Was vom Tage übrig blieb

Frittierfett, Facebook-Einblicke und Filterdebatten

Deutsche Verlage wollen uns nicht mehr als drei Wörter als Vorschau auf Links gönnen, Mark Zuckerberg hielt einst in einem Notizbuch intime Gedanken fest und eine SZ-Kollegin beschreibt treffend die Datenpolitik der neuen Kommission. Die besten Reste des Tages.

TV-Türmchen Berlin
Der spätwinterliche Berliner Abendhimmel, unter Experten als „Blaue Stunde“ bekannt.

Daten sind das neue Frittierfett (Süddeutsche Zeitung)
Nächste Woche veröffentlicht die EU-Kommission ein Weißpapier zur sogenannten Künstlichen Intelligenz, das gemeinsam mit zwei weiteren Vorschlägen einen Masterplan für den Umgang mit neuer Technologie für die nächsten fünf Jahre darstellen soll. Das EU-Parlament legt heute seine Wunschliste für künftige Gesetzesvorschläge vor, die Abgeordneten fordern etwa diskriminierungsfreie Algorithmen und Kontrollmechanismen für automatisierte Entscheidungen. So wichtig diese Forderungen auch sind, so wenig Konsequenz haben sie jedoch leider in der Praxis, denn das Parlament darf selbst keine Gesetze vorschlagen. Stattdessen folgt die EU der Linie des neuen Binnenmarktkommissars Thierry Breton. Der industriefreundliche Franzose hält Künstliche Intelligenz für das große Geschäft, fast wie Pommesbuden in Brüssel. In Brüssel seien Daten eben das neue Frittierfett, konstatiert Karoline Meta Beisel in der SZ. Mal sehen, ob das am Ende alles noch genießbar ist.

Inside Mark Zuckerberg’s Lost Notebook (Wired)
Der Facebook-Gründer hat in jüngeren Jahren seine größten Gedanken in ein Notizbuch gekritzelt. Teile davon landeten bei Wired-Journalist Steven Levy. Erstaunlich offenherzig lässt darin bereits der junge Mark anklingen, wie egal ihm die Privatsphäre seiner Nutzer:innen ist. Über ein neues Feature schreibt er: „Wie kann das sicher aussehen, egal ob es sicher ist oder nicht.“ Und wie so oft im Leben lässt sich ein Gedanke aus jungen Jahren erst im mittleren Lebensalter erst recht zur Perfektion bringen.

Leistungsschutzrecht: Verleger wollen maximal drei Wörter lizenzfrei zulassen (Heise)
Einerseits wollen deutsche Zeitungs- und Zeitschriftenverleger Geld für Überschriften und Privatsender keine Ausnahmen für kleinste Ton- und Bildfolgen. Dem gegenüber stehen Anbieter wie Google und Facebook, die zum Beispiel 128 mal 128 Pixel kleine Vorschaubilder für leicht veraltet halten. Stefan Krempl hat sich für Heise Online die Reaktionen von Lobbyorganisationen angesehen, die um den Diskussionsentwurf des Bundesjustizministeriums ringen, der die EU-Urheberrechtsreform in nationales Recht hieven soll.

Jeden Tag bleiben im Chat der Redaktion zahlreiche Links und Themen liegen. Doch die sind viel zu spannend, um sie nicht zu teilen. Deswegen gibt es jetzt die Rubrik „Was vom Tage übrig blieb“, in der die Redakteurinnen und Redakteure gemeinschaftlich solche Links kuratieren und sie unter der Woche um 18 Uhr samt einem aktuellen Ausblick aus unserem Büro veröffentlichen. Wir freuen uns über weitere spannende Links und kurze Beschreibungen der verlinkten Inhalte, die ihr unter dieser Sammlung ergänzen könnt.

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