ich würde mich als Optimisten bezeichnen. Nicht weil ich glaube, dass alles immer im Guten endet. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, statt den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Zu Beginn dieses bewegten Jahres standen die Zeichen nicht besonders gut. Trump kam erneut ins Präsidentenamt, die Tech-Bros trugen bereitwillig seine Schleppe und Schwarz-Rot kündigte mit markigen Worten mehr Law and Order an.
Zum Jahresende ziehen einige Redaktionsmitglieder nun ein persönliches Fazit: Welche Themen haben sie 2025 begeistert, bewegt und umgetrieben? Und worauf richten sie im kommenden Jahr ihren Blick?
Ich habe diese Resümees gerne gelesen. Denn wir haben das zurückliegende Jahr zusammen gearbeitet, geschrieben und für Grund- und Freiheitsrechte gekämpft. Und es hat sich, trotz einiger Rückschläge, gelohnt. Aufs nächste Jahr schaue ich deshalb weiterhin optimistisch.
Habt besinnliche Tage.
Daniel
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Die USA belegen Menschen mit Sanktionen, weil sie demokratisch legitimierte Gesetze gegen Tech-Konzerne verteidigen. Das erfordert eine klare Antwort aus Europa. Es geht um die Souveränität der EU, Gesetze selbst zu gestalten, und um die Freiheit der europäischen Zivilgesellschaft. Ein Kommentar.
Ein aufreibendes Jahr geht zu Ende. Was hat einzelne Redakteur*innen in den vergangenen Monaten umgetrieben? Was hat sie 2025 begeistert, bewegt und frustriert? Und was steht im kommenden Jahr für sie an? Einige Resümees aus der Redaktion.
Fast jedes Jahr erweitert die Regierung das Ausländerzentralregister, eine der größten Datensammlungen des Bundes. Nun sollen Volltext-Dokumente in der Sammlung landen, die zur Identitätsklärung beitragen könnten – egal ob Heiratsurkunde oder Arbeitsvertrag. Außerdem will die schwarz-rote Regierung Fingerabdrücke länger speichern.
Systemausfälle, eine unvollständige Umsetzung in Italien und den Niederlanden sowie ungeklärte Sonderregeln für Militärs und Milliardäre überschatten den Start des neuen Ein-/Ausreisesystems der EU. Nun beginnt die zweite Einführungsphase.
Lesenswert, wichtig und spannend – hier fasst die Redaktion netzpolitische Meldungen von anderswo als Linktipps zusammen.
Sage Journals
Hunderte Wissenschaftler:innen aus 32 Ländern warnen davor, generative KI für qualitative Forschung einzusetzen. Der Ansatz brauche menschliche Intelligenz, der statistischen Vorhersage-Algorithmen schlicht fehle.
Übermedien
Betrugsanzeigen finden sich auch auf Webauftritten seriöser Medien. Warum dies regelmäßig passiert und wohl auch weiter passieren wird, erklärt Torsten Kleinz im Interview.
tagesschau
Ungarns Medien sind weitgehend in der Hand des autoritären Ministerpräsidenten Viktor Orbán. Doch neben Investigativmedien wie VSquare erreichen auch regierungskritische YouTuber wie Ádám Nagy zunehmend ein breites Publikum.
Golem
Deutsche Administratoren, die Instanzen der Workflow-Automatisierungsplattform n8n betreuen, sollten rasch handeln: Einem IT-Forschungsteam zufolge sollen 100.000 n8n-Instanzen potenziell angreifbar sein, davon ein großer Teil aus Deutschland.
taz
Drei Millionen betrügerische Deutschlandtickets gibt es Schätzungen zufolge bundesweit. Verantwortlich dafür seien laxe Sicherheitsvorgaben und Verfahrensfehler, wie Q Misell im Interview beschreibt.
OpenAI
Sogenannte „Prompt injections“, bei denen Angreifer:innen Anweisungen in KI-Chatbots einschleusen, bleiben ein Problem, geht aus einem Blogbeitrag von OpenAI hervor. Besonders betroffen sind KI-Browser wie Comet oder Atlas.
404 Media
Eine Folge "60 Minutes" kursiert frei im Internet, nachdem die neue CBS-Chefredakteurin Bari Weiss deren Ausstrahlung gestoppt hatte. Die Folge befasst sich mit den Erfahrungen von Venezolaner:innen, die in das berüchtigte salvadorianische Gefängnis CECOT deportiert worden waren.
heise online
Youtube liefert Billboard keine Streaming-Statistik mehr, was Hitparaden durcheinander bringen dürfte. Hintergrund ist ein Streit darum, ob werbefinanzierte Abrufe gleichwertig zu abofinanzierten Abrufen sein sollen oder nicht.
taz
Am kommenden Samstag moderiert Jörg Wagner zum letzten Mal das renommierte "Medienmagazin" bei radioeins. Die Sendung hat er als Redakteur und Moderator knapp 30 Jahre lang geprägt. Ab Januar übernimmt die Journalistin Teresa Sickert die Sendung.
Journalist:in
Im Interview erklärt der österreichische Journalist Armin Wolf, warum er soziale Medien in der heutigen Form für „diskursive Massenvernichtungswaffen“ hält und was er mit seiner Klage gegen X bewirken will.
VSquare
Seine Wahl zum rumänischen Präsidenten hat der ultranationalistische George Simion zwar verloren, exportiert seine Expertise mit Online-Manipulation aber nun erfolgreich in benachbarte Länder, darunter Polen.
stern.de
Es fließen deutlich mehr Daten durch Mobilfunknetze in Deutschland. So verzeichnen etwa Vodafone und Telekom jeweils ein Plus von gut einem Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Gründe seien unter anderem das veränderte Nutzungsverhalten und der Funkstandard 5G.
1 Ergänzungen
Zitat:
ich würde mich als Optimisten bezeichnen. Nicht weil ich glaube, dass alles immer im Guten endet. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, statt den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Nun ja, dafür muss man nicht Optimist sein. Realisten können das auch, und manche Pessimisten noch besser, denn sie bereiten sich aktiv für das Schlimmste vor, inklusive der Bereitschaft zum Kampf..
Liebe Leser:innen, seit Tagen gehen hunderttausende Menschen überall im Iran auf die Straße. Es ist die vierte große Protestwelle gegen das theokratische Regime in nur zehn Jahren. Was im Dezember als Protest gegen die Wirtschaftskrise begann, ist sofort zu einer Systemfrage geworden. Das iranische Regime reagiert erneut mit der Abschaltung des Internets, dieses Mal jedoch […]
Liebe Leser:innen, mein Kollege Markus hat die Bundesregierung und andere politische Akteur:innen wieder gefragt, warum sie nach all den Vorfällen weiter auf der Musk-Plattform X präsent sind. Die Pressestelle der Grünen im Bundestag antwortete dabei wohl unfreiwillig komisch. Die Vorgänge auf X seien „zweifellos indiskutabel“. Aber man „diskutiere“ in der Fraktion noch die Konsequenzen. Das […]
Liebe Leser*innen, sobald etwas schiefläuft, fordern Überwachungsfans mehr Überwachung. Als am 3. Januar in Zehntausenden Berliner Haushalten der Strom ausfiel, konnte man praktisch die Uhr danach stellen. Und siehe da: Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) sprach sich für verstärkte Videoüberwachung aus – auch das Modewort KI durfte nicht fehlen. Warum diese Forderung nicht sinnvoll ist und […]
Zitat:
ich würde mich als Optimisten bezeichnen. Nicht weil ich glaube, dass alles immer im Guten endet. Sondern weil ich davon überzeugt bin, dass es sich lohnt, für eine Sache zu kämpfen, statt den Dingen ihren Lauf zu lassen.
Nun ja, dafür muss man nicht Optimist sein. Realisten können das auch, und manche Pessimisten noch besser, denn sie bereiten sich aktiv für das Schlimmste vor, inklusive der Bereitschaft zum Kampf..