Was vom Tage übrig blieb

Abschlüsse, Ausschlüsse und Anschlüsse

Deutschland will Huawei nicht von vornherein vom 5G-Ausbau ausschließen, soup.io macht dicht und einheitliche Ladegeräte werden uns wohl noch eine Weile beschäftigen. Die besten Reste des Tages.

Clouds
CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Soup.io: Ein Kapitel österreichischer Startup-Geschichte geht zu Ende (trendingtopics.at)
Irgendwann in den Fast-Urzeiten von Social Media tauchte plötzlich Soup.io auf, ein Microblogging-Dienst, dem ein coolerer Ruf als Tumblr vorauseilte. Gegründet wurde der Dienst im Wiener Hackspace Metalab. Nach 13 Jahren ist jetzt Schluss, Soup.io wird am 20. Juli komplett eingestellt. Es bleiben noch ein paar Tage, um ein letztes Mal vorbeizuschauen.

Deutschland will Huawei bei 5G vorerst nicht ausschließen (Zeit Online)
Bei britischen und US-amerikanischen 5G-Netzen darf das chinesische Technologieunternehmen Huawei nicht mitspielen. Auch in Deutschland gab es eine hitzige Diskussion darüber, ob von den Komponenten des Unternehmens eine Gefahr für Spionage ausgehen könnte. Hierzulande will man nun aber eher über konkrete Sicherheitsanforderungen für die Mobilfunknetzbetreiber Standards setzen als über den Ausschluss einzelner Hersteller.

One Charger To Fit Them All (ECOS)
Für Handys und andere Elektrogeräte gibt es eine Wust an unterschiedlichen Ladegeräten mit jeweils eigenen Anschlüssen. Warum nicht einheitliche Standards schaffen und damit Verbraucher*innen und die Umwelt entlasten? Über diese simple und radikale Idee haben wir immer wieder berichtet. Der NGO-Verband ECOS hat nun in einem Bericht beschrieben, wie er sich einen solchen gemeinsamen Standard für die Ladeinfrastruktur von Elektrogeräten vorstellt. Kleiner Spoiler: Die EU soll ihre erfolglosen Bemühungen für ein einheitliches Handyladegerät zurückstellen und statt dessen ihre Ökodesign-Richtlinie reformieren, um einen Lade-Standard für praktisch alle Geräte ähnlicher Art zu schaffen, von Handys und Laptops bis hin zur Bohrmaschine und dem Elektrorasierapparat. Spart man sich die Produktion immer neuer Ladegeräte, könnte das nach Berechnungen des NGO-Verbandes 29.000 Tonnen Elektroschrott pro Jahr und so viel CO2 einsparen, wie eine Million Autos in einem Jahr in die Luft blasen.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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Eine Ergänzung
  1. Zitat: „Hierzulande will man nun aber eher über konkrete Sicherheitsanforderungen für die Mobilfunknetzbetreiber Standards setzen als über den Ausschluss einzelner Hersteller.“

    Frankreich hat erkannt, wozu Lizenzen nützlich sein können:

    French authorities have told telecoms operators planning to buy Huawei 5G equipment that they won’t be able to renew licences for the gear once they expire, effectively phasing the Chinese firm out of mobile networks, three sources close to the matter said.

    Quelle: https://www.euractiv.com/section/5g/news/french-limits-on-huawei-5g-equipment-amount-to-de-facto-ban-by-2028/

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