Was vom Tage übrig bleibt

Falsche Fans, unsichere Gästelisten und ein ministerialer Schreibfehler

Auch bei TikTok lassen sich Likes und Follower:innen kaufen, die polizeiliche Nutzung von Corona-Gästelisten ist womöglich rechtswidrig und das Bundeswirtschaftsministerium verweist auf eine Domain, die leicht Betrüger:innen in die Hände fallen könnte. Die besten Reste des Tages.

Der Fernsehturm ist eine Lüge.

All Of My TikTok Followers Are Fake (Motherboard)
Sich falsche Likes und Follower:innen bei TikTok zu kaufen, scheint nicht schwer zu sein. Der Journalist Joseph Cox hat sich für 12 Dollar 250 Follower auf TikTok gekauft und später noch 1.000 Likes und 25.000 Views für ein Video. Ziel der Recherche war unter anderem herauszufinden, ob man damit den Algorithmus von TikTok antriggern konnte, um in den boostenden „For You“-Feed zu kommen.

Corona-Gästelisten – maßlose polizeiliche Datennutzung (Verfassungsblog)
„Die Gesetzeslage lässt aktuell keine Verwendung der Corona-Gästelisten zur Strafverfolgung zu“ schreiben Hartmut Aden, Jan Fährmann und Clemens Arzt im Verfassungsblog, in einem Artikel, der die rechtlichen Umstände der Corona-Vorratsdatenspeicherung in Restaurants und anderen Lokalitäten unter die Lupe nimmt. Der Artikel bemängelt eine fehlende Norm im Infektionsschutzgesetz.

Österreichische App ersetzt unsichere Coronalisten in Restaurants (Futurezone)
Damit Restaurants zur Kontaktverfolgung nicht personenbezogene Daten ihrer Gäste horten, hat ein Österreicher eine App entwickelt, bei der Besucher:innen mit der Smartphone-Kamera nur einen QR-Code scannen müssen und so anonym „einchecken“, schreibt Futurezone. Namen und Adressen werden demnach nicht gespeichert. Stattdessen sollen Infizierte den Behörden mitteilen, wenn sie ein Restaurant besucht haben. Mithilfe der Registrierungen können über die App dann weitere Personen benachrichtigt werden, die sich angesteckt haben könnten. In Deutschland, wo mehrere Bundesländer wegen der Pandemie eine Registrierungspflicht vorschreiben, könnte die App mit Anpassungen womöglich ebenfalls eingesetzt werden. Wenigstens Restaurantbetreiber:innen hätten dann keinen direkten Zugriff mehr auf die Daten ihrer Gäste.

Corona-Überbrückungshilfe: Offizielles Formular verlinkt auf falsche Website (Heise)
Das Bundeswirtschaftsministeriums hat sich offenbar vertippt. In einem Antragsformular für Corona-Hilfen verweist die Behörde fälschlicherweise auf eine Domain, die zum Verkauf steht, wie Heise berichtet. Der Schreibfehler könnte es Betrüger:innen ermöglichen, die Domain zu registrieren und so an Informationen von Unternehmen zu gelangen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

Du möchtest mehr kritische Berichterstattung?

Unsere Arbeit bei netzpolitik.org wird fast ausschließlich durch freiwillige Spenden unserer Leserinnen und Leser finanziert. Das ermöglicht uns mit einer Redaktion von derzeit 15 Menschen viele wichtige Themen und Debatten einer digitalen Gesellschaft journalistisch zu bearbeiten. Mit Deiner Unterstützung können wir noch mehr aufklären, viel öfter investigativ recherchieren, mehr Hintergründe liefern - und noch stärker digitale Grundrechte verteidigen!

 

Unterstütze auch Du unsere Arbeit jetzt mit deiner Spende.

0 Ergänzungen

Wir freuen uns auf Deine Anmerkungen, Fragen, Korrekturen und inhaltlichen Ergänzungen zum Artikel. Unsere Regeln zur Veröffentlichung von Ergänzungen findest Du unter netzpolitik.org/kommentare. Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.