mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das klingt mir nach einem überaus waghalsigen Spagat – nicht nur in der Formulierung.
Einen guten Start ins Wochenende!
anna
Wir sind ein spendenfinanziertes Medium
Unterstütze auch Du unsere Arbeit mit einer Spende.
X hat sich in den letzten Jahren nicht nur zur rechten Propagandaschleuder entwickelt, die Plattform erlaubte seit Ende Dezember auch das Generieren von sexualisierten Deepfake-Bildern. Wir haben Politiker, Ministerien und EU-Kommission gefragt, warum sie trotzdem auf der degenerierten Plattform bleiben.
Immer wieder wird Chatbot-Herstellern vorgeworfen, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gefährden. In fünf Fällen wollen Character Industries und Alphabet die Klagen mit Geld aus der Welt schaffen. Damit sorgen die Unternehmen dafür, dass es weiterhin keinen Präzedenzfall gibt, nach dem Techunternehmen für ihre KI-Chatbots rechtliche Konsequenzen tragen müssen.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
tagesschau.de
Die Proteste gegen das iranische Regime eskalieren, das schränkt daraufhin das Internet ein. Die NGO NetBlocks spricht von einem fast vollständigen landesweiten Internet-Blackout.
Der Standard
Als Reaktion auf eine massive Welle der Kritik hat X die Möglichkeit eingeschränkt, mit der plattformeigenen KI sexualisierte Deepfakes zu generieren. Sie steht aber weiterhin zahlenden Kunden offen – und Besuchern der Website von Grok.
Futurezone
Chinesische Behörden haben 40 Ausbildungszentren errichtet, in denen menschliche Vorbilder Robotern Alltagsverrichtungen beibringen: Wäsche falten, Mikrowellen öffnen oder Holz stapeln.
t3n
In den Niederlanden wurde eine Ehe annuliert, weil ChatGPT einen Fehler in die Traurede des Aushilfs-Standesbeamten eingebaut hat. Es fehlte die Formulierung, dass beide die Pflichten der Ehe akzeptieren.
Biometric Update
In den USA ist eine Supermarktkette in die Kritik geraten, weil sie alle Kund*innen biometrisch vermisst. Mit der Technologie will die Kette Menschen identifizieren, die sich zuvor in einer Filiale danebenbenommen haben.
Ars Technica
PcTattletale ist eine 25 Jahre alte Software zur PC- und Telefonüberwachung. Weil sie zeitweise als Instrument zur Kontrolle von Partner*innen vermarktet wurde, steht der Gründer nun vor Gericht. Er bot Eifersüchtigen auch Tech-Support.
404 Media
In Texas soll ein gigantisches Rechenzentrum entstehen, das mit Atomstrom betrieben wird. Doch der Entwickler ist völlig planlos, was er mit dem anfallenden Atom-Müll anstellen soll. Anwohner*innen der angrenzenden Gemeinde sorgen sich auch um die Wasserversorgung.
Reuters
Twitter-Nachfolger X soll alle internen Dokumente und Daten zum KI-Chatbot Grok bis Ende 2026 aufbewahren, fordert die EU-Kommission. Anlass ist die Welle an augenscheinlich illegalen sexualisierten Inhalten, die auf der Plattform kursieren.
LTO
Von Zuschauer*innen alarmiert hatte eine Ärztin des Veterinäramts fünf Katzen aus den Händen eines missbräuchlichen TikTokers gerettet. Künftig darf er keine Katzen mehr halten, hat das Verwaltungsgericht Mainz nun bestätigt.
404 Media
Mit dem kommerziellen Werkzeug "Webloc" kann die US-Abschiebebehörde ICE im großen Stil Bewegungen von Handys nachverfolgen. Die Standortdaten stammen offenbar aus der Werbe-Industrie.
IT Pro
Laut Financial Times (€) ist die mutmaßlich aus China stammende Hacking-Gruppe Salt Typhoon in Mail-Accounts von Mitarbeiter:innen im US-Kongress eingebrochen und hat womöglich jahrelang mitgelesen.
tagesschau.de
NDR, WDR und SZ haben weitere Details der geplanten BND-Novelle: "Die Pläne des Kanzleramts wirken stellenweise wie eine Legalisierung dessen, was während des NSA-Skandals und den Snowden-Enthüllungen (...) als skandalös beschrieben worden war."
tagesschau.de
An einem Raketenabwehrsystem-Standort der Bundeswehr in Brandenburg gab es mehrere Drohnensichtungen. Der Versuch, eine Drohne abzuschießen, schlug offenbar fehl.
LTO
Wegen einer schlampig geführten E-Akte zu einem Gerichtsprozess hat das Saarländische Oberlandesgericht eine Beschwerde zurückgewiesen. Es sah sich nicht in der Lage, mit einer derart unvollständigen Aktenlage eine Entscheidung in der Sache zu treffen.
Bloomberg
Laut Bloomberg hat die Kommunikationsplattform Discord einen vertraulichen Antrag auf einen Börsengang gestellt.
Infosecurity Magazine
Die USA steigen aus dutzenden internationalen Organisationen aus, darunter das Global Forum on Cyber Expertise, die Freedom Online Coalition und das Global Counterterrorism Forum. Das hat US-Präsident Trump gestern verfügt.
CNBC
OpenAI rollt einen Gesundheits-Chatbot namens "ChatGPT Health" aus, der sich laut dem Unternehmen jedoch nicht für „Diagnose und Behandlung“ eignet.
taz
Stammt das Bekennerschreiben einer "Vulkangruppe" zur Sabotage an einem Gaskraftwerk in Berlin aus russischer Feder? In der taz sagt eine forensische Linguisten zu dieser Theorie: Njet. Sie hält das Schreiben für authentisch.
Capital B
In South Carolina soll eines der größten Rechenzentren im Süden der USA entstehen. Dagegen hatte sich eine weiße Community gesperrt, nun soll es in einem überwiegend Schwarzen Viertel gebaut werden: ein Kampf, der weit in die Vergangenheit zurückreicht.
HmbBfDI
Nach Berlin berichtet nun auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte von einem "extremen Anstieg der Beschwerdezahlen", besonders im Bereich Soziale Netzwerke und Datingportale. Eine Ursache sind offenbar mithilfe von KI generierte Beschwerden.
heise online
Die Automobilbranche möchte, dass E-Autos so laut röhren wie Verbrenner. Deshalb lobbyiert sie in Brüssel gegen Lärm-Grenzwerte.
Times of India
Spätestens nach fünf Sekunden muss man Online-Werbung überspringen können, das fordert ein neues Gesetz in Vietnam.
heise online
Aktuell geben sich Betrüger in Phishing-Mails als Bundeszentralamt für Steuern aus, um Daten zur Steuer und zu Krypto-Vermögenswerten abzugreifen. Drohungen sollen Druck bei den Opfern erzeugen, allerdings lässt sich der Betrugsversuch leicht enttarnen.
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
Liebe Leser:innen, jetzt ist aber auch bald gut mit Chaos Communication Congress, könnte man meinen. Es ist immerhin schon der 5. Januar. Aber es gab einfach so viele motivierende Inhalte beim jährlichen Hacker:innentreffen in Hamburg, deshalb lest und hört ihr bei uns weiterhin einiges davon. So etwa eine Live-Aufzeichnung unseres Podcasts Off/On mit Einblicken in […]
Liebe Leser*innen, ich wünsche Euch ein frohes neues Jahr! Meine erste Schreibtisch-Handlung heute Morgen: nachschauen, was ich an netzpolitischen Neuigkeiten über Silvester und Neujahr verpasst habe. Das Wichtigste findet ihr in den Ticker-Meldungen unten. Habt ihr vom 39. Chaos Communication Congress gehört oder wart sogar vor Ort? Ich habe den Kongress dieses Jahr per Stream […]
0 Ergänzungen