Trump-Kampagne verscherbelt Daten über Millionen Unterstützer

The art of the deal: Donald Trumps Wahlkampagne vermarktet die Daten, die sie über Unterstützter des US-Präsidenten gesammelt hat. CC-BY-SA 2.0 Gage Skidmore

Die New York Times berichtet darüber, wie die Wahlkampagne von Donald Trump über eine zu diesem Zweck gegründete Firma derzeit ihre Unterstützerdatenbanken feilbietet. Dass die umfangreichen Datensätze, die Wahlkampfteams über ihre Unterstützer anlegen, weiterverwertet werden, sei von den Wahlgesetzen der USA gedeckt und keine Seltenheit, so die Times. Donald Trump sei allerdings der erste amtierende Präsident, der seinen Informationsschatz so offensiv vermarktet. Im Angebot hat er unter anderem die E-Mailadressen und Mobilfunknummer von zwanzig Millionen Menschen, die seine Sache unterstützt haben. 1000 Adressen sind für 35 Dollar zu haben.


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Käufer oder Mieter der Informationen kommen nicht nur aus der Politik. Zu den Kunden gehören unter anderem: republikanische Gouverneurs- und Senatskandidaten; NGOs, die sich für die Bestätigung Brett Kavanaughs für den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten einsetzen; ein Autor, der ein Trump-freundliches Buch beworben hat. Zu den Hintergründen schreibt die Times:

Digitale Profile mit den Daten von Unterstützern sind zu unverzichtbaren Werkzeugen moderner Kampagnen geworden, auf die sie sich beim Einwerben von Mitteln, bei der Mobilisierung von Freiwilligen und bei der Wahlmotivation von Unterstützern verlassen. Und sie selbst sind zu einer wertvollen Währung geworden, die manchmal Millionen von Dollar an Mietgebühren einbringen – sowohl für die Kampagnen, die die Listen erstellt haben, als auch für die Listenvermittler, die die Mieten arrangieren.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass ehemalige Kandidaten ihre Listen vermieten oder verkaufen, um Schulden zu begleichen, oder dass aktive Kampagnen Teile ihrer Listen mit denen ideologisch verbündeter Partei- oder Kampagnenausschüsse tauschen, um ihre Netzwerke aufzubauen.

Laut Interviews und Marketing-E-Mails behält die Trump-Kampagne das Eigentum an der Liste sowie das Vetorecht über alle Vermietungen. Eine der E-Mails besagt, dass „solange die Fraktion, die Organisation, der gemeinnützige Verein oder das Unternehmen dem Präsidenten nicht feindlich gesinnt ist, sind sie höchstwahrscheinlich in der Lage, die Daten ohne Probleme zu verwenden“.

3 Kommentare
  1. Nun frisst auch die rechte Revolution ihre Kinder: So dumm kann nicht einmal ein Trump-Wähler sein, dass er sein Engagement außerhalb seiner Filterblase öffentlich machen will.

  2. Sie haben es nicht anders verdient.

    So wie es Menschen die FB und WA benutzen verdient haben, dass man ihre Daten abzieht und missbraucht.

    Wer nicht hören will muss fühlen, das funktioniert schon seit der Lektion mit der heißen Herdplatte ganz gut.

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