Was vom Tage übrig blieb

Corona-Camping, Corona-Wissenschaft und Corona-Gästelisten

Ein Campingplatz verlangt die Nutzung der Corona-Warn-App, ein wissenschaftliches Online-Archiv hebt seine Bezahlschranke und eine Polizei fotografiert Gästelisten. Die besten Reste des Tages.

Blick aus dem Büro
Nicht im Bild: die unangenehm drückende Hitze.

Campingplatz in Ostfriesland erlaubt Zutritt nur noch mit Corona-App (Redaktionsnetzwerk Deutschland)
Die Deutsche Presseagentur berichtet von einem ersten größeren Fall, in dem die Nutzung der Corona-Warn-App zur Voraussetzung für die Nutzung eines Angebots gemacht wird: Ein Campingplatz in Ostfriesland hat demzufolge seine Kund:innen informiert, dass nur noch Gäste erwünscht sind, die die Anwendung zur Kontaktverfolgung auf ihrem Smartphone installiert haben. Ihnen zufolge ist die Maßnahme gegen Corona-Leugner:innen gedacht. Grüne und Linke hatten davor gewarnt, dass ein quasi-Zwang zur Nutzung der Technologie entstehen könnte, wenn mehr und mehr Private sie zur Voraussetzung machen.

JSTOR: Expanded access during COVID-19 (Twitter/jstor.org)
Das wissenschaftliche Online-Archiv JSTOR hebt bis Jahresende seine Bezahlschranke, wenn auch nur leicht. Account vorausgesetzt, lassen sich nun monatlich bis zu 100 Artikel kostenlos abrufen. Wirklich frei ist das natürlich nicht, aber wer weiß, welche Spuren und Erwartungen die nun verlängerte Aktion hinterlässt.

Baden-Württemberg: Polizei fotografiert Corona-Gästelisten zur Dokumentation (Golem)
Der Ärger rund um die Corona-Listen will nicht abreißen. Nun berichtet Moritz Tremmel, dass die Polizei Reutlingen die Gästelisten einer Open-Air-Veranstaltung abfotografierte. Angeblich, um „Stichproben“ zu machen, heißt es. Zwar sollen die Fotos dermaßen unscharf und schlecht ausgeleuchtet sein, dass darauf ohnehin kaum etwas zu erkennen ist. Da dies aber nicht notwendigerweise immer so sein muss, hat die Landesdatenschutzbehörde die Praxis nun abgestellt – und das nicht zum ersten Mal.

A VISION JUST CAME TO ME… JESUS TOK (Kanye West via Twitter)
Während wir über Kinderschutz-Fails bei TikTok berichten, entwickelt Popstar Kanye West eine ganze eigene „Vision“ für den Videodienst:

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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