“: Bildung und Wissenschaft sind durch die sicher gut gemeinten Formulierungen in den Paragraphen 52 und 53 massiv bedroht. Wissenschaftler werden damit nicht leben können und wollen. Wissenschaftler werden zu kreativer Innovation und ziviler Ungehorsam beim Umgehen der DRM-Systemen greifen müssen. Kuhlen erinnerte nochmal an den Koalitionsvertrag der grossen Koalition, wo ein „bildungs- und wissenschaftlich freundliches Urheberrechts“ versprochen wird. Dies würde dieser Entwurf nicht einlösen. Man sollte sich vielleicht eher an Merkels „Mehr Freiheit wagen“ halten und so forderte Kuhlen abschliessend „Mehr Freiheit im Umgang mit Wissen und Information wagen.“
Jetzt spricht Peter Zombik vom Phonoverband und zitiert einen Haufen von Studien, dass die Kopien rasant ansteigen und die Verbraucher machen,was sie wollen. Allergrösste Sorge bereiten ihm intelligente Aufnahmesysteme, die Webcasting-Quellen und Sender so anzuzapfen, dass sie gezielt nach Titeln suchen können. Mit seiner verschwörerischen Stimme klingt das gerade so,als ob diese intelligenten Aufnahmesysteme den Untergang des Abendlandes bringen werden. Sein Verband vermisst das Verbot der Anfertigung von Kopien durch Dritte. Private Vervielfältigung soll sich auf das Kopieren der eigenen Originale beschränken.
Der Vertreter des Börsenvereins kommentierte das Statement von Rainer Kohlen zusammenfassend mit den Worten „Im Bildungsbereich soll das Urheberrecht abgeschafft werden“. Aha… Wenn man also die Beibehaltung tradioneller Schrankenregelungen fordert, wird man sofort in die Kommunismusecke gesetzt.
Als Vertreter der Filmindustrie fordert Film20 wieder ein Karenzjahr, d.h. sie wollen eine Sonderstellung. Die Idee dahinter ist, dass die Schrankenregelung bei Filmen im ersten Jahr nach dem Erscheinen ausgesetzt werden, d.h. die Verbraucher dürften ihr Recht auf Privatkopie nicht nutzen. Die Bundesregierung lehnt diese Sonderstellung im Entwurf ab und Film20 will sie trotzdem haben, da es ja soviele Kopien im Internet gäbe und niemand mehr ins Kino geht. Film20 hat übrigens auch was mit „Raubkopierer sind Verbrecher“ zu tun. Jetzt wollen sie auch noch ein Auskunftsanspruch und Schadensersatzansprüche gegen Filesharer. Ob man jetzt mal nachfragen sollte, wieso die GVU vorgestern durchsucht wurde?
Jetzt gehts um Straftatsbestände und Bagatellklausel. Die Rechteinhaber unterstützen unseren Kulturstaatsminister bei der Forderung nach einer Kriminalisierung von Filesharing-Nutzern. Kleiner Beifall aus einer Ecke, wo viele Rechteinhaber sitzen. Herr Klingborn von „Raubkopierer sind Verbrecher“ spricht jetzt wieder mal für die Filmwirtschaft und redet von einer nationalen Katastrophe, wenn es die Bagatellklausel gibt. Weil dann könnte ja jeder Filme im Kino abfilmen, ohne bestraft zu werden. Aha, eigentlich ist das ja was anderes.
Überraschung, jetzt packt eine weitere Dame der Filmindustrie mal wieder deren aktuellste Brenner-Studie heraus. Da Stichwort ist heute noch nicht gefallen. Und jetzt gibt es wieder viele Zahlen, wie böse doch die deutschen Verbraucher sind, weil diese ihre digitale Technik anwenden und Kopien erstehen. Warum jetzt nur das Argument kommt, dass Freunde von der Dame in Tschechien auf dem Flohmarkt von Vietnamesen gebrannte Filme kaufen, fragt sich wohl der halbe Raum. Was hat die Lobbyistin der Filmindustrie für Freunde, die kommerzielle Raubkopierer unterstützen und was macht dieses Argument in dieser Anhörung und in dieser Diskussion um die Bagatellklausel gerade?
Die MPAA ist auch da und erklärt gerade, dass die Bagatellklausel ja Diebstahl legalisieren würde. Ausserdem wird das TRIPS-Abkommen ausgiebig zitiert.
Die Verbraucherschutzzentralen begrüssen die Bagatellklasel, weil sonst viele Millionen Bürger, vor allem Jugendliche, vom Strafrecht bedroht wären.
Eine weitere Dame von Film20 (Wieviele gibts eigentlich von denen im Raum?) erinnert gerade nochmal an das Versprechen der Informationsgesellschaft, dass Wissen doch eine zentrale Ware wäre, die gehandelt wird und schützenswert wäre. Und hetzt gegen Verbraucherschutz, der hier nur hinderlich wäre. Schön, die Industrie redet von der Informationsgesellschaft mit der Ware Wissen und wir reden von einer Wissensgesellschaft, wo der Zugang zu Wissen und die kulturelle Teilhabe in den Vordergrund gestellt werden. Hierzu sollte man nochmal eine eigene Anhörung machen.
Jetzt ist mir gerade Rainer Kuhlen zuvor gekommen, darauf zu antworten. Jetzt gibts etwas Tumult, was denn ein fairer Zugang zu Wissen ist, die Rechteinhaber protestieren lautstark.
Ein „Hotel und Gatsstättenverband“ beschwert sich gerade, keine Einladung bekommen zu haben. Hab ich auch nicht bekommen und musste mich quasi selbst einladen und mich per Mail „bewerben“. Uns hatten sie nämlich vergessen einzuladen.
So, jetzt ist Schluss. Endlich. Die Vertreter der Filmindustrie laufen jetzt in einer grossen Gruppe zusammen in die Filmförderungsanstalt um die Ecke, wo es ein Festessen für alle geben soll. Also alle Lobbyisten der Filmindustrie, uns hat niemand eingeladen.
Kleines Resumee:
Von dem Ziel, das Urheberrecht weiter zu modernisieren und den Anforderungen der Wissensgesellschaft entsprechend zu gestalten, ist der derzeitige Entwurf noch weit entfernt. Weder ist die Balance gewahrt, noch wird der veränderten gesellschaftlichen Realitäten Rechnung getragen, dass Verbraucher die notwendige Technik zum Kopieren von digitalen Inhalten besitzen und auch benutzen. Die Bagatellklausel ist nicht unser Wunsch, allerdings sehen wir sie als Kompromiss an, um keine „Kriminalisierung der Schulhöfe“ zu erreichen. Wir fordern weiterhin eine Stärkung der Verbraucherrechte durch ein durchsetzungsfähiges Recht auf die Privatkopie, welches in der aktuellen Debatte leider kaum eine Rolle spielt.
Wir haben übrigens im letzten Jahr zum damals gestarteten ersten Versuch des „2. Korbes“ zwei Stellungnahmen in den Prozess eingebracht. Wer sich dafür interessiert, findet diese hier und hier als PDF zum Download.
Ein paar Hintergrundinformationen zur heutigen Anhörung findet man beim WDR: Novelle könnte den Weg in Archive ebnen.
Und das Bundesjustizministerium hat auch eine Pressemitteilung zur Anhörung herausgegeben: Der nächste Schritt zum „Zweiten Korb“: Die Modernisierung des Urheberrechts wird fortgesetzt.
Update: Mir wurde jetzt ein Mitschnitt der Anhörung zugespielt.
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: Free Culture auf deutsch erschienen
: Free Culture auf deutsch erschienen Das Buch „Free Culture“ von Lawrence Lessig gibts jetzt auch in deutsch. Der Münchener Verlag Open Source Press hat das übersetzte Buch mit dem Titel „Freie Kultur – Wesen und Zukunft der Kreativität“ veröffentlicht. Und mir freundlicherweise unaufgefordert ein Rezensionsexemplar geschickt, danke dafür.
Free Culture ist ein tolles Buch, welches in der Originalversion auch als PDF heruntergeladen werden kann. Eine Creative Commons Version lädt zum Remixen des Werkes ein. Davon haben schon viele Gebrauch gemacht. Es gibt ein Audiobook, verschiedenste Text-Formate (wie HTML) und auch ein Wiki zum Weiterentwickeln des Werkes.
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: Vatican Warez bei SpOn
: Vatican Warez bei SpOn Bezugnehmend auf den Artikel im Fachblog Netzpolitik.org („Du bist Fegefeuer“) gibt es nun die ersten Anwäter für eine Runde Exkommunizieren und ohne Hostie ins Bett: Spiegel Online.
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: Groklaw-Interview mit Peter Quinn
: Groklaw-Interview mit Peter Quinn Groklaw hat ein Interview mit Peter Quinn veröffentlicht, dem ehemaligen CIO von Massachusetts. Peter Quinn war in die Schusslinie geraten, als er gefordert hatte, im E‑Government für alle nutzbare Standards zu verwenden.
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: Die US-Filmindustrie und das Copyright
: Die US-Filmindustrie und das Copyright Der US-amerikansiche Verband der Filmindustrie, die MPAA, wird von einem Regisseur beschuldigt, sein Copyright verletzt zu haben. Der Regisseur, Kirby Dick, hat einen kritischen Film namens „This Film Is Not Yet Rated“ über die willkürliche Rating-Politik der MPAA bei Jugendschutzfreigaben gedreht und eine Kopie des Filmes der MPAA zur Einstufung der Altersfreigabe zur Verfügung gestellt. Dabei hatte er explizit untersagt, dass weitere Kopien angefertigt werden dürfen. Die MPAA hat das nicht interessiert und einige Kopien angefertigt, was dem Regisseur auffiel. Interessant ist vor allem die Begründung:
The filmmaker said that when he asked MPAA lawyer Greg Goeckner what right his organization had to make the copy, Goeckner told him that Dick and his crew had potentially invaded the privacy of the MPAA’s movie raters. „We made a copy of Kirby’s movie because it had implications for our employees,“ said Kori Bernards, the MPAA’s vice president for corporate communications. She said Dick spied on the members of the MPAA’s Classification and Rating Administration, including going through their garbage and following them as they drove their children to school. „We were concerned about the raters and their families,“ Bernards said. She said the MPAA’s copy of „This Film Is Not Yet Rated“ is „locked away,“ and is not being copied or distributed.
[via Gulli]
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: Gleicheit für alle: Scribus 1.3.2 „Egalité“ jetzt auch für OS‑X und Windows
: Gleicheit für alle: Scribus 1.3.2 „Egalité“ jetzt auch für OS‑X und Windows Programme für das Desktop Publishing gibt es zahlreich, doch Scribus ist ein besonderes Programm zum Erstellen von Seiten-Layouts. Von der Textverarbeitung bis zum Satz für den Druck bietet die Open-Source-Software vielfältige Möglichkeiten. Die neue Version 1.3.2 namens „Egalité“ ist ab sofort nicht mehr nur für Linux verfügbar, sondern auch für die Betriebssysteme Windows und OS‑X; was vielleicht besonders für Liebhaber des Apples interessant sein dürfte.
Innerhalb von vier Jahren hat sich Scribus mühelos einen vorderen Platz unter den freien DTP-Programmen erobert. Das verdankt es nicht nur seiner Kompatibilität: Als eine der ersten Softwares unterstützt sie mit den ISO-Standard PDF / X‑3. Kein Problem sind für Scribus ausserdem der Import von PDF-Dateien, der Import und Export von EPS-Files und Text in Unicode. Darüber hinaus liefert die Software Werkzeuge zum Erstellen von Vektorgrafiken, sie ermöglicht das Importieren von SVG-Grafiken und unterstützt OpenType-Fonts.
Scribus bietet alles, was ein Nutzer für seine professionelle Veröffentlichung von Texten benötigt, um sie für den Druck vorzubereiten: Neben dem Arbeiten mit der CMYK-Farbpalette und dem ICC Farbmanagement werden verschiedenerlei Arten der PDF-Generierung angeboten. Das Programm lässt sich für die verschiedenen Betriebssysteme herunterladen , eine ins Deutsche übersetzte Anleitung ist selbstverständlich auch erhältlich.
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: Sektsteuer und Salzsteuer
: Sektsteuer und Salzsteuer Eigentlich könnte man es gaaaanz kurz und neutral fassen: Sarmite Bulte wurde abgewählt.
Andererseits ist das eine Steilvorlage für einen Diskurs über das Problem, daß 5 Musikkonzerne nicht mehr Stimmkraft haben als 30.000 Musikhörende – oder, um der Überschrift noch etwas Gewicht zu geben: Der Staat nimmt durch die Salzsteuer mehr ein als durch die Sektsteuer.
Vermutlich ist die Abwahl einer Copyright-Zelotin noch nicht einmal ansatzweise dadurch begründet und ob ihr Nachfolger konsumentenfreundlicher ist, sei einmal dahingestellt.
Haben wir hier kanadische Leser, die ein wenig über diesen Flecken Erde berichten können?
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: Die GVU wurde von der Polizei durchsucht
: Die GVU wurde von der Polizei durchsucht Erheiternde Neuigkeiten zum Morgen: Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ist heute von der Polizei durchsucht worden. Eine Ironie der Geschichte. Ob die GVU etwa in der Warez-Szene mitspielte und eigene Server betrieben hat, die jetzt durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen sowie des Landeskriminalamts Baden-Württemberg aufgeflogen sind? Vermutlich wird es im Laufe des Tages mehr Informationen geben.
Update:
Es gibt News: GVU soll Raubkopierer gesponsert haben
Nach gemeinsamen Recherchen des Computermagazins c’t und des News-Portals onlinekosten.de weisen Indizien darauf hin, dass die GVU bei ihren Ermittlungen gegen Raubkopierer die Grenzen des Erlaubten überschritten hat. Die Redaktionen erhielten bereits vor geraumer Zeit Hinweise eines GVU-nahen Informanten, die mittlerweile von einer zweiten Quelle bestätigt wurden. Danach soll die GVU mindestens einen Administrator eines zentralen Austausch-Servers der Warez-Szene regelmäßig bezahlt haben. Auf diese Weise sei sie an Log-Dateien und damit an Zugriffs-IP-Adressen dieser so genannten „Box“ gekommen. Zudem soll sie Hardware zur Ausrüstung der Plattform beigesteuert haben.
Update:
Jetzt wäre es mal interessant zu wissen, ob die Mitglieder der GVU den Verein immer noch unterstützen wollen, wo er jetzt offensichtlich Raubkopierer unterstützt.
Hier ist die Mitgliederliste (aus dem Google-Cache gefischt):
Verbände
Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV)
Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)
Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in
Deutschland (IVD)
International Federation of the Phonographic
Industry (IFPI)
Motion Picture Association (MPA)
Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO)
Verband der Filmverleiher (VDF)Film
BMG Video Germany Universum Film GmbH
Buena Vista International Inc.
Concorde Home Entertainment GmbH
E‑M‑S New Media AG
GÜFA mbH
Highlight Film und Home Entertainment
Kinowelt Home Entertainment
Media Cooperation One GmbH
Metro Goldwyn Mayer Inc.
MMG – Media Marketing GmbH
New Line Cinema
Ost Video Handels GmbH
Paramount Pictures Corporation
Sony Pictures Entertainment Inc.
Sunfilm Entertainment Handels- und Vertriebs GmbH
Universal City Studios Inc.
Twentieth Century Fox Film Corporation
VCL Communication GmbH
Videoline
Warner Bros.Entertainment Software
Microsoft GmbH
Sony Computer Entertainment Deutschland GmbHAls Mitglieder des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)
Atari Deutschland GmbH
Eidos GmbH
Electronic Arts GmbH
Koch Media Deutschland GmbH
Konami of Europe GmbH
Nintendo of Europe GmbH
Take 2 Interactive GmbH
THQ Entertainment GmbH
Ubisoft GmbHKopierwerke
Deluxe Video Service GmbH
Eurotape Media Service GmbH
Sonopress GmbH
SVK Video Kopierwerk GmbH
Cinram GmbHAndere
Partners 4 Management GmbH -
: Inquirer: DRM ist eine grosse Lüge
: Inquirer: DRM ist eine grosse Lüge Die wunderbare Welt von Isotopp verweist auf einen lesenswerten Kommentar im Inquirer zum Thema „Digital Restriction Management“: DRM is a complete lie.
Basically, you and I are the innocent bystanders in this drive by shooting called DRM. The big companies are at war, and we are the casualties. So, they have to send their flying monkeys to sue single moms, 12 year olds and octogenarians to make it appear that they are doing what they say. Bull, they are lying. The sad part is that the public, and worse yet, the governments are listening to them.
The misinformation campaign seems to have sunk in, people don’t even question that DRM is about protecting content any more, even though it has never done so. It hurts the users, and hurts the companies making it, but they have their eyes on the big prize. DRM infections are the only way to keep their rivals at bay, lobbing a few bullets at the users is a low price to pay for that.
Kristian Köhntopp kommentiert den Artikel abschliessend treffend:
Der Inquirer sieht DRM hier also lediglich als ein Kriegsinstrument der großen Medienplayer untereinander, mit dem sie sich gegenseitig aus dem Markt drängen wollen. Darum die Schüsse von Microsoft gegen Apple, von Blu Ray gegen HD DVD, und all das andere Maneuvrieren der Parteien untereinander, und der Fehlschlag mit dem gemeinsamen Download-Service aller Rechteinhaber. Der Inquirer bezeichnet die Situation für den Kunden ziemlich bezeichnend als „that drive-by shooting that is DRM“.
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: Neues zum Urheberrecht
: Neues zum Urheberrecht Im aktuellen Spiegel gibt es einen längeren Artikel zur Urheberrechtsreform, der auch online verfügbar ist: Fluch der Silberlinge. Und Heise berichtet über die Kritik des Aktionsbündnis „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“ am aktuellen Entwurf zum „2, Korb“: „Rückwärts gerichtete Schutzinteressen“ bei der Urheberrechtsreform beklagt.
Donnerstag ist die Anhörung der Bundesregierung zum 2. Korb. Bei der Einladung durch das Bundesjustizministerium wurden Privatkopie.net und das Netzwerk Neue Medien irgendwie vergessen. Wir mussten uns selbst einladen und haben jetzt endlich die Erlaubnis bekommen, dort Verbraucherinteressen zu vertreten. Ich bin mal gespannt, bei der letzten Anhörung vor einem Jahr war die Unterhaltungslobby zahlenmässig allen anderen Interessenverbänden weit überlegen. Was es nicht alles an Lobbygruppen der Film- und Musikindustrie gibt…
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: China rekrutiert Jugendliche als Internet-Spitzel
: China rekrutiert Jugendliche als Internet-Spitzel Der Copyright-War macht auch in China nicht Halt. China möchte das Problem von Urheberrechtsverletzungen mittels einer grossen Spitzel-Armee in den Griff bekommen. Dabei sollen 200.000 Jugendliche aufgefordert werden, die Zollbehörde zu unterstützen. Zu den Zielgruppen gehören Pfadfinder und andere Mitglieder von organisierten Gruppen. Als Mitglieder der so genannten «Jugendliga für die Verfolgung von Internet-Piraterie» sollen sie eine schwarze Liste von Websites überwachen.
Dies berichtet die Netzeitung und bezieht sich auf die „South China Morning Post“.
Die Originalquelle finde ich leider wegen einem kostenpflichtigen Archiv nicht.Hier ist die Originalquelle: HONG KONG: Youngsters invited to become Web ’spies’. -
: Lawrence Lessig bei Second Life
: Lawrence Lessig bei Second Life Lawrence Lessig hat eine virtuelle Vorlesung in der Virtual reality Welt „Second Life“ gehalten. Der 90-minütige Event rund um die Themen „Copyright und Demokratie“ findet sich als 29 MB grosse MP4-Datei bei Archive.org.
Update: Jetzt gibt es auch das Transcript der virtuellen Vorlesung.
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: Vatican goes Copyright
: Vatican goes Copyright Das Copyright-Wettrüsten möchte auch der Vatikan-Konzern nicht verpassen. Alle päpstlichen Worte der letzten 50 Jahre, darunter verschiedene Enzyklien, wurden nun mittels einer Bestimmung unter das Urheberrecht des Konzern-eigenen Verlages „Libreria Editrice Vaticana“ gestellt. Für die Nutzung der Worte von Gottes Stellvertretern sollen jetzt Lizenzgebühren genommen werden. Zwischen 3% und 5% der Verkaufspreise von Büchern, die das Wort Gottes enthalten, sollen als Lizenzgebühren an den Vatikan abgetreten werden. Dies ist natürlich umstritten, da viele wohl der Meinung sind, Gottes Worte sollten möglichst alle erreichen und dementsprechend kostenlos zu nutzen sein. Mehr dazu gibt es bei der Times und bei Gulli.
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: Podcast: Dan Gillmor über Citizen Media
: Podcast: Dan Gillmor über Citizen Media Heute ist wohl Audio-Tag. Blog-Age verweist auf ein Interview mit Dan Gillmor über „Citizen Media“. Sein Buch „We the media“ ist lesenswert, allerdings hab ich ihn auf einer Podiumsdiskussion rund um das Thema „Citizen Journalism“ auf dem WSIS in Tunesien live gesehen und war danach enttäuscht. Ausser einigen belanglosen Thesen, die mittlerweile jeder Blogger aufzählen konnte, hatte er nicht viel zu sagen. Das Interview ist aber trotzdem hörenswert.