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Leider wieder aktuell: “Die Bilder der Anschläge im Kopf” – Widerspruch zwischen Angst vor Terrorismus und Wirklichkeit

Da die Nachrichtenlage es leider wieder aktuell machte, sei hier nochmal auf diesen beitrag von 2010 verwiesen: “Die Bilder der Anschläge im Kopf” – Widerspruch zwischen Angst vor Terrorismus und Wirklichkeit.

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Insgesamt ist festzuhalten: Die Angst und die daraus resultierenden Reaktionen richten mehr Schaden an als die Anschläge selbst, insbesondere durch die fortschreitende Einschränkung von Freiheitsrechten. Auch viele gutgemeinte Sicherheitsmaßnahmen wie z.B. Sicherheitskontrollen an Flughäfen können die Angst noch vergrößern und weitere, fatale Kettenreaktionen auslösen.

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25 Kommentare
  1. Als ich heute zufällig auf der Straße von Frankreich gehört hab hatte ich das erste mal bei einer solchen Meldung angst. Nicht vor einem Anschlag, sondern von dem was ich mir inzwischen ausmalen kann was danach folgt. Wie in „Wir lieben Überwachung“ gezeigt, schafft es so ein Anschlag Freiheit zu zerstören, weil die eigene Politik Ihnen dabei gerne behilflich sein wird um Ihre Macht zu stärken. „Das zeigt ja nur, dass wir nicht genug überwachen“ oder „Das zeigt wie gefährlich es ist wenn die Menschen von der Überwachung wissen und sich schützen, Verbot von Verschlüsselung“

  2. „Und die Frage ist, ob wir noch die richtige Balance haben zwischen den Risiken des Terrorismus und den Kosten der Sicherheit.“ Damit sind finanzielle Kosten gemeint.

    Ich finde den Beitrag eigentlich ziemlich grenzwertig, da er neoliberale Argumentationsmuster aufgreift, um eine Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen. Im Grunde läuft das doch darauf hinaus zu sagen: Wieviel Geld ist uns ein Menschenleben Wert. Das geht am Ziel vorbei.

    Ansonsten muss man sich die Frage stellen lassen, wie die Leute da an verdammte Raketenwerfer und Kalaschnikovs kommen.

    1. tl;dr: Kosten-Nutzen-Rechnungen sind auch beim Risiko für Menschenleben unausweichlich.

      Tja, so ist leider das Leben. Wir müssen immer und überall zwischen Kosten und Nutzen abwägen, auch wenn es um Menschenleben geht. Das hat auch nichts mit Neoliberalismus zu tun, sondern damit dass wir nunmal in einer begrenzten Welt mit begrenzten Ressourcen leben. Es ist einfach nicht möglich an jeder Straßenecke eine Feuerwehrwache, ein Krankenhaus und eine Polizeiwache zu bauen, auch wenn damit potentiell Menschenleben gerettet werden könnten. Wir fahren auch nicht permanent mit Panzern durch die Straßen, auch wenn das im Falle eines Unfalls zweifellos die Sicherheit erhöhen würde. Und wir können auch nicht unbegrenzt Geld in Krebs- und Herzinfarkt-Forschung investieren. Es wird immer ein Risiko geben und es muss immer abgewogen werden welche Gefahr wir bereit sind einzugehen für welchen Preis.
      Bei der Frage nach der Anzahl der Feuerwachen ist das eine Entscheidung die wir als kollektiv treffen, aber es gibt auch hunderte solche Abwägungen die Du sicherlich jeden Tag selber triffst: Auto fahren ist gefährlicher als Bahn zu fahren ist gefährlicher als zu Hause zu bleiben. Trotzdem verlassen wir unsere Wohnungen.
      Am sichersten vor Einbrüchen sind wir warscheinlich in einem fensterlosen Bunker unter der Erde, trotzdem entscheiden wir uns für Wohnungen mit Fenstern und normalen Türen und sind auch nicht bereit unser gesamtes Geld für Einbruchsschutz auszugeben sondern nur einen Teil.
      Das frisch gekochte Biogemüse ist gesünder als der fettige Burger; trotzdem essen wir (wenigstens die meisten) zumindest gelegentlich Fast-Food.
      Jeder dritte raucht sogar und setzt sein Leben damit erheblichen Risiken aus. Und das ganz ohne Gegenwert, im Gegenteil man bezahlt noch viel Geld dafür.

      Klar von der Kosten-Nutzen Rechnung beim Risiko ist allerdings die Situation zu unterscheiden bei der es um bestimmte Menschen in akuten Notlagen geht: Wenn der Verkehrsunfall passiert ist, der Herzinfarkt oder der Lungenkrebs da ist muss alles getan werden um den Betroffenen zu helfen. Alle anderen haben zu warten um den Rettungswagen durch zu lassen, die Kosten für die Bypass-Operation oder die Chemotherapie übernimmt die Krankenkasse. Und das (noch) ohne die Kosten abzuwägen, also z.B. auch dann wenn die Kosten der Behandlung den „wirtschaftlichen Nutzen“ des Patienten übersteigen. (Wobei der individuelle Nutzen auch hier gegen die individuellen Kosten abgewogen werden muss: Ist eine Chemotherapie sinnvoll die das Leben um 2 Monate verlängern könnte, dem Patienten aber erhebliche Anstrengungen, Schmerzen usw. zufügt?)
      Zum Thema Risikoabwägung empfehle ich gerne das Buch „Die Panik-Macher“ von Walter Krämer und Gerald Mackenthun.

  3. Wir haben den Beweis: Totalüberwachung ist nutzlos.

    11.09.2001, USA: trotz damals schon vorhandener Massenüberwachung
    2004, Madrid: trotz damals schon vorhandener Massenüberwachung
    2005, London: trotz damals schon vorhandener Massenüberwachung
    2013, Boston, USA: trotz Totalüberwachung
    2014, Paris: trotz Totalüberwachung

    Jedes Jahr sterben Tausende Menschen an Krankenhauskeimen. Das ist unseren Politikern und „Sicherheits“-Behörden scheiß egal. Angeblich hat unser Staat kein Geld für mehr Personal mit mehr Zeit für mehr Hygiene.

    Terrorismus ist ein Business. Die Politiker und Regierungen können es als Legitimation für immer mehr Macht durch Überwachung und Kontrolle, als Vorwand für immer weniger Freiheit und Rechtsstaat missbrauchen. Viele Politiker wechseln in die Sicherheitsindustrie, um sich dort ihre Günstlingspolitik vergolden zu lassen.

    Die Sicherheitsindustrie verdient derweil viel Geld durch das Geschäft mit der Angst.

    Die Terroristen, die eigentlich gewöhnliche Verbrecher und Mörder sind, werden auf ein Podest der Aufmerksamkeit gehoben, wo sie nicht hingehören.

    Die Verlierer sind die Bürger. Während das Sterberate durch Autounfälle, Krankenhauskeime, Alkohol, Nikotin, illegale Drogen, Krebs und Herzerkrankungen in die Hundertausende geht, verliert der „aufgeklärte“ „freie“ Westen regelmäßig den Verstand vor lauter Terrorhysterie.

    This is not my planet anymore. Can I have a new one?

    1. Endlich mal jemand der genau so argumentiert wie ich – das bedauerliche ist nur, dass man mit dieser Meinung bei vielen zumindest auf Unverständnis stößt. Und der Rest der Massen befindet sich eh im Enddarm der „Oberen“ die es sicher besser wissen.

  4. Das Überwachung nichts gegen verblendete und feige Mörder nützt, dürfte außer den Überwachungsfaschisten, jedem vernunftbegabten menschlichen Individuum klar sein. Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Egal ob nun überwacht oder nicht.

    Insofern ist die weltweite Überwachung nicht so wie uns verkauft als Terrorismusbekämpfungsmittel zu sehen, sondern als Mittel zum Zweck zur persönlichen Vorteilsnahme (Industriespionage, Aushorchen von Verhandlungspartnern usw.). Solche Szenarien lassen auch ein bewusstes Suchen und Finden zu.

    Einen feigen Massenmörder findet man damit jedenfalls nicht. Falls das tatsächlich schon einmal der Fall gewesen wäre, würden Überwachungsfaschisten so etwas wie eine Monstranz vor sich hertragen und bei jeder Gelegenheit darauf hinweisen.

  5. Regierungen und Politiker, die mehr Überwachung und weniger Rechtsstaat wollen, sind Komplizen der Terroristen.

    Terroristen alleine können unsere Werte und Prinzipien nicht zerstören. Erst die Komplizen der Terroristen, die Überwachungsextremisten und Kontrollfanatiker in Regierung und Politik, vollenden das Werk der Terroristen.

    Unsere Gesellschaft könnte Terrorismus genauso aushalten und überleben wie Tausende Krebstote.

  6. Extremisten wie Rainer Wendt von der Deutschen Polizeigewerkschaft missbrauchen den Überfall in Paris natürlich sofort für ihre verfassungsfeindliche Agenda. Wendt meint, es sei nur eine Frage der Zeit, bis auch in Deutschland ein Anschlag passiere. Wie bitte? Sehnt sich dieser Wendt etwas einen Anschlag in Deutschland herbei? Will er endlich mit seinen verfassungsfeindlichen Freunden die Pläne aus den Schubläden und Giftschränken holen?

    Widerlich, wie diese Extremisten aus Politik und Polizeigewerkschaften reflexhaft die Verbrechen von anderen Extremisten instrumentalisieren.

  7. So funktioniert Terror.

    Beim aktuellen erschreckenden Beispiel fällt allerdings der Widerspruch wohl am Meisten auf, wenn auf die Wir-lassen-uns.unsere-wertvolle-Pressefreiheit-durch-Terror-nicht-einschränken-Appelle anschließend zum Schutz vor Terror Freiheiten eingeschränkt werden. Was wohl leider tatsächlich nur eine Frage der Zeit ist, das befürchte ich auch.

  8. Wer immer wieder in andere Länder militärisch einfällt, in innere Angelegenheiten fremder Gesellschaften eingreift.
    Wer mittels feigem Drohnen-Hinterhalt Tausende tote Unschuldige als Kollateralschaden für die Jagd auf mutmaßliche Terroristen in Kauf nimmt.
    Wer Hochzeitsgesellschaften, Frauen, Kinder und Alte auslöscht.
    Wer Terrorverdächtige ohne Anklage, ohne fairen Prozess, ohne Beweise, ohne Verteidigung und ohne Urteil in fremden Ländern verschleppt, foltert und ermordert.
    Wer andere Religionen und Kulturen pauschal als terrorverdächtig oder terroristisch diskriminiert.

    Wer Krieg und Gewalt in fremde Länder trägt, darf sich nicht wundern, wenn Krieg und Gewalt nach Hause in die Heimat zurückkehren. Wer andere angreift, darf sich nicht wundern, wenn diese zurückschlagen. Das ist Krieg.

    Wer Sicherheit vor Terroristen will, muss sofort die Terrorzuchtprogramme des „Anti-Terror-Krieges“ stoppen. Jeder Unschuldige, der per Drohne ermordet wird, erzeugt 10 neue Terroristen.

    Wir ernten, was wir säen.

  9. Die CSU fordert natürlich sofort die Vorratsdatenspeicherung!
    In Frankreich gibt es die Vorratsdatenspeicherung! Was hat es gebracht? Nichts!

    Haben diese Extremisten bei der CSU denn gar keinen Anstand mehr? Schämen die sich nicht, nur einen Tag nach einem schweren Verbrechen mit vielen Toten diese Tat direkt für ihre eigenen politischen Zwecke zu missbrauchen? Wie kann überhaupt noch irgend jemand auf diese durchsichtigen Instrumentalisierung-Manöver der CSU hereinfallen?

    CSU, CDU, SPD, Polizei“gewerkschaften“ und andere Fanatiker scheinen sich ja gerade zu darüber zu freuen, dass endlich wieder ein großer Anschlag vor unserer Haustüre passiert ist. Was für ein widerliches Pack!

  10. Hallo, man was für eine braune Masse schreibt den da die Blödzeitung.

    > Wir, der Westen, haben diesen Krieg weder gewollt, noch begonnen. <

    Wer ist in den Irak einmarschiert, wer bombt und tötet planlos um seiner Waffenindustrie mehr Geld zukommen zu lassen. Wer will damit von seinem Bankrott in der Politik und Wirtschaft ablenken.

    Da fällt mir nur ein Land ein.

  11. http://www.heise.de/newsticker/meldung/Nach-Pariser-Terror-Anschlag-Rufe-nach-Vorratsdatenspeicherung-aus-SPD-CDU-und-CSU-werden-wieder-lauter-2514490.html

    Da ist sie wieder, die Forderung unserer grenzdebilen Leichenschänder.

    Die Islamisten, oder wer auch immer für den Anschlag verantwortlich ist, könnten ja mal einen Dienst an der Gesellschaft vollbringen und sich die verfassungsfeindlichen Vollpfosten der CXU und Co. vorknöpfen.

  12. Kommt nur mir das so vor?

    Wir erleben gerade einen kollektiven Fiebersturm. Eine unheimliche Allianz aus Politik, Medien und öffentlicher Meinung braut sich zusammen. Da kann einem nur Angst und Bange werden. Wohin wird uns das noch führen?

    Mir scheint es, als würden gerade alle Dämme brechen. Politik, Regierung und Behörden nutzen die Ereignisse schamlos aus. Medien gesellen sich zu den Scharfmachern und Brandstiftern. Ich kann ihn schon sehen, den Mob auf den Straßen, wie er für „Recht und Ordnung“ sorgen wird. Wie damals die braunen Horden.

    Jedem mit einem ausgewachsenen historischem Bewusstsein dürfte es sehr mulmig sein angesichts dieser Entwicklungen. Die letzten Pfeiler unserer freiheitlich, demokratischen und rechtsstaatlichen Werteordnung scheinen unter dem Dauerfeuer der Extremisten aus Politik, Medien und Stammtischen zusammenzubrechen.

    Geschichte wiederholt sich. Ziehen wir uns besser warm an. Dunkle Zeiten stehen uns bevor.

  13. Endlich ist es vollbracht.

    Ein Verbot von allen Filmen mit gewallt im Fensehen. Nur noch Traumschiff, Dr. HasteNichtGesehen und Musikanten Stadl. Keine Ballerspiele mehr.

    Deutschland stellt keine Waffen mehr her und liefert diese in Krisengebiete und erklärt sich für neutral. Alle USA-Stützpunkte werden geschlossen und müssen das Land verlassen. Alle Jäger und Sportschützen müssen ihre Waffen abgeben.
    Wir weisen alle Ausländer aus, damit es keine Bedrohung mehr gibt und bauen eine Mauer. (Können wir ja)

    Wir alle werden zu Blumenkinder, dank unseren weitsichtigen Führer und diese wachen über uns wie der Schäfer über seine Schafe und verteitigen und gegen die bösen Wölfe.

    Danke, ich verneige mich vor so viel geballter kompetenz.

    1. Wir alle werden zu Blumenkinder, dank unseren weitsichtigen Führer und diese wachen über uns wie der Schäfer über seine Schafe und verteidigen uns gegen die bösen Wölfe.

      Mist, immer finde ich Schreibfehler wenn es abgeschickt ist.

  14. Wow, ich weiß nicht, wann es das letzte Mal so eine geballte Hysterie gab.

    Eine hochgefährliche Mischung aus Polizeistaatsphantasien, Ausländer- und Islamhass sowie Gewaltbereitschaft an allen extremen Rändern der Gesellschaft.

    Hoffen wir, dass sich der Sturm bald legt und die nächste mediale Sau durchs Dorf getrieben wird. Leider vermute ich, dass wir gerade erst den Beginn einer neuen Zeit des permanenten Ausnahmezustands erleben.

  15. @Netzpolitik

    Wär toll, wenn ihr die aktuellen Forderungen nach VDS und CCTV sezieren könntet. Als Experten müsstet ihr so einiges auf Halde haben.

    Jedes mal geht die Debatte von vorne los. Die altbekannten Lügen, Täuschungen und Tricks der Pro-VDS-Fraktion sind zermürbend. Wann hört das endlich auf? Seit Jahren die selbe Tortur, wenn mal wieder irgendwo in unserer Nähe ein Attentat geschieht.

  16. Ich finde ja, dass wir einem widerlichen Propaganda-Schreiberlin wie Julian Reichelt von der BILD nicht widerspruchslos das Feld überlassen sollten. Die versammelte Zivilgesellschaft, d.h. die Organisationen wie CCC und NP.org sollten einen Extremisten wie Reichelt nicht davon kommen lassen.

    Es ist so durchschaubar. Reichelt war in den USA und hat sich von Geheimdienstlern briefen lassen. Jetzt schreibt er, Snowden und die Enthüllungen seien mitschuld am Anschlag in Paris. Er meint, Überwachung sei nötig gegen Terroristen und nach den Enthüllungen würden die Terroristen alle den Geheimdiensten entkommen. So viel Desinformation und Lüge auf einmal! Unfassbar!

    Das kann man doch nicht so stehen lassen! Wir brauchen Gegenpropaganda gegen solche Hetzer und Lügner wie Reichelt!

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