Bundesregierung zahlt 120.000 Euro für Beratung zu Social-Media-Konzept

Die Bundesregierung hat sich eine Beratung zu ihrem Auftritt bei Facebook und anderen sozialen Medien 120.000 Euro kosten lassen. Das geht aus einer Antwort auf eine IFG-Anfrage auf FragDenStaat.de hervor.


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Aus dem Dokument geht hervor, dass der Auftrag für die Beratung mit 40 Personentagen berechnet wurde, was einem Gegenwert von 120.000 Euro entspricht. Damit konnte der Auftrag freihändisch vergeben werden und musste nicht ausgeschrieben werden.

15 Kommentare
  1. Und warum genau musste man das jetzt nicht ausschreiben sondern hätte das quasi an den Schwippschwager der Sekretärin geben können damit die nicht aus Protest zurücktritt?

  2. 3000 Euro pro Tag?! Selbst in höchstrangigen IT-Projekten der Ministerien wird nicht so viel gezahlt. Und selbst bestequalifizierte Social-Media-Beratung bekommt man auf dem Markt für einen Bruchteil. Da würde mich wirklich mal interessieren wer da genau was getan hat. Solche Preise sind dermaßen krass überzogen, dass alleine die Höhe misstrauisch macht.

    1. Mahlzeit,

      also für 1000€/Tag bekommst du einen guten SAP, IBM oder einen anderen Berater für namhafte Produkte/Firmen. Für 2000€/Tag gehts es normalerweise schon als Spitzenarchitekt nach Dubai. Aber 3000€/Tag habe selbst ich nur ganz, ganz selten erlebt und dann meist auch nur als 1-3 Tage Engagement, maximal eine Woche. Solche Leute sind Koryphäen auf ihrem Gebiet und beheben als „Feuerwehr“ den Produktionsstillstand in irgendeinem Großunternehmen. Da geht es dann aber auch um (mögliche) Verluste in Millionenhöhe.
      Insofern hast du völlig Recht, solche Preise bei SM-Beratung haben einen merkwürdigen Anklang.
      (das Wortspiel ist beabsichtigt!)

      Darf unsere Regierung keine Praktikanten oder Studenten für so etwas einsetzen? Diese Praxis ist doch in der Wirtschaft weit verbreitet.

      Gruß
      einie

  3. Die Peise sind das, was die großen Netzwerkagenturen solventen Kunden in Rechnung stellen. Die Preise sind zwar Mondpreise, aber (leider) völlig üblich. Meist arbeiten dann Leute an den Aufträgen, die den berechneten Tagessatz im Monat verdienen.
    Witzgerweise (oder traurigerweise) kauft man sich für dieses Geld aber keine wirklich guten Ideen ein, sondern schwafelige Präsentationen und viel brimborium ohne Substanz.

  4. „Ein Dokument, dass eine Übersicht über angefallene Kosten und Ausgaben gibt, liegt ebenfalls nicht vor.“
    Aha. Ich weiß ja net, wie die Damen und Herren Regierungsmitarbeiter das so machen, aber irgendwie muss ja Geld geflossen sein. Und dazu wird sicher jemand eine Rechnung geschrieben haben. Also MÜSSEN Dokumente existieren, die Übersicht über angefallene Kosten geben.
    Dann sagt STS Seibert „Wir kennen ja das Netz und wir kennen die Gepflogenheiten im Netz.“ Dementsprechend müsste man doch ausgehen, dass auch die Ausgangslage und das gewünschte Ergebnis hätte klar beschrieben werden können. Genau dies wird ja verneint, wodurch die Frei-Hand-Vergabe überhaupt erst möglich wurde. Wenn hier so ein Auftrag ohne klares Lasten- und Pflichtenheft vergeben wird, dann ist das als grob fahrlässig zu bezeichnen und ein Fall für den Rechnungshof.
    So leid es mir tut, hier wurden wieder Staatsgelder an Kumpels verschachert und das ganze soll vertuscht werden. Zumindest die Rechnungsunterlagen zu dem Vorgang sollten befreit werden.

    1. Die Tagessätze, wie oben schon erwähnt, ist das eine – jedoch überlagert durch, sagen wir, Thinktank-mäßige Politik-Beratung und dadurch wird’s teuer.
      Und das was es eigentlich teuer und raffiniert macht, ist der Fakt, dass es sich ja eigentlich um die Simulation von Social Media handelt. Recht wahrscheinlich im Hinblick, was da jetzt so gepostet werden wird – also die Strategie dieser Simulation.
      Wer hätte es (für diese Knalltüten) für weniger gemacht?

  5. Jau. Hundert-Zwanzig-Tausend. Für 40 Arbeitsstunden. Dafür könnte man locker ein paar sinvolle Dinge tun wie zum Beispiel mal die Bundestags IT neu aufsetzen oder aber das Geld in die Weiterentwicklung von deutschen Open Source stecken. Aber irgend einen öffentlichen Auftritt aufzuplustern? Auf Fratzenbuch und Co. ? Wirklich? Da wird Bürgernähe ja groß geschrieben. Jawoll. Und das ist so relevant weil? Reicht dafür nicht die Grundversorgung der Lügenpresse?

  6. Was sagte Pispers mal zu Aldiberatern die mit der Frage konfrontiert waren warum Menschen so gerne bei Aldi einkaufen gehen? Nachdem diese Berater einige tausend Excel Tabellen vollgekritzelt hatten kam ihre Antwort weil Aldi so billig ist. Pispers meinte dazu, da hätte er auch seine Oma fragen können? Hätte seine Oma für diese Antwort 120000 Euro bekommen und warum nicht? Meine Antwort darauf ist weil se nicht zum System gehört!!! Weitere Fragen sind kann man Menschen die bei Facebook eingetragen sind ernst nehmen? Was passiert mit demjenigen der Beispielsweise in Bezug auf seine Lebensziele beraten wurde? Ist das danach noch sein Ziel oder das Ziel der Berater?

  7. Mich wundert ganz ehrlich, dass die jemand gefunden haben der es für den Betrag überhaupt machen wollte, denn es ist ganz schön schwierig Schei(.)e als Gold zu verkaufen. Und setzt man diese 120.000 € für die ja auch noch irgend jemand gearbeitet hat, in Relation zu den 3,X Millionen die der Kaffeeklatsch namens G7 in Elmau gekostet hat, fang ich mich an zu fragen, ob es hier nur noch ums Aufregen aus Prinzip geht?

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