Auf den PunktIndiskutables lässt sich nicht diskutieren.

  • Anna Biselli

Liebe Leser:innen,

mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das klingt mir nach einem überaus waghalsigen Spagat – nicht nur in der Formulierung.

Einen guten Start ins Wochenende!

anna

Unsere Artikel des Tages

Chatbot-inspirierte GewaltKI-Hersteller entschädigen Familien

Immer wieder wird Chatbot-Herstellern vorgeworfen, die Sicherheit von Kindern und Jugendlichen zu gefährden. In fünf Fällen wollen Character Industries und Alphabet die Klagen mit Geld aus der Welt schaffen. Damit sorgen die Unternehmen dafür, dass es weiterhin keinen Präzedenzfall gibt, nach dem Techunternehmen für ihre KI-Chatbots rechtliche Konsequenzen tragen müssen.

Tickermeldungen

Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.

Ticker-News von Der Standard vom 09. 01. 2026

Als Reaktion auf eine massive Welle der Kritik hat X die Möglichkeit eingeschränkt, mit der plattformeigenen KI sexualisierte Deepfakes zu generieren. Sie steht aber weiterhin zahlenden Kunden offen – und Besuchern der Website von Grok.

Ticker-News von t3n vom 09. 01. 2026

In den Niederlanden wurde eine Ehe annuliert, weil ChatGPT einen Fehler in die Traurede des Aushilfs-Standesbeamten eingebaut hat. Es fehlte die Formulierung, dass beide die Pflichten der Ehe akzeptieren.

Ticker-News von Ars Technica vom 09. 01. 2026

PcTattletale ist eine 25 Jahre alte Software zur PC- und Telefonüberwachung. Weil sie zeitweise als Instrument zur Kontrolle von Partner*innen vermarktet wurde, steht der Gründer nun vor Gericht. Er bot Eifersüchtigen auch Tech-Support.

Ticker-News von 404 Media vom 09. 01. 2026

In Texas soll ein gigantisches Rechenzentrum entstehen, das mit Atomstrom betrieben wird. Doch der Entwickler ist völlig planlos, was er mit dem anfallenden Atom-Müll anstellen soll. Anwohner*innen der angrenzenden Gemeinde sorgen sich auch um die Wasserversorgung.

Ticker-News von Reuters vom 08. 01. 2026

Twitter-Nachfolger X soll alle internen Dokumente und Daten zum KI-Chatbot Grok bis Ende 2026 aufbewahren, fordert die EU-Kommission. Anlass ist die Welle an augenscheinlich illegalen sexualisierten Inhalten, die auf der Plattform kursieren.

Ticker-News von LTO vom 08. 01. 2026

Von Zuschauer*innen alarmiert hatte eine Ärztin des Veterinäramts fünf Katzen aus den Händen eines missbräuchlichen TikTokers gerettet. Künftig darf er keine Katzen mehr halten, hat das Verwaltungsgericht Mainz nun bestätigt.

Ticker-News von IT Pro vom 08. 01. 2026

Laut Financial Times (€) ist die mutmaßlich aus China stammende Hacking-Gruppe Salt Typhoon in Mail-Accounts von Mitarbeiter:innen im US-Kongress eingebrochen und hat womöglich jahrelang mitgelesen.

Ticker-News von tagesschau.de vom 08. 01. 2026

NDR, WDR und SZ haben weitere Details der geplanten BND-Novelle: „Die Pläne des Kanzleramts wirken stellenweise wie eine Legalisierung dessen, was während des NSA-Skandals und den Snowden-Enthüllungen (…) als skandalös beschrieben worden war.“

Ticker-News von LTO vom 08. 01. 2026

Wegen einer schlampig geführten E‑Akte zu einem Gerichtsprozess hat das Saarländische Oberlandesgericht eine Beschwerde zurückgewiesen. Es sah sich nicht in der Lage, mit einer derart unvollständigen Aktenlage eine Entscheidung in der Sache zu treffen.

Ticker-News von taz vom 08. 01. 2026

Stammt das Bekennerschreiben einer „Vulkangruppe“ zur Sabotage an einem Gaskraftwerk in Berlin aus russischer Feder? In der taz sagt eine forensische Linguisten zu dieser Theorie: Njet. Sie hält das Schreiben für authentisch.

Ticker-News von Capital B vom 08. 01. 2026

In South Carolina soll eines der größten Rechenzentren im Süden der USA entstehen. Dagegen hatte sich eine weiße Community gesperrt, nun soll es in einem überwiegend Schwarzen Viertel gebaut werden: ein Kampf, der weit in die Vergangenheit zurückreicht.

Ticker-News von HmbBfDI vom 08. 01. 2026

Nach Berlin berichtet nun auch der Hamburger Datenschutzbeauftragte von einem „extremen Anstieg der Beschwerdezahlen“, besonders im Bereich Soziale Netzwerke und Datingportale. Eine Ursache sind offenbar mithilfe von KI generierte Beschwerden.

Ticker-News von heise online vom 08. 01. 2026

Aktuell geben sich Betrüger in Phishing-Mails als Bundeszentralamt für Steuern aus, um Daten zur Steuer und zu Krypto-Vermögenswerten abzugreifen. Drohungen sollen Druck bei den Opfern erzeugen, allerdings lässt sich der Betrugsversuch leicht enttarnen.

Über die Autor:innen

  • Anna Biselli
    Darja Preuss

    Anna ist Co-Chefredakteurin bei netzpolitik.org. Sie interessiert sich vor allem für staatliche Überwachung und Dinge rund um digitalisierte Migrationskontrolle.

    Kontakt: E-Mail (OpenPGP), Mastodon, Telefon: +49-30-5771482-42 (Montag bis Freitag jeweils 8 bis 18 Uhr).


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