Christoph Hickmann berichtet auf Süddeutsche.de über die Bundeswehr: Von der Leyen baut für Cyber-Krieg um
Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Bundeswehr für die Herausforderungen der Cyber-Kriegführung umbauen. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung wird im Ministerium geplant, die in der Truppe verteilten Cyber-Kompetenzen in einem eigenen militärischen Organisationsbereich zu bündeln. Der neue Organisationsbereich soll den Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine sowie dem Sanitätsdienst und der Streitkräftebasis gleichgestellt sein.
Bislang sind die Cyber-Fähigkeiten der Bundeswehr nicht zentral organisiert, sondern quer durch die Truppe verteilt. Mit der Bündelung reagiert von der Leyen auf die zunehmende Bedeutung des Themas und die Bedrohung, die von Cyber-Attacken ausgehen kann. Nach Angaben aus Militärkreisen will von der Leyen ihr Vorhaben in Kürze öffentlich vorstellen. Das Ministerium wollte die Pläne auf Anfrage weder bestätigen noch dementieren.
Dabei nimmt er auch Bezug auf die von uns geleakte Geheime Cyber-Leitlinie: Verteidigungsministerium erlaubt Bundeswehr „Cyberwar“ und offensive digitale Angriffe.
Thomas Wiegold kommentiert: Bundeswehr auf dem Weg zur Cyber-Truppe
Aber wie so oft in der Bundeswehr werden auch an dieser Stelle die Details entscheidend sein. Ein Bundeswehr Cyber Command wird in seinen Fähigkeiten und seinem Nutzen davon abhängen, welche Einheiten dazu gehören, wo es weiterhin interne Rivalitäten geben wird – und wo die IT-Fachleute herkommen, bei denen die Truppe in einem harten Wettbewerb mit zivilen Unternehmen steht.
