Viele der beliebtesten Dating-Seiten und Apps im Netz gehören ein und demselben Konzern, der Match Group. Die beliebten Dienste Tinder, OKCupid und Match.com gehören ihm ebenso wie zahlreiche andere Datingplattformen. Das mindert jedoch nicht den Appetit der Match Group auf weitere Ankäufe, zuletzt etwa die Plattform Hinge. Zwar versucht der Konzern, sich unter Verweis auf Privatsphäre-Bedenken von Facebook abzugrenzen. Dennoch entwickelt sich Match selbst zu einem großen Sammler persönlicher Daten von Nutzerinnen und Nutzern im Internet und wendet ähnliche Techniken an, um sie auf den eigenen Portalen zu halten.
Der Konzern nutzt intimste Informationen für immer präziser zugeschnittene Werbung. Match beute dabei die emotionalen Bedürfnisse von Millionen Menschen für kommerzielle Zwecke aus, berichtet das Open Markets Institute in seinem aktuellen Newsletter:
Für Cathy O’Neil, eine Datenwissenschaftlerin und Autorin von Weapons of Math Destruction, besteht ein Ziel von Match schlicht darin, die Menge an Zeit zu maximieren, die User mit seinen Produkten verbringen. „Ihr Ziel ist es nicht, dir einen Partner zu finden – ihr Ziel ist es, dass Du die App andauern nutzt.“ Jedes Mal, wenn jemand einen fixen, exklusiven Partner finde, verliere der Konzern einen Kunden, sagt O’Neil. […] „Das ist es, was mich an der Idee so gruselt, dass jemand kommerzielle Interessen an Dating hat. Wenn sie damit Erfolg haben, schaffen sie nicht nur loyale Nutzer, sondern sie ändern unsere Kultur.“
