Gestern wurde die Webseite OnlineCensorship.org gelauncht, deren Ziel es ist, Social Media Unternehmen zu mehr Transparenz und Rechenschaft bezüglich ihrer Lösch-Entscheidungen zu bewegen. Auf der Seite, die von der Electronic Frontier Foundation (EFF) und Visualizing Impact initiiert wurde, können Nutzer_innen gesperrte oder gelöschte Inhalte melden und Angaben zur Begründung des Social Media Unternehmens machen – sie bleiben dabei anonym.
Bisher umfasst das Melde-Tool die Plattformen Facebook, Twitter, Flickr, Google+, Instagram und Youtube und ist nur auf Englisch verfügbar, es soll jedoch zeitnah auch in andere Sprachen übersetzt werden.
[Social Media Unternehmen] sind große Fans von Daten – also sammeln wir Berichte ihrer Nutzer, um deutlich zu machen welche Inhalte entfernt werden, warum Unternehmen bestimmte Lösch-Entscheidungen treffen, und wie Lösch-Entscheidungen Nutzergruppen auf der ganzen Welt beeinflussen.
Beim Sammeln dieser Meldungen geht es uns nicht nur um Trends. Wir suchen nach dem Kontext und wollen verstehen wie das Entfernen von Inhalten das Leben der Nutzer beeinträchtigt. Oftmals sind die Gruppen, die von Online-Zensur am meisten betroffen sind, auch die marginalisiertesten – bei denjenigen Menschen, die zensiert werden, handelt es sich also um die, die am wenigsten gehört werden. Unser Ziel ist es, diese Stimmen zu verstärken und ihnen zu helfen, sich für eine Veränderung einzusetzen.
In einem kurzen Podcast spricht Dan Misener über die Initiative und geht auf weitergehende Fragen ein, die durch das Projekt untersucht werden sollen: etwa, wie sich der Umgang mit Hate Speech in Europa und in den USA unterscheidet. Die große Problematik bleibe jedoch, wie Soziale Medien entscheiden, was akzeptabel ist und was nicht.
Wenn so viel von unserer Kommunikation durch große Technologieunternehmen und Plattformen vermittelt wird, sind wir es uns wirklich schuldig, sehr aufmerksam darauf zu achten was wir sagen dürfen, und was wir nicht sagen dürfen.