„Lügenpresse“ und Co: Warum die Medien am Pranger stehen

Michael Meyer hat für Deutschlandradio Kultur ein lesens- und hörenswertes Feature über „Lügenpresse und Co: Warum die Medien am Pranger stehen“ produziert.


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Franz-Josef Strauß beschimpfte Journalisten als „jaulende Hofhunde“, Helmut Schmidt als „Wegelagerer“, Kanzler Kohl stempelte sie zu Gesinnungsjournalisten, Otto Graf Lambsdorff sprach von „journalistischen Todesschwadronen“, Oskar Lafontaine von „Schweinejournalismus“ und der ehemalige Außenminister Joschka Fischer von „Fünf-Mark-Nutten“. Auch auf den Ranking-Listen der glaubwürdigsten und anerkanntesten Berufe landen Journalisten regelmäßig auf den hinteren Plätzen, übrigens: in enger Nachbarschaft zu Politikern. Nicht nur die Politik, auch das Publikum hatte schon weit vor den Pegida-Demonstrationen, keine gute Meinung von den Übermittlern oft unangenehmer Botschaften. Schon der Soziologe Max Weber erkannte im 19.Jahrhundert in den Journalisten eine „Pariakaste“, deren Berufsstand fast systemimmanent eine Distanz zur Gesellschaft ausmache.

Hier ist die MP3.

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10 Kommentare
  1. Bleibt die Frage, warum der Qualitätsjournalismus des Staatsorgans DLF Franz-Josef Strauß mit einem verharmlosenden „jaulende Hofhunde“ zitiert, wo der Sprach- und sonst Gewaltige Eindrücklicheres geboten hatte. Es gellt mir noch im Ohr, aber das Ohr mancher Qualitätsjournalisten scheint dafür noch zu jung zu sein:

    „Ratten und Schmeißfliegen“ hat er euch genannt!

    Schon vergessen oder gibt es andere Gründe für diese Unterschlagung?

  2. Das Bild von „Übermittlern oft unangenehmer Botschaften“ ist schief bis unzureichend, wenn man Journalismus beschreiben möchte. Reaktionsarbeit ist ein selektiver Prozess entlang verschiedener Leitlinien. Das bedeutet, Informationen werden ausgewählt, aus denen Nachrichten entstehen. Gleichzeitig werden andere vernachlässigt, denn man kann nicht alles publizieren. Es werden aber auch Informationen unterschlagen, aus unterschiedlichsten Interessen- und Kassenlagen. Botschaften hingegen sind etwas anderes als Nachrichten. Botschaften werden verfasst, um Mitteilungen zu überbringen.

  3. Bin ich froh, dass es mittlerweile solche Blogs wie Propagandaschau gibt. Auch subtile Propaganda wie das angeblich „lesens- und hörenswertes Feature“ vom Staatssender Deutschlandradio wird dort regelmäßig auseinandergepflückt. Zum Thema „Lügenpresse“ hatte Albrecht Müller eine gute Einordnung geschrieben http://www.nachdenkseiten.de/?p=24568

    Es ist verwunderlich, dass es offenbar immer noch Leute gibt, deren Vertrauen in den deutschen Journalismus ungebrochen ist. Aber das Missvertrauen ist meiner Einschätzung nach aufgrund der offensichtlichen Hetze gegen Russland so groß geworden, das lässt sich nicht zurückdrehen. Da „hilft“ die Diffamierung von Medienkritikern auch wenig. Positiv ist, dass sich immer mehr Ihr eigenes Bild machen http://logon-echon.com/2015/03/09/moskau-ein-reisebericht/

      1. Genau, wenn Hitler Brot gut fand, ist jeder andere der auch Brot gut findet gleich Hitler, ganz klar! Nächstes mal besser trollen, Danke.

  4. Nur das viele Alternative Angebote nicht besser sind als die „Presse“, wenn man bedengt wie viele Rechtspopulisten und Verschwörungsblogs es gibt deren Qualität noch deutlich schlechter ist als BILD und co und die leute das zeug dennoch zu tausenden verlinken.

    Insofern, das Publikum ist ebenfalls Teil des Mediensystems und somit teil des Problems. Eine breite Masse bevozugt es eben primitiv und dumpf mit möglichst wenig logik und störenden fakten.

  5. Ein bisschen komisch ist der Beitrag schon. Beispielsweise diese Stelle vom Anfang:

    [blockquote]Die Ukraine-Berichterstattung der ARD war dann auch Anlass für Kritik des Programmbeirates, einer Art Ombudsstelle für die Zuschauer. Zu „fragmentarisch“, „tendenziös“, gar „mangelhaft“ und „einseitig“ sei die Berichterstattung gewesen, es hätten viele Hintergrundinformationen gefehlt. Die Kritik wurde jedoch von der ARD-Chefredaktion umgehend zurückgewiesen.

    Und dennoch: Bei den Zuschauern blieb hängen, das deutsche Fernsehen berichte nicht unvoreingenommen über den Ukraine-Konflikt.[/blockquote]

    Aha, wenn die ARD-Chefredaktion die Kritik zurückweist, dann muss der Programmbeirat offensichtlich falsch liegen. Natürlich berichtet das deutsche Fernsehen völlig unvoreingenommen, nicht etwa „tendenziös“ und „einseitig“, nur beim blöden(*) Zuschauer ist das nicht angekommen. Was soll denn das? Wenn die Vorwürfe des Beirats entkräftet werden können, sollte man das auch substantiieren.

    (*) meine Ergänzung

  6. … aber warum kommen nicht TÄGLICH solche Wahrheiten in ALLEN Medien: https://www.facebook.com/video.php?v=10152587233110728
    ???
    Statt dessen wird uns permanent und überall erzählt, dass die im Beitrag genannten Wahrheiten (Binsen!) nicht stimmen würden und dass nur jeder Sparen müsste, damit die Wirtschaft wieder anspringt!
    Ich glaube nicht, dass die Medien „gesteuert“ oder „bezahlt“ werden. Was jedoch offensichtlich ist, es gibt zu wenig Meinungvielfalt in den Redaktionen! Da sitzt ein „schwarzer“ neben dem anderen und Streitigkeiten gibt es offenbar kaum.
    Man sollte einmal untersuchen, wie es in den Redaktionen zugeht. Wird da heftigst gestritten? Ich glaube nein!
    Genau DAS jedoch wäre dringend notwendig!

  7. Eure primitiven Kommentare , z,B. Nazischwein usw, sind einfach nur zum Kotzen.
    Viel Hirn könnt ihr wahrscheinlich nicht besitzen.

    Pfui Teufel

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