Öffentlichkeit

Meinungs- und Pressefreiheit, Zensur, Menschenrechte, Whistleblowing, Transparenz, Öffentlichkeitswandel, Datenjournalismus und Open Data.

  • : Windows-DRM besonders unökologisch
    Windows-DRM besonders unökologisch

    CNet News hat in einem Test, dessen Auswertung ich nur auf mp3.com finden kann, untersucht, wie sich das Abspielen kopiergeschützer Songs auf die Laufzeit von mobilen MP3-Playern auswirkt. So spielt der „Creative Zen Vision:M“-Player normale MP3s mit einer Batteriefüllung 16 Stunden lang ab – sind alle Songs in Microsofts WMA DRM 10 Format, so senkt sich seine Akkulaufzeit auf ungefähr 12 Stunden, um 25%. Apples AAC-DRM Format schmälert die Laufzeit des iPods um 8%.

    Aus dem Bericht:

    “We found similar discrepancies with other PlaysForSure players. The Archos Gmini 402 Camcorder maxed out at 11 hours, but with DRM tracks, it played for less than 9 hours. The iRiver U10, with an astounding life of about 32 hours, came in at about 27 hours playing subscription tracks.”

    17. März 2006 3
  • : China: Er hat „Artikel 20“ gesagt!
    China: Er hat „Artikel 20“ gesagt!

    Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat. Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

    Das steht in diesem deutschen Grundgesetz, Artikel 20 und das darf sogar nicht geändert werden. Sagt man ähnliches in China, blühen einem zehn Jahre Haft, wie es jüngst einem 27-jährigem Lehrer dort geschah, der regimekritische Essays im Netz veröffentlichte:

    Laut der Menschenrechtsorganisation «Human Rights in China» in New York hatte Zhiyuan in «Die Straße zur Demokratie» unter anderem geschrieben, dass die Menschen das Recht hätten, eine Zwangsherrschaft auch mit Mitteln der Gewalt zu beenden. Dies bewertete das Gericht als Staatsgefährdung.

    17. März 2006
  • : EDRI-gram – Nummer 4.5, 15 March 2006
    EDRI-gram – Nummer 4.5, 15 March 2006

    Das neue EDRi-gram ist heute Nacht erschienen: EDRI-gram – Number 4.5, 15 March 2006

    # CoE works on new instrument on children empowerment on the net
    # EU public consultation on RFID
    # German Constitutional Court ruling on seizure of emails
    # Results data protection inspection EURODAC kept secret
    # What’s so special about French EUCD transposition?
    # Commission considers Microsoft still not compliant with EC Treaty
    # Deep linking is legal in Denmark
    # ITU wants codes of conduct for tackling global spam

    16. März 2006
  • : EU-Kommission zu Gast bei der „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“
    EU-Kommission zu Gast bei der „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“

    Der Sprecher der EU-Kommission im Bereich Informationsgesellschaft, Martin Selmayr, war heute zu Gast bei einer Diskussionsrunde der „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“ in Berlin. Dort stellte er die geplante EU-Framework „Content Online“ vor, die bis zur Mitte des Jahres Handlungsvorschläge und Empfehlungen der EU-Kommission für nationale Gesetzgeber in den Bereichen Musik, Film und digitale Bibliothek vorlegen will.

    Die EU-Initiative „Film 20“ möchte schärfer gegen Filesharing vorgehen und mit Kampagnen den Wert des Urheberrechts herausstellen. Im November hatte sich BEUC darüber beschwert, dass sie zu den Leitungsgesprächen dieser Initiative ausgeladen wurden, weil Verbraucherinteressen in der Urheberrechtsdebatte auf EU-Ebene anscheinend nicht gewünscht seien. BEUC-Direktor Jim Murray schrieb damals in einem offenen Brief: “Die Angelegenheiten, die in dieser Gruppe behandelt werden, sind von größter Bedeutung für den Verbraucherschutz in der digitalen Umwelt, auf Grund ihrer Auswirkungen sowohl auf das wirtschaftliche Interesse als auch auf die Privatsphäre“. Es könne nicht angehen, dass die als “Sherpa”-Einheit bezeichnete Führungsmannschaft bei “Film Online” sich nur aus Vertretern der europäischen Musik- und der amerikanischen Filmindustrie sowie großer Provider rekrutiere. Repräsentanten öffentlicher Interessen würden damit komplett außen vor gehalten.

    Heise berichtet über gewünschte Massnahmen der Unterhaltungsindustrie, welche Filesharing betreffen: EU-Kommission entwirft „Content Online“-Strategie.

    Nach Ansicht der Unterhaltungsindustrie soll im Rahmen von Film Online etwa der EU-weite Aufbau eines abgestuften Reaktionssystems angeregt werden, in dem Netzanbieter zunächst bei auffälligem Download-Verhalten Warnhinweise an Kunden verschicken. Endstufe ist die Kündigung des Anschlusses und das Kappen der Internetverbindung, wenn sich Nutzer trotzdem weiter in Tauschbörsen tummeln und dort an sich kopiergeschützte Materialen herunterladen.

    Ich wäre ja nicht überrascht, wenn diese Wünsche tatsächlich in dem geplanten Papier drin stehen. Desweiteren ist die EU-Kommission von Digital Restriction Management überzeugt und wünscht sich wohl, mittel- bis langfristig Vergütungspauschalen abschaffen zu können. Weiter wird es Empfehlungen zu EU-weiten Lizenzen der Verwertungsgesellschaften geben. Das dritte Standbein sollen die noch wenig konkreten Planungen für den Aufbau einer digitalen Bibliothek bieten, bei dem die Kommission laut Selmayr (bei Heise) einem „zentralistischen Ansatz“ gemäß einem öffentlich-rechtlichen Modell eher skeptisch gegenübersteht und lieber auf „kommerzielle Geschäftsmodelle“ setzen will. Klingt wie eine super Idee, kommerzielle Geschäftsmodelle sichern garantiert das kulturelle Erbe der Menschheit besser als wenn wir öffentliche Bibliotheken oder Online-Archive nach dem öffentlich-rechtlichen Modell finanzieren.

    Das wirklich spannende an dem Artikel war für mich aber die „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“. Der Inhalt von deren Webseite ist sehr interessant, um Lobbystrukturen zu analysieren. Die Gesellschaft gibt es seit 1959 und beschreibt in ihren Aufgaben, dass sie sich dem Anliegen verschrieben hat, „die Politik bei strukturellen Frage- und Problemstellungen zu beraten. Leitbild der Arbeit der Gesellschaft ist der Ordnungsrahmen der Sozialen Marktwirtschaft. Ihre Mitglieder und Förderer stehen für eine Wirtschaftsordnung, die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit und soziale Gerechtigkeit bei einem hohen Maß an individueller Freiheit gewährleistet. “ Neben einem 10-köpfigen Vorstand gibt es noch 12 Beiräte für alle möglichen Themen. Vorstandsvorsitzender ist Dr. Ludolf v. Wartenberg, Hauptgeschäftsführer und Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Industrie. Im Vorstand sitzen weiter u.a. Sigmar Mosdorf, Parlament. Staatssekr. a. D., SPD , Friedrich Merz, MdB, CDU, der Staatsminister der Finanzen im Freistaat Bayern, Prof. Dr. Kurt Faltlhauser, CSU, und noch einige bekannte Namen.

    Die Mitglieder gliedern sich auf der Webseite in Verbände, Unternehmen, Kreditinstitute, Politik, Wissenschaft und Einzelmitglieder. Die Listen sind übrigens lesenswert. Bei den Politikern scheint die Mehrheit in der Gesellschaft der FDP und der CDU/CSU anzugehören. Ansonsten sind die meisten Verbände und Firmen dabei, die intensiv in Berlin Lobbying machen.

    Für die Netzpolitik scheint der Beirat für „Medien, Internet und Telekommunikation“ interessant zu sein. Vorsitzender ist Hans-Joachim Otto, medienpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion und glühender Verfechter von DRM und einem noch stärkeren Urheberrecht. Im Heise-Artikel wird er dazu auch zitiert:

    Es sei aber Konsens zumindest der großen Fraktionen im Bundestag, dass die Individualabrechnung künftig Priorität genießen sollte. Otto zufolge würden die Urheber „interessensgerechter“ handeln, wenn sie gegen die vom Bundesjustizministerium geplante Bagatellklausel vorgehen würden.

    Stellvertretende Vorsitzende ist übrigens Georgia Tornow, Generalsekretärin von film 20, dem Lobbyverband der Filmproduzenten. Weitere Mitglieder werden nicht genannt. Es ist nur ein Protokoll aus dem Jahre 2004 zu finden, wo beim ersten Start in den zweiten Korb schonmal über Urheberrecht in diesem Beirat diskutiert wurde. In der sehr ausgewogenen Runde diskutierten übrigens damals MinDir Dr. Elmar Hucko, der (ehemalige) Leiter der Abt. „Handels- und Wirtschaftsrecht“ im Bundesministerium der Justiz, Dr. Christophe Geiger vom Max-Planck-Institut für Geistiges Eigentum, Wettbewerbs- und Steuerrecht, Dr. Andrea Huber, Government Affairs Director von Microsoft Deutschland GmbH (Jetzt bei der RFID-Lobby) und Hans-Joachim Otto, MdB. Die Zusammensetzung der unterschiedlichen Akteure lässt den Schluss zu, dass in diesem Kreis eine starke Lobby für den Schutz Geistigen Eigentums und stärkeren Urheberrechten sitzt und die Ankündigungen des EU-Sprechers freudig aufgenommen wurden.

    Bei Wikipedia gibt es noch keine Informationen über die „Gesellschaft zum Studium strukturpolitischer Fragen“. Vielleicht hat ja jemand etwas Zeit, die Informationen in einen Artikel zu packen? Sicherlich gibt es noch mehr Informationen über die Gesellschaft im Netz zu finden. Ein kurzes oberflächliches Suchen bei Google brachte aber wenig zustande. Wer Lust hat, kann ja mal rumrecherchieren und Links in den Kommentaren posten. Wenn ich mir die illustre Gruppe so anschaue, dürfte es im Interesse einer transparenten Politik sein, wenn man in solche informellen Strukturen etwas mehr Licht bringt. Mitgliedsformulare sind auch nicht zu finden. Würde mich schon interessieren, wer da nach welchem Modell Mitglied werden kann und wird.

    14. März 2006 5
  • : Medienrevolution-Pflichtlektüre in der ersten Fassung nun frei
    Medienrevolution-Pflichtlektüre in der ersten Fassung nun frei

    Erik Möller, Wikipedianer und Humanist hat die erste Auflage seines im Dpunkt-Verlag erschienenen Buches „Die heimliche Medienrevolution“ mit Zustimmung seines Verlages unter eine (genauer: zwei) freie Lizenzen gestellt: Creative Commons (BY-SA) und GNU Free Documentation License.

    Das Buch (19 Euro, kaufen, kaufen kaufen!) verkauft sich nach allgemeinem Bekunden gut und bietet einen netten Einstieg in die technisch-politische Seite von Wikis und Blogs. Genug Platz gab Erik für kontroverse Theorien aus :)

    Es gibt die erste Auflage derzeit als PDF und als DOC (aus OOo exportiert).

    Im Grunde spricht nichts dagegen, es in ein Wiki zu packen und für die Aktualisierung zu sorgen.…

    14. März 2006 7
  • : Manchmal ist China wirklich mittelbar unschuldig
    Manchmal ist China wirklich mittelbar unschuldig

    Slashdot berichtet über einen Hoax einiger chinesischer Blogger, die aus „Protest“ ihr Blog mit dem Hinweis darauf schlossen, die chinesischen Behörden hätten das für sie erledigt. Rechercheunfreudige oder ‑unkundige Journalisten nahmen die Geschichte auf – sie passte ja ins Bild.

    Das Wall Street Journal, auf das sich /. bezieht, hat mehr darüber.

    14. März 2006
  • : Frankreich: Privatkopie – Kopierschutz 1:0 ?
    Frankreich: Privatkopie – Kopierschutz 1:0 ?

    In Deutschland ist die Paradoxie lange bekannt und in Gesetzestext gegossen: Privatkopien sind erlaubt – die Umgehung eines Kopierschutz verboten. Nun steht für Donnerstag die Abstimmung eines Gesetzesentwurfs im französischen Parlament an, der nun doch vorsieht, dass jeder kopiergeschütztegeschützte Werke konvertieren darf, um private Kopien herzustellen. „Es zwingt einige proprietäre Systeme, sich zu öffnen […]. Man muss Inhalte herunterladen und auf jedem Gerät abspielen können“, so der französische Abgeordnete Christian Vanneste.

    Nach vielem Hin und Her in den letzen Monaten ist es allerdings fragwürdig, ob der Entwurf auch so beschlossen wird, wie auch gulli.com meint:

    Angesichts mehrerer 180-Grad-Wenden in der seit Monaten laufenden Kontroverse um die Copyrightreform in Frankreich kann auch bei den jetzigen Entwürfen jedoch stark davon ausgegangen werrden, dass der jetzige Stand der Dinge nicht derjenige ist, der schlußendlich in geltendes Recht überführt wird.

    Mehr bei: Reuters, futurezone, der netzeitung.de und news.com

    14. März 2006 1
  • : Herzlichen Glückwunsch: Fünf Jahre FSFE
    Herzlichen Glückwunsch: Fünf Jahre FSFE

    Herzlichen Glückwunsch: Vergangenes Wochenende feierte die Free Software Foundation Europe ihren fünften Geburtstag! Genau am 10. März 2001 wurde der europäische Ableger der amerikanischen Organisation ins Leben gerufen, um für Freie Software auch hierzulande zu kämpfen. Gegründet wurde die Free Software Foundation bereits 1985 von Richard Stallman, der bis heute das Amt des Präsidenten innehat. Stallman trieb damals das GNU-Projekt mit dem Ziel voran, ein freies Betriebssystem zu entwickeln. Die FSF Europe begeht ihr Jubiläum unter der Zielvorgabe „Heute noch mehr den Bedarf an starken, koordinierten Aktionen für die Freiheit eines jeden zu erkennen!“

    Als bisherige Errungenschaften in den letzten fünf Jahren zählt die FSFE unter anderem die Audio-Linux-Distribution AGNULA auf, eines der ersten freien Software – Projekte, das von der Europäischen Kommission Unterstützung erhielt. Außerdem kämpft die FSFE nach wie vor an vorderster Front bei der Monopol-Klage gegen Microsoft. Letztes Jahr konnten im Verbund mit weiteren Organisationen dank der FSFE die Einführung der Software-Patente in Europa vorerst verhindert werden. Ebenfalls 2005 rief die FSFE das „Fellowship-Programm“ (5) ins Leben, eine „Gemeinschaft für digitale Freiheit“.

    14. März 2006 1
  • : Wikinews in chinesischer Sprache
    Wikinews in chinesischer Sprache

    Unter Ausschluss der chinesischen Öffentlichkeit wurde heute der Start der chinesischsprachigen Wikinews-Seite ausgerufen. Vorausgegangen waren umfangreiche Meinungsbildungsprozesse. Die Politik der chinesischen Webwascher half hier übrigens für eine Konsensfindung.

    Heise und Netzeitung haben mehr darüber.

    14. März 2006
  • : Chinesischer Ministerpräsident verteidigt Zensur
    Chinesischer Ministerpräsident verteidigt Zensur

    Der chinesische Ministerpräsident Wen Jiabao wird in der Netzeitung zitiert: Chinas Ministerpräsident verteidigt Internet-Zensur.

    Es sei notwendig, Chinas «nationale, soziale und kollektive Interessen zu schützen. Webseiten sollten korrekte Informationen vermitteln, anstatt die Menschen in die Irre zu führen und negativ auf die soziale Ordnung einzuwirken.» Chinas so genanntes «Internet-Management» halte sich strikt an die Gesetze und entspreche internationalen Praktiken, sagte Wen Jiabao. «Jeder Bürger in diesem Land hat Rede- und Publikationsfreiheit, aber gleichzeitig sollte jeder die Gesetze befolgen.» Der Regierungschef forderte die Internetindustrie zu «Selbstdisziplin und Selbstmanagement» auf.

    Irgendwie widerspricht er sich sehr stark.

    14. März 2006 1
  • : MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag
    MP3: Cory Doctorow – Europe’s Coming Broadcast Flag

    Bei IT-Conversations gibt es jetzt die spannende Keynote von Cory Doctorow auf der vergangenen Eurooscon zum Thema „Europe’s Coming Broadcast Flag“ (MP3).

    European mandates such as the Digital Video Broadcasting organization’s Content Protection & Copy Management are similar to the American broadcast flag but possibly more draconian in scope. Doctorow argues that digital rights management (DRM) is based on the notion that you can design a safe „so strong you can leave it in the robber’s living room“ and that DRM technologies treat users as attackers. According to Doctorow, DRM does little to protect copyright and is not a contract, as some might argue. At stake, he believes, is the open source community’s ability to write software, understand and improve technology, and disrupt markets with new and better way to create or distribute creative works.

    14. März 2006
  • : Identität 2.0 mit Higgins
    Identität 2.0 mit Higgins

    Technology Review berichtet über Higgins, ein neues Open Source Framework zur Identitätsverwaltung, welches federführend von der Eclipse Foundation in Zusammenarbeit u.a. mit IBM und Novell entwickelt wird. Es soll das erste Identity-Management-Projekt sein, das auf offene Quellcodes setzt: Identität 2.0.

    Bei Higgins geht es außerdem nicht nur um eine sichere Software für das ID-Management. „Wir nutzen den Open-Source-Ansatz nicht nur aus technischen Gründen, sondern weil es uns darum geht, dass die Endnutzer ihre digitale Identität aktiv selbst verwalten können sollen. Da kommt dieser soziale Aspekt hinzu.“ Harvard-Mann Clippinger erwartet, dass Higgins eines Tages noch mehr tun kann, als nur die einzelnen Online-Identitäten zu managen. Er stellt sich Nutzergemeinschaften vor, die aus „Circles of Trust“ bestehen – so ähnlich wie es eBay seinen Nutzern erlaubt, Märkte und Gemeinschaften nach gemeinsamen Interessenslagen zu bilden. Ein eBay-Community-Mitglied könnte dann ausgewählte Informationen mit Leuten in einer Yahoo-Gruppe teilen, sagt er.

    Pro-Linux hatte schon Ende Februar über die Kooperation berichtet: Unternehmen unterstützen freies »Projekt Higgins«.

    Passend dazu ist auch ein Interview mit David Weinberger im Handelblatt, wo dieser zur Identitätsfrage Stellung nimmt: „Wir sagen einander die Wahrheit“

    Eine aktuelle Diskussion dreht sich um die Frage, ob wir Systeme brauchen, mit denen Internet-Nutzer ihre Identität nachweisen können. Wäre solch eine Online-Entsprechung des Personalausweises nicht ausgesprochen hilfreich?

    Die Situationen, in denen man sich online mit seiner echten Identität ausweisen muss, sind äußerst selten. Die meisten Transaktionen können wir vornehmen, ohne uns eindeutig zu identifizieren; online, wie offline. Es gibt momentan einen enormen Druck, ein perfektes Regime aus kompletten, verfolgbaren Identitäten zu errichten. Dieser Druck geht definitiv nicht von den Nutzern aus. Für den größten Teil aller Transaktionen sind Pseudonyme hervorragend geeignet. Ich kenne die Identität eines Ebay-Verkäufers oder eines Wikipedia-Autors nicht, aber ich sehe, dass der Mensch hinter diesem Pseudonym 99,8 Prozent positive Bewertungen auf E‑Bay besitzt oder bereits 500 gute Artikel in der Wikipedia verfasst hat. Eindeutige Identitäten sind für eine Hand voll Fälle nützlich. Aber solche Systeme werden derart in die Hard- und Software verankert, dass sie allgegenwärtig sein werden. Es wird Nebenwirkungen geben, die jetzt noch schwer vorhersehbar sind. Sagen wir, man übergibt solch ein System an die Chinesen, die ein Interesse daran haben, jede abweichende Stimme zu verfolgen. Das wäre eine Katastrophe für die Menschenrechte. Es würde bedeuten, dass in Ländern ohne Rechte das Internet nicht mehr die Hoffnung der Dissidenten wäre. Ich denke nicht, dass wir dieses Werkzeug bereitstellen sollten.

    14. März 2006
  • : Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo
    Was bei Kindern funktioniert, klappt auch anderswo

    Windows Live Family Safety Settings.

    Golem berichtet darüber, wie Windows Live dem Systemadministrator (oder dem TCPA-Settingsbeauftragten nach dem Service Pack 1) die Chance gegeben wird, Internetinhalte nach Kategorien zu filtern.

    14. März 2006
  • : Grüne-Position zu Daten- und Verbraucherschutz
    Grüne-Position zu Daten- und Verbraucherschutz

    Die Grünen haben am Wochenende auf ihrem Länderrat (Nennt man bei anderen Parteien wohl „kleiner Parteitag“) einen Beschluss zum Thema „Die digitale Herausforderung meistern: Bürgerrechte schützen Verbraucherrechte sichern“ verabschiedet. Das längere Papier ist sehr lesenswert und ich würde mich persönlich freuen, wenn mehr Parteien in Deutschland ähnliche Positionen entwickeln würden.

    Alles, was an Daten und Informationen digital gespeichert wird, ist heute prinzipiell miteinander kombinierbar. Rein technologisch entsteht damit ein potentiell perfektes Überwachungsinstrumentarium. Der gläserne Mensch wird technisch möglich. Wollen wir unsere offene, freiheitliche und demokratische Grundordnung erhalten, müssen wir die Informationsgesellschaft entsprechend gestalten. Das ist angesichts der Geschwindigkeit der technologischen Entwicklung und den sicherheitspolitischen Herausforderungen eine schwierige Aufgabe für die gesamte Gesellschaft. BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN setzen sich seit langem mit den Chancen und Risiken der digitalen Gesellschaft auseinander. Wir stellen uns der Herausforderung und setzen uns für den Schutz der Bürger- und Verbraucherrechte im digitalen Zeitalter ein.

    13. März 2006 9
  • : Bloggen macht sexy?
    Bloggen macht sexy?

    Medienwissenschaftler scheint ein lustiger Beruf zu sein. Der Medienwissenschaftler Simon Dumenco hat die diskussionswürdige These entwickelt, dass Weblogs lesen sexy macht:

    In this week’s Media Guy column for Advertising Age magazine, Dumenco contends that knowledge of the hippest, hottest blogs can increase hook-up opportunities and boost sexual attractiveness. He maintains some people are using niche blogs such as Gawker.com and Defamer.com to gain pop cultural insights that make them more socially desirable and ultimately more likely to get lucky.

    Eigentlich bei intern.de gefunden, aber die schaffen es leider nie, eine Original-Quelle anzugeben. Bei intern.de findet sich auch eine Gegenthese eines anderen Wissenschaftlers. Aber ich habe jetzt keine Lust, die Quelle auch noch zu recherchieren.

    13. März 2006 8
  • : Dezentrale: Interview mit David Weinberger
    Dezentrale: Interview mit David Weinberger

    Mario Sixtus hat David Weinberger getroffen und dabei mit ihm „ein äußerst interessantes Gespräch über Blogs, PR, Machthierachien und alles mögliche geführt“. Das Interview findet sich bei der Dezentrale in einer Audio- und Videoversion zum Download. Erfreulich ist die Verwendung der Creative Commons Sharelike-Lizenz – Remixen ist ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

    13. März 2006 1
  • : Interview zur Vorratsdatenspeicherung
    Interview zur Vorratsdatenspeicherung

    Matthias Mehldau, der hier unter dem Pseudonym „Wetter“ mitschreibt, wurde als Vertreter des Chaos Computer Club vom Radio Dreyecksland in Freiburg zur Vorratsdatenspeicherung befragt. Das Interview ist 6,25 Minuten lang und ist als MP3-Datei verfügbar.

    10. März 2006 1
  • : Kampagne für öffentliche Geo-Daten
    Kampagne für öffentliche Geo-Daten

    INSPIRE heisst eine neue, von der Europäischen Kommission vorgeschlagene, Richtlinie für räumliche Dateninfrastrukturen (Original: „Spatial Data Infrastucture“). Dagegen wendet sich die Kampagne „Public Geo Data – State-collected Geographic Data is public property“. Die freie Nutzung von Geo-Daten wird gefordert und die Privatisierung dieser öffentlichen Daten wird zu Recht kritisiert. Also mitmachen, sonst bekommen wir wieder sowas wie die Datenbankrichtlinie, wo jeder sagt, die sei ökonomischer Unsinn, aber man bekommt sie nicht mehr weg!

    Vote for Public Maps - Reject INSPIRE!

    We the undersigned, ask Members of the European Parliament to reject the current draft of the INSPIRE Directive on European Spatial Data Infrastructure because:

    * INSPIRE does not guarantee that European citizens and businesses can download and freely re-use Geographic Information collected by government.
    * Instead it entrenches a policy of charging citizens for information they have already paid to collect, enforced by state copyright over geographic information.

    Given that:

    * Public Geographic Information is the bedrock of how civil society is managed in the information age.
    * Free map data could enable a new generation of location-based technologies with enormous economic and social potential.
    * Open access to geodata is the best way to ensure co-operation between Europe’s government agencies on environmental and census data, and in other important fields.

    The INSPIRE Directive risks holding back the economic and social potential in maps and location-based technology in Europe by many years.

    10. März 2006
  • : Rootkit: EFF erinnert an Kompensation
    Rootkit: EFF erinnert an Kompensation

    Die Electronic Frontier Foundation erinnert Verbraucher in den USA an ihre Abfindung, wenn sie CDs gekauft haben, welche mit dem Sony Rootkit infiziert wurden. Allerdings empfinde ich die Details der ausgehandelte Kompensation für nicht befriedigend. Die Konsumenten können sich zwischen Variante 1 (7,50$ und einem Album zum freien Download) und Variante 2 (Drei Alben zum freien Download) entscheiden. Klingt ja erstmal ganz nett.

    Aber die Alben werden über das Online Musikportal Sony Connect bereitgestellt. Dieses haben wir schonmal versucht zu testen und am schwierigsten war es, überhaupt auf die Seite zu kommen. Bis heute braucht man einen Internet Explorer, andererseits wird der Zugang verwehrt. Die verwendeten proprietären Dateiformate sind ein weiteres famoses Beispiel, welch ein tolles Erlebnis das Kaufen von Musik Online sein kann. Bei unserem Test gab es nur das Format ATRAC3, welches zudem nur mit dem Windows Media Player oder Sonys eigenen Audio-Playern abgespielt wird. DRM at its best…

    Wer eine CD gekauft hat, wo das Rootkit drauf ist, sollte bei der Aktion mitmachen, um damit gegen die Rootkit-Aktion zu protestieren. Toll ist die ausgehandelte Abfindung aber nicht, wenn sie an Sony Connect gekoppelt ist. Und das ist schon fast zu nett ausgedrückt. Ich würde mich ziemlich ärgern, wenn ich Betroffener wäre.

    9. März 2006
  • : China: Wieder mal Blogs von Journalisten zensiert
    China: Wieder mal Blogs von Journalisten zensiert

    Reporter ohne Grenzen informatieren darüber, dass in China mal wieder zwei Blogs zensiert wurden. Das Blog „Massage cream wird vom Beijinger Journalist Wang Xiaofeng geschrieben, der bei den Best of Blogs 2005 der Deutschen Welle den Preis für das beste journalistische Blog in China gewonnen hat.

    Das zweite Blog heisst Milkpig und wird von einem Journalisten in Guangzhou im Süden Chinas geschrieben. Statt den Blogs erscheint nur die Meldung „For unavoidable reasons known to all, this blog is now temporarily closed“. Allerdings sind die Zensuren glücklicherweise technisch etwas ungeschickt, denn die RSS-Feeds sind noch lesbar: Massage cream / Milkpig (Etwas chinesisch sollte man aber schon beherschen).

    8. März 2006 2