Was vom Tage übrig blieb

Suchmaschinen, Spam und Sammelklagen

Google hat Angst vor einem australischen Gesetz, das Geheimnis um Spam-Mails vom Bundesfamilienministerium ist gelüftet und eine Sammelklage könnte Oracle und Salesforce viel Geld kosten. Die besten Reste des Tages.

Blauer Himmel über Dächern
Während die Stimmung bei Google von geplanten Gesetzen getrübt ist, ist es bei uns ganz heiter.

Google sieht Youtube „in Gefahr“, Wettbewerbshüter sprechen von „Falschinformation“ (Süddeutsche Zeitung)

Wenn Google seine Nutzer:innen warnt, dass ihre Daten an große Konzerne fließen könnten, lässt uns das aufhorchen – klingt es in unseren Ohren doch ziemlich paradox. Genau das tat der Suchmaschinen-Konzern am Montag in Australien. Ein offener Brief von Google warnte vor einem geplanten Gesetz der nationalen Wettbewerbsbehörde. Es ist eine Variante des hiesigen Leistungsschutzrecht, das verhindern soll, dass Google und Facebook einen Großteil der Werbeeinnahmen kassieren. Vielleicht der Letzte-Hilfe-Kasten für traditionelle Medien. Google aber sieht seinen heiligen Suchalgorithmus und das Ranking von Nachrichteninhalten gefährdet.

Bundesministeriums-Website ermöglichte Spamming und Phishing (heise online)

Für alle, die sich am Anfang August über eine Mail vom Bundesfamilienministerium in ihrem Postfach wunderten, kommt jetzt die Aufklärung: Unbekannte schleusten sich über den bei einem externen Dienstleister gehosteten Webserver des Ministeriums problemlos in Mails. Sie platzierten Links zu dubiosen Potenzmittel-Websites – dort, wo eigentlich die Anrede stünde. Möglich war das, weil Eingabe-Daten ungeprüft in die Mails zur Verifizierung der Mailadresse übernommen wurden. Obwohl die Sicherheitslücke seit 2017 bestand, vergaßen die Web-Entwickler offensichtlich, die Namenseingabe zu prüfen.

Oracle And Salesforce Hit With $10 Billion GDPR Class-Action Lawsuit (Forbes)

Die Tech-Giganten Oracle und Salesforce müssen sich warm anziehen: Eine Sammelklage im Vereinigten Königreich und den Niederlanden, eingebracht von The Privacy Collective, könnte sie bis zu 10 Milliarden Euro kosten. Die Kläger:innen lasten den Konzernen an, persönliche Daten durch ihre Drittanbieter-Cookies „Bluekai“ und „Krux“ zu missbrauchen. Ohne das Wissen von Nutzer:innen würden deren Daten getrackt und weitergegeben – was gegen die DSGVO verstößt. Bekannte Websites wie Amazon, Booking.com, Dropbox, Reddit and Spotify hosten diese Cookies.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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