Öffentlichkeit

Redfish: Neuer Propagandasender von Russia Today aus Berlin

In Berlin sitzt der neue russische Propagandakanal Redfish, der eher Linke und Anhänger von sozialen Bewegungen ansprechen will. Wie bei RT-Ablegern gewohnt, arbeitet der Sender intransparent und verschleiert geschickt, dass der russische Staat dahinter steckt.

Pressefreiheit ist Grundrecht CC-BY 2.0 Stefanie Eisenschenk

Neben Russia Today und Sputnik-Radio gibt es jetzt einen dritten russischen Propagandakanal in Berlin. Redfish soll wohl eher linke Zielgruppen mit ihren Themen ansprechen, nachdem Russia Today vor allem rechte Verschwörungstheoretiker adressiert.


netzpolitik.org - ermöglicht durch Dich.

Was mal wieder typisch ist: Auf der Webseite von Redfish findet sich keinerlei Hinweis auf den russischen Background. Es sei denn, man schaut sich an, welche Unternehmen noch an derselben Adresse gemeldet sind. Und wo die Verantwortliche im Impressum noch arbeitet. Und da kommt man bei Ruptly raus, dem russischen Propagandaunternehmen. T-Online hat dem mal hinterher recherchiert: Russlands heimliche Medienzentrale in Europa.

Was nur wenige User, die auf den Clip reagieren, ihn kommentieren und weiterverbreiten, wissen dürften: Redfish ist Teil des staatlichen russischen Medienbetriebs Rossija Sewodnja. Nach Aussage der Chefin Lizzie Phelan gegenüber t-online.de ist es eine hundertprozentige Tochter der Videoagentur Ruptly, die wiederum zu RT, ehemals Russia Today, gehört. Sender und Agentur gehören dem staatlichen russischen Rundfunk. Weder im Impressum noch in der Selbstbeschreibung wird diese Verbindung öffentlich gemacht.

Die Selbstbeschreibung von Redfish klingt dabei nicht so, dass Russland dahinter steckt:

We are not driven by chasing clicks or trends — we are journalists who strive to be objective about where things stand. But we don’t claim to be neutral: our team has a proven track record of both supporting and covering struggles which challenge the exploitative global system that enslaves humankind and is destroying our planet.

Mich ärgert immer diese Doppelmoral: Einerseits einen auf aufklärerischen Journalismus machen und dabei komplett intransparent sein. Nicht mal ein Minimum an Transparenz, wer dahinter steckt, mit welchen Motiven und wer das finanziert! Wenn in Russland Journalisten so arbeiten, kommen sie in große Schwierigkeiten. Reporter ohne Grenzen stuft Russland bei der Pressefreiheit im Moment auf Platz 148 ein – von 180 untersuchten Staaten insgesamt.

Aber es gibt Zielgruppen, denen das vollkommen egal ist und die werden damit adressiert.

61 Kommentare
  1. Die T-Online-Kritik ist m.E. ungenau bzw. greift gezielt das Signalwort „Rechts“ auf.

    Zitat: „Während Ruptly die rechten Aufmärsche von Pegida in Dresden und Höcke in Erfurt live und unkommentiert ins Internet streamt, …“

    Also ich hab schon G20 (=“nicht Rechts“) oder zig andere Demo-Live-Übertragungen gesehen, die gar nicht in das Rechts-Raster passen.

    Das sich RT ausschließlich zum Verstärker für „Rechts“ positioniert, kann ich so nicht unterschreiben. RT & Co SIND Propagandakanäle Russlands, keine Frage. Doch auf dem Spielfeld der Medienpropaganda tummeln sich viele Andere gleichermaßen.

    1. Doch auf dem Spielfeld der Medienpropaganda tummeln sich viele Andere gleichermaßen.

      Das stimmt, in diesem Kontext klingt das aber relativierend.

      Und Russia Today versuchte bisher, sowohl rechts als auch links diverse Zielgruppen anzusprechen. Möglicherweise haben sie aber auch festgestellt, dass die Marke etwas ungenau ist und sie das besser aufteilen sollten. In vielen Analysen kommt klar hervor, dass unter rechten Verschwörungstheoretikern Russia Today eine der Hauptquellen ist.

          1. Sag‘ das den 250.000 Demonstrantinnen von #unteilbar.

            Sie werden sich sicherlich zu deiner ganz persönlichen Wahrheit bekehren lassen.
            ;-P

    1. Auch wenn ihr Kommentar extra provokativ formuliert wurde, möchte ich was dazu schreiben:
      Wie kann man es gut finden, wenn ein ausländischer Propagandasender versucht Menschen im eigenen Land gegeneinander auszuspielen? Russia Today hat sich ja zum Ziel gesetzt, Konfusion und die „jeder gegen jeden“ – Mentalität in den westlichen Staaten zu etablieren, um deren Einfluss und Handlungsfähigkeit auf der Welt zu beschränken. Dass dabei völlig egal ist, welches Lager gestärkt wird, ob das mal das „linke“ oder das „rechte“ ist, scheint ja eine spezielle Taktik zu sein. Also lieber „Peter Müller“, ich frage Sie, wie Sie es gut heißen können, die Spaltung im eigenen Land zu verstärken?

          1. Ich weiß zwar nicht genau, ob ihr euch jetzt auf meinen Kommentar bezogen habt, oder auf den ursprünglichen, aber ich finde es einfach wichtig, dass man die Leute aufklärt. Wenn man sich die Seite von Redfish mal anschaut, kann ich mir gut vorstellen, dass vielen Leuten nicht klar ist, dass es sich eigentlich um eine RT-finanzierte Seite handelt. Die Seite ist ziemlich professionell gemacht und es ist für Laien definitiv schwer zu differenzieren von wem die Informationen kommen. Was bei Nachrichten-Seiten definitiv wichtig ist.

          2. man sich auf die Seite begibt und den ersten Artikel aus Februar 2018 liest, hört kann man zu anderer Erkenntnis kommen.

          3. Das Problem ist hier wie so oft das Ding zwischen Bildschirm und Tastatur:
            Der Nutzer* besitzt keine Medienkompetenz und schickt sich auch nicht an diese zu erwerben!
            Das erste was ich tue wenn ich eine mir bisher nicht bekannte Seite anschaue ist ein Blick in das Impressum und dann werden bei Bedarf noch mehrere Suchmaschinen über den Anbieter befragt; Wikipedia ist zudem meist das hilfreichste weil neutralste Medium.

            Sorry aber wer zu diesen 5 Minütchen Recherchearbeit im digitalen Zeitalter immer noch nicht in der Lage ist, der ist entweder noch sehr jung, hatte vorher nicht viel mit Medien zu tun oder eben schlichtweg ein Vollidiot.

            ^-^

          4. Bei einem Medium, dass sich in der Selbstbeschreibung der Aufklärung verschrieben hat, erwarte ich einfach, dass man nicht erst den allerersten Artikel auf einer Plattform suchen, finden und lesen muss (!), um Transparenz darüber zu bekommen, wer dahinter steckt und das Medium finanziert.

            Alles andere ist meiner Meinung nach Verschleierung und Doppelmoral und das hat nichts mit Medienkompetenz der Rezipienten zu tun.

          5. Du meinst…
            Ich meine, dass die Journalisten einfach hätten lesen können, anstatt nach Klingelknoepfen zu fahnden. Dann hätten sie sich womöglich mit Inhalten befassen können.
            Bei derzeit drei Artikeln bestimmt eine überschaubare Aufgabe.

          6. Klassische Derailingstrategie: Hey, die anderen sind auch blöd!11 Hier geht es erstmal um Redfish und die damit verbundene Intransparenz, die irreführend und verschleiernd wirkt. Was die einzelnen Journalisten dort noch als Personen (aber Atlantikbrücke und Bilderberg!11) machen, steht hier nicht mal zur Diskussion.

          7. @Markus
            Klar sollte das transparent sein, aber wenn es das nicht ist ist halt die eigene Medienkompetenz gefragt, alles andere wäre irgendwie Bevormundung: „Du weißt nicht was ich bin also erkläre ich es dir.“, na schönen Dank auch ich denke und forsche lieber selber….

          8. Markus, nicht jeder Vergleich ist gleich Derailing. Thema Transparenz:

            Wie heisst wohl das Haus, in dem die dpa Zentralredaktion sitzt?

            „Sie können sich alternativ auch an unsere Zentralredaktion in Berlin wenden.

            Markgrafenstr. 20
            10969 Berlin
            Tel.: +49 30 2852 0
            Fax: +49 30 2852 31280
            E-Mail: berlin@dpa.com

            Und welche Zeitung hat ihr dpa Abo 2009 deswegen aus Protest gekündigt?

  2. Fehlende Transparenz? Der Name „Redfish“ sagt doch bereits alles!

    Redfish = „Red Herring“

    „A red herring is something that misleads or distracts from a relevant or important issue. It may be either a logical fallacy or a literary device that leads readers or audiences towards a false conclusion.“
    (wikipedia.com)

    Noch Fragen? ;)

  3. RT wird von der eigenen Regierung gesponsert… Und stellt darum deren Sichtweise dar. Na und? Unzählige andere große weltweite Nachrichtenkanäle tun das ebenfalls. Auch die großen Nachrichtenagenturen. Hier wird einseitig über die Intransparenz von russischen Nachrichten informiert, und es wird außen vor gelassen, dass unsere eigenen Medien vor Progapanda, Falschinformationen, manipulativer Nachrichtenselektion etc. nur so strotzt. Analysieren Sie doch auch mal, wie sich die Macht über unsere Medien auf immer weniger Konzerne und Privatpersonen konzentriert, und wie intransparent dies auf deren Webseiten dargestellt wird.

    1. In Russland werden Mediendienste, wie dieser hier, politisch verfolgt und sind in der Regel nicht mehr, oder nur mit höhstem persönlichen Risiko betreibbar. Auch das kommentieren in Medien wie diesem zieht ggf. persönliche Folgen nach sich. Ich denke das macht eine sehr wesentlichen Unterschied klar.

      1. Vielleicht sollte sich Herr Maaßen (noch-Präsident des „Bundesamtes für Verfassungsschutz“) dann besser in Russland bewerben?

        Es mag noch gewaltige Unterschiede zur hiesigen Situation geben, aber wir bewegen uns seit geraumer Zeit in die gleiche Richtung.

        1. @V.
          „Vielleicht sollte sich Herr Maaßen (noch-Präsident des „Bundesamtes für Verfassungsschutz“) dann besser in Russland bewerben?“
          Noch bewerben?Ist Maaßen nicht bereits russischer Agent??? :-)

    2. Du hast recht!
      Was ist schon der Unterschied zwischen einer immer mal wieder nach mächtigen Interessengruppen redenden Presse die mannigfache Strömungen kennt in einer repräsentativen, parlamentarischen Demokratie (vermutlich die am besten abgesicherte weltweit) und der gleichgeschalteten Presse in einer Diktatur wie Russland, China, Türkei, Nordkorea…
      Ein Katzensprung!!1!

      Es lebe die Freiheit (solange das der Partei genehm ist versteht sich… o_0)

      1. Es geht hier wie da um die Kontrolle der öffentlichen Meinung. Sicher sind die Methoden unterschiedlich und das Internet, nicht zuletzt NP, hat das bestimmt nicht einfacher gemacht. Die deutsche Presselandschaft ist gar nicht so weit von Gleichschaltung entfernt, auch wenn, und das ist das perfide daran, hier im gegensatz zu anderen Regionen kein direkter staatlicher Druck ausgeübt wird. Einfluß wird aber sehr wohl ausgeübt. Was die deutschen Leitmedien machen ist insofern genauso intransparent. Ich musste mein langjähriges Abo der Suttgarter Zeitung kündigen, weil das unabhängig nur noch im Titel stand (wirtschaftlich wie politisch). @NP: untersucht doch mal die ganze Landschaft. Mag sein das Redfish im Ranking noch vor den anderen kommt, aber eine weisse Weste haben die anderen auch nicht. Auch die Auswahl der Themen ist ein Teil von Abhängigkeit oder Unabhängigkeit. Wer hat denn darüber geschrieben, dass die letzen Untersuchungen ergeben haben, dass die BUK welchen den Flieger abgeschossen hat, eine ukrainische war? Tatsachen, die nicht ins politische Programm passen werden von allen verschwiegen. Das ist zwischenzeitlich Normalität. Nur wer macht sich die Mühe sich aus mehreren voneinanderunabhängigen Quellen zu informieren? Das ist eigentlich die Aufgabe, die ich vom Journalismus erwarte. Die Bewertung und Einordnung übernehme ich dann schon selbst.

  4. Also mit diesem Beitrag habt ihr echt einen Bock gehauen, netzpolitik.org.

    Wäre es nicht angebrachter, zuerst vor der eigenen Haustür zu kehren bevor der Nachbar mit Schlamm beworfen wird?

    1. Haha bist du ein russischer Troll?

      NP ist einer der transparentesten Kanäle die es gibt. Hast du ein Beispiel für uns, wer es besser macht oder willst du einfach nur provozieren weil du dich persönlich angegriffen fühlst?

  5. Die in den letzten Monaten aufgedeckten Propaganda-Strukturen in der Wikipedia wurden hier bisher nicht thematisiert. Obwohl netzpolitisch deutlich relevanter. Gibt es gute und schlechte Propaganda?

    Aber offensichtlicher Kampagnenjournalismus zum Aufbau von Feindbildern und dem Unterdrücken anderer Sichtweisen wird unterstützt? Stelle dir mal vor, die westlichen Kriegstreiber setzen sich durch und es kommt zum Krieg mit Russland. Dann war eure jahrelange Arbeit überflüssig.

    Transparenz einzufordern ist OK. Für Pressefreiheit zu sein bedeutet aber nicht, dass man ausländische Medien ausgrenzt, bekämpft und alle die dort auftreten diffamiert.

    1. Naja, das Ziel der russischen Auslands-Propagandasender ist doch gerade, Zweifel und Misstrauen in der deutschen (westlichen) Bevölkerung zu schüren. Bei Ihnen hat das jedenfalls schonmal funktioniert. Ich sag mal so, wir befinden uns mitten in einem Informationskrieg. Und da ist es schon wichtig auf der richtigen Seite zu stehen und die Dinge zu durchschauen.

      1. „wir befinden uns mitten in einem Informationskrieg. Und da ist es schon wichtig auf der richtigen Seite zu stehen“

        Woran erkenne ich denn DieRichtigeSeite(tm)?

        Als uralter „digital native“ (Inet Jobs hauptberuflich seit 1994), der noch im kalten Krieg auf NATO Seite gedient hat kann ich mich noch lebhaft an die allgemeine Freude über das Ende dieser Ära erinnern.

        Da lasse ich mir doch nicht schon wieder eine „richtige Seite“ aufschwatzen. Ich hätte gerne true raw data und mache mir dann mein eigenes Bild.

    1. Deine arge Übertreibung kennzeichnet dich als Troll (Auftrag: netzpolitik[dot]org diffarmieren).

      ABER:
      definitiv halte ich die Löschpolitik der Redaktion für höchst fragwürdig (natürlich nicht wenn gehated oder gehetzt wird).
      Ich verstehe auch, das in der momentanen Zeit die meisten (nicht alle!) Artikel von netzpolitik wichtig sind um gegen die Masse an Scheiße die den Äther überflutet einen rationalen und gut recherchierten Gegenpol zu setzen, aber so empflindlich auf Kritik zu reagieren dass dann Kommentare einfach nicht freigeschaltet werden sehe ich als Zeichen der Schwäche, was dann wiederum der Seite schadet….
      =-(

      Das meiste was np bringt ist unersetzlich und extrem wichtig, zudem macht es meist viel Spaß die Artikel zu lesen, weil die Redaktion (samt Praktikantinnen*) einfach gut arbeitet und schreibt, aber es darf bei bestimmten Themen nicht in, wie ich es empfinde, Populismus ausarten…
      Das wäre der Anfang vom Untergang für diese tolle Seite hier…

  6. „Antifa Zeckenbiss“ sah auch russisch für mich aus. Russland fördert die extremen Ränder und alles, was Chancen durch Destsbilisierung eröffnet. Aber Russland ist auch ein relativ kleines Land. Es verwundert, dass die so stark investieren.

    1. Ich sehe da ein großes Problem. Deswegen ist es so wichtig, dass Medien wie Netzpolitik aufklären. Ich habe mir da folgendes Szenario überlegt: Nehmen wir an, dass „linke“ Karikaturen auf Twitter als Antworten unter Posts linker Politiker (oder anderer User) gepostet werden. Also bspw. eine Karikatur, die sich kritisch mit Trump auseinandersetzt. Da nun einigen Menschen nicht klar ist, dass der Kanal des Verfassers des Karikatur-Posts kein echter Linker ist, sondern ein russischer Troll-Account, der nur den Anschein macht, links zu sein, kann ich mir vorstellen, dass viele darauf reinfallen und diesem Account nun gefolgt wird und die Posts nun regelmäßig in der Timeline erscheinen. Besonders problematisch ist es, wenn linke Politiker ebenfalls auf diesen Troll-Account reinfallen und diesem beispielsweise folgen. Dabei wird zum Problem, dass der Politiker hohes Vertrauen bei seinen Followern genießt. Die Follower können nun noch schlechter differenzieren, dass der angebliche linke Account, der vom Politiker gefolgt wird, eigentlich ein Troll-Acc ist. Der Troll-Account wird nun weiterhin vermeintlich linke Karrikaturen und immer mal wieder zwischendrin russische Meinungsmache posten. Ich kann mir schon vorstellen, dass dies zu einer Beeinflussung der Meinung führen kann.

      Ich denke, da hilft tatsächlich nur Aufklärung darüber.

  7. Das wars Netzpolitik.org für diesen unterirdisch schlechten und inhaltlich falschen Artikel,
    wird Netzpolitik.org aus meiner Favoritenliste entfernt

  8. warum druckt ihr so einen unsinn, dass sie ihre herkunft verleugnen würden? mal abgesehen davon, dass ein heimlicher auftritt durch andere adresse erheblich einfacher zu verschleiern wäre und ein blick ins firmenregister auch sofort auskunft erteilt, sie schreiben es sogar in ihrem blog. habt ihr euch das nicht einmal angeschaut, bevor ihr in den hetzmodus verfallt? irgendwo aus qualitätsmedien abgeschrieben, gilt nicht als recherche. also hier der eintrag vom februar 18:
    https://redfish.media/the-journey-begins/

    1. Preisfrage: Warum verdunkelt man die Herkunft in Impressum und der About-Seite und weist nur im ersten Artikel daraufhin, den man erstmal suchen und finden muss? Und findest Du das generell ok, wenn man das so macht, unabhängig von russischer Rehierung dahinter – oder nicht?

      Ich bin ehrlich gesagt etwas überrascht, wieviele Kommentatoren hier und auf Facebook es vollkommen in Ordnung finden und Verständnis äußern, wenn Medien mit einem vermeintlichen Aufklärungsauftrag (und mit einem verschleierten Staats-Background) Astroturfing betreiben.

      1. Ich weiß es, ich weiß es!
        Weil man nicht will, dass die eigene Seite die sich als „Gegen den Strom“ gerichtet bezeichnet als eine der schlimmsten propagandistischen Haupströmungen der antidemokratischen Bewegung auffliegt.

        Was ist der Preis?
        =->

      2. Es ist ein frage des stils. Rumpöbeln tut hier nur t-online. Etwas in den raum stellen, dass sich nach drei klicks auflöst, ist das problem. Niemand möchte sich von solchen verlagen was sagen lassen. Und sei doch mal ehrlich, rt ist gut gemacht. Die dienen halt der russischen Regierung, hier dient alles ein paar superreichen familien. Kann jeder für sich entscheiden, wenn er sympathisch findet. Davon abgesehen, das ist bedauerlich, aber Demokratie ist so neunziger…

        1. Ich erwarte von einem Medium, dass in der „Über uns“ – Sektion über finanzielle Förderung transparent aufgeklärt ist, nicht nur, wenn staatliche Förderung dabei ist. Bei Redfish ist das nicht der Fall. Der erste Beitrag in einem Medium reicht imho nicht aus.

          1. „Das Angebot von netzpolitik.org finanziert sich fast komplett aus den Spenden von Leserinnen und Lesern.“

            Kohl war auch spendenfinanziert, aber wenn man nicht weiß, wer die Spender sind, ist das nicht transparent:
            – Welchem Spektrum oder Klientel gehören die Leserinnen und Leser an, die Spenden zahlen (Auswertung Teil 3 Eurer Umfrage gibt ja einen gewisen statistischen Aufschluss)?
            – Wer zahlt den Rest jeden Monat (Markus Beckedahl, richtig?), aber von welcher politischen Gesinnung hängt sein Gehalt bzw. die Existenz der Firma, aus der er Gehalt schöpft, ab, welches er benutzt, um Netzpolitik am Laufen zu halten?

            Mir ist allerdings klar, dass es einen gewissen Unterschied machen kann, ob man eine große Gruppe an Minispendern hat, oder eine kleine Gruppe an Maxispendern. Meine Frage wäre nun, was bedeutet „transparent“ in „Ich erwarte von einem Medium, dass in der ‚Über uns‘ – Sektion über finanzielle Förderung transparent aufgeklärt ist, nicht nur, wenn staatliche Förderung dabei ist.“?

            —–
            Bitte NICHT als Netzpolitik-Allgemein-Kritik verstehen, ich liebe und unterstütze eure Arbeit seit Ewigkeiten, auch wenn unsere gesamtpolitischen Positionen sich sehr von der jeweils anderen gesamtpolitischen Position entfernt haben sollten, der Überlapp im Bereich Netzpolitik bleibt bestehen, das ist was zählt für mich.

    1. Also bei der Deutschen Welle kommt das Wort Government drin vor… klingt verdächtig !!1!

      Bei redfish die Worte:
      new
      create
      investigative
      inspire
      social
      change

      Oooohhh! °o°
      und
      Aaaaahhh! *o*

      Ich glaube redfish sind die Guten und dw die Bösen!!1!
      >=-(

  9. Inwiefern verschleiert RT oder Ruptly das der russiche Staat „dahinter“ steckt?

    Und wie kommt man auf die These das „Russia Today vor allem rechte Verschwörungstheoretiker adressiert“?

    Das ist doch alles aus den Fingern gesaugt, weil ihr euch RT nicht anschaut. Aber diese Doppelmoral kennt man.

    Anonsten natürlich eine nützliche Informationen und ein neuer YT Kanal.

    Zu den Medien in Russland. Dort gibt es regierungkritische TV und Radiosender, bei uns nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, das es einen Journalisten bei ARD/ZDF gibt, der eine Haltung hat, die der der Opposition im Bundetag entspricht.

    Darüber hinaus sind die Verlage bei weitem nicht so konzentriert wie es bei uns der Fall und die Auflage regierungskritischer Zeitungen ist höher als z.b. bei uns.

    Transparenz bei Reporter ohne Grenzen ist auch so ein Frage. In der deutschen Sektion sind es überwiegend die grossen Verlage die den Verein tragen.

    Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Organisation die nur von einer Seite finanziert werden einen halbwegs neutrale Darstellung machen.

    Wie auch immer, ich finde die Interviews vom fehlenden Part immer interessant und 451 Grad ist manchmal lustiger als die Heute Show, aber nicht so einseitig. Sowas darf man im politischen Berlin vermutlich nicht sagen. Russen dürfen und sollen keine Nachrichten veröffentlichen und wenn, dann nur so wie wir es möchten. Denn es kann nur eine Wahrheit geben.

    Netz(-politik) ist für mich etwas anderes.

    1. Inwiefern verschleiert RT oder Ruptly das der russiche Staat „dahinter“ steckt?

      Steht etwas dazu in der Über uns-Seite oder im Impressum?

      Und wie kommt man auf die These das „Russia Today vor allem rechte Verschwörungstheoretiker adressiert“?

      Da gibt es diverse Analysen, was in welchen Kreisen gerne geteilt wird. Natürlich lesen/schauen das nicht nur rechte Verschwörungstheoretiker.

      Zu den Medien in Russland. Dort gibt es regierungkritische TV und Radiosender, bei uns nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, das es einen Journalisten bei ARD/ZDF gibt, der eine Haltung hat, die der der Opposition im Bundetag entspricht.

      RT-Fans scheinen offensichtlich in einer anderen Realität zu leben.

      Darüber hinaus sind die Verlage bei weitem nicht so konzentriert wie es bei uns der Fall und die Auflage regierungskritischer Zeitungen ist höher als z.b. bei uns.

      Das kann ich nicht nachvollziehen.

      Transparenz bei Reporter ohne Grenzen ist auch so ein Frage. In der deutschen Sektion sind es überwiegend die grossen Verlage die den Verein tragen.

      Hast Du dafür Belege oder denkst Du Dir das auch aus? Reporter ohne Grenzen geht ja transparent mit seiner Finanzierung um, ich finde dort keine Belege für Deine Behauptung.

      Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein Organisation die nur von einer Seite finanziert werden einen halbwegs neutrale Darstellung machen.

      Sind wir jetzt wieder bei Redfish, die zu 100% von Russia Today finanziert werden oder bist Du noch woanders?

      Wie auch immer, ich finde die Interviews vom fehlenden Part immer interessant und 451 Grad ist manchmal lustiger als die Heute Show, aber nicht so einseitig. Sowas darf man im politischen Berlin vermutlich nicht sagen. Russen dürfen und sollen keine Nachrichten veröffentlichen und wenn, dann nur so wie wir es möchten. Denn es kann nur eine Wahrheit geben.

      Stimmt, sowas zu sagen ist verboten und diese Meinung wird sofort zensiert.

      1. „Steht etwas dazu in der Über uns-Seite oder im Impressum?“

        1) Wer sind eure (Netztpolitik.org) anonymen Spender?
        2) Von welcher Firma ist Netztpolitik.org abhängig, bzw. von welcher politischen Position ist diese Firma abhängig, die das Gehalt zahlt, welches neben den Spenden zur Aufrechterhaltung von Netztpolitik.org notwendig ist?

        Nochmal: ich liebe Netztpolitik.org und eure Arbeit, uneingeschränkt zumindest die zum Thema Netztpolitik. Ich mag nur keine moralischen aber gleichzeitig inkonsequenten Verhaltensweisen oder Argumente: RT schreibt nix im Impressum, NP schreibt leeren Text (anonyme Spender), ergo könnte beides von jeder x-beliebigen Person/Politik finanziert sein. Das lässt in mir kein Vertrauen in die Moral des Gegenübers entstehen.

        Ich kann damit leben, die politische Position vom Geldgeber für Netztpolitik NICHT zu kennen. Fakten und Ideen in euren Artikeln reichen mir, um selber zu denken.

        Danke dafür

        1. 1) Wer sind eure (Netztpolitik.org) anonymen Spender?

          Wir orientieren uns an der Initiative transparente Zivilgesellschaft und nennen alle Spender / Zuwendungsträger, die über 10% dazusteuern.

          2) Von welcher Firma ist Netztpolitik.org abhängig, bzw. von welcher politischen Position ist diese Firma abhängig, die das Gehalt zahlt, welches neben den Spenden zur Aufrechterhaltung von Netztpolitik.org notwendig ist?

          Hinter netzpolitik.org steht der Netzpolitik e.V. und keine Firma.

          Und jetzt nochmal zurück zu Redfish / Russia Today. Warum ist es ok, wenn ein Medien-Unternehmen mit staatlicher Förderung so intransparent bei seiner Finanzierung agiert?

          1. @ Dainer Ratenschutz:
            Natürlich wird nezpolitik[dot]org von der BRD-GmbH finanziert!!1!

            @ Markus:
            könntet ihr es nicht eventuell tatsächlich so einrichten, dass diejenigen Spenderinnen* genannt werden, welche nichts dagegen haben?
            So wie Thilo Jung dass im Abspann immer macht; fände ich eigentlich eine coole Idee.
            =->

          2. Sind wir tatsächlich am Überlegen. Ist leider nicht so trivial, wir haben rund 2.500 Dauerspender (dazu dieselbe Menge an Einzelspender), wenn nur jeder fünfte davon genannt werden will, ist das ganz schöner Aufwand. Bei einem Video kann man das im Abspann machen. Aber bei uns?

            Wir sind offen für Verfahrenswege.

          3. Warum bzw. ist es okay?

            Ich glaube, dass ich wie folgt darüber denke, im Moment:
            Wenn zu etwas gezwungen bin oder werde, z.B. Zahlungen (GEZ), Meldungen (Einwohnermeldeamt) etc., dann erwarte ich Fairness (z.B. Geburtsurkunde notwendig für staatliche Leistungen von jedem hier Lebendem). Praktisch lässt sich diese Fairness nur Sicherstellen über Transparenz, oder absolutes Vertrauen in eine kontrollierende Entität.

            Ich bin Mitglied des Staates Deutschland. Wenn Deutschland nun ein Medienunternehmen fördert mit öffentlichen Mitteln, dann ist Transparenz der wahrscheinlich beste Weg zur Fairness (z.B. ausgewogene Berichterstattung). Wenn ein anderer Staat ein Medienunternehmen in unserem Land fördert… darüber denke ich seit ein paar Tagen nach.

            Wir können einfach die Regel/das Gesetz schaffen, dass jedes Medienunternehmen transparent sein muss, wenn es von einem anderen Staat gesponsort wird. Aber das ist keine Antwort, das ist so wie zu sagen, Kiffen ist illegal, weil es illegal ist.

            Sagen wir mal, wir machen diese Regel, weil wir sagen, wir finden das richtig, dass ein von anderen Staaten gesponsortes Medienunternehmen transparnt sein muss, wenn es auf unserem Grund und Boden agiert. Das ist dann zunächst mal eine willkürliche Linie, und wir müssen überlegen und übereinkommen:
            – wo beginnt „Medien“-Unternehmen?
            – wo beginnt eine „staatliche“ Förderung?
            – warum nur bei staatlicher Förderung, Google hat bestimmt schon mehr absolute Macht (und globalen Nutzen = Leute sind also auch Abhängig) als ein kleines Stäatchen [ :) ] wie Luxemburg

            All das ist kein direktes Kontra-Argument gegen Forderung von Transparenz an Redfish, aber man muss praktisch immer den Slipperyslope Effekt berücksichtigen (vgl. Stopschild von Zensursula, und am Ende wird es auch für Glücksspiel oder „die falsche Meinung“ verwendet).

            Ich bin nicht von Redfish abhängig, daher brauche ich (jetzt) keine Transparenz von denen. Von ZDF und ARD bin ich indirekt abhängig, weil ich GEZ zahlen muss. Und das Geld könnte theoretisch mein Geld zur Werbung einer mir unliebsamen Partei genutzt werden, dass sich dann wiederum gegen mich richten könnte.

            Andererseits kann Redfish die gleiche mir unliebsame Wahlwerbung machen, jedoch nicht mit meinem Geld. Das passiert jedoch mit dem Geld von Irgendeinland. Und das macht zumindest einen Unterschied.

            Nicht abhängig vno Redfish, nicht mein Geld.

            Ob dieser Unterschied nun kritisch oder irrelevant ist für die Frage „Warum ist es ok, wenn ein Medien-Unternehmen mit staatlicher Förderung so intransparent bei seiner Finanzierung agiert?“, darüber denke ich im inneren Dialog nach.

            Frei nach Data in TNG: Die wichtigste Erkenntnis im Denken ist zu sagen, ich weiß es nicht :)

          4. wie man sich ausgedehnt über ein Medienunternehmen unterhalten kann und dabei jeglichen Inhalt ausblendet.
            Das ist wie eine Schallplattenrezension, die ohne Anhören selbiger auskommt, aber seitenlang über den Hersteller des Covers referiert.

            Nein, ich möchte damit nicht sagen, daß es unwichtig ist, wer dahinter steckt. Das hilft schließlich bei der Einordnung, sollte aber ganz gewiss nicht über den Inhalt gestellt werden.

            Propaganda gibt es immer und überall. Die Kunst besteht lediglich darin, damit umzugehen.

  10. fesselt mich ans Bett und das Kind ist beim Kindergeburtstag geparkt.
    Das macht Tagesfreizeit.
    Ich habe also u.a. nix besseres zu tun, als mal nachzusehen, was die Tagesschau mir aktuell zur Causa Skripal mitteilen möchte. Also hab ich auf tagesschau.de die Suche bemüht und beim Überfliegen der Ergebnisse fällt mir auf, daß man sich fast in jeder Überschrift auf bell?ngcat beruft.
    Nun hab ich hier gelernt, mich zuerst dafür zu interessieren, woher die ihr Geld haben.
    Tja, nix mehr mit Skripal, sondern Suche nach bell?ngcats Finanzierung.
    Leider erfolglos…
    Vielleicht schreib ich der Tagesschau eine Mail und frage, ob die wissen, wie sich deren Hauptquelle finanziert. Ich hab ja jetzt Zeit…

    1. Liebe Zuschauerin, lieber Zuschauer,
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      diskutiert werden.

      Nochmals herzlichen Dank für Ihre Zuschrift. Wir würden uns freuen, wenn
      Sie die Angebote von ARD-aktuell als Zuschauer und User weiter begleiten.

      Mit freundlichen Grüßen

      Zuschauerservice
      ARD-aktuell / tagesschau.de
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