Linkschleuder

Sie tritt an: Chelsea Manning will in den US-Senat

Chelsea Manning All rights reserved Screenshot Fox News

Sie brachte brisante Informationen an die Öffentlichkeit, zwang die verantwortlichen Politiker dadurch, Stellung zu beziehen, und bezahlte mit ihrer Freiheit: Chelsea Manning war ab Mai 2010 in Militärgewahrsam und nach ihrer Verurteilung unter Armeeaufsicht inhaftiert, bis ihr am Ende der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama die restliche Zeit im Militärgefängnis erlassen wurde. Die weltweit bekannte Whistleblowerin gab am Sonntag bekannt, im Bundesstaat Maryland für den US-Senat zu kandidieren.

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Manning tritt als Demokratin an und wäre bei erfolgreicher Wahl die erste transsexuelle Frau, die einen Sitz im Senat erhalten würde, falls sie im Juni die Wahl gewinnt. In ihrem Wahlwerbe-Spot betont sie, sich für einen politischen Wandel einsetzen zu wollen:

We need to stop expecting that our systems will somehow fix themselves, we need to actually take the reins of power from them.

(Wir müssen aufhören zu erwarten, dass sich unser System irgendwie von selbst repariert, wir müssen ihnen die Zügel der Macht wegnehmen.)

Sie kandidiert gegen Amtsinhaber Ben Cardin, ein Demokrat und langjähriger Senator, der im Auswärtigen Ausschuss (Senate Foreign Relations Committee) sitzt. Denn im US-amerikanischen Wahlsystem muss Manning zuerst die Vorwahlen (Primaries) unter den Demokraten gewinnen. Die Mitglieder der Partei, für die sie antritt, haben jedoch nicht alle begeistert reagiert. Viele einflussreiche Demokraten unterstützen sie nicht und werfen ihr vor, unter russischem Einfluss zu stehen.

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7 Kommentare
  1. tl;dr:
    Manning wird es nicht schaffen, weil Identitätspolitik („wähle mich, weil ich der Minderheit trans-Frau angehöre!“) in den USA nicht funktioniert und selbst average Joe davon genervt ist.

    Schön genau hinsehen, was da passiert. Die Democrats haben mittlerweile verstanden, dass sie nichts mit „pussy hat“ women’s marches erreichen. Schon gar nicht, wenn dieser von einer Frau organisiert wird, die anderen, unliebsamen Frauen am liebsten ihr Genital wegnehmen wuerde. Denn „sie haben es nicht verdient“.
    https://legalinsurrection.com/2017/05/linda-sarsours-little-lie-about-her-vile-attack-on-ayaan-hirsi-ali-is-a-big-deal/

    Trump ist Realität und zumindest wirtschaftlich punktet er gerade dreistellig, bei jedem Wurf.
    Die Demokraten tun gut daran sich von Personen wie Sarsour, „Ich habe immer HotSauce in der Handtasche“* Hillary und ja, auch Manning, zu verabschieden.

    Denn eines empfehle ich zu tun: Schaut euch an, was Obama’s Regierung tatsächlich ((getan)) hat. Die letzte Regierung, sowohl als auch die Praesidentschaftskampagne von Clinton wurde mit Milliarden aus der Wirtschaft gefügig gehalten. Die Wahl ging schief, democrats fokussierten diese (Thema Artikel) Identitätspolitik, Trump reduziert Steuern für fast alle im Land und -shazam – die sogenannten business democrats (yup, die mit dem Geld, nicht die kopfverdrehten Studenten auf Twitter) finden Trump immer besser und schütteln mit dem Kopf in Richtung democrats.

    * HotSauce https://youtu.be/zB5mMAqnWKY

    1. Ich habe aus dem oben verlinkten Spot von Chelsea Manning etwas anderes verstanden, womit sie werbend antritt:
      *******
      Mut.
      *******
      Unabhängig davon, wie weit sie bei diesen Wahlen kommt,
      es ist mir ein Fest (!), zu sehen, was sie – offenbar „unstoppable“ : ) Phantastisches aus ihrem Leben macht:
      go for it, Chelsea !!!
      My very best wishes from Berlin !

      1. Ja, nein. Eben nicht unstoppable, das ist der Punkt.
        Mut. Was ist das denn für eine politische Basis?

        – Wofür stehst du als mein Vertreter ein?
        – Mut!
        – Mut zu was?
        – anders machen!
        – wie, anders machen?
        – Transphob!!!! Nazi!!!!

        Ha ha ha.

        Identitätspolitik und Postmodernismus. Schön merken und schauen was die Begriffe bedeuten. Geht bei uns demnaechst auch so richtig los damit.

        1. Mit „unstoppable“ meine ich nicht ihren Karrierenweg auf den US-Senat zu,
          sondern ihre Art, öffentlich zu leben. Nach dem, was sie jetzt schon hinter sich hat, wäre meine Vermutung gewesen, sie möchten nun endlich mal shoppen, Kinofilme schauen und knisternde Beziehungen auskosten ganz privat, bloß keinen Stress mehr mit ihrem Land:
          aber nein, sie hat diese strahlende Stärke und läuft sofort auf’s nächste Abenteuer mit den USA zu.
          Wofür sie steht als Kandidat, ist bestimmt durch den Wesenskern der Politik der US Demokraten – nur dass wir von Chelsea Manning wissen, dass sie dabei keine bequemen Lügen nimmt,
          sondern den transparenten eigensinnigen netten Weg geht, und den mit ihrem unfassbaren Mut.
          Für mich kommt’s nicht darauf an, ob sie genug Wähler bekommt,
          sondern darauf, dass sie dieser sehr muntere Player bleibt.

          Politischen Ehrgeiz habe ich hier in Berlin: wann bekommen wir ein Whistleblower-Schutz-Gesetz?

    2. Das was du als „Identitätspolitik“ abstempelst, ist das Bestreben nach angemessener Repräsentation aller Bevölkerungsgruppen, auch der Minderheiten und/oder benachteiligten Gruppen.
      „Identitätspolitik“ könnte man eher der aktuellen amerikanischen Regierung vorwerfen, in der so viele weiße, reiche Männer (und wenige Frauen) in wichtige Ämter geoben wurden wie seit Jahrzehnten nicht, während gleichzeitig zielstrebig sämtliche Maßnahmen beendet oder zumindest eingeschränkt werden, die irgendwie Minderheiten zu Gute kommen könnten.

    3. Ja, Manning ist eine Transfrau. Das ist aber irrelevant für ihre Politik.

      Sie ist für UBI.
      Recht auf kostenlose Versorgung im Krankenhaus.
      offene Grenzen.

      Recht weit links, insbesondere im Verhältnis für die USA.
      Ich denke, dass es inhaltlich genug zu kritisieren gibt,
      aber ihr vorzuwerfen, dass sie sich auf Identitätspolitik fokussiert,
      um keine Inhalte bieten zu müssen (wie z.B. Clinton das gemacht hat)
      ist schlicht nicht haltbar.

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