Für satirische Facebook-Posts wurden die myanmarische Aktivistin Chaw Sandi Tun und der Ägypter Amr Nohan verhaftet. Amr soll Berichten zufolge von einem Militärgericht zu drei Jahren Haft verurteilt worden sein, weil er dem ägyptischen Präsidenten Abdel Fattah el-Sisi Mickey-Mouse-Ohren gezeichnet hatte. Die Anklage lautet wohl „Versuch eines Staatsstreichs“. Das Bild wird seitdem vielfach geteilt, siehe Streisand-Effekt. Bisher ist wenig über den Fall bekannt geworden, auf Twitter fordern Nutzer_innen Amrs Freilassung.
Chaw Sandi Tun wurde am 12. Oktober festgenommen. Sie hatte auf Facebook die neuen grünen Uniformen des myanmarischen Militärs mit der Rockfarbe der Oppositionspolitikerin Aung San Suu Kyi verglichen, die nach 15 Jahren Hausarrest 2010 von der Militärregierung Myanmars entlassen wurde und seit 2012 im Parlament sitzt. Wie Salai Thant Zin berichtet, gelte es in Myanmar als Beleidigung, anzudeuten, dass ein Mann ein htamein trägt – den traditionellen Sarong (longyi) für Frauen. Chaw Sandi Tun wird vorgeworfen, digitale Information verändert zu haben, um „einer Organisation oder Person zu schaden“. Ihr drohen bis zu fünf Jahre Haft.