Brasilien: Zwei Blogger und ein Journalist ermordet

Innerhalb von elf Tagen sind in Brasilien zwei Blogger und ein Radio-Journalist ermordet worden. Israel Gonçalves Silva, Italo Eduardo Diniz Barros und Orislandio Timóteo de Araújo engagierten sich lokalpolitisch und kritisierten auf ihren Blogs und im Radio die korrupten Praktiken von lokalen Behörden und Politiker_innen. Insgesamt sind in Brasilien 2015 somit sieben Journalisten und Blogger ermordet worden, es gilt nach Mexiko und Kolumbien als das gefährlichste Land Südamerikas für Journalist_innen.


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Matt Sandy schreibt bei AlJazeera über einige der Fälle, besonders aber über den des Journalisten Evany José Metzker, der im Mai ermordet worden war:

Journalists here have long lived in fear of being threatened, sued, beaten, exiled or murdered. But in recent years a new cohort of lone operators has emerged, enabled by the Internet. Lacking institutional support and often the only reporters in their towns, they are especially vulnerable in an increasingly violent country that now records nearly 60.000 murders a year. Few perpetrators are brought to justice, although the number of convictions has edged upward in recent years.

„It is clear that not enough is being done to prevent these murders,“ said Carlos Lauría, senior Americas program coordinator for CPJ. „Impunity for the killing of journalists not only threatens them but takes a toll on the quality of democracy.“

4 Kommentare
  1. Ab und zu kommt bei mir die Frage auf, ob alles was mit Bloggern zu tun hat auch gleich Netzpolitik ist, auch wenn der Fall unabhängig davon politisch/gesellschaftlich brisant ist und Beachtung bekommen sollte sehe ich den Zusammenhang nicht, bzw wurde er hier nicht dargestellt

    1. Nach meiner Meinung stellt jede Art von Bloggen in seiner bestimmten Weise Netzpolitik dar. Hier erschließt sich dann der Zusammenhang mit Netzpolitik.org. In Deutschland müssen sie nicht befürchten, gleich umgebracht zu werden. Aber der Vorwurf von Landesverrat ist ebenfalls eine Art von [mund]tot machen, was gleichfalls eine große Gefahr für betroffene Personen darstellt. Die Blogger und Journalisten in Brasilien wollten auch nur Schlechtigkeiten und/oder kriminelles Verhalten in der Politik aufdecken und die Menschen informieren. Wenn die in Hinterzimmern laufenden politischen Planungen für die Zukunft hinsichtlich Spionage, Überwachung inklusive Verfolgung in Deutschland alle umgesetzt werden, haben wir vielleicht bald vergleichbare Zustände.
      mfg R.K.

    2. Ich stimme Rudolf K. zu. Aus dem netzrückblick zur internationalen Pressefreiheit:

      „Die internationale Pressefreiheit ist auch für uns ein Thema, steht sie doch häufig im Konflikt zu Repression und Überwachung und ist somit in vielen Ländern ein Indikator für das Verhältnis von Politik, Medien und der Zivilgesellschaft. Nicht zuletzt die Ermittlungen gegen uns haben gezeigt, dass Pressefreiheit ein hohes Gut ist, das auch in demokratischen Staaten immer wieder verteidigt werden muss.“

      https://netzpolitik.org/2015/netzrueckblick-internationale-pressefreiheit-zwischen-kriegen-ueberwachung-und-nationaler-sicherheit/

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