Was vom Tage übrig bleibt

Rankings, Riesentränen und Regierungsfragen

Die Bundesregierung beschäftigt sich mit drei möglichen Corona-Tracing-Varianten, Google und Facebook zeigen sich von der australischen Regierung enttäuscht und Reporter ohne Grenzen veröffentlicht die jährliche Rangliste der Pressefreiheit. Die besten Reste des Tages.

Brüsseler Architektur
Brüssels kühne Architektur des frühen 20. Jahrhunderts sticht auch an grauen Tagen hervor CC-BY 4.0 netzpolitik.org

Journalisten unter Druck von vielen Seiten (Reporter ohne Grenzen)
Reporter ohne Grenzen hat sein jährliches Pressefreiheitsranking herausgegeben. In China, Saudi-Arabien und Ägypten sitzen demnach die meisten Medienschaffer:innen für ihre Arbeit hinter Gittern. Deutschland hat sich um zwei Plätze auf Platz 11 verbessert. Aber auch hier ist nicht alles rosig: „Bedenklich für die Pressefreiheit waren in Deutschland 2019 auch Gesetzesinitiativen, die vorsahen, die Nutzung populärer Verschlüsselungs- und Anonymisierungsdienste zu kriminalisieren sowie deutsche Geheimdienste ohne richterliche Anordnung zum Hacken und Ausforschen der Computer, Server und Smartphones von Medienschaffenden zu ermächtigen.“

Tech giants ‚disappointed‘ by government’s move to make them pay publishers (The Sydney Morning Herald)
In Australien sollen Facebook und Google Medienhäusern Geld abgeben. Dieses nun zur Pflicht werdende Leistungsschutzrecht-Prinzip geht den großen Tech-Häusern gegen den Strich, Gespräche über eine freiwillige Regelung waren zuvor gescheitert.

Corona-Kontaktverfolgung: Bundesregierung prüft drei App-Modelle (heise.de)
Die Bundesregierung beschäftigt sich nicht nur mit der Frage einer zentralen oder dezentralen Corona-Tracing-Lösung auf Pepp-PT-, beziehungsweise D3PT-Grundlage, sie schaut sich auch eine in Österreich eingesetzte Technik von Accenture an. Das ergab eine Anfrage von Anke Domscheit-Berg aus dem Bundestag. Der Abgeordneten für die Linksfraktion ist der dezentrale Ansatz wichtig: „Denn nur die Bereitstellung als Open Source, völlige Transparenz im Entwicklungsprozess und die Dezentralität des Datenabgleiches stellen sicher, dass der Datenschutz angemessen berücksichtigt wird.“

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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Eine Ergänzung
  1. Bemerkenswert ist, dass mit Taiwan und Südkorea genau die beiden Länder in Asien in Punkto Pressefreiheit vorne liegen, die auch bei der Bekämpfung des Corona-Virus‘ am erfolgreichsten sind.

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