Generell

Die GVU wurde von der Polizei durchsucht

Erheiternde Neuigkeiten zum Morgen: Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) ist heute von der Polizei durchsucht worden. Eine Ironie der Geschichte. Ob die GVU etwa in der Warez-Szene mitspielte und eigene Server betrieben hat, die jetzt durch die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Ellwangen sowie des Landeskriminalamts Baden-Württemberg aufgeflogen sind? Vermutlich wird es im Laufe des Tages mehr Informationen geben.

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Update:

Es gibt News: GVU soll Raubkopierer gesponsert haben

Nach gemeinsamen Recherchen des Computermagazins c’t und des News-Portals onlinekosten.de weisen Indizien darauf hin, dass die GVU bei ihren Ermittlungen gegen Raubkopierer die Grenzen des Erlaubten überschritten hat. Die Redaktionen erhielten bereits vor geraumer Zeit Hinweise eines GVU-nahen Informanten, die mittlerweile von einer zweiten Quelle bestätigt wurden. Danach soll die GVU mindestens einen Administrator eines zentralen Austausch-Servers der Warez-Szene regelmäßig bezahlt haben. Auf diese Weise sei sie an Log-Dateien und damit an Zugriffs-IP-Adressen dieser so genannten „Box“ gekommen. Zudem soll sie Hardware zur Ausrüstung der Plattform beigesteuert haben.

Update:

Jetzt wäre es mal interessant zu wissen, ob die Mitglieder der GVU den Verein immer noch unterstützen wollen, wo er jetzt offensichtlich Raubkopierer unterstützt.

Hier ist die Mitgliederliste (aus dem Google-Cache gefischt):

Verbände
Bundesverband Audiovisuelle Medien (BVV)
Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)
Interessenverband des Video- und Medienfachhandels in
Deutschland (IVD)
International Federation of the Phonographic
Industry (IFPI)
Motion Picture Association (MPA)
Spitzenorganisation der Filmwirtschaft (SPIO)
Verband der Filmverleiher (VDF)

Film
BMG Video Germany Universum Film GmbH
Buena Vista International Inc.
Concorde Home Entertainment GmbH
E-M-S New Media AG
GÜFA mbH
Highlight Film und Home Entertainment
Kinowelt Home Entertainment
Media Cooperation One GmbH
Metro Goldwyn Mayer Inc.
MMG – Media Marketing GmbH
New Line Cinema
Ost Video Handels GmbH
Paramount Pictures Corporation
Sony Pictures Entertainment Inc.
Sunfilm Entertainment Handels- und Vertriebs GmbH
Universal City Studios Inc.
Twentieth Century Fox Film Corporation
VCL Communication GmbH
Videoline
Warner Bros.

Entertainment Software
Microsoft GmbH
Sony Computer Entertainment Deutschland GmbH

Als Mitglieder des Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware (BIU)
Atari Deutschland GmbH
Eidos GmbH
Electronic Arts GmbH
Koch Media Deutschland GmbH
Konami of Europe GmbH
Nintendo of Europe GmbH
Take 2 Interactive GmbH
THQ Entertainment GmbH
Ubisoft GmbH

Kopierwerke
Deluxe Video Service GmbH
Eurotape Media Service GmbH
Sonopress GmbH
SVK Video Kopierwerk GmbH
Cinram GmbH

Andere
Partners 4 Management GmbH

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7 Kommentare
  1. GVU durchsucht sich selbst: Mit DRM wär das nicht passiert.

    Der Fall ist doch klar: Die GVU ist eigentlich die Tippgeberin der Polizei. Sie sagt ihr wo vermeindliche „RaubkopiererInnen“ zu finden sind. Die alte Frage, wer die KontrolleurInnen kontrolliert lässt sich in diesem Falle vielleicht dadurch beantworten, dass es in den eigenen Reihen TippgeberInnen gibt.

    Doch: Wie lässt sich künftig sicherstellen, dass auch weiterhin die KontrolleurInnen sich selbst kontrollieren? Die Antwort: Garnicht. Es sei denn, wir glauben an die Allmacht von DRM – der technischen Unmöglichmachung von Kopien. Das tun wir sicher nicht – aber in Anbetracht der Obskurität der Situation (Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen verletzte selber das Urheberrecht.) mögen DRM vielen als ein plausibler Ausweg erscheinen, um das zu verhindern.

    Mit etwas verschwörungstheoretischen Betrachtungspotential lässt sich also festhalten: Die GVU liess sich selbst durchsuchen, um DRM zu bewerben.

    Hut ab vor diesem Marketingtrick!

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