Die Bild am Sonntag zitiert aus einem als „vertraulich“ eingestuften Papier des Bundesnachrichtendienstes an das Bundesamt für Verfassungsschutz aus dem Herbst 2011. Demnach hatte der BND Kenntnisse über einen Trojaner-Angriff auf EADS bekommen. Im November 2011 sollen innerhalb von drei Stunden 5116 Verbindungen zwischen EADS-Rechnern und „den US-Angreifern“ festgestellt worden sein. Der Verfassungsschutz informierte daraufhin EADS über den Vorfall.
Wie man genau auf einen US-Angriff kommt, ist unklar. Die Bild erklärt, dass die Spur zu einem kurzzeitig in Los Angeles angemieteten Server zurückverfolgt werden konnte. Abgesehen davon scheint man aber sicher zu sein, dass das was mit der NSA zu tun haben müste, sonst würde man den Einstieg anders formulieren:
„Erstmals seit Beginn der Affäre um die Kooperation zwischen dem Bundesnachrichtendienst und der NSA gibt es einen Beweis für einen Spionageangriff auf ein europäisches Unternehmen aus den USA.“
Wir können uns nicht das Originaldokument anschauen, weil die BAMS bisher vergessen hat, das Dokument online zu stellen. Aber sollte das alles so zutreffen, dann dürfte die Glaubwürdigkeit mancher Äußerungen von BND, Verfassungsschutz und Bundesregierung in Frage zu stellen sein, wonach es keine Erkenntnisse über Angriffe aus den USA gegeben hätte. Da der Sitz von EADS in München ist und es bisher immer hieß, dass „auf deutschem Boden“ nichts passiert sei, lernen wir vielleicht demnächst die Cyberspace-Theorie kennen?
Was wir uns noch fragen: Wird jetzt auch der Generalbundesanwalt gegen die Quellen der Bild am Sonntag ermitteln oder gibts da eine Zwei-Klassen-Gesellschaft und das kommt nur bei unserer Berichterstattung und unseren Quellen vor?