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Kriegseinsatz im Internet: Verteidigungsministerin von der Leyen baut Bundeswehr für „Cyberwar“ um

Verteidigungsministerin von der Leyen beim Kommando Strategische Aufklärung. Bild: Roland Alpers, Bundeswehr.
Verteidigungsministerin von der Leyen beim Kommando Strategische Aufklärung. Bild: Roland Alpers, Bundeswehr.

Christoph Hickmann berichtet auf Süddeutsche.de über die Bundeswehr: Von der Leyen baut für Cyber-Krieg um

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Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr für die Herausforderungen der Cyber-Kriegführung umbauen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird im Ministerium geplant, die in der Truppe verteilten Cyber-Kompetenzen in einem eigenen militärischen Organisationsbereich zu bündeln. Der neue Organisationsbereich soll den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie dem Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis gleichgestellt sein.

Bislang sind die Cyber-Fähigkeiten der Bundeswehr nicht zentral organisiert, sondern quer durch die Truppe verteilt. Mit der Bündelung reagiert von der Leyen auf die zunehmende Bedeutung des Themas und die Bedrohung, die von Cyber-Attacken ausgehen kann. Nach Angaben aus Militärkreisen will von der Leyen ihr Vorhaben in Kürze öffentlich vorstellen. Das Ministerium wollte die Pläne auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.

Dabei nimmt er auch Bezug auf die von uns geleakte Geheime Cyber-Leitlinie: Verteidigungsministerium erlaubt Bundeswehr „Cyberwar“ und offensive digitale Angriffe.

Thomas Wiegold kommentiert: Bundeswehr auf dem Weg zur Cyber-Truppe

Aber wie so oft in der Bundeswehr werden auch an dieser Stelle die Details entscheidend sein. Ein Bundeswehr Cyber Command wird in seinen Fähigkeiten und seinem Nutzen davon abhängen, welche Einheiten dazu gehören, wo es weiterhin interne Rivalitäten geben wird – und wo die IT-Fachleute herkommen, bei denen die Truppe in einem harten Wettbewerb mit zivilen Unternehmen steht.

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6 Kommentare
  1. Dazu passt der Film „Netwars – Krieg im Netz“
    unter
    https://vimeo.com/138601152

    „Ein Einzelner mit nur einem Laptop kann heute mehr Zerstörung herbeiführen als eine konventionelle Waffe wie eine Bombe!“ Mit dieser Aussage von Ian West, dem Direktor für Cybersicherheit bei der Nato, taucht die Dokumentation von Marcel Kolvenbach ein in die verborgene Welt des Cyberkrieges. Die Spurensuche führt in die Cyberwaffenschmieden nach Israel, zu den Roten Hackern nach China und zur weltweit größten Hackerkonferenz in den USA, auf der NSA-Chef Keith Alexander gefeiert wird.

    In virtuellen Chats tauschen sich die Experten weltweit über den Stand der virtuellen Kriegsführung aus und stellen fest: Das Wettrüsten hat längst begonnen. Bald werden Hacker mit digitalen Angriffen nicht nur einzelne Flugzeuge vom Himmel holen – sondern ganze Flotten. Doch was davon ist Science-Fiction? Panikmache, medialer Hype? Und wie gefährdet sind wir heute in Deutschland, Frankreich, Europa?

    Ein Elite-Hacker aus Berlin macht den Test. Mit Laptops bewaffnet rückt er an, um einen Stromversorger an der deutsch-französischen Grenze zu hacken. Ein Angriff auf Bestellung, denn der Geschäftsführer möchte sein Unternehmen sicher machen, will wissen wie gefährdet es ist. Das Ergebnis erschreckt.

    Dieser Hack ist keine Inszenierung. Er hat tatsächlich stattgefunden und die Ergebnisse werden seitdem in der Energiebranche heiß diskutiert. Eine absolute Sicherheit werde es nie geben, fürchten die Beteiligten.

    Cyberwar-Experten wie Dr. Sandro Gaycken und Professor Volker Roth fordern darum eine völlig neue IT und kritische Infrastruktur: „Der Computer muss neu erfunden werden.“

  2. Eine Frage: Wenn es heißt von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen, darf man dan Cyberangriffe starten und was passiert wenn der angreifende Server im Ausland steht.. Hat man dann ein verfassungsrechtliches Loch??

    1. Ich denke die Argumentationslinie wird in die Richtung wie beim abhören von Satelliten gehen: das ist Weltraum, da kann man alles machen. Hier wäre es dann der „Cyberraum“ – gehört auch keinem, also wilder Westen….

  3. Nach Erfahrungen des Lebens und Sterbens von CUA, regional unterschiedlich Fernausbildung und seit Jahren Brutkastenpflege bei VBS 2 bin ich mal gespannt, wie sich das neue Baby entwickelt.
    Und vor allem, was der IT-SiBe dazu sagt. Und ob ein Softwareunternehmen es schafft, die besonderen Sicherheitsansprüche der Bundeswehr mit der eigentlichen Software zu homogenisieren. Das wird spannend und sicher noch teurer als die bisherigen Babys…

  4. Sehr geehrte Damen und Herren,

    warum besitzt Griechenland 1.600 Panzer und Deutschland nur 400 ?
    Ich fände es gut, wenn Griechenland den Barsani-Kurden 10 Panzer schenken würde.
    Nur die Kurden sind fähig, den IS zurückzudrängen.

    Mit freundlichen Grüssen

    Günter Möller

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