Die Google-Tochterfirma Youtube hat den Account der US-Journalistin Alexa O’Brien gesperrt, welcher unter anderen ein Archiv mit Videos zum Verfahren gegen die Whistleblowerin Chelsea Manning enthielt. Das teilte die Betroffene heute via Twitter mit. Demzufolge wirft Youtube ihr Verstöße gegen die Community Guidelines der Plattform vor. Grund für die Löschung sind laut O’Brien drei Videos mit Analysen zum Manning-Prozess, die Passagen aus Al-Qaida-Videos enthalten. Auch der Gmail-Account der Journalistin wurde gesperrt und soll gelöscht werden.
In den Videoauszügen, die O’Brien zufolge als Beweise in dem Verfahren gegen Manning dienten und bis dahin öffentlich nicht zugänglich waren, hätten Al-Qaida-Mitglieder Aussagen über Wikileaks und die Bedeutung der Manning-Leaks gemacht. Die Journalistin betont, dass sie keine graphische Darstellung von Gewalt enthielten, sondern lediglich „ideologische Gewalt“. Sie habe Beschwerde gegen die Löschung eingelegt. Von Google oder Youtube, die wegen ihres ambivalenten Vorgehens gegen vermeintlich terroristische Inhalte schon länger in der Kritik stehen, gibt es zu dem Fall bislang keine öffentlichen Äußerungen.
Alexa O’Brien wurde unter anderem für ihre akribische Berichterstattung vom Prozess gegen Manning bekannt, von dem es außer ihren Mitschriften keine öffentlichen Protokolle gab.
Update: Wie Alexa O’Brien auf Twitter schreibt, wurde ihr Kanal wiederhergestellt – ohne, dass das Unternehmen in irgendeiner Weise mit ihr kommuniziert habe. Auch zu ihrem Google-Account habe sie nun wieder Zugriff.
