OpenSchufa: Wie die Schufa zu ihren Bewertungen kommt

Ohne gute Schufa-Bewertung gibt es oft keinen Handy- oder Mietvertrag. Gemeinfrei-ähnlich freigegeben durch unsplash.com Cytonn Photography

Vor einem halben Jahr rief das Projekt OpenSCHUFA Menschen auf, ihre Daten bei der Wirtschaftsauskunftei anzufragen und zu spenden. OpenSCHUFA wollte damit herausfinden, wie der Algorithmus der Schufa funktioniert. Sie sammelt Daten von Personen und bewertet ihre Kreditwürdigkeit mit intransparenten Algorithmen. Ohne gute Schufa-Bewertung ist oft weder Handyvertrag, Mietwohnung oder Kredit zu bekommen. Jetzt wurden die ersten Ergebnisse vorgestellt.


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Die Journalisten von Spiegel Online und Bayerischem Rundfunk konnten die Schufa-Daten von rund 2.000 VerbraucherInnen auswerten. „Eine geheime Schufa-Formel werden wir nicht enthüllen“, heißt es. Trotzdem bietet die Auswertung spannende Einsichten:

Die Daten gewähren dennoch einen nie dagewesenen Einblick in das Innerste von Deutschlands wichtigster Auskunftei und lassen wichtige Rückschlüsse auf die Funktionsweise des Schufa-Scorings zu. Sie zeigen, dass die Schufa über viele Menschen weit weniger weiß, als man meinen könnte – und sich dennoch die Berechnung eines genauen Scores zutraut. Die Daten geben auch Hinweise darauf, wie sich Alter und Geschlecht auf die Risikobewertung auswirken können. Und welche Nachteile Verbraucher haben können, wenn Unternehmen alte Score-Versionen verwenden.

Vor wenigen Wochen erst forderte der Sachverständigenrat für Verbraucherfragen in einem Gutachten zu Verbraucher-Scores mehr Transparenz, Kompetenzstärkung der VerbraucherInnen sowie eine Stärkung der Aufsichtsbehörden.

11 Kommentare
  1. Das Traurige hierbei ist, dass eine existierende Blackbox einfach nur mit einer neuen Blackbox ersetzt wird. Die gesammelten Daten sind nicht öffentlich anonymisiert zugänglich im OpenData-Sinne. Die Analysen kann niemand überprüfen…

  2. Naja, in den FAQ stand schon drin wer die Daten bekommt. So richtig offensichtlich und transparent wie von Netzpolitik und ähnlichen gefordert wird, war und ist es nicht.
    „Diese verschlüsselten Archive werden an die Open Knowledge Foundation OKF sowie die Redaktionen (SPIEGEL ONLINE, Bayerischer Rundfunk) via USB-Stick weitergeben. Spricht aus datenschutzrechtlicher Sicht nichts dagegen, werden die maschinenlesbaren Daten öffentlich zur Verfügung gestellt.“
    Interessant wäre ob Bertelsmann, als Förderer von AlgorithmWatch, auch die Daten bekommt. Dann könnte arvato infoscore schauen was die Konkurrenz macht.

    Bisher gibt es, anscheinend, keine Veröffentlichung für alle.

  3. Wenn man so potente Partner hat, wozu musste dann den Datenspendern per Crowdfunding auch noch Geld abgeknöpft werden. Bei der Gelegenheit: Haben die Verlage für die Daten Geld bezahlt?

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  4. „Die Schufa antwortete zwar in einem neunseitigen Schreiben, möchte aber nicht, dass wir daraus zitieren oder den Inhalt sinngemäß wiedergeben.“

    Die Schufa ist so intransparent, dass sie nicht einmal eine nichtssagende Stellungnahme herausgibt…

  5. Wow, das habe ich noch gar nicht gesehen.

    Spiegel hat Daten bekommen die freiwillig und kostenlos gespendet worden sind und mach damit nun Geld. Hat Spiegel sich an den Kosten für das Datensammeln beteiligt?

    Jeder der gespendet hat sollte wohl kostenlos und ohne Einschränkung an die Ergebnisse kommen

  6. So doll ist die Auswirkung von Schufa und Co oft dann doch nicht.
    Ich hatte mal massiv Probleme mit Kreditreform, die mich praktisch dazu zwingen wollten das ich denen detailliert Auskunft über meine Vermögensverhältnisse gebe.
    Deren generve hat sich über drei Jahre hingezogen.
    Das gipfelte darin, das die mir telefonisch gedroht haben das ich nie wieder irgendwo einen Vertrag abschließen könnte wenn ich deren (unverschämten) Fragen nicht beantworte.
    Bei Krediten kann ich sagen, stimmt nicht. Jede Bank prüft eigenständig und ist bei ausreichender Sicherheit vollkommen unabhängig von einem miesen Scorewert breit einen zu vergeben. Die Zinsen, Laufzeitkonditionen und vorzeitiges Kündigungsrecht waren durchaus akzeptabel.
    Beim Onlinehandel hatte ich auch noch nie Probleme.
    Nur ein Baustoffhändler und ein Hotel hat mal Probleme bereitet (mit Verweis auf Kreditreform) aber da gab es dann genug andere die anstandslos das Gewünschte erbracht haben.

  7. Ich glaube das die SCHUFA auch noch über Informationen verfügt die sie nicht in die Selbstauskunft schreibt. Sicherlich spielen bei der Berechnung des Score auch Alter Geschlecht und Wohnort eine Rolle. Aber ich glaube nicht nur. Es würde mich nicht wundern wenn die SCHUFA im Hintergrund Informationen zu nicht gezahlten Rechnungen, oder Insolvenzen speichert und daraus den Score berechnet. Normal muss sie solche Daten nach Verjährung löschen. Ich glaube dieses jedenfalls ehr als an irgendeine geheime Formel. Sonst würde die SCHUFA bald niemand mehr für voll nehmen.

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